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Thema: Chronische Prostatitis oft Vorstufe zum Prostatakrebs

  1. #1
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    Chronische Prostatitis oft Vorstufe zum Prostatakrebs

    Wie ich bereits mehrfach berichtet habe, wurde bei mir im vergangenen Jahr eine erhöhter PSA - Wert von 5.15 gemessen. Eine Biopsie ergab keinen CA sondern eine chronische Biopsie.
    Pathologie - Befund: „glandulär-kleinzystische und fibromuskuläre Prostatahyperplasie mit einer mäßig chronischen, nicht aktiven Begleit-Prostatitis“. Gerade eine chronische Prostatitis kann sich allmählich auch zum CA entwickeln, sowie sich insgesamt aus entzündlichen Prozessen nicht selten Krebs entwickelt.
    Meine Fragen dazu:
    1.) Hat jemand von Euch Kenntnisse zur Behandlung von einer chronischen Prostatitis.
    2.) Da gerade eine chronische Prostatitis zum Prostatakrebs führen kann, würde ich zum Thema Prostatitis ein eigenes Kapitel vorschlagen. Ziel dabei, dass nicht unwichtige Thema Prostatitis auch in diesem Forum zu etablieren.
    3.) Welche Erfahrungen habt Ihr zu diesem Thema mit Euren Ärzten gemacht.

    Vielleicht gibt es ja noch mehr Interessenten, die sich an dieses Thema herantasten wollen.
    Gruß aus Hamburg


    Michael

  2. #2
    Harro Gast
    Biopsiebefund chronische Prostatitis

    Hallo, Michael, auch bei mir ist nach Stanzbiopsie eine chronische Prostatitis vom Pathologen im Befund vermerkt worden. Davon habe ich aber erst Jahre später erfahren, weil mein Ersturologe sich auf die Bekanntgabe der Tumoreinstufung beschränkte. Bei Urinuntersuchungen wurden bei mir regelmäßig z.B. Escherichia coli - Enterococcus faecalis oder auch Klebsiella pneumoniae entdeckt, allerdings in geringen Keimmengen. Für die chronische Prostatatitis wird von guten Urologen 2 x 500 mg Ciprofloxacin (Ciprobay) täglich über 6 Wochen empfohlen. Seit September 2007 nimmst Du ja schon Antibiotika für Deine chronische Blasenentzündung. Das von mir in regelmäßigen Abständen mit der Urinuntersuchung beauftragte Labor misst den geringen Keimmengen, die meist über den Darm irgendwie in den Urin gelangen, keine für mich gefährliche Bedeutung bei. Die über 6 Wochen laufende Behandlung mit Ciprobay habe ich trotzdem einmal voll durchgezogen und konnte damit gleichzeitig eine leichte Bronchitis in Schach halten. Ob tatsächlich aus einer chronischen Prostatitis ein Prostatakarzinom entstehen kann, konnte ich bislang noch in keiner wissenschaftlichen Studie bestätigt finden. Bitte, informiere uns, wenn Du hierüber mehr weißt.


    "Vieles wird zusehends schlechter, anderes wegsehends nicht besser"
    (Helmut Qualtinger, österreichischer Kabarettist)

    Gruß Hutschi

  3. #3
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    Düsseldorf der Bergische Löwe
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    chronische Prostatitis

    Hallo Michael,
    eine chronische Prostatitis ist eher sehr selten und sollte auch nicht mit der benignen Prostatahyperplasie in einem Atemzug genannt werden.
    Es kommt zwar gelegentlich vor, dass nach einer Stanzbipsie eine akute Prostatitis mit schweren Fieberschüben auftritt, die zwingend antibiotisch behandelt werden muss, daraus entwickelt sich aber eher selten eine chronische Prostatitis. Die dann allerdings, wenn sie sich nach Behandlung der Akutphase durch Massage und 4-Gläserprobe und Biogramm bestätigen sollte, ein halbes bis zu einem Jahr der Behandlung bedarf.

    Die sog. abakterielle Prostatitis oder auch Prostatodynie ist eher eine somatische Erkrankung und hat im Allgemeinen keinen direkten Bezug zur Prostata sondern zum Unwohlsein des gesamten Beckenbodens. Die Ursachen für diese Beschwerden sind so vielfältig, dass sie nicht genau zugeordnet werden können. Bei diesem Syndrom ist man in der Ärzteschaft z.T. geteilter Meinung. Ein Teil geht von einer unspezifisch oder viralbedingten Ursache in der Prostata aus, die Anderen von psychosomatischen Ursachen im gesamten Urogenitaltrakt.

    Bei einer benignen Prostatahyperplasie dagegen, werden viel häufiger sog. PIN gefunden als in der nicht vergrößerten Prostata. Das sind Zellen, die sich in einer Umentwicklung, hin zur Malignität befinden, aber noch als harmlos gelten. Insofern wird davon ausgegangen, dass aus einer benignen Erkrankung der Prostata sich eine maligne Erkrankung eher entwickeln kann, als aus einer gesunden Prostata.

    Gruß, Heribert

  4. #4
    Anonymous1 Gast
    Zu diesem Thema ist schon viel geschrieben worden. Z.B. nachfolgender Artikel.

    Gruß Dieter

    Zusammenhang zwischen Prostatitis, BPH und Prostatakrebs?

    Viele teilweise jüngere Patienten fürchten, ohne genauere Kenntnisse der medizinischen und biologischen Zusammenhänge, dass Prostatitis etwas mit Prostatakrebs zutun haben könnte. Viele Männer mit der Prostata Hyperplasie (BPH) verwechseln ihre Beschwerden mit der Prostatitis. Ebenso werden viele Methoden und Medikamente, die für BPH entwickelt wurden, von unseren Ärzten auch für Prostatitis angeboten (meistens mit bescheidenem Erfolg). Um den heutigen Stand der Forschung wiederzugeben, folgt nun die (teilweise) deutsche Übersetzung eines Artikels/Abstrakts aus 2003 von Krieger und Riley u.a. über den noch sehr vagen Zusammenhang von Prostatitis und BHP bzw Prostatakrebs. Wir müssen uns nicht beunruhigen, denn biologische Zusammenhänge z.B. zum Prostatakrebs sind nicht zu erkennen bzw. nachgewiesen. Die Zusammenhänge sind eher statistischer Natur (besonders auffällig bei einer Vorgeschichte mit Tripper oder Syphilis) und vor diesen Tatsachen sollten wir nicht die Augen verschliessen.

    World J Urol 2003 Apr 24

    Epidemiology of prostatitis: new evidence for a world-wide problem.

    Krieger JN, Riley DE, Cheah PY, Liong ML, Yuen KH.

    Department of Urology, University of Washington School of Medicine, VAPSHCS (112-GU), 1600 South Columbian Way, Seattle, WA 98108, USA.

    Abstrakt:

    Wir betrachten neue Daten bezüglich der Epidemiologie der chronischen Prostatitis. Diese populationsgestützten Studien verwendeten angemessene Fallbeschreibungen, um verschiedene Bevölkerungen von Nordamerika, von Europa und von Asien zu erfassen. Insgesamt leiden 2 - 10% der erwachsenen Männern unter Symptomen, vergleichbar mit chronischer Prostatitis, zu häufigen Zeitpunkten und ungefähr 15% von Männern leiden daran zu manchen Zeitpunkten in ihren Leben. Andere epidemiologische Daten deuten an, dass chronische Prostatitis mit einer erhöhten Gefahr für die Entwicklung der gutartiger Prostata Hyperplasia (BPH) und Prostatakrebses verbunden sein KANN. Diese Daten lassen erkennen, dass chronische Prostatitis ein wichtiges internationales Gesundheitsproblem ist, das eine erhöhte Aufmerksamkeit von Klinikern und Forschern verdient.
    Einige Details aus dem Artikel:

    Mögliche Rolle der chronischen Prostatitis als Gefahrfaktor für BPH und Prostatakrebs
    Begrenzte epidemiologische Daten deuten an, dass das Vorkommen der Prostatitis mit einer erhöhten Gefahr von BPH und Prostatakrebs verbunden sein kann. Einige der stärksten Daten, die eine mögliche Verbindung zwischen Prostatitis und BPH stützen, kommen von der Anschluss-Studie der medizinischen Fachkräfte [ 4 ]. Wie oben umrissen, hatten die Männer, die über eine Geschichte von BPH berichten, ein 7,7- fach grösseres Vorkommen von Prostatitis. Diese Beobachtung sieht im Licht der gegenwärtigen Konzepte über die Ursachen der symptomatischen BPH [ aus 7 ] durchaus angemessen aus. Die natürliche Geschichte der BPH scheint zwei Phasen zu besitzen, eine pathologische Phase und eine klinische Phase. Die pathologische Phase wird weiter in zwei Stadien unterteilt: ein mikroskopisches Stadium, erreicht von fast allen Männern, wenn sie lang genug leben und ein makroskopisches Stadium, verbanden mit der Vergrößerung der Prostata. Da nur ungefähr eine Hälfte der Männer mit mikroskopischem BPH eine makroskopische Vergrößerung entwickeln, ist es wahrscheinlich, daß zusätzliche Faktoren für die Weiterentwicklung notwendig sind. Die zweite oder die klinische Phase von BPH, bezieht die Weiterentwicklung der pathologischen BPH zur klinischen BPH mit ein, in dem der Patient Symptome entwickelt. Ungefähr die Hälfte der Männer mit makroskopischer BPH kommen bis zu klinischem BPH weiter. Obgleich eine makroskopische Vergrößerung der Prostata für die Entwicklung der klinischen BPH notwendig ist, reicht eine solche Vergrößerung selbst normalerweise nicht für solche Weiterentwicklung aus. Prostatitis wird als ein möglicher Faktor angesehen, resultierend in der Weiterentwicklung der pathologischen BPH zur klinischen BPH [ 7 ].
    Epidemiologische Daten legen auch die Möglichkeit nahe, dass Prostatitis mit einer erhöhten Gefahr für Entwicklung des Prostatakrebses [ 5, 6 ] verbunden sein kann. Vor kurzem berichteten Dennis u. a über Resultate einer Meta-Analyse [ 5 ] (=Zwischenuntersuchung). Sie fanden eine erhöhte Gefahr des Prostatakrebses unter Männern mit einer Geschichte der Prostatitis (OR 1,6), besonders mit populationsgestützten, case-control-Studien (OR 1,8). Zusätzlich fanden sie eine erhöhte relative Gefahr des Prostatakrebses unter Männern mit einer Geschichte von Syphilis und einer Geschichte von Gonorrhoe (=Tripper) (was ja auch beides im Zusammenhang mit Prostatitis vorkommen kann).
    Obgleich dieses einen bestehenden Zusammenhang aufzeigen will, dass Prostatitis etwas darstellen kann, das zu BPH oder Prostatakrebs führt, ist die Kausalität aber weitgehend unklar. Dieses ist wohl hauptsächlich auf methodische Fehler bei der Datenerhebung zurückzuführen [ 5 ]???. (This is because recall bias and detection bias cannot be ruled out [5].) Der Selbst-Bericht und der Bericht der medizinischen Aufzeichnungen sind die allgemeinsten Methoden, die verwendet werden, um Hintergründe festzusetzen. Jedoch haben Studien gezeigt, dass solche Informationen möglicherweise nicht immer von gleichbleibender Qualität sein können. Dieses Problem scheint besonders vorzukommen bei genito-urinären Krankheiten, die weniger ausgeprägte Diagnosekriterien haben, z.B bei BPH und Prostatitis [ 17 ] . Diese Beobachtungen legen nahe, dass Prostatitis die Gefahr von BPH und von Prostatakrebs möglicherweise erhöhen kann, aber dass zusätzliche Studien notwendig sind, um zu überprüfen, dass es in der Tat ein biologisches Verhältnis zwischen diesen Bedingungen gibt.

  5. #5
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    Prostatitis

    Hallo Hutschi,

    Den Zusammenhang von chronischer Prostatitis und Prostatakrebs habe ich innerhalb einer Internetrecherche gelesen. Leider habe ich mir den Link nicht abgespeichert. Aber wenn ich dazu was finde, werde ich darauf hinweisen. Von manni habe ich erfahren, dass es im "Der Urologe" einige Artikel zur Prostatitis aus dem Jahre 2001/ 1 und 3 zu lesen sind. z.b. "Finden wir einen Ausweg aus dem Dilemma"
    Leider ist es mir bisher nicht gelungen kostenlos mir die Artikel im Internet herunterzuladen. Zu finden sind sie dort.
    Es ist richtig, dass ich für längere Zeit (Ca. 4 Wochen) Antibiotika eingenommen habe, wegen einer Blasenentzündung, bisher nicht gegen die chronische Prostatitis. Die chronische Prostatitis habe ich auch erst im Oktober erfahren.
    Mein Urologe meint, dass die chronische Prostatitis zur Zeit nicht aktiv ist und deshalb nicht behandelt werden kann. Nervös macht mich, dass ich nach einer TURP - OP (Gutartige Prostata) im November 07 eine PSA - Messung am 02. Februar 2008 von 0.66 (nach 5.15 im September 2007) hatte und im April schon wieder ein Anstieg auf 0.89 erfolgte. Das ist zwar immer noch ein Wert unter 1.0, aber jeder Anstieg läst Ängste hochkommen. Zumal jeder Urologe mir garantiert etwas anders erzählt warum?

  6. #6
    Anonymous1 Gast
    Hallo Jarrestadt,

    vielleicht solltest Du mal in dieses Forum gehen.

    Gruß Dieter

  7. #7
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    Hallo Dieter,

    Danke für den Hinweis. Das Forum kenne ich, finde es aber nicht so ergiebig. Und dieses Forum hier, ist doch von der Qualitiät und auch der Menschlichkeit her absolut Spitze.

    Gruß Michael

  8. #8
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    Prof.Bonkhoff zum Zusammenhang Prostatitis und PK-Genese

    Zitat Zitat von Dieter aus Husum Beitrag anzeigen
    Hallo Jarrestadt,

    vielleicht solltest Du mal in dieses Forum gehen.

    Gruß Dieter
    hallo Dieter,

    danke für Deine Tipps - vielleicht hast Du noch andere Beiträge oder Internet-Verweise, die zur Prostatitis was Verwertbares enthalten?
    Ich meine, nachdem der Zusammenhang Krebs+Inflammation breiter diskutiert wird, ist es an der Zeit, auch die Prostatitis in unseren Horizont aufzunehmen.

    Prof.Bonkhoff hat in seinem Präventions-Artikel, den wir ja schon angesprochen, wenngleich nicht besonders ausführlich diskutiert haben, folgendes geschrieben:

    http://www.prostapath.org/deutsch/d-genese-kausal.html

    Chronische Entzündung, Atrophie und oxydativer Stress

    Der kausale Zusammenhang zwischen chronischen entzündlichen Prozessen und der Entstehung des Prostatakarzinoms ist relativ neu und beruht auf der folgenden Beobachtung: Die Glutathion s-Transferase (GSTP1), ein Entgiftungsenzym, das durch entzündliche Prozesse induziert und aktiviert wird, geht in fast allen HGPIN und Prostatakarzinomen durch Hypermethylierung des GSTP1 Gens verloren (18). Daraus lässt sich schließen, dass die Inaktivierung von GSTP1 eine wichtige Rolle bei der Tumorentstehung in der Prostata spielt. Gegen eine entzündliche Genese des Prostatakarzinoms spricht zunächst einmal die bekannte Tatsache, dass weder HGPIN noch das Prostatakarzinom auffällige entzündliche Stromaveränderungen aufweisen. Das schließt freilich nicht aus, dass chronische entzündliche Prozesse in den initialen Stadien der Kanzerogenese eine Rolle spielen. In der Transitionalzone der Prostata sind bei Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH) Entzündungen in unterschiedlicher Ausprägung ein sehr häufiger Befund. In der peripheren Zone führt die chronische Prostatitis zur Atrophie (Schrumpfung) des Drüsenparenchyms (postinflammatorische Atrophie). Immunhistochemische Untersuchungen führten zur Beschreibung einer neuen Entität, der sog. proliferativen, inflammatorischen Atrophie (PIA). Histopatholgisch entspricht PIA einer unverdächtigen, entzündlich überlagerten Atrophie der peripheren Zone, die aber immunhistochemisch durch die folgende Markerkonstellation gekennzeichnet ist (18):

    * Überexpression der Glutathion s-Transferase (GSTP1)
    * Überexpression der Cyclooxygenase-2 (COX-2)
    * Überexpression von BCL-2
    * gesteigerte Proliferationsaktivität (MIB-1)
    * Verlust des Zellzyklusinhibitors p27

    Die Überexpression von GSTP1 und von COX-2 in der PIA dokumentiert, dass diese atrophischen Veränderungen einem chronischen oxydativen Stress ausgesetzt sind (18). Dabei schützt GSTP1 zunächst das Epithel vor oxydativen Genschäden. Erst bei Hypermetylierung und Inaktivierung der protektiven GSTP1 (die in 6% der PIA nachweisbar ist) entsteht dann aus der PIA entweder direkt oder indirekt über HGPIN das Prostatakarzinom (18) (Abb. 6). Im Vergleich zu der protektiven Funktion der GSTP1, ist COX- 2 direkt an der malignen Transformation (Entartung) des Prostataepithels beteiligt und bietet einen möglichen Angriffspunkt für die Chemoprävention (18). COX-2 wird nicht nur in der PIA, sondern auch in einem Teil der HGPIN und der Prostatakarzinome überexprimiert. COX-2 Inhibitoren (Celecoxib) führen zur Rückbildung von HGPIN im Tiermodell. Einige, aber nicht alle epidemiologischen Studie finden einen Zusammenhang zwischen der chronischen Einnahme von Aspirin (ein potenter COX-2 Inhibitor) und einer geringen Detektionsrate des Prostatakarzinoms (18). Zu den COX-2 Inhibitoren gehören auch die Omega- 3- Fettsäuren (Fischöl), die die Expression von COX-2 im Prostatakarzinom absenken. Eine schwedische Arbeit zeigt, dass Männer, die mindestens einmal pro Woche Lachs essen, ein um 70% reduziertes Erkrankungsrisiko haben, wenn bestimmte Polymorphismen des COX-2 Gens vorhanden sind. 60% der Männer in diese Studie waren Träger dieser günstigen COX-2 Variante (12).

    Weitere Hinweise auf eine entzündliche Genese des Prostatakarzinoms ergeben sich aus einer Reihe von epidemiologischen und experimentellen Studien, die die anti- tumoralen und präventiven Eigenschaften von Antioxidantien belegen (7, 13,14). Die natürlichen Antioxidantien richten sich gegen die Bildung freier Sauerstoffradikale, die unter den verschiedensten Bedingungen (Entzündung, â- Oxydation der Fettsäuren, Alterungsprozesse, etc.) entstehen und die oxydative Genschäden verursachen können. Zu den wichtigsten Antioxidantien, die in der Prävention des Prostatakarzinoms aktiv sind, gehören Selen, Vitamin E und D, Lycopene (Tomaten), Granatapfelsaft, Epigallocatechin (Grüner Tee) und Curcumin (Gelbwurz, Curry) (7, 13,14). Der Selen und Vitamin E Cancer Prevention Trail (SELECT) wurde 2002 initiiert und testet den Einfluss von Selen und Vitamin E alleine oder in Kombination auf die Detektionsrate des Prostatakarzinoms. Die Endergebnisse dieser Studie werden 2013 erwartet.

  9. #9
    Anonymous1 Gast
    Hallo Rudolf,

    ich habe da nur eine neuere amerikanische Untersuchung:

    MILAN, ITALY (UroToday.com) - Chronic inflammation of the prostate has frequently been identified in biopsies based on PSA elevation. In recent studies it has been suggested that prostate epithelium exposed to chronic effects of inflammation may lead to malignant alterations based on genetic changes.

    This poster reported the correlation of biopsy proven chronic prostatitis with findings in subsequent biopsies in the same patients. Overall 205 consecutive men were included, 105 men who initially were diagnosed with chronic prostatitis and 100 men without inflammation were further investigated and follow up biopsies were correlated with the initial results. In repeat biopsies performed within 4 years, 39 prostate cancers were diagnosed (36%) in the chronic inflammation group. Of these cancers, 28 were found in patients with exclusively chronic inflammation results, 10 occurred in patients with post atrophic hyperplasia and chronic prostatitis and 1 was found in a patient with initially detected high grade prostatic intraepithelial neoplasia (HG-PIN) and chronic inflammation. Furthermore, isolated HG-PIN was newly diagnosed in 10 patients.

    In the second study group without chronic inflammation, prostate cancer was found in 16 patients (16%). There were only slight differences in mean PSA values and mean PSA velocity between both groups (p-value 0.07, 0.08).

    These findings suggest that chronic inflammation may be a risk factor for prostate cancer development.

    Presented by: Reissigl A., Wiunig Ch., Neyer M., Grunser H., Remzi M., Pointner J, at the European Association of Urology - 23rd Annual EAU Congress - March 26 - 29, 2008 - Milan, Italy

    UroToday.com Full Conference Reports
    Das Resümee passt in einen Satz:

    Diese Befunde lassen darauf schließen, dass chronische Entzündungen ein Risikofaktor für die Entstehung von Prostatakrebs sind.

    Gruß Dieter

  10. #10
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    Hier ein Auszug aus meinem pathologischen Befund vor 3 Jahren:

    Prof. Bonkhoff, Berlin

    14 Prostatastanzbiopsien (A-O) mit mehreren Herden einer chronischen und floriden Prostatitis, teils mit Zerstörung des Prostataepithels mit Mikrolithiasis, ein ausreichendes Korrelat für eine leichte PSA-Erhöhung.
    Auffällig ist eine postinflammatorische Atrophie mit Überexpression von bcl2 und gesteigerter Proliferationsaktivität. Hierbei handelt es sich um die sog. proliferative inflammatorische Atrophie (PIA) eine Läsion, die als ein potentieller Vorläufer des Prostatacarcinoms angesehen wird, wobei für die Entstehung dieser Läsionen der chronisch entzündliche Reiz im Vordergrund steht.
    Auf tieferen Schnittstufen finden sich in der Stanzbiopsie der Fraktion F mehrere Herde einer intraduktalen Neoplasie.........

    Gruss Ludwig
    Wer nichts weiß ist gezwungen zu glauben.

    PSA-Verlauf (grafisch)

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