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Thema: Nun geht es mit Chemo weiter...

  1. #1
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    Nun geht es mit Chemo weiter...

    Hallo Ihr Lieben!

    Im Profil könnt ihr lesen wie es "uns" bzw. meinem Vater bislang ergangen ist.
    Z.Zt. liegt er in der Klinik wegen eines Nierensteins inklusive Nierenstau. Seine wahnsinnigen Rückenschmerzen schienen also doch nicht von der Metastase im 3. Lendenwirbel zu sein, sondern von der Niere.

    Mein Vater will am Montag eine Chemotherapie auf Taxotere-Basis beginnen.
    Er ist sich einer weiteren Einschränkung seiner Lebensqualität bewusst, aber er ist immer noch in der Hoffnung seinen PK und die Metastasen zum Stillstand bringen zu können...

    Ich selbst bin momentan ziemlich "down", wenn man das so nennen kann, hauptsächlich, weil mein Vater so einen Optimismus versprüht und ich ihm den auch nicht nehmen möchte. Ich habe hier viele Meinungen zur Chemotherapie gelesen...aber welche ist die richtige?

    Die empfohlene Therapie könnt ihr im Profil lesen...was meint ihr dazu?

    Liebe Grüße,
    Viviane
    Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden! (Hesse)

  2. #2
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    Hallo Viviane,

    ich wünsche Deinem Vater sehr, dass endlich diese Kombination Ihm Besserung bringt.

    Viele Grüße
    Hans (GL)

  3. #3
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    Chemo

    Liebe Viviane,

    leider gibt es zu Chemotherapie zwar viele Meinungen, aber keine Garantie dafür, dass sie auch für den Betroffenen richtig und erfolgreich sei. Selbst habe ich gute Erfahrungen (mit einer allerdings einfacheren Form) gemacht (siehe http://www.prostatakrebse.de/ TEXTE, Jürg), andere Patienten hatten weniger Glück. Die Unsicherheit (sie besteht grundsätzlich bei jeder Therapie) sollte einen aber nicht davon abhalten, eine Therapie wenigstens in Angriff zu nehmen. In diesem Sinne gratuliere ich Deinem Vter zu seinem Entschluss, nicht untätig zu bleiben und wünsche ihm viel Erfolg.

    Liebe Grüsse

    Jürg

  4. #4
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    Zitat Zitat von Pferdediebin Beitrag anzeigen

    Ich selbst bin momentan ziemlich "down", wenn man das so nennen kann, hauptsächlich, weil mein Vater so einen Optimismus versprüht und ich ihm den auch nicht nehmen möchte. Ich habe hier viele Meinungen zur Chemotherapie gelesen...aber welche ist die richtige?

    Die empfohlene Therapie könnt ihr im Profil lesen...was meint ihr dazu?

    hallo Viviane,
    auch wenn wir "down" sind, es bleibt uns nichts anderes übrig, als doch wieder den Kopf zu erheben, Fragen zu stellen und zu überlegen, was "vernünftig" ist.

    gerade erst Reichle misslungen und nun Chemo? Was sind denn die ärztlichen Interpretationen des Misslingens? Offenbar hat der Reichle-Cocktail nicht wie erhofft gewirkt, aber Nebenwirkungen hinterlassen, die im Endergebnis die Hauptwirkungen waren.

    Wenn Jürg schreibt,
    Die Unsicherheit (sie besteht grundsätzlich bei jeder Therapie) sollte einen aber nicht davon abhalten, eine Therapie wenigstens in Angriff zu nehmen.
    finde ich das zu allgemein, hier geht es doch um ein Vierfach-Problem, das konkret angegangen werden muss:
    1. Reichle-Medikamente, therapeutische Zielrichtung und Versagen;
    2. Reichle-Medikamente, mangelhaftes Abfedern der Nebenwirkungen;
    3. Taxotere/Dexa/Thalidomid/Avastin, therapeutische Zielrichtung;
    4. Taxotere/Dexa/Thalidomid/Avastin, Chemosensitivität und Abfedern der Nebenwirkungen

    Und die Schnelligkeit, mit der die nächste Gift-Attacke probiert werden soll! Kaum ist der klinische Aufenthalt wegen Nierenstau beendet, nun rein mit dem Spindelgift? Diese Hektik sieht gefährlich nach dem ärztlichen Vorschlägen oft zugrundeliegenden Handlungsdruck aus, gleich das nächste vorschlagen zu müssen. Neulich sprachst Du doch von einer Erholungs-Pause von zwei bis drei Wochen?

    Im LADR-Labor in Recklinghausen der MDR1 (Multidrug-Resistenz)Faktor als Parameter für Taxane gemessen. Das wäre Chemosensitivität, Konrad wies auch schon darauf hin.
    Dann gibt noch Messungen des genetischen Polymorphismus, um abschätzen zu können, wie die Verstoffwechselung funktioniert. Es geht um die Phase I der Entgiftung in der Leber. Die meisten Medikamente werden über die Entgiftungs-Enzyme der Cytochrom P450-Familie entgiftet. Taxane über die CYP3A-Subfamilie. Fürs Docetaxel ist das Cytochrom P450 3A5, abgekürzt CYP3A5, "zuständig". Tinka hatte darauf hingewiesen, dass solche Messungen z.B. von der Firma anwenydd gemacht werden.

    Man kann einwenden, was für ein Aufwand! Und dagegen halten, dass man in der Situation deines Vaters nicht untätig sein darf und therapeutisch was tun mus. Allgemein richtig, aber konkret scheint mir die nächste Gift-Attacke, selbst wenn die eingesetzten Stoffe in wirksamer Konzentration in den Tumoren landen sollten, schlecht vorbereitet. Was nutzt der Wachstumsstopp in dieser oder jener Metastase, wenn der Allgemeinzustand derart geschädigt wird, dass sich der geschundene body davon nicht mehr erholen kann. Eben das steht doch zu befürchten.

    Hochdosis Selen zu geben als Vorbereitung ist gut. Selen ist nötig für das Haupt-Entgiftungssystem auf Zellebene, Glutathion mit seinen Enzymen. Aber dafür ist auch Cystein nötig, also auch hier mindestens 2x tgl. eine LEF-Cystein-600mg-Kapsel. Und VitC Hochdosis würde ich angesichts der kürzlich erst herausgefundenen liposomalen Darreichungsform ebenfalls einsetzen, leicht zu machen ohne Infusionstrara.

    Chemosensitivität sagt evtl. was voraus, ob das Medikament wirkt.
    Gen.Polymorphismus-Bestimmung sagt evtl. die Geschwindigkeit der Verstoffwechselung voraus.

    Wenn der body stark ist, das Medikament wirkt, aber schlecht verstoffwechselt wird, kann das ein therapeutischer Weg sein mit ziemlicher Vergiftung. Habe ich aber eine gute Verstoffwechselung, bekomme ich einen therapeutischen Weg mit wenig Vergiftung.
    Wenn der body aber angegriffen ist, kann ich es mir nicht leisten, dass die Entgiftung gestört ist, selbst wenn es eine wahrscheinliche Wirkung des Medikamentes gibt; dann muss ich erstmal wieder den body stärken.
    Wenn der body stark oder schwach ist, das Medikament aber wahrscheinlich nicht wirkt, kann mans eh lassen.

    Dann noch die Inflammations-Bekämpfung. Hier versuchen wir neuerdings, das LEF-Bromelain einzusetzen, Hauptbestandteil des Wobenzyms. Abgesehen vom Hochdosis-Fischöl und der entsprechenden Ernährung.

    Vorerst, ich weiss, dass ich auch nur herumstochere,
    aber die Anteilnahme, über dieses Forum vermittelt, bleibt.
    Liebe Grüsse,
    Rudolf

  5. #5
    HansiB Gast
    Hallo Viviane,

    auch ich kann nur warnen, ich habe es auch früher schon gemacht, aus Erfahrung von Kolegen.

    Dr. V. neigt zu schnellen anderen, belastenden Tharapien, ich begreife das nicht. Körper stärken vor neuen Therapien und in den Pausen, ich predige das seit Jahren. Warum sollte die Chemo nach der Reichlemedikation hilfreich sein, bei dem geschwächten Körper?

    Kürzlich habe ich von einem Freund berichtet, der zu Tode therapiert wurde, so sieht es nicht nur ich, sondern auch sein Sohn. Dieser hat mir gestern zu meiner Therapiezurückhaltung und Erfolg gratulert.

    Mein Erfolg lässt sich sehen, ich habe bald 4 Jahre überstanden, mit keinerlei nennenswerten Beeinträchtigungen, aber steigendem PSA.

    Andere unter Hochtherapie haben vergleichbaren PSA, ohne Prostata, mit sichtbaren Minimalmetastasen.

    Viel Erfolg, Konrad

  6. #6
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    07.06.2008
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    Herzlichen Dank,

    für Eure Anteilnahme!
    Ich werde Eure Beiträge meinem Vater faxen. Es ist nicht sein Arzt, der die schnelle Chemo vorschlägt, sondern mein Vater selbst, der sich bis heute immer noch nicht ausführlich mit seiner Krankheit beschäftigt hat, und wohl auch nicht will.
    Der Nierenstau ist im Übrigen noch nicht ausgestanden, er hat eine Entzündung in der Niere, wie die Blutwerte aussehen weiss ich nicht.

    Eure Ratschläge und Hinweise auf Risiken verstehe ich sehr gut, aber bitte versteht auch meinen Vater, der nun einen PSA Anstieg auf mittlerweile über 900 innerhalb kürzester Zeit, erstmal rein psychisch verkraften muss. Er war so euphorisch optimistisch als er mit der Studie begann!
    Ich denke, er fragt sich, auf was er denn nun NOCH warten soll. Der PSA steigt wöchentlich um 200 an, völlig krass und beängstigend, zumal , wie gesagt, mein Vater die Hintergründe alle gar nicht wissen will und einfach nur noch endlich "halbwegs gesund" werden will. Er versteht mich einfach nicht.

    Wenn ich ihm nun empfehle, den Körper aufzubauen, hat er so eine Panik, dass der PSA noch weiter steigt....versteht ihr das?

    Die Chemosensitivitätsprüfung halte ich auch für sinnvoll. Ich hoffe ich kann ihm das erklären!
    Werde in Kürze weiterberichten!

    Danke,
    Viviane
    Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden! (Hesse)

  7. #7
    shgmeldorf,Werner Roesler Gast
    Zitat Zitat von Pferdediebin Beitrag anzeigen
    für Eure Anteilnahme!
    Es ist nicht sein Arzt, der die schnelle Chemo vorschlägt, sondern mein Vater selbst, der sich bis heute immer noch nicht ausführlich mit seiner Krankheit beschäftigt hat, und wohl auch nicht will.


    Der Nierenstau ist im Übrigen noch nicht ausgestanden, er hat eine Entzündung in der Niere, wie die Blutwerte aussehen weiss ich nicht.


    Wenn ich ihm nun empfehle, den Körper aufzubauen, hat er so eine Panik, dass der PSA noch weiter steigt....versteht ihr das?

    Die Chemosensitivitätsprüfung halte ich auch für sinnvoll. Ich hoffe ich kann ihm das erklären!
    Werde in Kürze weiterberichten!

    Danke,
    Viviane
    Hallo Viviane,
    der Anstieg des PSA-Wertes ist in der Tat unglaublich. Was meint die Studienleitung dazu ?

    Bei aller Sorge um eine weitere Explosion der Erkrankung sollte jetzt nicht die Panik regieren, sondern die Situation möglichst in Ruhe analysiert werden.

    1. Fakt ist, unter der Studienmedikation waren ein oder mehrere Medikamente, die die PSA-Progression initiiert haben. Wenn somit jetzt die auslösenden Momente im Rahmen des Abbruches der Studie wegfallen, dann kann es zu einer Beruhigung der Situation kommen.
    2. Solange organische Defizite vorliegen, wie der Nierenstau, ist an einer weiteren (neuen) Chemotherapie nicht zu denken.
    3. Zuerst muß der Organismus stabilisiert und aufgebaut werden, s. den Beitrag von Rudolf.
    4. Stichwort: Chemosensitivitätstestung ! Hier gibt es leider keine eindeutige Studienlage, die dafür spricht. Aber es gibt auch keine Alternative, es sei, man nimmt die Zytostatika und probiert am eigenen Körper. Hier dürfte das Probieren sehr limitiert sein.
    Wenn man also 4 Medikamente in der Gewebsschale testen lassen kann, die vielleicht angewendet werden könnten, und ein Medikament macht das Rennen, ja dann ist das doch schon eine bessere Ausgangssituation, oder nicht. Die Tumorzellen verhalten sich in der Gewebsschale ähnlich wie im Körper.

    Versuche bitte Deinem Vater klar zu machen, er hat nur den einen Körper und dieser verträgt nur ein bestimmtes Quantum an therapeutischen Maßnahmen.

    Gruß Werner R.

  8. #8
    HansiB Gast
    Hallo Werner,

    du machst dich rar, ich hoffe es geht dir gut? Sehen wir uns in Stuttgart?

    Kürzlich bin ich mit PCa-Freunden versumpft, mit jeder 1 Flasche Rotwein und das bei meinem leichten Gewicht, ging aber gut.

    Gruß Konrad

  9. #9
    Harro Gast
    Das darf doch nicht wahr

    Konrad, Konrad, wehe Dir, wenn der liebe Gott - wieso soll der eigentlich immer lieb sein ? - das gesehen hat!!
    "Und wenn wir später dann im Graben liegen - war immer so - der Teufel kann uns gar nicht kriegen, denn der Herrgott weiß ja, wo wir liegen"

    "Man soll schweigen, oder besser Dinge sagen, die noch besser sind als das Schweigen"
    (Pythagoras von Samos)

    Gruß Hutschi

  10. #10
    shgmeldorf,Werner Roesler Gast

    Das gute Glas Rotwein !

    Hallo Konrad,

    Rotwein gilt allgemein anerkannt als Therapeutikum. Natürlich ist es eine Frage der Relation, wieviel trinkt denn dann der Konrad vom natürlichen Heilmittel.
    Mir ging es in der Tat nicht gut, eine bestimmte Medikamenten - Kombination hat voll in`s Kontor gehauen.
    Aber wie Du merkst, kommen die Lebensgeister wieder.

    Das Wiedersehen in Stuttgart wird von meiner Seite nicht klappen, da ich möglicherweise zu der Zeit in der Klinik bin. Aber einige Schleswig-Holsteiner werden bestimmt präsent sein, da bin ich mir sicher, denn wir haben hier sehr kompetente und aktive SHG-Sprecher.

    Lieber Konrad, wir sehen uns aber später ganz sicher wieder, dann holen wir alles nach !

    Gruß Werner

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