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Thema: 12 Monate ohne Prostata

  1. #11
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    Hallo Paul-Georg,

    "keine Therapie", so wie das bei Dir ziemlich wütend-trotzig klingt, ist m.E. keine wirklich sinnvolle Option...

    Es gibt Diagnosen, bei denen man mit guten Gründen die sog. "aktive Überwachung" einer radikalen lokalen Therapie vorziehen kann. Aber um das zu entscheiden, benötigt man eine möglichst umfassende, differenzierte Diagnose. Die Biopsie, die bei Dir gemacht wurde, wird Dir die ersten wichtigen Anhaltspunkte liefern. Dann wirst Du entscheiden müssen, was Du machst.

    Den Kopf in den Sand stecken und sagen "Ich mache aber keine Therapie!" könnte - je nach Ergebnis der Biopsie und ggf. weiterer Untersuchungen - eine buchstäblich lebensgefährliche Haltung sein.

    Ich selbst mache nur eine immunstärkende Therapie und überwache meinen PK sorgfältig. Meine Ausgangssituation und meine Werte erlauben mir das zur Zeit. Insofern bin ich kein Fan der schnellstmöglichen radikalen Therapie - aber "keine Therapie" als Leitmotiv ist kein Weg.

    Viel Glück bei Deinen Biopsieergebnissen wünscht Dir

    Schorschel

  2. #12
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    Hallo Paul Georg,
    Ich habe dienen Beitrag zweimal durchgelesen weil ich es nicht glauben kann, dass du keine Therapie machen möchtest. Abwarten bis du bessere Infos hast, ja - aber zu dem jetztigen Zeitpunkt schon anzudeuten, daß du ohne Sex nicht leben willst, finde ich etwas blauäugig. PSA 19,9 ist nicht lustig. Nach meinem Wissensstand ist schon eine Wahrscheinlichkeit auf Metastasen bei diesem PSA relativ hoch. Du solltest deine Prioritäten sorgfältig überprüfen und dann nachdem du die Laborwerte erhalten hast, dich damit nochmals hier melden. Was du jetzt vorhast ist russisches Roullet mit 6 Kugeln im Lauf. Ich hoffe, dass sich keiner meldet, der dir gleichgesinnt ist - oder vielleicht doch, damit auch er ein paar Worte der Vernunft von uns bekommt.
    Beste Grüße,
    Hans-W.

  3. #13
    camillo Gast
    Hallo Paul Georg,
    ich habe mich erst heute registriert lassen, um auch andere Meinungen, Ansichten und Einstellungen zu dieser Krankheit kennen zu lernen. Nach Durchsicht des Forums bin ich überrascht, welche Prioritäten von den einzelnen Betroffenen gesetzt werden. Da wird mitgeteilt, daß ein Erkrankter als Privatpatient viel zu zahlen hat (auch gesetzlich Versicherte werden bald mehr zahlen!), der andere will beim GV keine Pumpe oder andere Hilfsmittel verwenden. Der nächste will erst einmal in die Warteschleife, um dann eine endgültige Entscheidung treffen zu können, obwohl der PSA weit über normal liegt. Warum nicht einmal Glücksritter spielen? Sind das die wirklichen Probleme, die die Krankheit mit sich bringt?

    Als bei mir die Diagnose fest stand, der behandelnde Urologe nur noch eine Tektomie als Behandlungstherapie (trotz Gleason Score 4+5/9 GIIIa) vorschlagen konnte, wehrte sich mein Unterbewustsein mit aller Macht gegen diesen radikalen Einschnitt. Durch das Internet bin ich dann auf die Herren U. Peters u. Chr. Ligensa gestoßen, von denen ich dann telefonisch Rat eingeholt habe. Ich habe vor Ort alle möglichen Behandlungsmethoden wie TUMT, Seeds, Bestrahlung, Prostatektomie usw. mit den ausführenden Ärzten besprochen. Danach blieb für mich nur noch die HB nach Leibowitz als erfolgsverprechenste Therapie. Mit Prof. Giebel, Schönebeck wurde dann nach Beurteilung des Histologischen Befundes und des CT's die weitere Behandlung besprochen. Ich wurde 2 mal Hyperthermisch behandelt und gleichzeitig wurde im Nov. 2003 das erste Zoladex-Depot gesetzt. Das letzte Depot bekam ich Juli 2005.
    Es war mir von Beginn an klar, daß ich mich während der gesamten Dauer der Therapie wie eine Frau im Klimakterium fühlen werde. Es war mir auch bewust, daß die Libido ausgeschaltet wurde. Ich akzeptierte also eine chemische Kastration. Bei Abwägung aller Kriterien bin ich davon ausgegangen, daß es nicht sinnvoll ist, ein Leben lang tot zu sein sondern bei Umstellung einiger Praktiken und Gewohnheiten das Leben und die Lebensqualität zu erhalten. Das alles geschah natürlich nur nach Absprache mit meiner Partnerin.

    Auch wenn der PSA im Juni 2006 auf 0,49 angestiegen ist (8 Monate nach dem letzten Depot) bin ich von der Richtigkeit meiner Entscheidung 100% tig überzeugt. Abwarten oder irgend einem Drängelnden nachgeben wäre die falsche Entscheidung gewesen. Ich habe bis jetzt schon 3 Jahre gewonnen und wenn wider Erwarten der PSA ins uferlose steigen sollte, habe ich immer noch die Option Prostatektomie frei.
    Herzlichen Gruß
    Jürgen W.

  4. #14
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    Hallo Leute,

    ob sich Paul-Gerhard über die Konsequenzen klar ist, gewiß ist er der Herr seines Körpers, was sagt aber die Ehefrau zu seinem Problem?

    Jegliche Behandlung vorab abzulehnen, bevor man über den Gesamtzustand volle Kenntnis hat, ist fahrlässig und unverantwortlich gegenüber den Angehörigen. Lieber Paule, laß Dir einmal die Antworten von Hans-W und dem Schorschel durch den Kopf gehen und steck den nicht in den Sand.

    Gruß Gunter

  5. #15
    KlausUwe Gast
    Hallo Paul Georg .

    Ja ich gehöre dazu, vorläufig keine Therapie zu machen. Warum ? Die Antwort findest Du In meinen Beiträgen hier im Forum.
    Es ist aber wichtig, den weiteren Verlauf der Krankheit intensiv zu beobachten, damit man rechtzeitig eingreifen kann.

    Alles Gute
    Klaus UWE

  6. #16
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    Zitat Zitat von camillo
    Sind das die wirklichen Probleme, die die Krankheit mit sich bringt?
    Jürgen W.
    Hallo Jürgen,

    danke für Deinen wichtigen Beitrag...

    Manchmal versteigen wir uns im Forum in eine Richtung, die vergessen lässt, dass wir alle an einer bösartigen Krankheit leiden. Aber auch diese seitlichen Arabesken müssen sein.

    Dennoch hast Du Recht mit Deinen Ausführungen, und ich wünsche Dir vor allem alles Gute auf Deinem Weg im Umgang mit Deinem Mitbewohner!!

    Herzliche Grüße

    Schorschel

  7. #17
    Oskar CH Gast
    Hallo Paul

    Studier doch mal mein Profil. http://forum.prostatakrebs-bps.de/member.php?u=35

    Ich bin in vergleichbarer Lage wie Du und habe mich für die Option Abwarten & Beobachten entschieden. Lass Dich von den vielen "Gutmeinenden" nicht verdriessen und geniesse Dein Leben.

    Gruss Oskar CH

    Hier noch einige Links zur Problematik:

    Links zum Thema “Abwarten und Beobachten” bzw. “Watchful Waiting:
    Deutsch:
    Wie hoch ist mein Risiko an PK zu sterben?
    http://www.ok-1.com/PK/Risiko.jpg
    Abwarten und Beobachten
    http://www.prostatakrebse.de/themen/0035.htm
    “Watchful Waiting” wieder salonfähig
    http://www.medical-tribune.ch/deutsc...16_03_2003.asp
    Abwarten und Beobachten ("Watchful Waiting")
    http://www.prostatakrebse.de/informa...ml/tha_ww.html
    Ärzte Zeitung, 10.11.2003
    http://www.aerztezeitung.de/docs/200.../prostatakrebs
    Prostatakarzinom
    http://www.mds-ev.org/download/300_i..._screening.pdf
    Jagd auf einen oft harmlosen Gast?
    http://www.aerztekammer-berlin.de/10...aFrueherk.html
    Unnützer Test auf Prostatakrebs?
    http://www.gesundheits-fuehrer.com/N...er/130707.html
    PSA-Test und Prostatakarzinom - Dilemma der Früherkennung
    http://www.aerzteblatt.de/pdf/100/39/a2486.pdf
    Stellungnahme des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin zu Forderungen
    nach Einführung eines PSA-Screenings
    http://www.ebm-netzwerk.de/psa_screening.pdf
    Statistiken zum Prostatakrebs
    http://www.prostatakrebse.de/informa...atistiken.html
    Kampagnen zur Früherkennung von Prostatakrebs zeichnen ein Bild,
    das nicht dem Stand des Wissens entspricht
    http://www.evibase.de/texte/rahmen_t...e_wahrheit.htm
    Der Meineid des Hippokrates
    http://www.infothek.at/verlag/zusatz...formatiert.pdf
    "Prostatakrebs: Diagnose und Prognose" (DNA-Struktur)
    http://media.gek.de/downloads/brosch...statakrebs.pdf
    Englisch:
    Prostate cancer is the single greatest overrated disease in the history of civilization
    http://www.squarf.com/cancer.htm
    ACTIVE SURVEILLANCE
    http://users.kingsley.co.za/~ghanesh....co.za/RM.html

  8. #18
    Paul-Georg Gast
    Danke, ich dachte schon es hagelt nur so von allen Seiten auf mich ein.
    Werde mich erst wieder äußern, wenn ich das Ergebnis der Biopsie habe und diese auch ins Forum stellen.
    Dabei werde ich auch alle anderen schweren Erkrankungen nennen, welche mich zum Frührentner gemacht haben und so evtl. in Anbetracht meines gesamten gesundheitszustandes und AZ nicht soviel Prügel bekommen.
    Dir erst mal wirklich Dank für Deinen für mich positiven Beitrag.
    Allen anderen auch Dank, das sie sich mit meinen Problemen befaßt haben.
    Cio, bis mitte nächster Woche
    Paul-Georg

  9. #19
    Paul-Georg Gast
    Hallo Leute,
    so heute war es soweit und ich will wie angekündigt meine Werte ins Forum stellen:
    Gleason score 4+4=8 G 3b.
    Seit 10-15 Jahren bin ich wegen folgender Diagnosen in Behandlung:
    Insulinpflichtige Zuckerstoffwechselstörung mit Polyneuropathie,
    Lungenemphysem (Funktion 54%)
    Bluthochdruck
    Periphere Nervenschäden,
    Chron. Magen-u. Darmschleimhautentzündung
    Degenerative LWS/BWS/HWS Beschwerden.
    Mit dieser Verkettung von Krankheiten/Diagnosen könnt ihr vielleicht meine Einstellung besser verstehen, dass ich derzeit zumindest nicht bereit bin
    Therapien über mich ergehen zu lassen.
    Mein Urologe hat mir heute dringend zu
    a.) OP geraten,diese wäre für mich die sicherste Lösung.(Abgelehnt)
    b.) einer dreifach Hormontherapie mit gleichzeitiger Bestrahlung.
    Am Freitag soll ich mit meiner Ehefrau zu einem Gespräch zu ihm kommen.

    Ich bin mir sicher, dass ich bis Freitag keinen Entschluss zu b. fassen kann.
    Werde erst noch eine weitere Meinung in Mannheim einholen, ist derzeit wegen Streik leider nicht möglich.
    Ferner will ich mich noch um einen Onkologen bemühen.Wer kann mir Typs geben im Umkreis ca. 150 Km Kreis Bergstraße (Heppenheim)

    Gruß
    Paul-Georg
    Geändert von Paul-Georg (26.07.2006 um 14:46 Uhr)

  10. #20
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    Münsterland
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    Hallo Paul-Georg !


    Bei Gleason 4+4 und PSA 19 solltest Du nach meiner Meinung handeln.
    Falls Du meinst immer noch Zeit zu haben solltest Du zumindest folgende Test´s durch führen:
    Tumormarker überprüfen !
    CEA<5,0 ng/ml,
    CGA<100 ug/ml
    NSE<18,5 ng/ml
    PAP(SPP)<3,5 ng/ml
    AP – NW 40-130 U/l
    Testosteron messen ! (ng/ml)
    DNA-Zytologie aus Biopsie !
    PET-CT oder MRTS als bild gebende Analyse
    Hier ein Zitat von Dir:

    Für mich (59 Jahre) zählt vorrangig der Erhalt der Potenz, die Vorstellung vor einem GV eine Pumpe oder desgleichen benutzen zu müssen, (falls es damit überhaupt klappt) macht mich wahnsinnig.

    Bald hast Du Deine letzte Chance auf eine heilende Therapie vertan.

    Du brauchst vor einer Behandlung keine Angst haben. In meinem öffentlichen Profil kannst Du meine Pk-Historie lesen. Alles gut und heil überstanden. Alle Werte bislang auch gut.
    Wichtig ist, dass Du zu Fachleuten gehst. In 220 Km Entfernung von Dir, kann ich Dir welche empfehlen.
    Bei Interesse sende mir eine E-Mail.
    Gruß
    Bernhard A.

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