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Thema: Quellen der Gelassenheit - Echo auf eine rhetorische Frage

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  1. #1
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    Quellen der Gelassenheit - Echo auf eine rhetorische Frage

    Zitat Dieter aus Husum:

    Deine Beträge lese ich immer ganz gerne, sie haben so einen gewissen philosophischen Touch.Aber mal ehrlich: Würdest Du auch so locker philosophieren, wenn Deine eigene Erkrankungsgeschichte weniger glücklich abgelaufen wäre und wenn Dein Schöpfer nicht so ausdauernd seine gnädige Hand über Dich gehalten hätte? Bestimmt nicht!


    Hallo Dieter,
    das war Deine rhetorische Frage, die Du dann ja auch selbst beantwortet hast.


    Meine Haltung hat mit Vertrauen zu tun.

    Wie Du es vermutest - mit Gottvertrauen oder Urvertrauen, wie es die Psychologen nennen. C.G. Jung war überzeugt, dass geistiges Wachstum nur begrenzt möglich ist, wenn sich der Mensch nicht spätestens bis zur Lebensmitte mit der Endlichkeit seines Lebens auseinandergesetzt hat. Die Frage nach dem Sinn des Lebens lässt sich dabei nur schwer ausklammern.


    Mein PK wächst vor sich hin und ich reife mit ihm, beschreibe ich meine Weiter-Entwicklung im Thread „Elf Jahre ... „

    http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...=7600#post7600

    Mentale Arbeit ist m. E. ein unterschätzter Faktor im Krankheitsverlauf.

    http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...=7725#post7725


    Just erfährt die Vermutung, Meditation vermindere die NO-Gas-Produktion in Zellen und hemme so die Progression von Karzinomen, erste experimentelle Bestätigungen.

    Hallo Ullrich :-),
    danke für Deinen Beitrag zu diesem Aspekt.
    Übrigens: Bei meditierenden Mönchen aus Tibet konnte man die Aktivitäten im MRT sichtbar machen.


    Meine Haltung hat mit Vertrauen zu tun.

    Mit Vertrauen zu den Ärzten meiner Wahl. Sie versprachen mir nicht Heilung, sondern etliche Überlebensjahre. Sie schürten aber auch keine Ängste, als die ersten Miktionsprobleme auftraten bzw. die Büchse der Pandora ( mit dem erhöhten aPSA) geöffnet wurde.

    Damals wusste ich nicht, dass es so viele Jahre werden sollten, lautet meine Antwort auf Deine Frage, lieber Dieter.

    Genauso, wie ich es heute nicht weiß, wie wenige Jahre mir noch verbleiben. Und wenn es nur noch Monate wären, würde ich nicht hadern, sondern dankbar auf die letzten 12 Jahre zurückblicken und Dir sowie jedem Mitstreiter, mindestens so viele Überlebensjahre wünschen, sei denn einer hätte die 100 schon erreicht.

    Noch gewichtiger als der Krankheitsverlauf ist, in welchem Lebensjahr uns die PK-Diagnose ereilt. Wir erfahren es zeitnah bei Stefan B.
    http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=4208

    Die zahlreichen, schnellen und angemessenen Reaktionen im Forum sind Balsam für seine aufgewühlte Seele.
    Es ist ein Hoffnungsschimmer, dass unsere Matadoren in diesem Thread nicht sofort ihre Degen zückten und die vornehmste Aufgabe des Forums im Blickfeld blieb.


    Besinnliche Adventsgrüsse

    GeorgS
    Geändert von GeorgS (27.12.2008 um 14:15 Uhr) Grund: Link ergänzt

  2. #2
    Anonymous1 Gast
    Lieber Georg,

    auch Deinen letzten Beitrag habe ich wieder sehr gerne gelesen und entnehme auch hiervon wieder einiges in meine eigenen Gedanken. Ganz unphilosophisch gesagt ist es halt so, dass wir Krebserkrankten in Bezug auf unsere Erwartungen zukünftiger Lebensjahre eher kleine Brötchen backen. Die meisten rechnen in Jahren (kürzlich durfte ich einen 5-Jahres-Abschnitt feiern), viele rechnen in Vierteljahren, aber viele auch nur noch in Monaten oder gar noch kürzer. An die letzteren denke ich, je länger ich mit unserer Krankheit befasst bin, immer öfter. Du verstehst mich richtig, da bin ich sicher!

    Auch Dir eine besinnliche Adventszeit!
    Dieter

  3. #3
    Harro Gast
    Überzeugende Gelassenheit

    Hallo, lieber Georg, Deine nachdenklich stimmenden Gedankengänge haben bei mir Eindruck hinterlassen.

    Zitat Zitat von Georg
    C.G. Jung war überzeugt, dass geistiges Wachstum nur begrenzt möglich ist, wenn sich der Mensch nicht spätestens bis zur Lebensmitte mit der Endlichkeit seines Lebens auseinandergesetzt hat. Die Frage nach dem Sinn des Lebens lässt sich dabei nur schwer ausklammern.
    Diese Einblendung war Anlass, mich mit C.G.Jung etwas mehr zu befassen: http://www.ruedigersuenner.de/C.G.Jung.html Eine wahre Fundgrube tut sich hier auf. Aber noch viel mehr hat mich in den letzten 24 Stunden das beschäftigt, was sich für uns alle, hier im Forum nachzulesen, an Hiobsbotschaften und auch freudig stimmenden Berichten auftat. Man ist versucht, erneut darüber zu grübeln, ob diese sicher mit Recht vehement immer wieder geforderten Vorsorgeuntersuchungen nicht oftmals erst Probleme heraufbeschwören, die es ohne Kenntnis eines sich daraus ergebenden Befundes nicht gegeben hätte. So mancher Mann hätte nie erfahren, dass er in der Tat ein Prostatakarzinom in sich herum trägt. Bitte, nun nicht gleich mit geballter Energie auf mich eindreschen. Ich habe nur für mich selbst gegrübelt und diese Gedanken fliegen lassen. Das Fatale ist eben, dass auch ich keinerlei Probleme mit allem, was sich da unten im Intimbereich abspielt, hatte. Es ist reine Spekulation, dass ich möglicherweise auch bis heute noch keine irgendwie gearteten Abweichungen hätte hinnehmen müssen, wenn ich nie zum Urologen gegangen wäre.
    Deine Krankheitsgeschichte, lieber Georg, und Deine Gelassenheit, dem Feind in Deinem Körper nicht mit Hass zu begegnen, ist nicht nur vorbildlich, sondern demonstriert eine Art Altersweisheit, die ich mir versuche, auch noch zuzulegen. Immerhin ist es mir aber inzwischen wenigstens gelungen, nicht mehr Tag und Nacht an den zur Zeit wohl nur schlummernden Tumor zu denken. Du aber bist immerhin der lebende Beweis, dass es tatsächlich auch eine ganz andere Art der Tumorbewältigung gibt. Auch ich möchte Dir auf diesem Wege zum Advent und für die Zeit danach meine ganz besonderen Wünsche und Grüße übermitteln. Du hast mir mit Deinem Beitrag sehr viel gegeben. Habe Dank dafür.

    "Daß soviele Menschen so oft fragen, was sie tun müssen, ist ein Zeichen dafür, dass die Reihenfolge des Seins und des Tuns sich umgekehrt hat. Wer weiss, wer und was er ist, der braucht nicht zu fragen, was er tun sollte."
    (Joseph Weizenbaum, deutsch-US-amerikanischer Informatiker)

    Gruß Hutschi

  4. #4
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    Unsere Denke-unsere Welt


    Vor kurzem hörte ich ein Zitat vom Kirchenvater Augustinus von Hippo:
    Die Welt ist ein Gedanke Gottes.
    Bevor ich das vernahm, hatte ich dazu einen eigenen Reim.
    Das Wissen ist allgegenwärtig und immer da,
    so wie wir Kinder Gottes und Teilhaber sind.
    Wissenschaft ist nur entdecktes Wissen.
    Die Musik braucht den Menschen, wie der Mensch die Musik braucht.
    Sie ist ohne Mensch nicht wahrnehmbar und denkbar.
    Es gibt keine Musik ohne den Menschen. Sie bedingen einander.
    Ein fern bedientes Grammophon in der Wüste erzeugt nur Druckschwankungen
    der Luft und auf dem Mond noch nicht mal das.
    Musik entsteht im Kopf des Menschen.
    Die Welt ist die Wahrnehmung Gottes.
    Die Schöpfung gibt es nicht ohne Gott.
    Ohne die Wahrnehmung Gottes gibt es nur das Nichts
    oder nicht wahrgenommene mathematische Formeln, also auch nichts.
    In meinem Beitrag über Heiler ( 1 )formulierte ich so:
    „Mir geht’s gut und ein gutes Gefühl ohne Angst erfüllt mich. Sollte man sich anfreunden mit seinem Krebs?
    Ist der Krebs lebensunwertes Leben?
    Kennen wir nur für ihn nur die Euthanasie- Schreit er nicht, hilf mir!!
    Neue Paradigmen sind gefragt und Wunder….
    Dass die Psyche im Krankheitsgeschehen nicht eine untergeordnete Rolle spielt, beweisen die Ergebnisse der Psychoonkologie.“
    Die Kraft des Bösen ist das Ergebnis desWiderstandes (Math5/39)
    Daher, ganz richtig ist demnach eine tiefgründige Gelassenheit, gewissermaßen ein Gottvertrauen.
    Wer kann das aber aufbringen, wenn wir neben dem äußeren Erscheinungsbild der körperlich vorhandenen Tumoren, woran wir ständig erinnert sind, noch einen Focus, einen Herd im Kopf und in der Seele haben.
    Bevor ich langweile muss ich einen wichtigen Fernsehbeitrag bei Arte zitieren.( 2 )Vom Freitag voriger Woche 22:30, mit Wiederholungen:
    06.12.2008 um 10:35
    08.12.2008 um 02:00
    Wahrheit! Alles Lüge!
    Wie das Gehirn Wirklichkeit konstruiert
    „Ist die Welt, wie wir sie sehen, tatsächlich Realität oder nur ein Produkt unseres Gehirns? Was wäre, wenn das, was wir erleben, bloß eine individuelle Illusion ist? International renommierte Wissenschaftler machen anhand anschaulicher Beispiele deutlich, wie leicht unsere Wahrnehmung - und damit unsere individuelle Realität - beeinflussbar ist.“
    Zu Anfang wird das innere Kino gezeigt, in dem wir gewissermaßen gebannt sitzen und beobachten, was da abläuft. Das erinnert mich an einen Beitrag aus dem Web ( 3 ).
    Im Arte- Beitrag wird dann auch der den Kennern bekannte „ homunkulus“ im Kopf des Menschen gezeigt und zwar in animierter Form.
    Er hüpft da über den Bildschirm, allerdings sind da Bereiche der hoch aktiven und sensiblen Körperzonen im Übermaß ihrer Bedeutung vergrößert abgebildet.
    Bei uns Tumorerkrankten hätten wir da eine Dominante im Kopf zu verzeichnen, die der Denke und dem Bedenken gerecht werden müsste und bildlich da eine Beule zu vergegenständlichen hätte.
    Neurologen berichten von Untersuchungen Meditierender im MRT, die in der Lage sind andere Bewusstseinsebenen zu erreichen. Weiterhin bearbeiten sie das Problem der Phantomschmerzen von amputierten Menschen und können sie beeinflussen, indem sie das innerliche Körperbild der Probanten verändern und rekonstruieren.
    Das legt Nahe, auch wir bedürfen der Arbeit an unseren falsch programmierten Körperbild.
    Innerlich leben wir unsere Krankheit und benutzen sie oft zur Selbstdarstellung.
    Das Forum hier ist tatsächlich eine Bühne, wo wir uns öffentlich darstellen. Ja, das geht soweit, dass wir Fachleuten Kompetenz absprechen, Besserwisserei betreiben und möglicherweise auch pranzen mit der „Bewältigung“ unserer Erkrankungen und wenn möglichst mit Aufklebern, wie sie LKW-Fahrer gern sich anhängen.
    Wir müssen ehrlich sein und mutig zur Umstellung.
    Im SWR/BW- Fernsehen trat unlängst wieder ein spontan geheilter Krebspatient auf, der in der Hufelanfklinik Bad Mergentheim behandelt wurde. Der Ansatz ist der:
    Alle erfahren eine grundlegende Veränderung der inneren Einstellung. Ja, sie bestätigen den Eindruck, dass die Bewältigung der Erkranktheit eine inneren Reifeprozess eingeleitet hat, der sonst nicht erreicht worden wäre.
    Ich gebe zu, alles was hier geschrieben wurde, kann verletzen und es resultiert eben aus meiner Sicht nach Außen und Innen. Aber wir wollen uns doch gerne helfen.
    Ich bin nicht ich!
    Ich bin jener,
    der an meine Seite geht, ohne dass ich ihn erblicke,
    den ich oft besuche,
    und den ich oft vergesse.
    JENER, der ruhig schweigt, wenn ich spreche,
    der sanftmütig verzeiht wenn ich hasse,
    der umherschweift, wo ich nicht bin,
    der aufrecht bleiben wird, wenn ich sterbe.
    (Juan Ramon Jimenez)







  5. #5
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    Ein Spruch,der mir als Christ sehr gut gefällt: Leg es allein in seine Hand

    Voll Angst blick ich ins neue Jahr,was bringen seine Tage?
    Mir kommt-als Trostwort-in den Sinn aus Frankreich eine Sage:


    Zwei Spuren sah ein Mensch im Traum und zugleich auch sein Leben.
    Die erste war sein Erdenweg,der Herrgott ging daneben.

    Doch dann erblickte er voll Schmerz so viele trübe Stunden
    und hat dazu im Sande nur noch eine Spur gefunden.

    Wo warst du Gott,in Not und Nacht,auf meinen dunklen Straßen?
    Ich ging allein den schweren Weg,denn du hast mich verlassen!

    "O nein mein Freund" sprach da der Herr "du mußtest nicht verzagen.
    Die Spur war meine dort im Sand,ich habe dich getragen!"


    Du weißt nicht was das Jahr dir bringt,doch Er wird dich begleiten.
    Leg es vertrauend in die Hand dem Lenker aller Zeiten !

    (Brigitte Hausbeck)

  6. #6
    Pinguin Gast
    Ein Land voller Angsthasen

    In dieser Darstellung, mit der auch der Unterschied zwischen Angst und Furcht versucht wird zu erklären, kommen doch einige Aspekte über die bekannten menschlichen Schwächen bzw. Befindlichkeiten zur Sprache.

  7. #7
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    51

    Psyche

    Hallo an alle,ich bin "nur"eine betoffene Frau-Ihr habt Eure Ärzte,werdet betreut,beraten und die ganze schlimme Zeit begleitet!Was ist mit Euren Partnern,haben die auch Hilfe???Ich fühle mich sehr allein gelassen-keine Unterstützung-einzige Informationen,sind die von meinem Mann.Nicht sehr hilfreich.Wo und wie kann ich auch Hilfe bekommen???Danke für Anwort.
    P.S.Mein Vater,84Jahre,ist zur gleichen Zeit an Darmkrebs,im Endstadium,erkrankt.Alles ein bischen viel,aber wie gesagt,würde ich mir etwas Unterstützung wünschen-wo kann ich diese finden????
    Danke
    Monika

  8. #8
    Helmut.2 Gast

    Psyche

    Hallo, Grüß Dich Monika,
    haben die auch Hilfe???Ich fühle mich sehr allein gelassen-keine Unterstützung-einzige Informationen,sind die von meinem Mann.Nicht sehr hilfreich.Wo und wie kann ich auch Hilfe bekommen???
    Versuche es doch mal bei KIT Krebsinformationsdienst! Ich weiß, es machen sich viele Lebenspartner sehr große Sorgen um den Kranken aber wie soll ich es Dir erklären bin ja selbst betroffener!

    Ich kann Dir nur sagen, daß meine Frau doch manchmal betroffen, überrascht, nicht versteht und doch macht Sie sich Gedanken -so auch mein 39 jähriger Sohn- auch wenn ich die chronische Krankheit PCa = Prostatakarzinom schon über 10 Jahre habe!

    Liebe Grüße
    Helmut
    Geändert von Helmut.2 (09.12.2008 um 23:09 Uhr) Grund: Korrektur

  9. #9
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    653

    Hilfe

    Liebe Monika,

    hast Du schon einmal versucht, Deinen Vater zum Arzt zu begleiten und dich gleichzeitig mit ihm über die Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen (Was wurde getan? Warum? Wie ist das Resultat? Kann, sollte es unbegriedigend sein, etwas anderes unternommen werden?) informieren lassen? Dein Mann hat auch das Recht, alle Berichte in Fotokopie zu bekommen, die ihr dann zusammen studieren könnt. Solltet ihr mit den Fachausdrücken nicht zu Rande kommen: Im Forum werden sie euch erklärt.

    Es gibt Männer, die eine Begleitung nicht wünschen. Gute Ärzte sind dann bereit, die nächsten Angehörigen trotzdem zu informieren; hast Du eine Vollmacht Dines Mannes, dann müssen sie es tun.

    Alles Gute wünscht euch

    Jürg
    Geändert von jürgvw (18.01.2009 um 22:40 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert

  10. #10
    Harro Gast
    Hinwendung wohin ?

    Lieber Werner, leider ist dieser von Georg begonnene und von Dir fortgeführte Thread ausgerechnet an dieser Stelle unterbrochen worden:

    Ich bin nicht ich!
    Ich bin jener,
    der an meine Seite geht, ohne dass ich ihn erblicke,
    den ich oft besuche,
    und den ich oft vergesse.
    JENER, der ruhig schweigt, wenn ich spreche,
    der sanftmütig verzeiht wenn ich hasse,
    der umherschweift, wo ich nicht bin,
    der aufrecht bleiben wird, wenn ich sterbe.
    (Juan Ramon Jimenez)

    Es gab der Gründe viele, warum ich mich schon als junger Mensch ein wenig von der christlichen Religion abgewandt habe und mir dafür aber irgendwann Ersatz suchen musste. So blieb es nicht aus, dass ich mich sehr intensiv mit dem Buddhismus zu beschäftigen begann. Und es gab dann auch nach all den schlimmen Ereignissen während des Krieges und der selbst mit erlebten Zerstörung meiner Heimatstadt Hamburg später im Leben noch genug Anlass, sich in Krisenstimmungen irgendwo Trost suchen zu müssen. Es war mehr ein Zufall, dass ich ausgerechnet in einem Antiquariat auf Hermann Hesses "Siddharta" stieß. Diese feinfühlige Beschreibung all dessen, was auf dem langen Weg zu einem erfüllten Leben passieren kann, hat mir oftmals beim Lesen ganz bestimmter Abläufe, wie der Schilderung der fast symbolischen Gespräche mit dem nachts ruhig dahin fließenden Wasserlauf, geholfen, meine Gemütsstimmung wieder in die Waage zu bringen. Diese buddhistische Einstellung, dass etwas, was einmal passiert ist, auch nicht durch Wehklagen wieder rückgängig gemacht werden kann, hat mir letztlich auch geholfen, relativ gut mit der damaligen Diagnose Krebs fertig zu werden.

    Siehe auch hier

    "Wissenschaft ohne Religion ist lahm - Religion ohne Wissenschaft blind"
    (Albert Einstein)

    Gruß Hutschi

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