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Thema: Workshop: Vorsorgeuntersuchung

  1. #11
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    Berlin-Pankow
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    Hallo Dieter,

    ich möchte hier noch einmal einfügen, was ich heute an anderer Stelle geschrieben habe:

    Es gibt sicher noch viele weitere Möglichkeiten, wie diverse "Bonckhoff-Marker", sich vor einer Therapie eine umfassende Meinung zu bilden. Und, dass diese Möglichkeiten, lieber Lars, nicht ausreichend genutzt werden, ist wohl eine Tatsache. Und insofern, da hat Dr. B. absolut recht, werden die Patienten ohne ausreichende Basis in diverse Therapien geschickt, die lebenslange massive Nebenwirkungen haben und sehr häufig schlimmer als das Ursprungsleiden sind. Und, insofern hat m.E. ein Patient Glück (siehe hier gerade im Forum), der seinen Krebs nicht gekannt hat und ohne Inkontinenz, Impotenz usw. 78 Jahre alt geworden ist.
    Noch mehr Glück hätte solch ein Patient, wenn er frühzeitig erkannt würde und dann vernünftig diagnostiziert und behandelt. Doch das ist im Wesentlichen nicht gegeben, sonst bräuchte es den BPS und das Forum nicht.

    Gruß
    Wolfgang

  2. #12
    HansiB Gast
    Hallo Dieter,

    heute haben wir nichts gesehen, kennen wir doch und dann kommt eine nach der anderen Rebiopsie, um möglichsr früh therapieren zu können. Bis zu 7 kenne ich, wird auch mehr geben. Auch das war wichtig beim DGU-Treffen in Stuttgart, ich habe es mehrfach gehört. Irgen wann findet man bei den meisten älteren Männern was, auch wenn nichts da ist, auch das kennen wir, nicht nur ich, hoffentlich sehr selten.

    Ich hatte nur Böcking und Samsel zitiert, ist das verwerflich, auch darauf hin zu weisen. Neutral sollten wir sein und nicht der Urologie unsere Männer "ausliefern". Das Zitat ist natürlich noch länger, das solltest auch du kennen.

    Gruß Konrad

  3. #13
    Anonymous1 Gast
    Hallo Konrad, ist doch ok, wenn Du Böcking oder Samsel zitierst. Verwerflich, wieso das denn?

    Bloß habe ich Probleme eine Logik zu finden. Dir nach könnte man doch auch den IGEL-PSA-Test wegnehmen, kommen ja doch so viele erfolglose Biopsien dabei raus und Rebiopsien 7 und mehr. Das wäre doch konsequent, Dir nach, oder?

    Konrad, welche Antwort hast Du eigentlich für die Männer parat, die darüber klagen, Prostatakrebs, rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung und PSA-Test nicht wahrgenommen zu haben und die von der Diagnose Prostatakrebs - z u s p ä t - überrascht wurden?

    Einen von denen, inzwischen an Prostatakrebs verstorben, kanntest Du persönlich.

    Eine angenehme Nacht wünscht
    Dieter

  4. #14
    Harro Gast
    Nun also Früherkennung

    "Auf, Auf Ihr Männer zur Früherkennung - Tausende Urologen können nicht irren", und wenn sie denn was gefunden haben, könnt Ihr sicher sein, dass sie sich nicht eher zufrieden geben werden, bis sie Euch gesund kuriert haben. Soweit Polemik.

    Wenn man Nachbarn oder auch langjährige Freunde bei einem Plausch mal unversehens auf das Thema Früherkennung mit der knappen Frage anspricht: "lässt Du gelegentlich eigentlich auch mal Deine Prostata auf mögliche Veränderungen untersuchen?", bekommt man oft ausweichende Antworten, und man erhält den Eindruck, dass es dem Befragten irgendwie unangenehm ist, über ein Thema, das in gewissem Sinne den Intimbereich betrifft, sich äußern zu müssen. Schnell ablenkend, bevor das Thema zu differenziert werden könnte, heißt es denn auch oft nur, "bei mir ist alles in Ordnung, ich habe auch überhaupt keine Probleme, also, warum soll ich denn da zur Untersuchung gehen"? In den letzten Monaten hatte ich auch wiederholt Kontakt zu Medienvertretern. Die Bereitschaft der örtlichen Tageszeitungen, Platz für Hinweise auf die Notwendigkeit von Untersuchungen zur Früherkennung in Ihren Zeitungen zur Verfügung zu stellen, ist fast Null. Das müsste man ein wenig aufbereiten, damit es überhaupt jemand liest. Aufbereiten, ja womit denn? Vielleicht mit humorvollen Späßchen oder lustigen Karikaturen? Und überhaupt, man sei doch nicht für solche Hinweise, Ermahnungen, womöglich noch Belehrungen zuständig. Das sollte man doch den zuständigen Ärzten überlassen, und die wollten ohnehin schon genug kostenlose Hinweise auf irgendwelche Kongresse etc. abgedruckt haben. Senden Sie uns doch mal einen Vorschlag, wie Sie sich das so vorstellen. Der Vorschlag war dann entweder zu lang, enthielt zu viel fachchinesisch, und man müsse letztlich bedenken, dass es sich eigentlich um ein Tabu-Thema handelt, das meist nur hinter vorgehaltener Hand abgehandelt wird. Wenn es aber doch nicht gelingt, ein solches Thema zu enttabuisieren, wie will man denn dann an die Männer herankommen? Manchmal geben fürsorgliche Frauen Hilfestellung, und hier würde ich auch den ersten Hebel ansetzen. So manche Frau hat mehr Einfluss auf ihren Mann als Zeitungsberichte, die ohnehin meist überlesen werden, es sei denn, es handelt sich um eine Veranstaltung vor Ort zum Thema "Prostatakrebs - Früherkennung". Der Schwerpunkt einer Strategie, Männer zu einer Früherkennungsuntersuchung zu bewegen, besser wohl noch zu überreden, sollte also vordergründig im familiären Bereich liegen. Dann würde ich versuchen, die Presse zu motivieren, noch besser zu überzeugen, doch auch mal kostenlos über die Hauptbeweggründe für eine regelmäßige Untersuchung zur Früherkennung zu berichten, d. h. es sollte z. B. ein SHG-Leiter zur örtlichen Presse einen heißen Draht aufbauen. Nur so wird es gelingen, bei einem Gespräch bei einer Tasse Kaffee, dass sich die oftmals hoffnungslos überlasteten lokalen Redakteure bereit finden, kostenlose und aufklärende Berichte zum Thema Früherkennung mit einzuplanen.

    "Die meisten leben in den Ruinen ihrer Gewohnheit"
    (Jean Cocteau)

    Gruß Hutschi

  5. #15
    Registriert seit
    06.03.2007
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    Berlin-Pankow
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    719
    Hallo Harald,

    in meinem persönlichen Umfeld werbe ich nicht mehr für den PSA-Test. Ich möchte nicht die Verantwortung eingehen, wenn mich jemand später nach einer RPE fragt, ob sich sein Leben nun verbessert oder verschlechtert hätte.

    Der PSA-Test als Früherkennung wird von den Kassen nicht nur aus Sparsamkeit nicht bezahlt.

    Die Begründung kann man hier bei der AOK nachlesen: http://www.aok.de/bund/psa/content/e...fa13ccef3368d8

    Patientenvertreter dürfen sich nicht als verlängerter Arm von Ärzten verstehen. Deshalb diskutieren wir hier das Für und Wider.

    Gruß
    Wolfgang

    Zitat:"

    Kontroversen um den PSA-Test Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs ohne entsprechenden Verdacht oder Anhaltspunkte ist umstritten. Die Kritik betrifft
    • die mangelhafte Treffsicherheit des Tests.
    • die Möglichkeit der Überdiagnose von langsam wachsenden, ungefährlichen Krebsgeschwülsten, die dann unnötigerweise behandelt werden.
    • die Unsicherheit hinsichtlich des Nutzens einer Behandlung bei durch den PSA-Test entdecktem Prostatakrebs. Bisher ist nicht belegt, dass durch die Früherkennung weniger Männer an Prostatakrebs sterben." Zitat Ende

  6. #16
    Harro Gast
    Das ist ja das Dilemma!!

    Lieber Wolfgang, unter dieser Prämisse läuft dieser Thread:

    "Hallo Forum,

    in Kürze treffen sich einige engagierte Selbsthilfegruppensprecher zu einem Workshop mit der Thematik:

    Warum gehen noch nicht einmal 20 % aller infrage kommenden Männer zur Vorsorgeuntersuchung Prostatakrebs und was können wir tun, um eine höhere Beteiligung zu erreichen."

    Auf Grund Deiner ersten Kritik zur Wortfindung Vorsorgeuntersuchung und wegen mangelndem Echo auf meine erste Einlassung habe ich diese und die dann folgende ja auch gelöscht. Meine ganz brave Beschreibung meiner persönlichen Eindrücke haben nun immerhin bewirkt, dass ich aus Deiner persönlichen Einstellung entnehmen kann, wie wenig empfehlenswert es ist, womöglich verbunden mit tatsächlich späterem Vorwurf, einen unnötigen Rat erteilt zu haben, Freunden und Nachbarn etwas über Früherkennung vorzugaukeln. Ich werde mich da in Zukunft auch vornehm zurückhalten.
    Man macht sich mit diesem Thema nicht beliebt und gilt allenfalls als Wichtigtuer. Das mag frustrierend sein; aber warum immer gegen den Strom schwimmen. Einigen Bekannten gehe ich nach Meinung meiner Frau mit dem Thema Prostatakrebs vielleicht ohnehin schon auf die Nerven, und sie bittet mich manchmal schon vor einem Treffen zu einer gemütlichen Runde, doch um Himmels willen dieses Dauerthema zu meiden.

    "Philosophieren bedeutet zuallererst, gegen die eigene Dummheit zu kämpfen"
    (Andrè Glucksmann)

    Gruß Hutschi

  7. #17
    Anonymous1 Gast
    Zitat Zitat von Wolfgang aus Berlin
    in meinem persönlichen Umfeld werbe ich nicht mehr für den PSA-Test. Ich möchte nicht die Verantwortung eingehen, wenn mich jemand später nach einer RPE fragt, ob sich sein Leben nun verbessert oder verschlechtert hätte.
    Hallo Wolfgang,

    da möchte ich aber jetzt auch dir die Frage stellen:

    Wolfgang, welche Antwort hast Du eigentlich für die Männer parat, die darüber klagen, Prostatakrebs, rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung und PSA-Test nicht wahrgenommen zu haben und die von der Diagnose Prostatakrebs - z u s p ä t - überrascht wurden?

    Gruß Dieter

  8. #18
    Harro Gast
    Fragen -Antworten - Worauf?

    Hallo, Wolfgang, ich genieße es, wie mein Husumer Ex-Kontrahent "er kann nicht mit mir und ich kann nicht mit ihm" mir aus dem Wege geht, ja mich, und das ist ja nicht so ganz verkehrt, ignoriert. Das bringt sicher Vorteile, weil unnötiges Geschwafel, wie meines hier, unterbleiben wird.

    "Man erkennt einen Philosophen daran, dass er drei glänzenden und lauten Dingen aus dem Wege geht: dem Ruhme, den Fürsten und den Frauen - womit nicht gesagt ist, das sie nicht zu ihm kämen"
    (Friedrich Nietzsche)

    Gruß Hutschi

  9. #19
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    Hallo Dieter,

    da ich mit dem Thema offen umgehe, kann mich jeder jederzeit fragen, wie ich zu meine Erkenntnis gekommen bin. Dann wird er natürlich auf den PSA-Test hingewiesen, mit dem Zusatz, dass, wenn er ein schlechtes Ergebnis hat, sich mit weiteren Fragen an mich wenden kann.

    Die genaue Antwort auf Deine Frage lautet: Ich kenne keine Männer in meinem Alter, die nicht wissen, dass es einen PSA-Test gibt. Ich kenne auch niemanden, der nicht weiß, dass Rauchen und Übergewicht schädlich sind.

    Wer mit zunehmendem Alter seine Lebensweise nicht ändert und keine Früherkennung wahrnimmt, der will das nicht. Ich kenne Männer, die haben Gicht und essen trotzdem reichlich Sondermüll (Schweinefleisch und Wurst). Da gibt es nun völlig klare Zusammenhänge. Die wollen auch nichts hören.

    Als Patientenvertreter, besonders aber im Privatkreis, geht man mit dem Hinweis auf Krebsfrüherkennung beim Prostatakarzinom Verantwortung ein. Diese muss man dann auch wahrnehmen, indem man Lösungen aufzeigt. Und da haben wir bekanntermaßen unterschiedliche Ansichten. Mein Weg ist unbequem und nicht von der Mainstreammedizin unterstützt. Jemanden zur RPE schicken, ist einfacher. Da kann man auf schöne Zahlen zurückgreifen. Und wenn das Dilemma eingetreten ist, heißt es, du hast leider Pech gehabt. Du gehörst zu den 40 %.
    Für Lotterien mit Nebenwirkungen muss sich jeder alleine entscheiden. Meine Lotterie bereitet wenigsten keine Probleme. Und, ich wiederhole mich, die meisten Männer machen nichts. Das ist auch Lotterie, bloß noch angenehmer, so lange nichts passiert.

    Viele Grüße
    Wolfgang

  10. #20
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    Zitat Zitat von Wolfgang aus Berlin Beitrag anzeigen

    Zitat:"



    Kontroversen um den PSA-Test Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs ohne entsprechenden Verdacht oder Anhaltspunkte ist umstritten. Die Kritik betrifft
    • die mangelhafte Treffsicherheit des Tests.
    • die Möglichkeit der Überdiagnose von langsam wachsenden, ungefährlichen Krebsgeschwülsten, die dann unnötigerweise behandelt werden.
    • die Unsicherheit hinsichtlich des Nutzens einer Behandlung bei durch den PSA-Test entdecktem Prostatakrebs. Bisher ist nicht belegt, dass durch die Früherkennung weniger Männer an Prostatakrebs sterben." Zitat Ende
    Zitat aus dem AOK Webauftritt hinsichtlich PSA und Weiterentwicklung:

    ..... auch gibt es derzeit keine zur Krebsfrüherkennung geeigneten Alternativen zum PSA-Test, die Prostatakrebs zuverlässiger erkennen. Ungeachtet dessen könnte es sein, dass immer empfindlichere Tests das Problem der Überdiagnose verstärken.

    und nun ???? die Alternative, dass betroffene Maenner im später dagegenhalten koennen,wenn er frühzeitig erkannt würde und dann vernünftig diagnostiziert und behandelt worden wäre finde ich nicht so ueberzeugend.

    Gruss aus dem Norden
    Gruss aus Tornesch
    Guenther
    SHG Prostatakrebs Pinneberg
    Dies ist die Ansicht eines Betroffenen und keine fachärztliche Auskunft
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