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Thema: Impotenz und Beziehung

  1. #11
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    Hallo Rainer,
    in den letzten 10 Jahren haben wir mit mehr als 4000 Männern und Frauen Kontakt per E-Mail oder Telefon gehabt. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, dass eine Frau ihren Partner wegen der sexuellen Probleme verlassen hat. Allerdings kenne ich einige Fälle, wo die Beziehung nach dem Auftreten von Erektionsstörungen zerbrochen ist. Der Grund war dann allerdings nicht das sexuelle Problem sondern das Verhalten des Mannes. Es gibt ja nach wie vor noch viele Männer mit ED, die sich von ihrer Partnerin zurückziehen, allen Zärtlichkeiten aus dem Weg gehen und jedes Gespräch über ihre Situation ablehnen. Das ist für die Partnerin schwer auszuhalten und einige kommen dann zu dem Schluss, dass sie so nicht weiterleben wollen. Wenn die Partnerin dann geht, dann fühlt sich natürlich der Mann bestätigt: er hat es ja gleich geahnt, dass die Partnerin wegen der ED verlassen wird.

    Zitat Zitat von SunTzu Beitrag anzeigen
    Und was mache ich, wenn die Partnerin genau das ablehnt, weil es für sie nicht die bevorzugte Art ist? "Bringt mir alles nichts" - Zitat.

    Wie soll man das als Mann sehen? Wie überzeugen?
    Es geht hier nicht um überzeugen, sondern um den Austausch über die gegenseitigen Wünsche und Erwartungen. Auf die von dir zitierte Bemerkung "Bringt mir alles nichts" würde ich fragen, was ihr denn was bringt. Ich kenne einige Paare, die sich nach dem Auftreten einer ED zum ersten Mal seit langer Zeit über ihren Sex unterhalten haben und die dadurch ihre Sexualität beleben konnten.

    Noch ein Tipp: Auf unseren Seiten "Umgang mit dem Problem" findest du eventuell weitere Anregungen.
    Günther
    Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

  2. #12
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    Lieber Rainer,
    wenn es hier schon zu solch klaren Aussagen gekommen ist ,ist die Sache natürlich etwas komplizierter.Leider kann ich Deinem Profil nicht Dein oder ihr Alter entnehmen noch ob ihr verheiratet seid,Kinder habt oder wie lange ihr zusammen lebt.Dies wären noch aussagekräftige Dinge die vielleicht eine Rolle spielen könnten.
    Als Ansatzpunkt soltest Du Deine Beziehung -auch im sexuellen Bereich -einmal genau reflektieren.Wie war die Bziehung vor der Krankheit mir scheint,dass hier Teilaspekte
    schon immer ein Tabuthema waren,oder ihr noch nicht aus einer längeren gemeinsamen Vergangenheit schöpfen könnt.(ist nur eine Vermutung mangels Information).
    Du solltest aber vor allem DICH und Deine Bedürfnisse nicht zu sehr in den Hintergrund stellen wegen einem Partner .du hast genau wie jeder in Beziehung lebende Rechte auf Deine Wünsche, daran sollte Deine Krankheit keinesfalls etwas ändern.Das steht jedem zu.Dazu gehört eine Partnerschaft im Ganzen zu sehen und nicht aus Angst vielleicht verlassen zu werden oder alleine zu leben dich hier völlig zurücknehmen.Es ist wichtig auch zu sehen und dem Partner zu vermitteln was Dein Anspruch an ein gemeinsammes Leben und an eine Partnerschaft für Dich heißt.
    Menschen die einmal sehr krank waren ,haben oft ein sehr intensives Bedürfniss nach Nähe und große Verlustängste (nach dem Motto jetzt hat sich schon soviel geändert jetzt soll alles andere wenigstens bleiben wie es ist oder sie haben unberechtigte Minderwertigkeitsgefühle-wer will mich jetzt noch-)
    Auch möglich sind psychosomatische Gründe deines Problemes,ein unbewußtes Austesten einer fraglichen Beziehung durch "Verweigerung" und nicht aus medizinischen Gründen.

    Solltest Du Dir ein Implantat machen lassen solltest auf jeden Fall Du die Entscheidung treffen und und es niemanden zuliebe tun .Ich bin nicht unbedingt der Überzeugung dass dieser Schritt Beziehungen retten muß.

    Jeder Mensch hat manchmal Probleme sich unangenehmen Situationen zufriedenstellend anzupassen.Vielleicht geht es Deiner Partnerin auch so.Frage sie einfach mal WAS genau sie von Dir erwartet zu tun und wie Ihre Sicht des umgekehrten Falles (also sie könnte keinen GV mehr haben auch das gibt es häufig)wäre.Natürlich kann sie auch einfach sagen Alles und sich einer ernsthaften Diskussion damit entziehen.Mir scheint es jedoch es mangelt ihr hier ein wenig an Einfühlungsvermögen aber ihre Ehrlichkeit ist nicht schlimm sie kann ein Vorteil sein, denn es zeigt Dir/Euch wo ihr (im Moment )steht.Es gibt aber ja durchaus auch einfach seelische Durchhänger in denen man Dinge tut und sagt die nicht ganz so gemeint sind wie sie ein kritisches Ohr sie oft hört.(würde sie einen sexuellen Ausbruch planen,wäre sie eher ruhig und kritiklos und würde heimlich zu Werke gehen) Ihr habt ja schließlich auch die letzten eineinhalb Jahre gemeistert dem ist doch zu entnehmen,dass Deine Partnerin Dich liebt und nicht so schnell bereit ist eure Beziehung aufzugeben.
    Eine Menge Möglichkeiten ich weiß ,aber jeder findet seinen Weg und seinen Seelenfrieden wieder.
    liebe Grüße Caroline

  3. #13
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    Mit Interesse lese ich die o.g. Beiträge zum Thema Beziehungen nach RPE.
    Und was passiert? Da beschleicht mich beim Lesen doch ein schlechtes Gefühl!
    Ich rede mit meinem Mann, ich bin auch dankbar, dass er hoffentlich den Krebs besiegt hat und mir erhalten bleibt, ich lasse mich auch von meinem Mann im Rahmen seiner Möglichkeiten verwöhnen und denke auch nicht nur an mich.
    Und denoch, es ist da, das Gefühl, der Wunsch und die Phantasie, mal wieder den GV richtig ausführen zu können. wissen zu wollen, wie fühlt sich das eigentlich noch an.
    Wenn ich die Beiträge lese überfällt mich das Gefühl, das darf nicht so sein! Das geht doch an der Realität vorbei. Sexualtität und Liebe sind auf der einen Seite sicherlich eng verbunden aber nicht voneinander abhängig.
    Wenn ich hier die Herren der Schöpfung schreiben sehe, wie selbstverständlich der Verzicht auf uneingeschränkte Sexualität doch ist und alles eine Herzenssache, würde ich fast schmunzeln, wenn es nicht so traurig wäre. Man sollte mal die Seite wechseln. Wieviele (Brust)krebs erkrankte Frauen werden von ihren Männern verlassen?! Weil die Frauen leider vielleicht nicht mehr so uneingeschränkt verfügbar sind.
    Ich habe kein Verständnis dafür, wenn die ausgesprochenen sexuellen Bedürfnisse einer Frau an der Seite eines PCa Patienten mit fehlendem Verständnis für den Mann, mangelnder Liebe oder Egoismus zurück gewiesen werden.
    Wäre die Liebe nicht vorhanden, wäre die Partnerin nicht mehr da. Vielleicht haben beide Partner geradewegs ihr Sexleben als Bereicherung und Übereinstimmung empfunden? Einer der Partner ist aber doch gesund, wieso sollten sich also seine Bedürfnisse geändert haben?
    Im Klartext: Aus Liebe verzichtet man und schränkt sich ein, nimmt Rücksicht. Aber bitte sehr, soll das einen auch noch glücklich machen?
    In diesem Sinne
    Anemone

  4. #14
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    Sex nach RPE...

    Liebe Anemone,
    danke für deinen Beitrag, aber auch Dank an Caroline für Ihre Gedanken.
    Beide Beitraäge sind für mich unheimlich wertvoll für meine eigenen Gedanken.

    Was ich durchaus sehe, ist, dass die Dauer einer Beziehung einen Unterschied macht, vielleicht auch die Hürde höher legt.
    In meinem Fall kannte ich meine Partnerin 4 Wochen vor der Diagnose, wir waren 3 mal vor der Diagnose im Bett. Ich bin 54 sie 51 Jahre alt.

    Übrigens habe ich mit meiner ExEhefrau 17 Jahre nach ihrer Brustkrebserkrankung mit Amputation eine überwiegend gute Ehe geführt, bis ich ein Jahr in Afghanistan war und sie eine neue Beziehung fand.

    Mehr möchte ich jetzt hier nicht schreiben.

    Grüsse und noch einmal meinen Dank
    Rainer

  5. #15
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    Hallo SunTzu !
    Wenn man so wie ich eine noch recht junge Partnerin (33) hat, selbst mit jungen Jahren (47) die volle Bandbreite eines aggressiven Krebses abbekommt dann schafft das schon richtig Probleme.
    Natürlich hat jeder von uns Ideale von Liebe, Treue und und und.
    Doch wenn sich von heut auf Moirgen alles dreht und aus dem Sunnyboy ein permanenter Pflegefall wird und die Partnerin aber weiterhin jung, sexy und begehrt von anderen ist, dann schaut das alles etwas anders aus.
    Der Strahlentherapeuth dir ins Gesicht sagt das dich deine Partnerin früher oder später verlassen wird weil du nicht mehr "kannst".
    Du beim Versuch mit Ihr zu schlafen für dich nur noch ein Funken vom gekannten Feuer übrigbleibt und du wie, ..........ach einfach furchbar nichts mehr annähernd ist wie früher.
    Urin verlierst dann wenns wirklich nicht sein sollte.
    Du permanent eine neue Komplikation hast. Blutvergiftung, Trombose, Inkontinenz, Chemoglatze und aufgedunzen.
    Du mit deiner Zukunft ziemlich abschließt, dein Uro dir höchstens noch 5 Jahre gibt
    und du dich wie leer, depremiert richtig depremiert fühlst und halt so dahin lebst während für alle andern um dich herum der Alltag weiter geht dann ja dann wars das mit positiven Denken.
    Heute wo sich das Blatt wieder gedreht hat scheint wieder die Sonne aber es gab auch diese andere Zeit in meinem Leben.
    Absolut spielt da das Alter eine Rolle.
    Damals war ich und bin heute nicht verheiratet.
    Wir haben keine gemeinsamen Kinder.
    Der Sex spielte vorher eine gigantische Rolle.
    Wie gesagt, meine Partnerin ist die selbe geblieben aber ich hatte richtige psychische Probleme und zu Recht. Da hätte auch einiges in der Beziehung ganz anders laufen können.

    Jetzt wollt ich schon schreiben, kein Schwanz ist so hart wie das leben, aber das lass ich mal lieber.
    Wie du schon treffend geschrieben hast, die Realität ist hart.

    P.S. ja wir sind noch zusammen, Gott sei Dank !

    Klausi

  6. #16
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    Hallo Anemone,
    Zitat Zitat von Anemone Beitrag anzeigen
    Wenn ich hier die Herren der Schöpfung schreiben sehe, wie selbstverständlich der Verzicht auf uneingeschränkte Sexualität doch ist und alles eine Herzenssache, würde ich fast schmunzeln, wenn es nicht so traurig wäre.
    Wo hast du denn das gelesen? Sowohl der Beitrag von Hansjörg Burger als auch mein Beitrag sagen doch etwas Anderes.

    Kein Paar muss wegen Erektionsstörungen allein auf eine befriedigende Sexualität verzichten. Auf der einen Seite gibt es verschiedene Möglichkeiten, trotz ED eine GV-taugliche Erektion zu bekommen, auf der anderen Seite gibt es auch Spielarten der Sexualität, die keine Erektion erfordern und trotzdem für beide Partner zum Höhepunkt führen können. Da kann jedes Paar seinen ganz persönlichen Weg finden: nur mit Medikamenten und Hilfsmitteln, ganz ohne Medikamente und Hilfsmittel oder mal so mal so.

    Mir ist meine Sexualität sehr wichtig. Leider wirken bei mir die PDE-5-Hemmer (Cialis, Levitra und Viagra) nicht. Da ich außerdem eine Abneigung gegen eine Spritze in mein bestes Stück habe, benutze ich eine Vakuumpumpe. Aber manchmal ist uns das zu lästig, dann genießen wir Sex ohne Erektion. Was ich vermisse? Ich sag's mal etwas deftig: Eine "schnelle Nummer" im Aufzug oder auf dem Küchentisch ist nicht mehr drin. Aber frag mich jetzt bitte nicht, wie oft ich früher ... :-). Mit dieser flapsigen Bemerkung möchte ich aber auch nicht so tun, als ob es mir nichts ausmachen würde, dass ich meine natürliche Erektionsfähigkeit verloren habe. Das tut mir auch nach 12 Jahren manchmal noch weh.
    Günther
    Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

  7. #17
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    Lieber GüntherS

    ich finde die Diskussion jetzt sehr nützlich. Für mich ist voll und ganz die Einstellung von Hansjörg und Dir zu akzeptieren und ich finde sie ausgesprochen hilfreich.

    Ist sie damit automatisch allgemeinverbindlich?

    Als einzige richtige Wahrnehmung auf etwas so Individuelles wie die "persönliche Sexualität"? Auf die eigenen Bedürfnisse, wie ich wo, was, in welcher Form, spüren möchte, Sehnsucht danach habe?
    Hatte der individuelle Mensch gerade in der Sexualität schon mal das wahnsinnige Bedürfnis etwas auszuprobieren, einen besonderen Ort zu wählen, etc... um danach festzustellen, naja, es wäre nicht so schlimm gewesen darauf zu verzichten, oder nicht oft zu haben, oder war heute auch nicht befriedigender etc..? Aber wie war es vorher, dieses brennende Bedürfnis, das immer wieder heimliche Verlangen danach? Weil der Partner nicht richtig wollte - in unserem Falle vielleicht nicht konnte?
    Ich habe Verständnis für diese Wünsche. Auch wenn sie u.U. zu meinem Nachteil wären bzw. auch sind, was ich mir natürlich wiederum nicht wünsche!
    Hier werkeln doch so unterschiedliche Emotionen und Bedürfnisse die ja unser individuelles Wesen ausmachen. Und ich stimme durchaus Anemone zu, warum sollten sich ihre wesensbezogenen Bedürfnisse ändern, weil sich der Mann, schicksalsbedingt, sicher, geändert hat?
    Müssen wir als betroffene Männer nicht auch DAS respektieren. Jeden Tag. Und dürfen nicht denken, UNSERE Situation hat sich geändert, jetzt MÜSSEN sich die Bedürfnisse der Frau auch ändern und wenn es auch nur um eine "warme Penetration" geht und nicht um eine "kühle Kunstoffpenetration"? Kann ich doch erwarten! Ich tue ja mein Bestes! Mit Hend und Schnut....mit oder ohne Hilfsmittel. Orgasmus ist ja garantiert.

    Es ist bewundernswert, gut und ehrenwert, wenn es so ist. Selbstverständlich ist es nicht. Auch wenn es mir wehtut.

    Grüsse
    Rainer

  8. #18
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    Hallo Rainer,

    [U]
    Zitat Zitat von [/U
    wenn es auch nur um eine "warme Penetration" geht und nicht um eine "kühle Kunstoffpenetration"? Kann ich doch erwarten!
    Ich muss mich nochmals zu Wort melden. Falls Du mit "kühler Kunstoffpenetration" das hydraulische Penisimplantat meinst, bist Du auf einem Irrweg.

    Das Penisimplantat ist nicht zu verwechseln mit einem Dildo oder Vibrator.

    Ich habe die Aussage einer betroffenen Frau, die mir bestätigt, dass sie nicht spürt, dass Ihr Mann künstliche Schwellkörper eingesetzt bekommen hat. Nach Aussage der betroffenen Partnerin fühlt es sich für sie ganz "natürlich" an.

    Im Übrigen wundert mich die weitverbreitete Abneigung gegen Hilfsmittel zur Behandlung der ED. Bei jeder Behinderung akzeptieren wir Hilfen wie Rollstuhl, Krücken, Brillen, Hörgeräte etc. .

    Warum soll ein "sexuell Behinderter" nicht auch zu Hilfsmitteln greifen?

    Gruß

    Hansjörg Burger

  9. #19
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    Hallo Hansjörg,
    nein ich meinte nicht das Penisimplantat, sondern Vibratoren oder Dildos.

    Ich stimme Dir zu, was die Einstellung zu Hilfsmittel betrifft. Millionen sexuell nicht beeinträchtigte Menschen nutzen Hiilfsmittel, um den Spassfaktor zu erhöhen. Klar, zusätzlich.

    Die Akzeptanz im sexuellen Bereich ist ja immer noch, wahrscheinlich wird es auch noch länger so bleiben, mit Tabus belegt. Beim Kaffeeklatsch wird ausführlich über jede Pille berichtet, die sie nehmen müssen, gegen Bluthochdruck, Schildrüse-, Magen- was auch immer für Beschwerden. Die Erwähnung der blauen Pille wird totgeschwiegen, ist peinlich, dabei wird sie auch nur bei einer Fehlfunktion des Körpers eingesetzt, wie andere Tabletten bei Sodbrennen.
    Vielen Frauen ist das Gespräch über dieses Handicap ihres Mannes sogar peinlich, so peinlich wie es mein Sohn empfand, wenn ich ihn zur Schule fuhr. Es ist ihnen aber nicht peinlich öffentlich über seine Hüfte zu lamentieren, dass er nicht mehr so gut laufen kann.

    Trotzdem versuche ich BEIDE Seiten zu verstehen und als Individuen zu nehmen und in meinen Gedanken BEIDE und ihre Bedürfnisse zu respektieren.
    Umfragen nennen doch immer wieder die sexuelle Unzufriedenheit bei beiden Geschlechtern unter gesunden! Partnern, was Häufigkeit, Initative, Praktiken, etc betrifft. Warum sollten sich dann betroffene Partner so leicht ihre Bedürfnisse synchronisieren können, wenn es gesunde oft nicht können? Verzichten, Hinnehmen, Einschränken,...... das müssen auch sexuell Gesunde Partner. Aber auch da immer wieder mit unterdrückten Bedürfnissen und damit einhergehend mit Frust und Enttäuschung. Auch hier kommt es dann auf die Höhe der Hürde an, denke ich. Ändert aber nichts an der wirklichen Gefühlswelt, auch wenn sie nicht ausgesprochen wird oder gar versucht wird, harmonisch zu gestalten. Es wird vielleicht auch oft gelingen, bleibt nicht zumindest zeitweise Frust?

    Grüsse
    Rainer

  10. #20
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    Hallo Rainer,

    Zitat Zitat von SunTzu Beitrag anzeigen
    ich finde die Diskussion jetzt sehr nützlich. Für mich ist voll und ganz die Einstellung von Hansjörg und Dir zu akzeptieren und ich finde sie ausgesprochen hilfreich.
    Ist sie damit automatisch allgemeinverbindlich?
    Nöö, natürlich ist meine Einstellung nicht allgemeinverbindlich. Das habe ich auch nicht gesagt. Aber jetzt sage ich trotzdem mal etwas (fast) Allgemeinverbindliches :-):

    Es gibt wohl kaum eine lang anhaltende Beziehung, in der die sexuellen Bedürfnisse beider Partner identisch sind oder bleiben. Ich glaube, dass eine sexuelle Beziehung über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg nur dann lebendig bleiben kann, wenn sich die Beiden auch gelegentlich mal über ihre sexuellen Wünsche und Bedürfnisse austauschen und daraus etwas machen. Trotzdem werden sich natürlich die Bedürfnisse nie ganz decken und das muss ja auch nicht schlecht sein.

    Eine ED kann ein Anstoß dazu sein, so einen Austausch endlich mal (wieder) anzupacken.

    Zum Thema "Belebung der Sexualität" habe ich übrigens kürzlich ein anregendes Buch gelesen, das ich nur empfehlen kann:
    Ulrich Clement: Guter Sex trotz Liebe - Wege aus der verkehrsberuhigten Zone, Ullstein Taschenbuch.

    Zitat Zitat von SunTzu Beitrag anzeigen
    Und ich stimme durchaus Anemone zu, warum sollten sich ihre wesensbezogenen Bedürfnisse ändern, weil sich der Mann, schicksalsbedingt, sicher, geändert hat?
    Müssen wir als betroffene Männer nicht auch DAS respektieren. Jeden Tag. Und dürfen nicht denken, UNSERE Situation hat sich geändert, jetzt MÜSSEN sich die Bedürfnisse der Frau auch ändern und wenn es auch nur um eine "warme Penetration" geht und nicht um eine "kühle Kunstoffpenetration"? Kann ich doch erwarten! Ich tue ja mein Bestes!
    Das verstehe ich nicht. Auf welche "wesensbezogene Bedürfnisse" muss denn die Partnerin eines Mannes mit ED verzichten? An was hast du da gedacht? Mir fällt dazu absolut nichts ein.
    Günther
    Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

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