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Thema: Diagnose Prostatakarzinom T1c, Gleason 3+3=6

  1. #1
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    Diagnose Prostatakarzinom T1c, Gleason 3+3=6

    Hallo,
    bin 54 Jahre alt,
    seit Mitte Juni habe ich die Diagnose:

    Prostatakarzinom T1c
    Initiales PSA 6,5 ng/ml
    Gleason 3+3=6 (7/7 li u. 6/7 li. pos.)
    DRU: nicht suspekte Prostata
    TRUS: 24 ml Gesamtvolumen, gute Abgrenzbarkeit, Samenblasen unauffällig, Kapsel erhalten

    Empfehlung: Roboter assisstierte radikale Prostatektomie
    OP-Termin am 22.07. nach da Vinci

    Frage:
    Ist die OP in diesem Fall die sinnvollste Möglichkeit?
    Kann ich mir noch Zeit lassen?

    Kennt sich jemand mit der Galvanotherapie (ECT) als ernst zu nehmende Alternative aus?

  2. #2
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    Zitat Zitat von Felix54 Beitrag anzeigen
    Frage:
    Ist die OP in diesem Fall die sinnvollste Möglichkeit?
    Kann ich mir noch Zeit lassen?
    Hallo Felix,
    was die sinnvollste Möglichkeit ist, das ist die Frage aller Fragen, auf die Dir niemand eine abschließende, gültige Antwort geben kann. Aber wenn schon OP, dann wäre das da-Vinci-Verfahren heute wohl die Methode der Wahl, sofern man einen damit sehr erfahrenen Operateur hat (bezüglich der Methode der Wahl sind Operateure, denen keine da-Vinci-Gerätschaft zur Verfügung steht, naturgemäß anderer Meinung).
    Deine Diagnose ist jetzt etwa vier Wochen alt, und ein bisschen Zeit hast Du schon noch, Dich weiter kundig zu machen und Dich selbst zu erforschen, welche der möglichen Therapien Dir am sympatischsten ist und am sinnvollsten erscheint. Dieses Überlegen und abschließende Entscheiden kann Dir niemand abnehmen, denn Du bist es, der anschließend mit dem Ergebnis dieser Wahl leben wird. Eine Erfolgsgarantie gibt es für keine der in Betracht kommenden Therapien.


    Zitat Zitat von Felix54 Beitrag anzeigen
    Kennt sich jemand mit der Galvanotherapie (ECT) als ernst zu nehmende Alternative aus?
    Eine Diskussion über die ECT hatten wir schon vor sieben Jahren. Lies mal im Forumextrakt (Link dorthin oben im Kopf dieser Seite), "Therapien" => "Elektrische Cancer-Therapie" und "Th-Erfahrungen" => "Elektrische Cancer-Therapie", besonders die Beiträge von Christoph, der schließlich daran glaubte, dass der Therapeut mit einem Ohmmeter nachweisen konnte, dass Christoph keinen Krebs mehr hatte. Dummerweise ist Christoph trotzdem daran gestorben.
    Jetzt gibt es im Krebs-Kompass den Benutzer kyxl, der demselben Glauben anhängt. Für mich ist die ECT in diesen sieben Jahren seit Christophs Krankheitsgeschichte nicht plausibler geworden, und ich denke, Du solltest keinen weiteren Gedanken an sie verschwenden und stattdessen die Bedenkzeit besser nutzen.

    Bei KISP (Link dorthin ebenfalls hier oben) findest Du den Button "Erster Rat", unter dem Du zwei Aufsätze findest, die wirklich als "erster Rat" nach der Diagnose gedacht sind und zudem zahlreiche weiterführende Links enthalten. Auch wenn einer davon aus meiner Feder stammt und ich darum vielleicht nicht neutral bin denke ich, dass das ein guter Einstieg zum Sich-schlau-machen wäre.

    Ralf

  3. #3
    Pinguin Gast
    ECT

    Hallo Felix, Deine erste Frage lasse ich mal im Raum stehen, weil es hierzu keine vernünftige Antwort gibt, und meine persönliche Einschätzung von den Befürwortern einer Ektomie bestimmt kritisiert werden würde. Auch die Frage nach der Zeit bis zur Entscheidung für einen Therapieweg ist trotz des günstigen GS oft umstritten, weil letztlich jeder Tumor sich sehr individuell im Fortgang darstellt. In Anbetracht Deines jugendlichen Alters wäre eine mögliche kurative Therapie zweifellos anzustreben. Zur Galvano-Therapie, von der ich allerdings persönlich nach eigenem erfolglosen Versuch nichts halte, vorab dieser Link.

  4. #4
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    Weil Sie 54 sind, ist die RPE eine gute Idee und meines Erachtens die beste Möglichkeit.
    Wären Sie 10 Jahre älter oder hätten Sie Nebenerkrankungen, könnte man auch andere Therapie in Betracht ziehen.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  5. #5
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    Hallo Felix !

    Ob die vorstehende Empfehlung wirklich richtig ist ?

    Zumindest die Nebenwirkungen sprechen dagegen !

    Prof. Dr. Wolfgang,Wagner, HerausgeberKrebsmagazin, Paracelsus Strahlenklinik, Osnabrück hat unter nachstehendem Link eine Studie zu Nebenwirkungen der verschiedenen PK-Therapien durchgeführt:

    http://www.krebsmagazin.de/

    Ein Auszug aus dem Link:
    In Abb. 3 findet sich das Ergebnis bezüglich der erektilen Dysfunktion (Erektionsprobleme). Patienten, die bestrahlt wurden (perkutane Bestrahlung) hatten zu 22 % keinerlei Probleme beim Geschlechtsverkehr, dies ist die höchste Angabe in Korrelation zur Behandlungsmodalität, direkt gefolgt von der Brachytherapie mit 21 %. Überraschenderweise ist hier kaum ein Unterschied messbar. Auch die intensitätsmodulierte Strahlentherapie löst offensichtlich die Probleme nicht, auch hier sind nur 18 % nach Behandlung in der Lage, den Geschlechtsverkehr auszuüben. Erstaunlichweise sind auch Patienten mit Systembehandlungen (Hormontherapie) zu 13 % uneingeschränkt zum Geschlechtsverkehr fähig. Der geringste Wert findet sich in der Gruppe der operierten Patienten, hier geben nur 4 % an, keinerlei Probleme beim Geschlechtsverkehr zu haben.


    43 % aller operierten Patienten klagten über mäßige bis starke Inkontinenz, wobei dies nur bei 12 % der bestrahlten Patienten zutraf. Nach Prostata-Seed-Therapie kam es nur bei 7 % aller Patienten zu einer höhergradigen Inkontinenz, bei der intensitätsmodulierten Radiotherapie fand sich bei 8 % der so behandelten eine mäßiggradige Inkontinenz.
    Gruß
    Bernhard A.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Bernhard A. Beitrag anzeigen
    Hallo Felix !

    Ob die vorstehende Empfehlung wirklich richtig ist ?

    Zumindest die Nebenwirkungen sprechen dagegen !
    Die Nebenwirkungen auf Blasen- und Erektionsfunktion sind durch die OP eher schlechter als durch die Bestrahlung. Dafür macht die OP kaum Nebenwirkungen auf den Darm.

    Ich bezog mich allerdings bei meiner Empfehlung auf die effektivste und sicherste Therapie bei dem vorliegendem Alter.

    Felix muss 20+ Jahre PSA-rezidivfrei bleiben, nachdem er sich jetzt behandeln lässt. Deswegen sollte er nach der ersten Behandlung noch ein paar Therapieoptionen behalten
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  7. #7
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    Ich möchte noch ergänzen, dass es in diesem Alter möglicherweise um 30 oder 40 Jahre geht. Meine Großeltern sind 94 geworden.
    Ich habe die Entscheidung zur RPE nicht bereut.
    Zu Davinci bitte auch bei www.pznw.de informieren.

  8. #8
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    Hallo Herr Daniel Schmidt !

    Die Nebenwirkungen auf Blasen- und Erektionsfunktion sind durch die OP eher schlechter als durch die Bestrahlung.
    "Eher schlechter" ist eine totale Verharmlosung der Unterschiede in den Nebenwirkungen. Bei den Erektionsproblemen in der von mir vorstehend zitierten Studie ergeben sich markante Unterschiede (bei den Fällen ohne Probleme) von ca 20 % bei den Bestrahlten und nur 4 % bei den Patienten mit OP.
    Bei der Inkontinenz ist es noch schlimmer: 10 % Problemen bei Bestrahlung - 40 % bei OP.
    Dafür macht die OP kaum Nebenwirkungen auf den Darm.
    Sie als Strahlentherapeut wissen ganz genau, daß die dauerhaften Probleme mit dem Darm, bei Bestrahlten, eher selten sind.
    Ich bezog mich allerdings bei meiner Empfehlung auf die effektivste und sicherste Therapie bei dem vorliegendem Alter.
    Felix muss 20+ Jahre PSA-rezidivfrei bleiben, nachdem er sich jetzt behandeln lässt.
    Wollen Sie den Bestrahlten hier im Forum ernsthaft einreden, daß Sie nach 10 Jahre Rezidivfreiheit, gefährdeter sind, wie die Patienten mit OP nach 10 Jahren Rezidivfreiheit ?

    Deswegen sollte er nach der ersten Behandlung noch ein paar Therapieoptionen behalten.
    Den OP-Patienten verbleibt nach Rezidiv noch die Bestrahlung(als Unterschied).Nur in ca. 20 % aller Fälle hat die Nachbestrahlung noch Erfolg. Dem ist gegenüberzustellen, daß der Krebs an den R1-Rändern dann in der Regel noch ca. 1 Jahr weiter wachsen konnte. Die Randbereiche kann man jedoch bei der Bestrahlung sofort mitbehandeln.
    Bei Lokal-Rezidiv nach Seeds ist übrigens noch die Afterloading möglich.

    Gruß
    Bernhard A.

  9. #9
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    "Eher schlechter" ist eine totale Verharmlosung der Unterschiede in den Nebenwirkungen.

    Zahlen variieren je nach Studie.
    Man kann aber allgemein sagen, dass die OP häufiger zu schweren Problemen mit Erektion und Urinkontinenz führt als die Bestrahlung.

    Sie als Strahlentherapeut wissen ganz genau, daß die dauerhaften Probleme mit dem Darm, bei Bestrahlten, eher selten sind.
    Richtig.
    Ca. 3%-4%. Aber das ist mehr als 0%, wie bei der OP.

    Wollen Sie den Bestrahlten hier im Forum ernsthaft einreden, daß Sie nach 10 Jahre Rezidivfreiheit, gefährdeter sind, wie die Patienten mit OP nach 10 Jahren Rezidivfreiheit ?

    Sagen wir mal so...
    Nach 10 Jahren sind die Unterschiede zwischen OP und Bestrahlung was Rezidivfreiheit angeht eher gleich.
    Nach 20 Jahren ist die Bestrahlung vermutlich etwas schlechter und das liegt daran, dass man Rezidive nach OP oft mit Bestrahlung der Prostataloge noch beheben kann.
    Nach einer primären Behandlung hat man keine weitere wirklich kurative Option im Falle eines Rezidives mit vertretbaren Nebenwirkungen. Eine OP nach Bestrahlung machen nur wenige Urologen und Nach OP hat man im Falles des Rezidives immer noch die Strahlentherapie als kurative Option.

    Den OP-Patienten verbleibt nach Rezidiv noch die Bestrahlung(als Unterschied).Nur in ca. 20 % aller Fälle hat die Nachbestrahlung noch Erfolg.
    Wer sagt das?
    Die Erfolgsraten bei Nachbestrahlung sind weit höher, eher bei 45-50%.

    Bei Lokal-Rezidiv nach Seeds ist übrigens noch die Afterloading möglich.
    Wer sagt das?
    Möglich ist alles.
    Die Frage ist aber mit was für Toxizitäten.
    Haben Sie Daten zu Nebenwirkungsraten mit Afterloading nach Seeds?
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  10. #10
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    Hallo Herr Schmidt,
    Nach 10 Jahren sind die Unterschiede zwischen OP und Bestrahlung was Rezidivfreiheit angeht eher gleich.
    Nach 20 Jahren ist die Bestrahlung vermutlich etwas schlechter und das liegt daran, dass man Rezidive nach OP oft mit Bestrahlung der Prostataloge noch beheben kann.
    Dies ist ja wohl mehr als eine butterweiche Formulierung, denn zuerst einmal geht es um die Rezidivdatenlage zwischen diesen beiden Therapien nach 20 Jahren. Gibt es diese? Wenn ja, dann vergleichen wir Therapien vor 20 Jahren. Heute haben wir eine gänzlich andere Situation, und zwar ist die Radikale weniger radikal (Nervenerhaltend für Potenz usw.) und damit Rezidiv anfälliger geworden und bei den Strahlentherapien hat es gewaltige Fortschritte gegeben, so dass wohl die Datenlage zukünftig sich eindeutig zu Gunsten der Strahlentherapien entwickeln wird.

    Gruß Knut.

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