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Thema: schon lange über meinem Freund hängendes Damoklesschwert

  1. #1
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    schon lange über meinem Freund hängendes Damoklesschwert

    Ich glaube, das wird jetzt ein bisschen länger. Entschuldigung.

    Ein sehr guter Freund von mir (mein Exmann, der auch mit meinem Mann befreundet ist - ja, das gibt es) hatte vor ca. 10 Jahren einen auffälligen Tastbefund. Es wurde sofort "gestanzt", sehr schmerzhaft und ziemlich blutend.
    Nach entsprechender Untersuchung des Materials wurde ihm gesagt, dass in einigen "Stanzen" Krebs gefunden worden sei (ich glaube, in einer von 10), in den anderen nicht. Es wurde ihm geraten, erst einmal abzuwarten.
    Ein Jahr später wurde wieder gestanzt - ohne Befund.
    Seither geht er regelmäßig zur PSA-Kontrolle und zur Bestimmung des Quotienten. Beide Werte haben sich im Laufe immer mehr verschlechtert. Inzwischen ist der PSA bei 11, glaube ich, und der Quotient wird vom Urologen ebenfalls nicht als günstig angesehen.

    Jetzt hat mein Freund eine PCA3-Untersuchung gemacht, die auf ein Carcinom hindeutete, und heute ist er bei einem sogenannten Histo-Scanning. Ich glaube, das sind nicht unbedingt die üblichen Vorgehensweisen. Oder?

    Nach diesem Scanning wird wohl biopsiert werden, und die Befürchtung steht natürlich übergroß im Raum: Prostata-Ca.

    Ist es vielleicht positiv, dass er die ganze Zeit über ja beim Urologen in Kontrolle war? Aber was kann das schon nützen, oder?
    Eine Tatsache ist, dass er extreme Probleme beim Wasserlassen hat, immer wieder auch mal Schmerzen oder Blut im Urin.
    Er ist übrigens 65. Ich glaube, das Alter spielt beim Prostatakrebs und dessen Behandlung ja auch eine Rolle, nicht wahr.

    Ist der Prostatakrebs überhaupt erst dann ein Problem, wenn er die "Kapsel" durchbrochen hat. Wie ist das eigentlich alles? Metastasiert er eher schnell oder langsam?
    Wie sind die Aussichten auf Heilung?

    Würde mich über Resonanz riesig freuen und danke schon jetzt dafür.

    Liebe Grüße
    Reinhild

  2. #2
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    Zitat Zitat von r_schneider Beitrag anzeigen
    Ist der Prostatakrebs überhaupt erst dann ein Problem, wenn er die "Kapsel" durchbrochen hat. Wie ist das eigentlich alles? Metastasiert er eher schnell oder langsam?
    Wie sind die Aussichten auf Heilung?
    Reinhild
    Hallo Reinhild,

    ein Prostatakrebs kann schon metastasiert haben, also Tochtergeschwulste in dem Körper abgesetzt haben, auch wenn er sich noch in der Kapsel befindet.

    Wenn er über die Kapsel hinausgewachsen ist, und eventuell schon andere Organe tangiert, ist das Risiko natürlich höher, dass er schon metastasiert hat, aber es muss nicht sein.

    Wenn der Prostatakrebs Metastasen abgesetzt hat, ist er im Normalfall nicht mehr heilbar.

    Normalerweise wächst der Prostatakrebs sehr langsam. Das gilt auch für die Metastasenl.

    Die Aussichten auf Heilung sind in einem Anfangsstadium sehr gut. Aber auch nicht mehr heilbaren Stadium können lange Überlebensfristen entstehen, insbesondere wenn er nicht so aggressiv ist.

    Nur die Biopsie kann dazu nähere Informationen liefern, insbesondere den Gleason Score, der Aussage über die Aggressivität liefert.

    Der PCA3-Test gibt leider nur einen Verdacht und ist derzeit überhaupt noch nicht sicher genug in seiner Aussage.

    Die Probleme beim Wasserlassen werden vermutlich durch eine vergrößerte Prostata verursacht und haben wahrscheinlich überhaupt nichts mit dem Prostatakrebs zu tun.

    Gruß

    Hansjörg Burger
    Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.

    PS: Am ehesten metastasiert der PK in die Knochen, erst in zweiter Linie in die Weichteilorgane.

  3. #3
    HansiB Gast
    Hallo Reinhild,

    Hansjörg, hat das alles schon richtig gesagt, besonders gefällt mir das Zitat:
    "ein Prostatakrebs kann schon metastasiert haben, also Tochtergeschwulste in dem Körper abgesetzt haben, auch wenn er sich noch in der Kapsel befindet." Das wird bei deinem früheren Mann kaum der Fall sein.

    Blut im Urin, könnte auf Blasenprobleme (Krebs) hinweisen. Das sollte untersucht werden. Wie groß ist das Prostatavolumen?

    Gruß Konrad

  4. #4
    Anonymous1 Gast
    Hallo Reinhild, ich beziehe mich auf die entscheidende Frage:

    Ist der Prostatakrebs überhaupt erst dann ein Problem, wenn er die "Kapsel" durchbrochen hat. Wie ist das eigentlich alles? Metastasiert er eher schnell oder langsam? Wie sind die Aussichten auf Heilung?
    Der Prostatakrebs ist, so finde ich, schon ein Problem, immerhin sterben viele Männer an ihm. Als Krankheitsbild macht er zunächst einmal keine Probleme, erst dann, wenn es für eine Heilung meistens zu spät ist. Das ist auch der Grund, weshalb der PCa oft als "Alterskrebs" verharmlost wird. Man bemüht sich also, den Krebs zu erkennen, bevor er Probleme macht.

    Eine recht ausführliche Zusammenfassung ist der inzwischen ganz gut gelungene Wikipedia-Artikel. Der "unverzichtbar"-Eintrag von "ruggero" dort zur DNA-Zytometrie ist jedoch m.E. sehr verzichtbar.

  5. #5
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    @Hansjörg
    Vielen Dank für deine Antwort. Das ist aus jeder deiner Zeilen spürbar, dass du dich bestens mit dem Thema auskennst.
    Vielleicht fragst du dich/fragt ihr euch, warum der Betroffene sich nicht selber meldet. Aber dies scheint nicht unbedingt eine Ausnahme zu sein. Habe einige Frauen hier im Forum gesehen, die sich für betroffene Männer "schlau machen".
    Bei meinem Freund ist es so, dass er zunächst mal gar nichts vom Krebs wissen will. Er wartet ab, bis dann endgültig die Diagnose kommt. Und sicher ist das auch gut so.
    Bei mir ist es so, dass ich mich einfach informieren muss. Und die Ergebnisse meiner "Recherchen" teile ich ihm dann mit.

    @Konrad
    Wenn du sagst, Blut im Urin könne ein Hinweis auf den befürchteten Krebs sein: heißt das, dass es dann Blasenkrebs wäre. Entschuldige, wenn das vielleicht eine blöde Frage ist, aber wir haben ja bisher noch überhaupt keine Ahnung.
    Von dem Volumen weiß ich nichts. Werde mich erkundigen. Er sagte mir nur mal, dass er eine erhebliche Vergrößerung habe, was ja wohl aber - denke ich - auch eine ganz harmlose Vergrößerung sein kann.

    @Dieter
    Da habe ich mich auch ungeschickt ausgedrückt, indem ich fragte, ob der Prostatakrebs ein Poblem sei ... Natürlich ist er eines, und was für eines. Das weiß ich ja. Ich meinte mit dieser Frage eigentlich, ob er - solange er das Organ noch nicht übertreten habe - eben leichter zu "handhaben" und viel eher heilbar sei.

    Ich danke euch jedenfalls sehr für euer Mitfühlen und Mitdenken. Ihr selbst wisst ja wahrscheinlich am besten, wie es in dieser Wartephase ist.

    Mein Freund war gestern beim Histo Scanning. Morgen wird sein Urologe ihm das Ergebnis mitteilen. Und dann kommt entweder die Biopsie oder weiteres Abwarten. Meine Güte, ich wage gar nicht die Vorstellung, dass es vielleicht alles ganz harmlos ist.

    Reinhild

  6. #6
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    Hallo Hans Jörg,

    in einem anderen Forum, wo ich im letzten Jahr wegen meiner Schwester, die an Brustkrebs erkrankt ist, unterwegs war, habe ich gesehen, dass du auf einem Urologenkongress warst und vielleicht eine kleine Zusammenfassung deiner Eindrücke ins Forum einstellen wirst.
    Ist das schon passiert?
    Und wenn ja: in welchem Forum?

    Würde mich freuen, darüber zu hören.

    Liebe Grüße
    Reinhild

  7. #7
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    Hallo Reinhild,

    das ist leider noch nicht geschehen. Der Weg zur Hölle ist bekanntlich mit guten Vorsätzen gepflastert.

    Jedoch habe ich aus ca. 250 Aufnahmen, die bei den Vorträgen gemachte habe, für einen Vortrag, den ich vor der SHG "Uwe Peters Rhein-Main" in Offenbach gehalten habe, die wichtigsten 50 Folien ausgewählt.

    Wenn Du mir über die Privaten Nachrichten oder die E-Mail-Funktion im Forum Deine E-Mail-Adresse bekannt gibst, sende ich Dir davon gerne ein PDF im Umfang von ca. 3,7 MB zu.

    Herzliche Grüße

    Hansjörg Burger
    Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.

  8. #8
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    Bitte

    Lieber Hansjörg,

    kannst Du mir die Folien schicken.

    Herzliche Grüße Hans-Helmut

  9. #9
    Anonymous1 Gast
    @Dieter
    Da habe ich mich auch ungeschickt ausgedrückt, indem ich fragte, ob der Prostatakrebs ein Poblem sei ... Natürlich ist er eines, und was für eines. Das weiß ich ja. Ich meinte mit dieser Frage eigentlich, ob er - solange er das Organ noch nicht übertreten habe - eben leichter zu "handhaben" und viel eher heilbar sei.
    Hallo liebe Reinhild, eigentlich habe ich Dich schon verstanden, was Du fragen wolltest. Aber ich bin halt in der letzten Zeit auch ein wenig sensibler geworden, nach der ganzen Diskussion um den Wert des PSA-Tests, dem häufigen Verniedlichungsgeschreibe und so weiter, so dass man fast der Meinung sein könnte: alles Quatsch mit unseren Bemühungen um Früherkennung... ist ja eh nicht bewiesen, ob das was bringt an Überlebensvorteil. Wie können uns eventuell auch bald mal auf die Frage gefasst machen, ob das nicht auch Blödsinn ist mit unserem Selbsthilfe-Idealismus. Auch nicht bewiesen, ob das was bringt. Na ja, wie auch immer, wollte das aber mal loswerden, hat nichts direkt mit Dir zu tun!

    Zu Deinem eigentlichen Problem: Unsere bisherige Ansicht ist, die Krebsdiagnose zu einem Zeitpunkt zu erhalten, bevor der Krebs in irgendeiner Form über die Kapsel hinaus gelangt ist, weil nämlich die Heilungschancen drastisch gegen Null absinken, wenn "extrakapsuläres Krebswachstum" festgestellt wird. Ob man aber bei früher Diagnose zum Beispiel oder auch bei höherem Alter oder aber auch bei sogenanntem Haustierkrebs in jedem Fall dann gleich mit einer kurativen Intervention eingreifen muss, - diese Frage steht auf einem ganz anderen Blatt. Abwarte-Empfehlungen sollten meiner Meinung nach nur von sehr versierten Fachleuten mit viel Bedacht gegeben werden.

  10. #10
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    @ Hansjörg Folien

    Hallo Hansjörg,

    bitte schicke mir auch die Vortragskopie
    gauerw@gmx.de

    Grüße Wolf


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