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Thema: Bestrahlung für R1 Patienten ?

  1. #21
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    Zitat Zitat von Hutschi Beitrag anzeigen
    Ärgerlich, dass man keine Ahnung hat, ob Tilo zu den 40% zählen würde.
    Das weiss man nie.
    Aber das ist nicht nur bei Prostatakrebs so. Viele Patienten, werden "auf Verdacht" oder "zur Vorbeugung" bestrahlt. Ein gutes Beispiel ist Brustkrebs.
    Wird die Brust nicht amputiert, sondern nur der Tumorknoten rausgenommen, wird JEDE einzelne Frau nach der OP zusätzlich bestrahlt um das Rückfallrisiko zu senken. Das Rückfallrisiko liegt bei ca. 30-45% ohne Bestrahlung und wird mit Bestrahlung auf 10-15% gesenkt.
    Das heisst, um 2-3 Frauen von einem Rezidiv zu bewahren, müssen Sie 10 bestrahlen. Das heisst 7-8 Frauen haben formell KEINEN Vorteil durch die Bestrahlung. Das Problem ist, wie Sie sagen, dass man nicht vorhersagen kann welche der 10 Frauen am ehesten den Rückfall ohne Bestrahlung kriegen wird.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  2. #22
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    Zitat Zitat von Steinburg Beitrag anzeigen
    Hallo Hansjörg,
    es trifft natürlich zu, dass eine Bestrahlung z.B. ab einem PSA von 0,9 o.ä. günstiger ist als einer von um/bei 2,0. Aber doch nur wenn zweifelsfrei feststeht, dass die Prostataloge tatsächlich der zweifelsfreie Ausgangspunkt ist. Stellt sich hinterher heraus, dass z.B. eine Metastase an anderer Stelle sitzt, kann nach meinen Erkenntnissen keine weitere Bestrahlungseinheit gestartet werden.
    Das stimmt nicht.
    Bestrahlt man die Prostataloge, während der Grund für den PSA-Anstieg eine Knochenmetastase in der Brustwirbelsäule ist, kann man später problemlos die Brustwirbelsäule bestrahlen. Das Problem ist bloss dann, dass eine Metastase der Brustwirbelsäule eine systemische Erkrankung bedeutet.
    Es gibt keine Grenzen wieviel Strahlung ein Patient kumulativ verträgt. Es gibt bloss Grenzen wieviel Strahlung eine und dieselbe Region verträgt.
    Mit anderen Worten:
    Sie können den Kopf, die Brustwirbelsäule und das Becken mit jeweils 40 Gy problemlos bestrahlen. Sie können aber nicht 3 x 40 Gy auf den Kopf alleine geben.

    Außerdem hat die Bestrahlung auch Nebenwirkungen (teilweise verspätet). Auch diesen Umstand sollte man bei der Entscheidungspfindung klar aussprechen. Wenn ein Betroffener hiermit leben muss, dann aber bitte nur bei einer ziemlich sicheren Zielsetzung.
    Das ist richtig.
    Aber alle Therapien haben Nebenwirkungen.
    Man muss sich ganz genau überlegen, was man erreichen will und was man dafür für Nebenwirkungen in Kauf nehmen möchte.
    Hier geht es um eine Chance auf Heilung.
    Andere Patienten lassen sich Taxotere-Chemotherapie beim metastasiertem Prostatakrebs geben. Und für was? Für 3 Monate Überlebensvorteil im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  3. #23
    Anonymous2 Gast
    Hallo Herr Dr. Schmidt,
    ich danke Ihnen sehr für die aufklärenden Hinweise. Natürlich werde ich die für mich neuen Informationen in den Beratungs-/Informationsgesprächen mit den Betroffenen berücksichtigen. Totz einiger Bemühungen habe ich nie deutlich eine gegenteilige Aussage bekommen. Man lernt also doch niemals aus. Vielen Dank.

  4. #24
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    Bestrahlung bei pT3a R0 ?

    Guten Abend, weshalb profitieren die pT3 R0 Patienten weniger von der Bestrahlung als die mit pT3 R1
    Besten Dank vorab für eine Erklärrung
    Klaus

  5. #25
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    Zitat Zitat von klasch40 Beitrag anzeigen
    Guten Abend, weshalb profitieren die pT3 R0 Patienten weniger von der Bestrahlung als die mit pT3 R1
    Hallo. Diese Erkenntnis basiert auf eine Subgruppenanalyse der EORTC-Studie. Hier konnte bei 9 von 100 Patienten mit R0 durch eine Bestrahlung das Rezidiv vermieden werden. Sonst waren es 30 von 100 bei R1-Resektion,
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  6. #26
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    Hallo alle Miteinander,

    die Diskussion über den kurativen Ansatz bei Tilo mit frühzeitiger Radatio und den genannten Vor und Nachteilen ist sehr aufschlussreich.

    Aber erst in der Diskussion waren die Vor und Nachteile für den mündigen Betrachter ersichtlich geworden.

    Letztlich aber ist erst dann die Entscheidungsfindung möglich, wenn alle Informationen glasklar ersichtlich sind.

    Wie gut, das es dieses Forum gibt.

    Frage an Herrn Schmidt im Besonderen, aber auch an das Forum.

    Welche Möglichkeiten bestehen in meinem Falle, mit einem kurativen Ansatz meine Chancen zu verbessern?

    Nach T3, NX, M1b, Radatio des 7.BWK 20 x 1,8gy, einer AHT, TUR-P mit Hifu während der AHT; nach Intermittierung ab 02/09 ist mein PSA diskret im Steigen.

    Prostatavolumen unverändert wie nach TUR-P 4,5 ml.

    Wäre vor dem Hintergrund der sehr kleinen Prostata unter 0,5ng/ml PSA eine Bestrahlung mit Samenleiter und Bläschen sinnvoll?

    Ich bitte die S3 einmal nicht zu berücksichtigen.


    Freundliche Grüsse
    Hans-J.

  7. #27
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    [Andere Patienten lassen sich Taxotere-Chemotherapie beim metastasiertem Prostatakrebs geben. Und für was? Für 3 Monate Überlebensvorteil im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie.[/quote]


    Hallo, Daniel, das verstehe ich nicht , eine Taxochemo ist doch eine alleinige Chemotherapie,
    das ist in meinen Augen ein ziemliches Durcheinander und verwirrend, wo ist denn da die Evidenz?
    Christine

  8. #28
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    Strahlentherapie

    Moin Christine,

    Aber alle Therapien haben Nebenwirkungen.
    Man muss sich ganz genau überlegen, was man erreichen will und was man dafür für Nebenwirkungen in Kauf nehmen möchte.
    Hier geht es um eine Chance auf Heilung.
    Andere Patienten lassen sich Taxotere-Chemotherapie beim metastasiertem Prostatakrebs geben. Und für was? Für 3 Monate Überlebensvorteil im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie.
    das volle Zitat denke ich macht deutlich, dass er von Heilungschance bei bekannten Nebenwirkungen von Strahlentherapie spricht vergleichend
    mit Chemo samt der Nebenwirkungen mit 3 Monat Ueberlebensvorteil.

    Muss jeder fuer sich selbst entscheiden wie er Nebenwirkungen versus Heilungs / Lebensverlaengerungschancen sieht.

    Gruss aus dem Norden
    Gruss aus Tornesch
    Guenther
    SHG Prostatakrebs Pinneberg
    Dies ist die Ansicht eines Betroffenen und keine fachärztliche Auskunft
    Serve To Lead

  9. #29
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    Zitat Zitat von christinew Beitrag anzeigen
    Hallo, Daniel, das verstehe ich nicht , eine Taxochemo ist doch eine alleinige Chemotherapie,
    das ist in meinen Augen ein ziemliches Durcheinander und verwirrend, wo ist denn da die Evidenz?
    Ich bitte um Verzeihung.
    Ich habe mich verschrieben. Ich meinte:

    Andere Patienten lassen sich Taxotere-Chemotherapie beim metastasiertem Prostatakrebs geben. Und für was? Für 3 Monate Überlebensvorteil im Vergleich zur alleinigen Hormontherapie.
    Der Strahlentherapeut.

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  10. #30
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    Zitat Zitat von Hans-J. Beitrag anzeigen
    Wäre vor dem Hintergrund der sehr kleinen Prostata unter 0,5ng/ml PSA eine Bestrahlung mit Samenleiter und Bläschen sinnvoll?
    Sie werden durch eine solche Bestrahlung keinen Gewinn an Überleben haben.

    Solange die Prostata keine Beschwerden macht (Probleme beim Wasserlassen, Blutungen), die mit einfacheren Massnahmen zu beheben wären (erneute TUR-P), würde ich keine Bestrahlung empfehlen.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

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