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Thema: bin seit gestern positiv

  1. #1
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    bin seit gestern positiv

    Hallo,
    ich habe den Beitrag zur HIFU-Therapie von Heribert verschlungen, denn ich bin ähnlich betroffen.
    Seit drei Jahren lasse ich mich nach einem 100 %igen PSA-Anstieg biopsieren, 2006 12 Nadeln, 2007 20 Nadeln und 2008 24 Nadeln – immer negativ.
    Vor einer Woche war ich in der ALTA-Klinik, weil ich es wissen wollte, gestern kam der telefonische Befund: Tumor der Klasse 7, was auch immer das heißt.
    Vorher (11/2009) hatte ich natürlich noch eine MRT-Untersuchung machen lassen, die einen erbsengroßen Befund mit glatten Rändern innerhalb des linken Lappen ergab.
    Meine PSA-Werte waren früher (meine dreißiger Jahre, ich bildete mir immer ein, dass die Startschwierigkeiten beim Wasserlassen eine organische Krankheit sein kann, damals hatte man das Wort Paruresis noch nicht gehört) immer um die 3, stiegen dann plötzlich (2006) bis zur ersten Biopsie auf 7 an, in der Spitze bis 12, dann wieder 5 und letztens (11/2009) wieder 7.
    Genau wie Heribert, habe ich mich sofort auf die HIFU-Therapie gestürzt und musste aus euren Postings erfahren, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss ist.
    Ich weiß, dass mein Urologe für eine Nerven schonende Totaloperation steht und er es als Chefarzt auch selbst macht, er ist auf seine Patientenstatistik sehr stolz - alle trocken.
    Meine Angst ist vor einer Inkontinenz so groß, dass ich es, auch auf Grund meines Alters (57), nicht angehen möchte.
    Ich suche krampfhaft nach einer Lösung, vielleicht doch Seeds?
    Gruß angst52

  2. #2
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    Hallo,

    "Angst" ist ein schlechter Ratgeber.

    Um raten zu können, benötigen wir noch nähere Angaben:

    Ausgangs-PSA vor der Biopsie "7" ?
    Wieviel Proben wurden bei der letzten Biopsie genommen?
    Wieviel Stanzen davon waren mit Prostatakrebs befallen?
    Bei "7" handelt es sich wahrscheinlich um den Gleason Score.
    War es ein 7a (3+4) oder ein 7b (4+3)?

    Wenn wir diese Angaben haben, können wir die Kattan-Nomogramme zu Hilfe nehmen, um die statistischen Erfolgswahrscheinlichkeiten der verschiedenen Therapien zu ermitteln!

    Alles Gute und vor allen Dingen eine gute Entscheidung!

    Gruß

    Hansjörg Burger
    Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.

  3. #3
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    Hallo BurgerH,
    habe soeben den Befund per Fax von der Alta-Klinik abgefordert, danke erst einmal für deine angebotene Hilfe.
    Ich muss natürlich dazu sagen, dass die sechs Stanzen gezielt genommen wurden und vermutlich allesamt sich in einem Durchmesser von veilleicht 5 mm abgespielt haben, denn am Sonntag konnte man den Hauteingriff vom 20.01.an der Gesäßfalte kaum noch erkennen, so groß kann das nicht gewesen sein.
    Wenn ich etwas mehr weiß, werde ich die Angaben machen.
    Gruß angst52
    apropos Angst:
    In mir haben sich schon so viele Chirurgen die Hände gewärmt, ich hatte nie Angst und habe immer alles selbst vorangetrieben, doch jetzt durch die mögliche Inkontinenz zuzüglich zum "Leidensweg mit der Paruresis", könnte mein so aktives Leben eine jähe Wendung nehmen, dass ich schon begründete Angst habe, alle meine Träume begraben zu müssen.

  4. #4
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    Hallo,

    wenn Du so eine panische Angst vor einer drohenden Inkontinenz hast, dann solltest Du Dir eine andere Therapie als die OP suchen. Da bietet sich die Bestrahlung an. Die Seeds-Behandlung ist bei einem Gleason Score 7, sollte er zutreffen, fraglich.

    Ich kann Dich aber beruhigen,

    die Inkontinenz ist aufgrund verbesserter OP-Techniken nicht mehr das Thema. Das Risiko liegt bei 2 - 7% meiner Schätzung nach. Und dann gibt es noch Hilfsmittel, um die Inkontinenz zu beheben wie Argus-Bänder oder den künstlichen Schließmuskel, vom Inkontinenztraining (Beckenbodentraining) mal abzusehen, das man als erstes in einer Anschlußheilbehandlung (AHB) nach der OP macht.

    Die Hauptnebenwirkung bei einer OP ist die Zeugungsunfähigkeit, danach kommt der Verlust der Erektionsfähgigkeit, sofern die Nerverhaltende OP nicht glückt. Aber auch dafür gibt es 5 verschiedene Hilfsmittel, sie wieder herzustellen.

    Die Orgasmusfähigkeit bleibt auch ohne steifes Glied (Erketionsfähgkeit) nach einer OP erhalten.

    Ich hoffe, Dir jetzt nicht noch mehr Angst gemacht zu haben und vielleicht ein wenig genommen zu haben.

    Die Therapieentscheidung solltest Du nicht auf Grund möglicher Nebenwirkungen treffen, sondern nach Heilungswahrscheinlichkeit.

    Bleibt jedoch die panische Angst vor Inkontinenz, dann eben einen anderen Weg wie beispielsweise die Strahlentherapie gehen.

    Gruß

    Hansjörg Burger

  5. #5
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    Zitat Zitat von BurgerH Beitrag anzeigen
    Hallo,



    Die Orgasmusfähigkeit bleibt auch ohne steifes Glied (Erketionsfähgkeit) nach einer OP erhalten.



    Gruß

    Hansjörg Burger
    Hallo,
    bis mein Fax kommt, können wir uns ein wenig austauschen.
    Wenn die Erektionsfähigkeit nicht mehr vorhanden ist und die Samenblase fort und die Samenleiter, wie ich gehört habe, an die Blase angeschlossen sind, wo bleibt da bitte eine Orgasmusfähigkeit?
    Eine Ejakulation ist ja wohl völlig ausgeschlossen oder?
    Zur Ergänzung, meine Priorität liegt ausnahmslos auf der Kontinenz und nicht auf der Möglichkeit einem GV beizuwohnen.
    Ich habe gelesen, dass man sich eine spätere Totaloperation mit einer externen Bestrahlung verbaut, das wäre wohl bei einer Brachytherapie nicht so oder?
    Gruß angst52

  6. #6
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    Hallo,

    diesem Trugschluss unterliegen die meisten Männer, weil sie von ihrem Unterleib wenig Ahnung haben im Gegensatz zu den Frauen, die über ihren Körper meist mehr Bescheid wissen.

    Die Entfernung der Prostata und der Samenblasen bedingt die Zeugungsunfähigkeit und als Folge auch die fehlende Ejakulation.

    Die Nerven, die für die Erektions zuständig sind, laufen am Rande an der Prostata vorbei. Deshalb erleiden die Männer meist, wenn die Nervschondende OP nicht glückt, eine erektile Dysfunktion, d.h. das Glied wird auf natürlichem Wege ohne Hilfsmittel nicht mehr steif.

    Der Orgasmus hat jedoch mit der Ejakulation und der Gliedsteife nichts zu tun. Die Orgasmusnerven verlaufen von der Penisspitze durch den Beckenboden und werden bei der OP nicht tangiert und bleiben damit auch erhalten.

    Allerdings ist der Orgasmus nur noch auf das nervliche Erleben beschränkt, denn Samenerguss und Gliedversteifung fehlen. Und das ist für manche Ejakulations- und Erektionsfixierte Männder ein Kopfproblem.

    Wenn die Penisspitze eines operierten Mannes lange genug gereizt wird, kommt er auch zu seinem nervlichen Orgasmus.

    Manche Männer probieren dies nach der OP nicht einmal aus und meinen, dass sie total impotent seien, was nicht stimmt.

    Noch Fragen?

    Man kann auch nach einer Bestrahlung noch operieren. Man nennt dies "Salvage-OP". Das können aber nur erfahren und mutige Operateure. Prof. Heidenreich in Aachen ist so einer. Allerdings ist die Nebenwirkungsrate recht hoch, da ist man mit 50% Wahrscheinlichkeit inkontinent. Das kommt durch die Schädigung und Verhärtung des Gewebes durch die Bestrahlung.

    Nach Seeds ist eine OP auch etwas ungewöhnlich. Allerdings hat uns ein Pathologe in einem Vortrag mal erzählt, dass er eine Prostata nach der radikalen Entfernung auf dem Tisch gehabt habe, die zu seiner Überraschung voller Seeds gewesen sei. Ich erinnere mich noch, dass er sagte, dass er zuerst einmal den Strahlenphysiker gerufen habe, bevor er sich an die mit Seeds gespickte Prostata herangetraut habe. Es scheint nicht alltäglich, aber möglich zu sein.

    Gruß

    Hansjörg Burger
    Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckart e.V.

  7. #7
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    Recht vielen Dank,
    ich muss gestehen, dass ich von der Trennung Ejakulation und Orgasmus nichts gewusst habe und mir das neu ist, dann müsste man eben mit einem für mich "Pseudoorgasmus" leben oder es geht auch ganz ohne.
    Was mich aber weiterhin beunruhigt, ist die Kürzung des Harnleiters um die Größe der Prostata, was natürlich bei mir fatale Folgen hat. So viel ist hier nicht, dass ich noch ohne Weiteres auf vielleicht vier cm verzichten kann. Wenn es sehr kalt ist, weiß ich schon nicht mehr wo ich anfassen soll und dann noch die Kürzung, ich will jetzt nicht im Forum gesperrt werden und zum Lachen ist mir auch nicht, doch dann müsste ich wohl mit Mikadostäbchen auf das Klo gehen - mich macht das fertig.
    Es sind aber alles Fragen, die ich mir noch nie stellen musste und die jetzt auf eine Antwort warten. Es ist aber schön, dass du mir hilfst, denn solche banalen Fragen will ich mit meinem Urologen nicht besprechen müssen, das muss ich alles schon wissen, dann kann ich mich mehr auf das Wesentliche konzentrieren.
    Ich danke dir!
    gruß angst52

  8. #8
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    Hallo,

    schon Paganini sagte:

    "Es kommt nicht auf die Größe des Instrumentes an, sondern wie man damit spielt!"

    Die Verkürzung des Penis soll übrigens nicht nur auf die Entfernung der Prostata und die damit verbundene Verkürzung der Harnröhre zurückzuführen sein. Prof. Jünnemann Kiel ist da ganz anderer Ansicht. Er meint "soweit könne man den Penis gar nicht zur Harnblase in den Körper hinziehen, um die Harnröhre wieder an der Blase annähen zu können. Die Atrophie (Verkümmerung) der Schwellkörper spiele nach seiner Meinung die entscheidendere Rolle. Im Tierversuch beginnt die Atrophie der Schwellkörper bereits 20 Minuten nach der OP.

    Übrigens sind das keine 4 cm. So groß ist eine Prostata nicht. Ich habe nach meiner OP vielleicht 2 cm Vorhaut zuviel.

    Der Schwellkörperatrophie kann man übrigens mit einem Schwellkörpertraining nach der OP vorbeugen!

    Noch ein hessisches Sprichwort zum Pseudoorgasmus:

    "Heb ich noch Mund und Hend, bin ich net impotent!"

    Gruß

    Hansjörg Burger

  9. #9
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    Hallo du angst25,

    mein Operateur hatte über 200 OP's im Jahr... ich Inkontinez-Angst 100%, ich hatte aus Angst die Vorlage von der Klinik bis zu hause und dann nie wieder. Ich bin heut nicht "feuchter" als vorher Und soviel kürzer ist ER auch nicht.

    Gruß Kalle

  10. #10
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    @angst52

    Sorry, ich musste trotzdem laut lachen. Aber dass Du den Humor nicht verloren hast, ist für mich ein sehr positives Zeichen. Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du die richtige Entscheidung treffen und geheilt werden wirst.

    Toi, toi, toi!
    Pierrot

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