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Thema: Expertin: Sport sollte Bestandteil jeder Tumortherapie sein

  1. #1
    Helmut.2 Gast

    Expertin: Sport sollte Bestandteil jeder Tumortherapie sein

    Sportausschuss - 26.01.2011

    Berlin: (hib/HAU/KT) Auch bei Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen hat der Sport eine therapeutische Bedeutung. Das sagte die Onkologin Elke Jäger vom Nordwest-Krankenhaus in Frankfurt am Main am Mittwochnachmittag vor dem Sportausschuss. Bei Patienten, die an Dickdarmkrebs leiden, würden diejenigen, die kein Sport treiben deutlich früher sterben als jene, die regelmäßig ein Ausdauertraining betreiben. ”Patienten, die ihr Sportverhalten im Laufe einer Erkrankung ändern, können das Sterberisiko positiv beeinflussen“, machte die Medizinerin deutlich. Laut neuster Studien gelte für Patienten mit Prostatakrebs, die sich regelmäßig sportlich betätigen ein um bis zu 60 Prozent geringeres Sterberisiko. ... klick hier!

    Gruß, Helmut

  2. #2
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    Dem kann ich nur zustimmen. Seit Beginn meiner letzten EHB (bisherige Behandlungen Radiatio HDR/LDR, EHB, DHB) im März 2010 betreibe ich fast täglich im Wechsel Kraft- und Ausdauertraining. Ich versuche dabei jedesmal an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit zu gehen, was wiederrum zur Folge hat, dass ich einen Tag ausruhen muss. Dabei kommt es auch vor, dass ich mir durch die Überbelastung in der Unterversorgung mit Testosteron öfters eine schmerzhafte Zerrung zulege. Jedoch nehme ich dies in Kauf da ich weiß, dass der "Wohlfühl-Effekt" durch Fitness mir diese Schmerzen versüßt. "Vielleicht kann ich ja so auch meinem Krebs davon laufen!" Meine Vita könnt Ihr meinem Profil entnehmen.

    Ich möchte jedem raten, der sich schon ein wenig mit dem Gedanken sportlicher Betätigung auch während der Behandlung befasst, dies in die Tat umzusetzen. Der Erfolg stellt sich spätestens nach einem viertel Jahr ein. Im Kopf und im Körper.

    Gruß Herri
    HS

  3. #3
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    Mehr als 3 Jahre mach ich ja nun schon meine "0815 Studie" scherzhaft genannt.

    Alle 48 Std. ca. 1/2 Std - 3/4 Std. joggen und dann eiskalt duschen. Wobei ich glaube der Effekt liegt einfach darin den Stoffwechsel anzukurbeln und das Immunsystem zu "trainieren". Wie lange das der Einzelne macht ist individuell und nicht so wichtig, hauptsache .......REGELMÄßIG.......... schwitzen und dann kalt duschen. ( Und natürlich vorher mit dem Arzt sprechen was möglich ist).

    Am Anfang, in der Therapie Off Phase, war die Kondition und Motivation schon stärker.

    Seit ca. 1 Jahr unter Thalidomid und Celebrex und im Winter fällt es mir schon schwerer, das Laufen und die Eisduschen hinterher sowieso. Auch wenn ich oft erst spät abends und "nur" eine 1/2 Std. lauf, behalt ich die Regelmäßigkeit bei.

    Sichtlich verbessert an meiner "Situation" hat sich nichts aber verschlechtert auch nicht. Wobei das bei mir , einem High Risk Betroffenen, Gleason 9, das Wichtige ist.

    Immer wenn ich krank werde,... Erkältung, ......eine Wünde die sich entzündet,.........kohlehydratreiche Ernährung, steigt mein PSA trotz Medikamente (Thalidomid, Celebrex)

    DAS VERSTEH ICH BIS HEUTE NICHT

    bin ich gesund fällt der PSA mehr oder weniger. Nun sind das Erfahrungswerte seit mehr als 3 Jahren (monatlich Laborwerte) .

    Für die Psyche, mein seelisches Gleichgewicht, hilft mir diese halbe Stunde rennen unendlich viel, gleichfalls mit der Erkrankung und den Auswirkungen zurecht zu kommen.

    Die Nachwirkungen durch die OP bzw. 23 entnommenen Lymphknoten (Schmerzen im Imtimbreich)...........seitdem nicht mehr spürbar.
    Die Nebenwirkungen durch die Medikamente:
    Thalidomid: Senkung des Pulsschlags auf ca. 40, Blutdruck stieg auf 160......sind nach 1 Jahr wieder im Normbereich.
    Celebrex: Wassereinlagerung in den Beinen.........stark zurückgegangen.

    Vielleicht hab ich nun Einiges eher unbewusst übertrieben dargestellt und mit Sicherheit hab ich bis jetzt auch einfach großes Glück im Unglück daß mein Immunsystem von " dieser Therapie " profitiert und der Krebs noch sensibel reagiert. Jedoch hatte ich vor Beginn dieser "Aktivitäten" wesentlich kürzere PSA Verdopplungszeiten und und und....




    Schönes Wochenende Euch Allen und daß Alles so bleibt wie es ist.

    Gruß Klausi

  4. #4
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    Hallo Klaus und die anderen "Sportler",

    Danke für die Artikel und "Chapeau!" vor Euren Anstrengungen im Kampf gegen den Untermieter. Der im Profil aufgezeigte Verlauf kann anderen Betroffenen Mut machen und Ansporn sein, aktiv etwas gegen den PK zu unternehmen, auch, wenn es manchmal schwerfällt. Ähnliches habe ich gestern durch Zufall in den Erfahrungsberichten bei "myProstate.eu" ("66plus") entdeckt. Und nun, meine schon mehrfach geäußerte Bitte, auch an andere Nutzer des Forums: Nutzt doch auch die Möglichkeiten von "myProstate.eu", die Krankengeschichte und die weitere Entwicklung darzustellen. "Allein die graphische Darstellung des PSA-Verlaufs sagt doch auf einen Blick vieles über den Verlauf der Krankheit und Therapien aus und beruhigt einen selbst, wenn die Kurve einen stabilen Verlauf im unteren Bereich erreicht hat."
    Natürlich entscheidet jeder selbst, was ihm wichtiger ist - Lebensdauer oder Lebensqualität (was er sich auch immer unter "-qualität" vorstellt),aber kleine Abstriche an der Qualität haben oft große Auswirkungen auf die Quantität! Und wenn dann noch der Sport oder auch die kalte Dusche danach zur angenehmen Sache wird, leidet keine Lebensqualität darunter.

    In diesem Sinne alles Gute weiterhin!

    der "wanderfreund" Roland

  5. #5
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    Sport und Tumorwachstum in Mausmodellen

    Unter "Experten" ist man sich einig, dass Sport und Bewegung das Sterberisiko bei Tumoren reduziert, wenn auch nicht unbedingt in dem Umfang von 60% wie im ersten Beitrag dieses Threads ausgeführt.

    In Mäusen denen Tumore eingesetzt wurden, haben sich allerdings sehr unterschiedliche Ergebnisse eingestellt. In einigen Versuchen kam es zu einer vorsichtigen Bestätigung der positiven Wirkung von Bewegung, in anderen konnte kein Zusammenhang festgestellt werden und wieder andere kamen sogar zu einer negativen Wirkung von aktiver Bewegung auf Tumore.

    http://www.medicalnewstoday.com/articles/103881.php
    Faster Prostate Tumor Growth Found In Mice That Exercised
    "Prostate tumors grew more quickly in mice who exercised than in those who did not, leading to speculation that exercise may increase blood flow to tumors, according to a new study by researchers in the Duke Comprehensive Cancer Center (DCCC) and the Duke Prostate Center. "
    In Mäuse implantierte Prostatakrebstumore wuchsen schneller, wenn die Mäuse ein Laufrad zur Verfügung hatten in dem sie sich bewegen konnten. Die Vermutung für dieses erstaunliche Ergebnis ist, dass auch der Tumor von der verbesserten Durchblutung und Blutversorgung profitiert.
    Ein ähnliches Ergebnis wurde bei Mäusen mit Brustkrebstumoren festgestellt:

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19568200
    Exercise effects on tumorigenesis in a p53-deficient mouse model of breast cancer
    "Despite beneficial or no effects on body weight, body fat, or IGF-1, exercise had detrimental effects on tumorigenesis in this p53-deficient mouse model of spontaneous mammary cancer."
    Danach hatte die Aktivität der Mäuse im Laufrad einen nachteiligen Effekt auf das Tumorwachstum beim Mammakarzinom. Die Brustkrebstumore in den sportlich aktiven Mäusen wuchsen schneller.

    http://clincancerres.aacrjournals.or...1/18/6695.long
    Effects of Exercise Training on Antitumor Efficacy of Doxorubicin in MDA-MB-231 Breast Cancer Xenografts
    "There was no significant difference between the doxorubicin-only and exercise + doxorubicin groups (median 42 versus 36 days, P = 0.33), suggesting that moderate intensity exercise does not significantly influence doxorubicin-induced tumor growth delay. "
    Bei einem Test zur Wirksamkeit von Doxorubicin bei Brustkrebs mit Mäusen konnte kein Verbesserung der Wirksamkeit durch Aktivität der Mäuse im Laufrad festgestellt werden.

    "Several prior preclinical reports have shown an inhibitory effect of exercise training on spontaneous and chemically induced tumor growth, metastatic progression and microvessel density without concurrent chemotherapy. However, almost all of these studies have examined the effects of exhaustive treadmill running at ∼80% to 90% of maximal oxygen consumption (VO2max). These previous findings in combination with the present results suggest that exercise training needs to be done at a high intensity to activate tumor-modulating pathways (>70% VO2max). Support for this notion is provided by the fact that the tumor growth curves for the exercise-only and control groups were essentially identical in the present study. Of course, from a clinical perspective, it is unlikely that many breast cancer patients undergoing cytotoxic therapy will be able or willing to exercise at 80% to 90% VO2max."

    Hier wird der Versuch unternommen die widersprüchlichen Ergebnisse zu Aktivität und Tumorwachstum in Mäuseversuchen in Einklang zu bringen. Demnach wäre es möglich, dass nur extrem erschöpfendes Laufrad- Rennen der Mäuse mit einem Sauerstoffverbauch zwischen 80% und 90% positive Effekte bewirken kann. Normal anstrengende Bewegung dagegen nicht. Also nur ganz hartes sportliches Training könnte demnach eine unmittelbare und positive Wirkung auf den Tumor entfalten. Normale sportliche Aktivitäten dagegen würden nur einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualtiät von Krebspatienten leisten.

    Die letzte zitierte Publikation würde für den von meni.li/ Klausi verfolgten harten Trainingsweg sprechen.

  6. #6
    toni41 Gast
    Es muß jeder selbst entscheiden, welches Training er noch bewältigen kann.
    Selbst eine Verbesserung der Lebensqualität sind schon ein Erfolg, um etwas
    zu tuen. Im TCM werden auch sanfte Übungen positiv bewertet.http://www.guolin-neuqigong.de/qigong.html

    toni41

  7. #7
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    Die Expertin bezog sich bei ihren Ausführungen anscheinend auf folgende akutelle Studie:
    http://www.medpagetoday.com/Urology/...teCancer/24251
    "Our results suggest that among men with prostate cancer, moderate physical activity may improve overall survival, whereas a greater amount of activity is necessary to improve prostate cancer-specific survival," the authors concluded.
    Nach Ansicht der Autoren verbessert moderate physische Aktivität das Gesamtüberleben, während für eine Verbesserung des prostatakrebsspezifischen Überlebens größere sportliche Anstrengung erforderlich sind.

  8. #8
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    Zitat Zitat von gunterman Beitrag anzeigen
    In Mäuse implantierte Prostatakrebstumore wuchsen schneller, wenn die Mäuse ein Laufrad zur Verfügung hatten in dem sie sich bewegen konnten. Die Vermutung für dieses erstaunliche Ergebnis ist, dass auch der Tumor von der verbesserten Durchblutung und Blutversorgung profitiert.
    Ein ähnliches Ergebnis wurde bei Mäusen mit Brustkrebstumoren festgestellt
    Diese Vermutung könnte stimmen.

    Einige betroffene Männer und Frauen haben auch vor der Diagnose Krebs sportlich gelebt und sich viel bewegt, z.B. Marathon unter 3.Std. Der Tumor ist trotzdem oder gerade deswegen weiter gewachsen.


    Horst

  9. #9
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    Hallo Helmut,
    danke für den Hinweis auf Sport und Fr.Prof. E.Jäger. Wie wir wissen ist sie, zusammen mit Prof. Banzer, eine starke Unterstützerin des adjuvanten Sportprogramms "Sport & Krebs", welches an verschiedenen Kliniken angeboten wird. Für Neueinsteiger evt. eine erste Anlaufstelle.

    Die Frage für uns, in vielerlei Hinsicht "Fortgeschrittene" ist: wieviel Sport für Krebspatienten ? Es findet allmählich ein Paradigmenwechsel statt, hin zur Unterstützung von sportlichen Aktivitäten bei Krebspatienten. Schaut man sich die gemachten (retrospektiven) Studien an, so fällt auf, dass wahrscheinlich nur erhebliche körperliche Anstrengung zur Verbesserung der PCA spezifischen Mortalität führen: "...Only vigorous activity -- defined as more than three hours per week -- was associated with reduced prostate cancer mortality..."

    Die offene Frage ist, wodurch bewirkt sportliche Aktivität diese Verbesserung? Wie kann ich dieses Verhalten unterstützen? Ich will hier mal meine ganz private Hypothese beisteuern. Meiner Vermutung nach bewirkt diese regelmässige sportliche Tätigkeit eine Verbesserung (Senkung) des Insulinspiegels incl. ILGF, IGF-1 ect. wie es von Gunterman schon genannt wurde. Das sind potente Wachstumsfaktoren, deren Reduzierung sicher gut für uns ist. Prof. Banzer auf diesen Sachverhalt angesprochen meinte er "...möglich...". Synergetischen Effekt könnte dann evt. der Einsatz von Pioglitazone/Actos haben?

    Noch eine Warnung an alle Sporttreibenden: nicht übertreiben! Zerrungen, Verstauchungen und Erkältungen bewirken einen Anstieg von Endzündungswerten und schwächen das Immunsystem. Krebs schüttet gerne Entzündungsbotenstoffe aus um sich vor Vernichtung zu schützen, Stichwort "Cancer-related inflammation", das sollten wir nicht noch unterstützen!

  10. #10
    Helmut.2 Gast

    Expertin: Sport sollte Bestandteil jeder Tumortherapie sein

    Hallo LowRoad,
    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Hallo Helmut,
    danke für den Hinweis auf Sport und Fr.Prof. E.Jäger.
    diesen Bericht hat mir Horst per Email zukommen lassen, ein ehemaliges Mitglied des BPS-Forums!

    Ich war leider nie ein großer Sportsmann aber wie schon Gunterman und HorstK angedeutet haben ist es gleichgültig ob man "Hüpft oder Springt" es kommt auf das selbe raus! Zum Vorteil wird es für mich, daß der Zuckerspiegel in Schach gehalten wird und da habe ich mal wieder nach hol bedarf!

    Kann immer wieder nur Warnen sich nicht zu verausgaben, man überbeansprucht das Immunsystem und steht somit nicht für das hauptsächliche zur Verfügung z. B. Metastasen zu vernichten, wenn welche vorhanden sein sollten!

    Gruß, Helmut


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