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Thema: Planegg Patiententag 2011, 22.Oktober

  1. #21
    Harald_1933 Gast
    Über die in Planegg gehaltenen Vorträge wird auch an anderer Stelle in gewohnt optimaler Weise berichtet werden, wobei nicht nur die gesprochenen Wörter, sondern auch eingeblendete Folien für noch mehr Aussagekraft sorgen werden. Ich beschränke mich nachstehend in erster Linie auf die textlichen Passagen von mir eingesehener bildlicher Darstellungen und füge zum besseren Verständnis noch einige Links hinzu.

    Prof. Dr. Groettrupp von der Universität Konstanz, Lehrstuhl Immunologie, Fachbereich Biologie stellte an den Anfang seines Vortrages "Immuntherapie des Prostatakarzinoms" die Überschrift "Impfen gegen Krebs", so wie es auf der Titelseite einer Ausgabe des Magazins "Spektrum der Wissenschaft" zu sehen war. Daneben war zu lesen: "Vorteile der Immuntherapie bei der Krebsbekämpfung"

    Bei dem Thema "Immuntherapie des Prostatakrebses" handelt es sich in der Tat um ein sehr komplexes, soll sagen schwieriges heißes Eisen, an dem sich Laien besser nicht heranwagen sollten. Ist die exakte Diagnose eines PCa in einigen Fällen schon mit unzähligen Imponderabilien behaftet, dürfte der Umgang mit Immuntherapien noch ungleich mehr Erfahrung erfordern, um sich nicht z. B. gerade mit den Dendritischen Zellen keinen Fehler einzufangen, der einen Mißerfolg auslösen könnte.

    Als Argumente für das Prostatakarzinom als Tumormodell wurden aufgeführt: *Beim metastasierenden, hormonresistenten Prostatakarzinom kaum Heilung möglich, wenig effektive Chemotherapie* - *Am häufigsten diagnostizierter Krebs bei Männern* - *Prostata kein lebenswichtiges Organ* - *Organspezifische Proteine zum Teil bekannt* - *PSA als Verlaufskontrolle*

    Prof. Groettrupp stellte dann die Frage, welche Aufgaben die Dendritischen Zellen haben. Es sind gewissermaßen die Berichterstatter des Immunsystems und sie sorgen für die Aufnahme von Erregern in der Haut oder den Schleimhäuten, den Transport der Antigene vom Infektionsort zum Lymphknoten sowie der Stimulation von T Lymphozyten zur Abtötung von Tumorzellen. Zu den Aufgaben der Dendritischen Zellen bitte auch hier lesen.

    Die Tumorimpfung mit Dendritischen Zellen war denn auch eines der Beispiele für eine Immuntherapie. Es wurde der Fall eines Freiwilligen, der sich mit Dendritischen Zellen gegen ein Antigen eines Grippevirus impfen ließ, vorgestellt. Es wurden 3 x 10 hoch 6 reife dendritische Zellen mit Antigen vom Grippevirus beladen. Es gab 2 Impfungen im Abstand von 2 Wochen. Die Immunantwort durch die Bestimmung der T Killerzellen war beachtlich. Weitere erstaunliche Resultate beim Prostatakarzinom wurden angezeigt und zusammenfassend dokumentiert:

    DC-basierte Immuntherapie des hormonresistenten Prostatakarzinoms (CaP) ist machbar, sie wird gut toleriert, und ist sicher.

    T Killerzellantworten gegen vier verschieden CaP Antigene konnten in CaP Patienten erhalten werden; DCs von CaP Patienten sind geeignet.

    Eine Stabilisierung der PSA Werte wurde in 2/4 CaP Patienten nach 8 Impfungen beobachtet, die über ein Jahr anhielt.

    Nun folgte der Übergang zur Phase 3 D9902B IMPACT TRIAL Sipuleucel-T Immuntherappy for Castration-Resistant Prostate Cancer.

    Hier kann man sich ein Video anschauen. Eine Beschreibung bietet Wikipedia. Weitere Aussagen Die Helmholtz-Allianz zur Immuntherapie von Krebserkrankungen.

    Immuntherapien: Gibt es eine Impfung gegen Krebs?

    Mediziner machen Weg frei für Impfung Das DKFZ führt hier aus.

    Uns bleibt nur, beharrlich daran zu glauben, dass es hoffentlich bald auch für eine Immuntherapie des Prostatakrebses einen weniger komplizierten und leichter erschwinglichen Weg, was den Geldbeutel anbelangt, geben wird.

  2. #22
    Harald_1933 Gast
    Wegen noch an anderer Stelle erscheinender, möglicherweise inhaltlich unterschiedlicher Berichterstattungen, werde ich zu Planegg keine weiteren Beiträge mehr einstellen.

  3. #23
    Reinardo Gast
    Hallo Harald. Die "noch an anderer Stelle erscheinenden Berichte" suche ich bisher vergebens. Selbst in Wolfhards Forum, wo normalerweise derartige Events (Planegg) zelebriert werden, finde ich keinen konkreten Hinweis. Mich interessiert eigentlich nur der Vortrag von Lowroad. Falls darueber jemand berichtet, waere ich fuer einen Hinweis hier oder per PN dankbar. Gruss, Reinardo

  4. #24
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    Bielefeld
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    den Bericht über den Patiententag 2011 in München Planegg findest Du mit dem folgenden LINK:

    http://www.prostata-sh.info/uploads/...9021012fin.pdf

    Wolfhard
    Geändert von WolfhardD (29.02.2012 um 18:30 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler

  5. #25
    Harald_1933 Gast
    Brave Fleißarbeit, die nach all den selbstherrlichen Zurechtweisungen auch per PN nur noch einen Beifall klatschenden Abgesang verdient.

    "Konfrontation ist nicht so schlecht wie ihr Ruf; sie dient der Verdeutlichung von Standpunkten, wenn Regeln zu ihrer Austragung bestehen"
    (Richard von Weizsäcker)

  6. #26
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    726
    Hallo Wolfhard,
    dem Dank für Deine geleistete Arbeit und den guten Wünschen für Deine Gesundheit schließe ich mich ausdrücklich an!
    Alles Gute und Grüße nach Bielefeld,
    Horst

    "Liebe Patienten und Angehörige !
    Liebe Kolleginnen und Kollegen !
    Herr Wolfhard Frost, seit vielen Jahren Leiter der Prostatakrebsselbsthilfegruppe in Bielefeld, hat wieder einmal die Herkulesarbeit übernommen von unserem Patiententag im Oktober letzten Jahres in Planegg ein Protokoll anzufertigen.
    Wir sollten Ihm dafür alle ganz herzlich danken und seine großartige Leistung würdigen.
    Die Themen waren diesmal sehr komplex – es galt eine Fülle von Informationen zu verarbeiten. Dazu kamen auch noch erhebliche eigene gesundheitliche Probleme.
    Lieber Herr Frost – ich hoffe Sie werden bald wieder ganz fit und sind noch bei vielen Patiententagen mit dabei !
    Viele Grüße
    Ihr
    Dr. F. Eichhorn"

  7. #27
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    Zitat Zitat von WolfhardD Beitrag anzeigen
    den Bericht über den Patiententag 2011 in München Planegg findest Du mit dem folgenden LINK:

    http://www.prostata-sh.info/uploads/...9021012fin.pdf

    Wolfhard
    Super!!
    Danke!!!
    Das isser endlich, dein Bericht, habe drauf gewartet!!!!
    Vielen Dank, lieber Wolfhard, es ist für all diejenigen, die sich Vorgetragenes genauer vor Augen führen wollen und in den Einzelheiten der Myriaden Therapie-Optionen eintauchen wollen, ungemein hilfreich, wenn sich Text+Bild zusammen mit einem Bericht darstellen lassen. Danke für deine Hartnäckigkeit bei der Verfolgung dieses Ziels!
    Für mich war das entscheidene Aha-Erlebnis von Planegg 2011, als Strahlentherapeut Molls bekannte, dass sie "alle Biologien zusammenmischen" ...
    Nun ist der Februar vorbei, der März = Frühling beginnt. Und dein Bericht ist auch da. Nun kann die Weiterführung dessen, was wir aus 2011 (und den Vorjahren) gelernt haben, für 2012 endlich beginnen (für mich war bis jetzt Winterschlaf!).

    Herzliche Grüsse aus HH,
    Rudolf

  8. #28
    Harald_1933 Gast
    Nach diesen Lobergüssen und der Aufforderung zur kollektiven Danksagung an den Verfasser des sehnlichst erwarteten Berichtes zu "Planegg 2011" durch den Mitinitiator bleibt für mich nur noch festzustellen, nie wieder zu einer Veranstaltung in Sachen Prostatakrebs zu fahren, wo es hernach verpönt ist, eigene Eindrücke zu verdeutlichen bzw. überhaupt etwas selbst dazu zu berichten. Ein Planegg 2012 wird es nach dieser einseitigen Demonstration grandioser Leistung für mich nicht geben. Bevor nun jemand meint, man werde mich dort nicht vermissen; auch 2011 hatte ich den einen oder anderen erwarteten und nicht anwesenden Aktivisten dort nicht wirklich vermisst, weil ohnehin überwiegend Interessenten aus der näheren oder weiteren Umgebung dort anzutreffen waren. Die vereinzelten Forumsbenutzer und noch weniger die Forumsaktivisten und auch nicht einige ziemlich passive SHG-Leiter sind doch dort kaum in Erscheinung getreten. Wenn man ehrlich wäre, sollte man durchaus zugeben, dass alles, aber auch wirklich alles, was in Planegg aufs Tablett kam, zumindest den angereisten Insidern schon vorher recht geläufig war. Sonst hätte sich doch von diesen von echten Neuheiten überraschten Besuchern schon mal jemand vernehmlich erfreut dazu im Forum geäußert. Bislang jedoch Fehlanzeige.

    Zitat Zitat von Dr.F.Eichhorn
    "Liebe Patienten und Angehörige ! Liebe Kolleginnen und Kollegen ! Herr Wolfhard Frost, seit vielen Jahren Leiter der Prostatakrebsselbsthilfegruppe in Bielefeld, hat wieder einmal die Herkulesarbeit übernommen von unserem Patiententag im Oktober letzten Jahres in Planegg ein Protokoll anzufertigen. Wir sollten Ihm dafür alle ganz herzlich danken und seine großartige Leistung würdigen. Die Themen waren diesmal sehr komplex – es galt eine Fülle von Informationen zu verarbeiten. Dazu kamen auch noch erhebliche eigene gesundheitliche Probleme. Lieber Herr Frost – ich hoffe Sie werden bald wieder ganz fit und sind noch bei vielen Patiententagen mit dabei ! Viele Grüße Ihr Dr. F. Eichhorn"
    Durch einen hilfsbereiten, freundlichen Forumsbenutzer kam diese Botschaft nun auch noch im Forum zur Geltung. Wir hätten sonst nie erfahren, dass der ansonsten bislang auch von mir sehr geschätzte Wolfhard in erster Linie in Bielefeld eine SHG für Prostatakrebs leitet. Auch ich wünsche ihm , dass er seine aktuellen gesundheitlichen Probleme in naher Zukunft wieder in den Griff bekommt.

    "Wenn man in den Grundsätzen nicht übereinstimmt, kann man einander keine Ratschläge geben"
    (Konfuzius (551-479 v. Chr.) indischer Philosoph)

  9. #29
    Reinardo Gast
    Ehre wem Ehre gebührt !

    Auch ich möchte dem Verfasser der Aufzeichnungen meinen Dank aussprechen. Nachdem ich Dr. F. Eichhorn mehrmals bei Vorträgen in Koblenz gehört hatte, war es mir besonders wichtig, seine neuesten Erkenntnisse und Behandlungsstrategien beim fortgeschrittenen Prostatakrebs zu erfahren. Auch die Vorträge zum Knochenschutz und zur Roboter-unterstützten Operation haben mich sehr interessiert.
    Wenn man versucht, fachsprachlichen Vorträge möglichst inhaltsgenau mitzuschreiben, kann man nicht mehr entspannt zuhören und die Niederschrift muss dann auch zügig erfolgen, weil man Einzelheiten sonst vergisst.
    Trotz zuweilen unterschiedlicher Meinung möchte ich deshalb auch gerne anerkennen, dass Wolfhard im Interesse von Mitbetroffenen eine wertvolle Arbeit erbracht hat

    Gruß, Reinardo

  10. #30
    dillinger Gast
    Reinardo:
    Wenn man versucht, fachsprachlichen Vorträge möglichst inhaltsgenau mitzuschreiben, kann man nicht mehr entspannt zuhören und die Niederschrift muss dann auch zügig erfolgen, weil man Einzelheiten sonst vergisst.


    Wofür gibt´s Handy Audio-Recorder wie z.B. Zoom Handy H1 (Batteriebetrieb)? Einschalten, entspannt zurücklehnen und zuhören. Daheim in aller Ruhe abhören. Fertig! Stenografie-Kenntnisse nicht mehr nötig

    gruss, dillinger

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