Seite 2 von 8 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 72

Thema: Metastasierung 1.0

  1. #11
    Registriert seit
    09.04.2013
    Ort
    Mannheim Maulbeerinsel östlich der Schafweide
    Beiträge
    35
    Hallo lowroad
    Dumme Frage:
    Welche therapeutische Konsequenz hat denn Dein Wissen?

    Gruss
    T.P.

  2. #12
    Registriert seit
    13.11.2010
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    1.808
    Hi TP,
    "sei schlau bleib dumm" - eine Strategie, die viel Unterstützung erfährt - bewusst oder unbewusst. Dabei wären: "Well-educated cancer patients are more likely than others to be given high-tech treatment and ultimately have better survival chances, according to an Erasmus University researcher..."

    Die Konsequenz für mich hatte ich hier schon mal versucht zu erläutern. Als Ergänzung folgt im Part-III eine wirklich spannende Geschichte eines derart gut informierten Patienten, sei gespannt!

    Only the brave can walk alone!

  3. #13
    Registriert seit
    30.04.2006
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.511
    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Hi TP,
    "sei schlau bleib dumm" - eine Strategie, die viel Unterstützung erfährt - bewusst oder unbewusst. Dabei wären: "Well-educated cancer patients are more likely than others to be given high-tech treatment and ultimately have better survival chances, according to an Erasmus University researcher..."

    Die Konsequenz für mich hatte ich hier schon mal versucht zu erläutern. Als Ergänzung folgt im Part-III eine wirklich spannende Geschichte eines derart gut informierten Patienten, sei gespannt!

    Only the brave can walk alone!
    In Ergänzung:

    Sei schlau, bleib dumm, stirb früher!
    Hier der link auf die Dissertation von Mieke Josepha Aarts - sollte man speichern, aber natürlich nicht, wenn man sich nicht mit zuviel Wissen "überfrachten" will, denn schliesslich ist die Anzahl Neuronen begrenzt, und da muss ja noch so vieles andere rein!

  4. #14
    Harald_1933 Gast
    Zitat Zitat von LowRoad
    "Well-educated cancer patients are more likely than others to be given high-tech treatment and ultimately have better survival chances, according to an Erasmus University researcher..."
    Hallo Andi,

    wie wahr wohl!! Auf die angekündigte spannende Geschichte über einen gut informierten Patienten freue ich mich schon jetzt.

    Zitat Zitat von Rustra
    Sei schlau, bleib dumm, stirb früher!
    Hallo Rudolf,

    viele Forumsbenutzer - also nicht nur ich - freuen sich, dass Du nach so langer Forumsabstinenz Dich wieder einmal aktiv an Bord begeben hast. Die Ergänzung von LowRoads Ausspruch beweist einmal mehr, dass Du auch für Humor zu haben bist.

    Zitat Zitat von Mieke Josepha Aarts
    Generally, health awareness is better in high SES than in low SES, which will often lead to healthier lifestyle and more health seeking behaviour. This not only reduces risks of most cancers, it also enhances early detection. Indeed, lower stage at diagnosis has been reviewed for high SES cancer patients, although null associations were mentioned as well. It seems likely that part of the socioeconomic differences in (early) cancer detection result from more health seeking behaviour in high SES
    Diese einleitende Darstellung sollte sich der eine oder andere Kritiker bestimmter Früherkennungsaktivitäten zu Gemüte führen. "socioeconomic status" = SES.

    "Wenn man die Entwicklungsgeschichte neuer Ideen verfolgt, so fehlt die Periode der Verhöhnung niemals"
    (Honorè de Balzac)

    Gruß Harald

  5. #15
    Registriert seit
    09.04.2013
    Ort
    Mannheim Maulbeerinsel östlich der Schafweide
    Beiträge
    35
    Hallo lowroad

    Zitat von Dir: "Sei froh, dass Du Dich trotz pT3b, nicht weiter in das Thema reinschaffen musst!"

    Wenn Du Dein Profil hinterlegt hättest (hier oder bei pierrot), wäre mir diese Frage (Welche therapeutische Konsequenz...)
    erst gar nicht in den Sinn gekommen

    Gruss,
    T.P.
    p.s. Wie erklärst Du Dir wissenschaftlich den "Placebo-Effekt"?

  6. #16
    Registriert seit
    13.11.2010
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    1.808

    Jetzt wird's spekulativ - Teil II

    Leider tritt der ERβ immer in Verbidung mit seinem bösen Bruder, dem ERα auf. ERa ist der Bad-Guy, ERβ der Good-Guy. Es hat nun schon etliche Versuche gegeben einen ERα Blockierer (Antagonist), bzw. einen ERβ Verstärker (Agonist) zu finden, bisher leider mit wenig Erfolg. Im NEM Bereich hat Genistein die größte, allerdings bescheidene, Wirkung[3]. Die "Selective Estrogen Receptor Modulators" (SERM) Tamoxifene bzw. Raloxifene konnten auch keinen gewünschten Effekt zeigen. Lediglich das in Deutschland nicht mehr erhältliche Toremifene, ein ERα Antagonist, konnte in Studien Wirkung zeigen [4]: "...Only Toremifene, an ERα antagonist, has shown real promise to date..."
    Ein alternativer Weg könnte Dexamethason sein, so eine medizinische Wundertüte, bei der man nie genau weiß, was man bekommt - meist aber Erfreuliches. Es unterdrückt die Adrenalen-Androgene, womit günstig niedrige Testosteronwerte bei einer ADT (Hormonentzugstherapie) erreichbar sind [Forumsextrakt->Dexamethason]:

    Testosteronwerte unter Hormonblockade bei Zugabe von Dexamethason bzw. Triamcinolon:
    • 1,0 mg Dexamethason abends: Testosteron <0,04ng/ml
    • 0,5 mg Dexamethason abends: Testosteron 0,20ng/ml
    • 2,0 mg Triamcinolon abends: Testosteron 0,30ng/ml


    Anderseits hat Dexamethason aber auch eine direkte Wirkung auf die Tumorzellen[5]: "...Of 25 [castration resistant] patients, 11 demonstrated 50% or more decline of serum PSA and 9 showed improvement of pain on dexamethasone therapy..."

    Auf der Suche nach der Wirkung von Dexamethason bei PCa trifft man oft auf die Behauptung, dass dies über den "Glucocorticoid Receptor" der PCa Zellen geschieht. Zellen die diesen Rezeptor nicht ausbilden von einer Therapie mit Dexamethason nicht profitieren. Andererseits gibt es aber auch Hinweise, dass sehr kleine Dosen Dexamethason, die nicht mit dem "Glucocorticoid Receptor" interagieren, Wirksamkeit zeigen[8]: "...The authors also show that a low treatment dose of dexamethasone inhibited the growth of prostate cancer xenografts without affecting glucocorticoid receptor levels. The authors conclude that dexamethasone inhibited the growth of glucocorticoid receptor-positive prostate cancers, possibly through the disruption of the NF-κB –IL-6 pathway..."
    Eine weitere, hocherwünschte Wirkung, zeigt Dexamethason auch auf die Estrogen Rezeptoren alpha/beta, zumindest bei Hautzellen wurde das untersucht[7], aber warum soll das nicht allgemeingültig sein?



    Der ERα wird auf ca. 38% unterdrückt, wohingegen der ERβ unverändert bleibt. Estradiol Ergänzung während der ADT hätte somit eine stark selektiv positive Wirkung über den ERβ.
    Letztendlich sind die Wirkungszusammenhänge von Dexamethason und Estradiol aber noch nicht vollständig aufgeklärt. Eine spannende Geschichte beschreibt 'Doug F' im Teil-III.

    "Doug F" lebt in Michigan, USA. Er war 67, als bei ihm im November 2004 Prostatakrebs diagnostiziert wurde. Sein anfänglicher PSA Wert war 6,30ng/ml, sein Gleason Score betrug 9, und sein Krankheitsstadium war cT3a. Die Wahl der Ersttherapie war die Operation (roboterassistierte laparoskopische Prostatektomie). Hier ist seine Geschichte, übersetzt aus[6]:

    Stay tuned!
    ---------------------------------------------------------------------
    [3]: Barkhem1, Differential Response of Estrogen Receptor a and Estrogen Receptor ß to Partial Estrogen Agonists/Antagonists
    [4]: Nelles, Estrogen action and prostate cancer
    [5]: Akakura, Possible mechanism of dexamethasone therapy for prostate cancer
    [7]: Thornton, The Modulation of Aromatase and Estrogen Receptor-Alpha in Cultured Human Dermal Papilla Cells by Dexamethason.
    [8]: JNCI, Androgen-Independent Prostate Cancer and Dexamethasone

  7. #17
    Registriert seit
    13.11.2010
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    1.808

    Jetzt wird's spekulativ - Teil III

    Ich begann mit jährlichen PSA-Tests im Jahr 1995. Mein PSA Wert blieb die ersten paar Jahre in etwa gleich, dann begann er zu steigen. Im Jahr 2004 (im Alter von 67) wurde, nach einer Biopsie, Prostatakrebs bei mir mit einem Gleason Score von 4+4 und 4+5 diagnostiziert. Dann hatte ich eine radikale Prostatektomie gefolgt von einer Salvage-Strahlentherapie nach der Operation. Aber beide Therapien versagten, der Krebs war bereits vor der Entfernung der Prostata systemische geworden. Ich hatte fortgeschrittenen Prostatakrebs, der sehr aggressiv war. Wenn ich nicht unter irgendeiner Art von Behandlung war, verdoppelte sich mein PSA Wert alle 10 bis 12 Tage.

    Also musste ich eine Hormonentzugstherapie (ADT) beginnen, nachdem es sich als systemisch herausgestellt hatte. Acht Monate kontinuierlich und die restliche Zeit auf Basis intermittierender Therapie. Ich habe Lupron® (
    leuprolide acetate) alleine (ADT1), aber auch als Kombinations-Therapie (CAB) mit Casodex®(Bicalutamide) und Proscar®(Finasteride) versucht. Irgendwann wurde ich dann Lupron® refraktär [Kastrationsrefraktär], mein PSA-Wert stieg an, obwohl mein Testosteronwert im Kastrationsbereich lag.

    Dann begann ich mit Estradiol Patches. Erstmal nur einem 0.1mg/Tag Patch, gefolgt von 3 Patches, und schlussendlich landete ich bei 4*0,1mg Patches. Mit 4 Patches konnte ich ein Testosteronwert im Kastrationsbereich wie bei Lupron® erreichen. Manchmal sogar noch besser, als mit Lupron®. Ich verwendete die Patches etwa 15 Monate lang und erreichte einen durchschnittlich stabilen PSA-Wert von 1.2ng/ml bis 1.6ng/ml. Meine höchster Estradiol Wert war während dieser Zeit jedoch über 500. Dies ist ein viel höherer Estradiol Wert als ihn die meisten Frauen, die älter als 45 Jahren sind, haben. Ich wusste, wenn ich mein PSA unten 0.1ng/ml bekommen wollte, müsste ich zwischen 6 und 8 Patches pro Woche nutzen. Dies war keine erfreuliche Vorstellung ... weil es sehr schwer ist sie auf dem Körper zu halten. Ich müsste meinen Estradiol Wert irgendwie über 700 halten.

    Dann habe ich beschlossen, eine Creme zu versuchen, die die Estradiol Patches ersetzten könnte. Nun rieb ich das (Estradiol) Gel täglich auf meinen Arm. Es funktionierte bei mir, aber nicht so gut, wie ich wollte. Ich fand heraus, dass meine Berechnungen völlig daneben lagen. Ich habe den Einsatz des Gels dann wieder eine Weile ruhen lassen, will es vielleicht später nochmal versuchen. Dabei bin ich zuversichtlich, dass es das nächste Mal viel besser funktionieren wird als bei meinem ersten Versuch. Beachten Sie bitte, dass ein Pharma-Unternehmen diesen Test über viele Jahre mit vielen Patienten durchgeführt hätte. Bei mir lief es nur über 3 Monate mit einem Patienten, mich selbst.
    ...
    Dies erfordert ständige Aufmerksamkeit um die Krankheit unter Kontrolle zu halten.
    Gehen wir zurück zum Jahr 2004: Noch vor meiner Prostatakrebs Diagnose, traf ich Harry Pinchot vom PCRI (Prostate Cancer Research Institute) und Brad Raten (die zu der Zeit als PA für Dr. Mark Scholz arbeitete) zum Mittagessen. Die meisten Gespräche beim Mittagessen betrafen Prostatakrebs. Eines der vielen Dinge, die ich von Harry an diesem Tag gelernt habe war:

    "Sie müssen mehr über die Behandlung Ihres Prostatakrebses wissen, als der sie behandelnde Arzt."

    Harry und ich hatten viele interessante Gespräche über einen Zeitraum von vier Jahren. Er war der über Prostatakrebs sachkundigste Laie im Land, den ich je getroffen hatte. Somit war es ein großer Verlust für die Prostatakrebs-Patienten, als er im Januar 2008 starb. Wie sagte Harry: "Informiere dich gründlich". So begann ich das Studium des fortgeschrittenen Prostatakrebses, die nächsten 8 Jahre schaute ich durchschnittlich 30 bis 40 Stunden pro Woche auf irgendeinen Computer-Bildschirm. Ich bin auch sehr zufrieden mit der Beteiligung an zwei Selbsthilfegruppen in Michigan. Entweder alte ich selbst einen Vortrag oder zeige Vorträge von Ärzten aus dem ganzen Land.
    ...
    Glücklicherweise habe ich seit März 2007 einen Arzt, der mir erlaubt, meine eigenen Entscheidungen zu treffen.



    Dexamethason, das ist ein Medikament, welches ich schon die letzten 3-4 Jahre ausprobieren wollte. Vor einem Jahr habe ich es dann für einen Monat getestet.
    Damals war mein Testosteron-Wert zwischen 60 und 80 [0.6 bis 0.8ng/ml]. Es stellte sich heraus, dass Dexamethason nicht funktioniert, es sei denn der Testosteron-Wert ist unter 20 [0.2ng/ml], vorzugsweise so niedrig wie möglich, am besten unter 10 [0.1ng/ml]. Ich wollte aber auch nur beweisen, dass es bei einem hohen Testosteronspiegel nicht funktionieren würde. Somit ging ich wieder zurück auf Lupron®, wohl wissend, dass es alleine für mich nicht ausreichend war. Aber das war OK ....... alles was ich wollte, war mein Testosteron unter 15 [0.15ng/ml] zu bekommen. Ich nahm ein Estradiol-Patch hinzu, um Lupron® bei der Senkung des Testosteron-Wertes zu unterstützen ... und es funktionierte. Der Patch reduzierte sowohl den Testosteron- als auch den PSA-Wert.

    Der Patch reduzierte auch die Hitzewallungen, eine sehr unangenehme Erscheinung für fast alle von uns die auf Hormon[entzugs]therapie sind. Oder Sie können die Patches alleine benutzen, um Ihren Krebs ohne andere Medikamente zu behandeln (siehe oben).

    Sie reduzieren auch den Knochenschwund. Ich konnte beobachten, dass bei Patienten schon nach etwa 8 Patches sich der Knochenverlust um mehr als 60% reduzierte, aber bitte immer mit ihrem Arzt darüber sprechen!

    So - dann begann ich mit Dexamethason, 1,0mg pro Tag zusammen mit Lupron® (ohne Estradiol-Patches), um eine synergistische Antwort zu bekommen, und es funktionierte. In 30 Tagen ging mein PSA von 1,63ng/ml auf 0,06ng/ml runter. Dann lies ich nur einem 0.1mg Patch für zwei Wochen dran, um meinen Testosteron Niveau so niedrig wie möglich zu bekommen. Die nächsten 30 Tage fiel der PSA Wert von 0,06 bis auf 0,007ng/ml (nicht nachweisbar). Wissend, dass Dexamethason und Prednison zur gleichen Familie von Medikamenten gehört, versuchte ich 7mg Prednison für 30 Tage. Aber Dexamethason kennt ein paar Wege, die Prednison nicht beherrscht. Am 29. Januar 2013 ging mein PSA von 0,007 bis auf 0,13ng/ml hoch - durchaus einen beachtlicher Sprung für 30 Tage, obwohl mein Testosteronspiegel unterhalb von 10ng/dL [0.1ng/ml] lag.

    Nebenbei bemerkt: 1,0mg Dexamethason entspricht etwa 6,6mg Prednison.

    Dann ging ich wieder auf Dexamethason, aber dieses Mal verwendete ich statt einer Dosis von 1.0mg nur 0,75mg/Tag, um zu sehen, ob eine niedrigere Dosis auch funktionieren würde.Am 4.März 2013, sank der PSA von 0,13ng/ml wieder bis auf 0,05ng/ml bei einem Testosteron-Wert von unter 10 [0.1ng/ml]. Ich habe das gleiche Protokoll bis zum 8. April 2013 fortgesetzt, den letzten Wirkmonat meines 3-Monats-Lupron® Implantats. Am 8. April 2013 fiel mein PSA von 0,05 bis <0,01, Testosteron unter 10. Ich veranlasste dann einen DHT (Dihydrotestosteron) Bluttest, um zu sehen, wo mein DHT-Spiegel liegt, während ich mit Dexamethason behandele. Ich wusste, er würde wohl fallen, hatte aber nicht erwartet, dass er so stark absinken würde. Normale Werte sind 119 bis 719 (
    250-990pg/ml), mir ging er runter auf weniger als 2,50. Das beweist mir, dass die Wirkung von Dexamethason auf der DHT Ebene stattfindet. Zur Erinnerung: DHT ist zwischen 5 bis 8-mal stärker wirkend als normales Testosteron. DHT sollte bei allen fortgeschrittenen Patienten regelmäßig überwacht werden.

    Ein Wort der Vorsicht:
    - Denken Sie daran, dass Dexamethason ein hochwirksames Glucocorticoid ist. Sie müssen die Dosis langsam ausschleichen lassen, wenn Sie das Medikament absetzen wollen. Viele Pateinten haben Probleme beim Absetzen von Dexamethason oder Prednison, wenn sie zuvor relativ hohe Dosen verwendet hatten. Mein Ziel ist es, bei 1,0mg zu beginnen, und es dann auf 0,75mg fallen zu lassen, um zuletzt dann vielleicht bei 0,50mg zu enden. (Bei 1mg und darunter wird es als niedrige Dosierung angesehen - siehe
    Cushing-Schwelle). Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie mit diesem Medikament anfangen, da die Möglichkeit von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln besteht!

    AKTUALISIERT im April 2013
    1) April 8-2013 PSA mein sank von 0,05 bis <0,01, T unter 10.
    2) Meine nächste Behandlung werden nur zwei Medikamente sein, 4 Patches Estradiol (entspr. 0,4mg/Tag, um meinen T niedrig zu halten) und 0,75mg Dexamethason.
    3) Ich will sehen, wie das neue Protokoll bei mir funktioniert. Überprüfung in etwa 30 Tagen.
    4) Ich habe ein paar mehr Möglichkeiten, ich werde mich in den nächsten Monaten zu behandeln bin. Ich werde die Details, sobald ich weiß, was ich tun werde posten.


    AKTUALISIERT Mai 2013
    Blutwerte von 8. Mai waren PSA 0,004ng/ml (Testosteron unter 10). Meine nächste Behandlung werde ich mit den gleichen zwei Medikamenten, aber mit Erhöhung der Dexamethason Dosis von 0,75mg bis auf 1.0mg durchführen. Der Grund warum ich die Dexamethason Dosis erhöhe ist, weil ich auch noch eine Krankheit namens PMR (
    Polymyalgia Rheumatica) habe, welche in der Regel mit Prednison behandelt wird. So schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Dann werde ich beobachten, ob dieses Protokoll auch weiterhin anwendbar sein könnte. Mein Wunsch ist es, Dexamethason solange einzusetzen bis es versagt. Wie wir alle wissen, ist diese Behandlung nur eine vorübergehend wirkende Therapie, die wirkt, bis sie der Krebs überlistet.

    Wenn jemand versucht, sich auf diese Weise selbst zu behandeln, lassen Sie es mich wissen, welche Art von Ergebnissen sie erzielen. Wir sind 5 Männer (die ich kenne), die es versucht haben. Es funktionierte bei dreien, versagte bei zweien!



    Da auch die Immunzellen, die in die PCa Metastasen eindringen, den ERß Rezetor mitbringen, könnte man sich vielleicht noch überlegen, ob eine gleichzeitig durchgeführte Immuntherapie nicht Vorteile hätte. Thalidomide, noch so eine medizinische Wundertüte, wäre eine Möglichkeit, Low-Dose Cytoxan eine andere. Zusammenfassend kann man festhalten, dass es schon auch bezahlbare Möglichkeiten gibt die Metastasierung aufzuhalten, zumindest ein Versuch wär's wert - oder?

    ---------------------------------------------------------------------------------------------
    [6]: Doug F, A prostate cancer treatment that worked for me

  8. #18
    Registriert seit
    15.04.2006
    Ort
    Landschaft Angeln
    Beiträge
    2.818
    Ein kleiner Kommentar von mir:

    Bei der Angabe "Testosteron unter 10" ist zu beachten, dass in USA der Testosteron-Spiegel üblicherweise in ng/dl angegeben wird. "Testosteron unter 10" wäre also zu übersetzen mit "Testosteron unter 0,1 ng/ml", um die Angabe verständlich zu machen.

    Ralf

  9. #19
    Registriert seit
    13.11.2010
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    1.808

    Results of a Phase II Cancer Research UK study

    Ergebnisse einer Cancer-Research-UK Phase-II-Studie deuten darauf hin, dass Östrogen-Patches, welche in der Regel verwendet werden, um Symptome der Menopause bei Frauen zu behandeln, eine sichere Alternative zur aktuellen Hormonbehandlungen für Männer mit fortgeschrittenem PCa bieten kann. Östrogene wurden bereits genutzt, um den Testosteronspiegel bei Männern mit Prostatakarzinom zu verringern, aber bei oraler Applikation ist dies verbundenen mit Herz-Kreislauf-Problematiken wie Blutgerinnsel, Herzinfarkt und Schlaganfall.

    Die aktuelle Hauptstütze der Hormontherapie sind Luteinizing-Hormon-Releasing-Hormon-Agonisten (LHRHa), welche durch Injektion verabreicht werden. Während diese Behandlung sehr effektiv ist, kann langfristige Nutzung zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Osteoporose, Knochenbrüchen und Diabetes führen. Eine große, multizentrische Studie (PATCH) untersuchte ob Östrogen welches durch die Haut aufgenommen werden könnte (transdermal), die häufigsten Komplikationen im Zusammenhang mit oralem Östrogen oder LHRHa vermeiden könnte. Die in die Studie eingeschlossenen Männern mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Prostatakrebs wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Behandlungsgruppen randomisiert, die entweder ein LHRHa (85 Männer) oder Östrogen-Patches (169 Männer) erhielten. Die Analyse ergab folgende Ergebnisse:


    • Nach drei Monaten wurden der Testosteronwert vergleichbar unterdrückt (93% der Männer mit LHRHa, bzw. 92% bei Östrogenpflastern erreichten Testosteron-Konzentration im Kastrationsbereich);
    • Nach 19 Monaten waren weniger kardiovaskuläre Ereignisse bei Männern mit Östrogen-Patches, und nach 12 Monaten waren Blutzucker-und Cholesterinwerte (Marker für Herz-Kreislauferkrankungen) ebenfalls bei Männern in der Östrogen Patch-Gruppe niedriger, im Vergleich zu denen mit einer LHRHa Therapie.


    Die Studie ergab, dass, wenn die langfristige Wirksamkeit noch bestätigt wird, Östrogen-Pflaster eine mögliche Alternative zu LHRHa für die Behandlung von PCa sein könnte. Die Studie wurde auf 660 Männer erweitert, um das progressionsfreie Überleben und die Nebenwirkungen, die mit Östrogen-Patches assoziiert sind, bewerten zu können.

    Quelle: Langley RE, Cafferty FH, Alhasso AA et al. Lancet Oncol 2013; 14:306-16.

  10. #20
    Registriert seit
    13.11.2010
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    1.808

    PATCH Studie, die Details...

    LHRHa (n=78) Patch (n=26) Patch (n=112)
    2*2 Patches/wk. 2*3 Patches/wk.
    Endocrine/sexual
    Gynaecomastia
    0 63 (81%) 8 (31%) 26 (23%)
    1–2 15 (19%) 15 (57%) 76 (68%)
    3 0 3 (12%) 10 (9%)
    Erectile dysfunction
    0 36 (47%) 9 (35%) 49 (45%)
    1–2 33 (43%) 15 (58%) 54 (49%)
    3 8 (10%) 2 (8%) 7 (6%)
    Decreased libido
    0 39 (51%) 8 (31%) 52 (47%)
    1–2 37 (49%) 18 (69%) 55 (50%)
    3 0 0 3 (3%)
    Hot flushes
    0 34 (44%) 18 (69%) 85 (76%)
    1–2 44 (56%) 8 (31%) 27 (24%)
    Neurological
    Anxiety
    0 64 (82%) 24 (92%) 100 (89%)
    1–2 14 (18%) 2 (8%) 12 (11%)
    Depression
    0 64 (82%) 20 (77%) 101 (90%)
    1–2 13 (17%) 6 (23%) 11 (10%)
    3 1 (1%) 0 0
    Inability to concentrate
    0 62 (79%) 15 (58%) 104 (93%)
    1–2 16 (21%) 11 (42%) 8 (7%)
    Headache
    0 72 (92%) 25 (96%) 108 (96%)
    1–2 6 (8%) 1 (4%) 4 (4%)
    Dizziness
    0 68 (87%) 23 (88%) 107 (96%)
    1–2 9 (12%) 3 (12%) 5 (4%)
    3 1 (1%) 0 0
    Gastrointestinal
    Nausea
    0 74 (95%) 24 (92%) 109 (97%)
    1–2 4 (5%) 2 (8%) 3 (3%)
    Vomiting
    0 76 (97%) 26 (100%) 111 (99%)
    1–2 2 (3%) 0 1 (1%)
    Abdominal pain
    0 71 (91%) 24 (92%) 112 (100%)
    1–2 7 (9%) 2 (8%) 0
    Constitutional and other symptoms
    Fatigue
    0 46 (59%) 16 (62%) 85 (76%)
    1–2 32 (41%) 10 (38%) 26 (23%)
    3 0 0 1 (1%)
    Appetite increase
    0 69 (88%) 21 (81%) 106 (95%)
    1–2 9 (12%) 5 (19%) 6 (5%)
    Weight changes
    0 64 (82%) 23 (88%) 99 (88%)
    1–2 12 (15%) 3 (12%) 13 (12%)
    3 2 (3%) 0 0
    Blood-pressure changes
    0 72 (92%) 26 (100%) 109 (97%)
    1–2 5 (6%) 0 3 (3%)
    3 1 (1%) 0 0



    Anmerkungen:
    Auf zwei Werte möchte ich besonders hinweisen:

    • Hot-Flashes - 44% der LHRHa Anwender, aber nur 24% der Patienten mit 2*3 Östrogen Patches/Woche
    • Fatigue - 41% der LHRHa Anwender, aber nur 27% der Patienten mit 2*3 Östrogen Patches/Woche

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •