Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 22

Thema: "Arbeitskreis Niedrigrisiko Prostatakarzinom"

  1. #1
    Harald_1933 Gast

    "Arbeitskreis Niedrigrisiko Prostatakarzinom"

    Im BPS-Magazin 1/2012, das hier heruntergeladen werden kann, kam erstmals offiziell der "Arbeitskreis Niedrigrisiko Prostatakarzinom" zu Wort bzw. zur Sprache. Josef Dietz als Leiter dieses AK NR PCa gab nachstehend zum besseren Verständnis noch einmal wichtige Hinweise, was es zu beachten gilt, wenn man sich für AS (Active Surveillance) entscheiden möchte:

    Prostatakrebs mit niedrigem Risiko, der zum Zeitpunkt seiner Entdeckung keine Probleme verursacht, kann mit der Aktiven Überwachung behandelt werden. Operation oder Bestrahlung mit heilender Absicht oder eine medikamentöse Therapie mit ihren jeweiligen möglichen Nebenwirkungen können so vermieden werden. Wird während der Aktiven Überwachung ein Fortschreiten der Erkrankung festgestellt, kann sodann eine Behandlung mit heilender Absicht erfolgen. Für eine Strategie der Aktiven Überwachung eines nicht oder noch nicht behandlungsbedürftigen Prostatakrebs empfiehlt die S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms mit folgenden Voraussetzungen:

    PSA-Wert < 10 ng/ml, Gleason-Wert < 6, Stadium cT1c (durch Stanzbiopsie bei erhöhtem PSA nachgewiesen) und cT2a (Tumor nimmt weniger als die Hälfte eines Prostatalappens ein), Tumor in < 2 Stanzen und < 50% Tumor in einer Stanze.

    Der PSA-Wert kann durch eine Blutprobe bestimmt werden. Die anderen Kriterien müssen durch eine Gewebeprobe der Prostata von einem Facharzt der Pathologie geprüft werden. Mit Ultraschall, Magnetresonanztomographie oder anderen Techniken bildlicher Darstellung können diese Feststellungen nicht getroffen, aber unterstützt werden. In ihren Befundberichten informieren Pathologen über die Ausbreitung und Aggressivität des Tumors. Insbesondere werden in einer feingeweblichen Beurteilung der Proben die Abweichungen von normalen Gewebestrukturen mit Hilfe des Gleason-Werts beschrieben.

    In der Praxis sollten ab dem Gleason-Wert 6 Arzt und Patient therapeutische Konsequenzen vereinbaren. Falls Sie eine Aktive Überwachung in Betracht ziehen, kann im Einzelfall zur Klärung bestimmter Fragestellungen eine DNA-zytometrische Zusatzuntersuchung vorgenommen werden (Anleitung zur pathologisch-anatomischen Diagnostik von Prostatatumoren, März 2011, Bundesverband Deutscher Pathologen e.V., Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.).

    Die DNA-Bildzytometrie soll Hinweise auf die Aggressivität der Tumorzellen und eine zusätzliche Hilfe bei einem Therapieentscheid geben. Diese Diagnoseform misst die Zahl der Chromosomensätze (Ploidie) in den Prostatakarzinomzellen. Danach wird die ermittelte Zahl ins Verhältnis gesetzt zu einer bei Menschen normalen Anzahl von 46 Chromosomensätzen. Damit soll eine prognostisch bedeutende Bestimmung der Malignität des Karzinoms getroffen werden. Je bösartiger ein Tumor ist, umso ausgeprägter sind die Abweichungen der Chromosomensätze, so lautet eine Annahme beim Prostatakrebs.

    Die DNA-zytometrische Untersuchung eines Prostatakarzinoms ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Ob die DNA-Bildzytometrie eine zusätzliche diagnostische Absicherung für den Therapieentscheid zur Aktiven Überwachung sein kann, versucht eine Studie zu ermitteln. Sie geht der Frage nach, kann die Bestimmung der Ploidie zusätzlich zum Gleason-Wert, eine objektivere und prognostisch bedeutende Aussage zur besseren Identifizierung der Patienten machen, die von einer Aktiven Überwachung mehr profitieren als von einer sofortigen Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie.

    Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. und die Stiftung Männergesundheit unterstützen mit einem Spendenaufruf das Zustandekommen der Studie zur Vorhersage eines klinisch gutartigen Verlaufs durch die DNA-Bildzytometrie bei Niedrigrisikopatienten mit Mikrokarzinomen der Prostata. Die wissenschaftliche Erkenntnis ordnet die Aktive Überwachung ein in die empfehlenswerten Behandlungsoptionen beim lokal begrenzten Prostatakarzinom mit geringem Risiko (S3-Leitlinie zur Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms). Übertherapie für Patienten mit lokal begrenztem Mikrokarzinom und die möglichen Folgen von Impotenz und Inkontinenz vermeiden, hat sich der BPS zur Aufgabe gemacht, die er durch seinen jüngsten Arbeitskreis „Niedrigrisiko Prostatakarzinom“ bearbeiten wird.

    Josef Dietz
    – Arbeitskreis Niedrigrisiko Prostatakarzinom –

    Die neue Broschüre der BARMER-GEK-die gesundexperten unter der Überschrift "Beobachten, überwachen, operieren, bestrahlen" Behandlungsstrategien bei Prostatakrebs kann hier heruntergeladen werden.

    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Arbeitskreis Niedrigrisiko Prostatakarzinom durch Hanns-Jörg Fiebrandt und Josef Dietz im Teamwork geleitet wird.

    Die von einem Niedrigrisiko Prostatakarzinom betroffenen Männern dürfen sich durch diesen vom BPS unterstützten und dank der aktiven Begleitung durch Josef Dietz und Hanns-Jörg Fiebrandt initiierten Arbeitskreis gut betreut fühlen. Wer zusätzliche Informationen benötigt, wende sich bitte an:
    Tel: 07252. 58 00 156
    Fax: 07252. 58 00 157
    eMail: prostata-shg-bretten@web.de
    www: www.prostata-shg-bretten.de

    "Gibt es einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis? Es gibt ihn. In der Tat"
    (Werner Mitsch)

  2. #2
    Registriert seit
    30.09.2006
    Ort
    Düsseldorf der Bergische Löwe
    Beiträge
    2.623

    Es ist leise um die PROKO-Studie geworden

    Hallo Mitbetroffene und vor allem AS-ler,

    weil man von der auf ein Jahr begrenzten PROKO-Studie kaum etwas bis nichts mehr gelesen oder gehört hat, habe ich Haralds beitrag wieder mal hervor gekramt. Es wäre nett wenn sich von den Offiziellen des BPS mal einer über den Stand der Dinge äußern könnte.

    Beste Grüße
    Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
    myProstate.eu
    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  3. #3
    Reinardo Gast
    Na, Heribert. Du wartest schon recht lange auf eine Antwort von den Offiziellen des BPS. Daran erkennst Du, welchen Stellenwert wir bei denen haben.
    Gruß, Reinardo

  4. #4
    Registriert seit
    30.09.2006
    Ort
    Düsseldorf der Bergische Löwe
    Beiträge
    2.623
    Hallo Reinardo und Mitbetroffene

    Eigentlich möchte ich nur wissen, ob und was meine Spende zur DNA-Zytometrie-Studie (später PROKO-Studie) bewirkt hat, oder ob sie im Nirvana der Spendensümpfe verschwunden ist.

    Gruß Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
    myProstate.eu
    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  5. #5
    Registriert seit
    03.07.2008
    Ort
    Tornesch Schleswig Holstein
    Beiträge
    647
    quote:
    Wer zusätzliche Informationen benötigt, wende sich bitte an:
    Tel: 07252. 58 00 156
    Fax: 07252. 58 00 157
    eMail: prostata-shg-bretten@web.de
    www: www.prostata-shg-bretten.de
    unquote:
    wer lesen kann ist klar im Vorteil
    Geändert von silver dollar (29.08.2013 um 14:55 Uhr) Grund: Tippfehler
    Gruss aus Tornesch
    Guenther
    SHG Prostatakrebs Pinneberg
    Dies ist die Ansicht eines Betroffenen und keine fachärztliche Auskunft
    Serve To Lead

  6. #6
    Registriert seit
    30.09.2006
    Ort
    Düsseldorf der Bergische Löwe
    Beiträge
    2.623
    Lieber Günther

    Wenn es noch keine Aufschlüsse gibt, ist das ja in Ordnung. Ein kleiner Hinweis, über den Umfang der angemeldeten Untersuchungen und z.B. es wird noch ein paar Monate in Anspruch nehmen, bis erste Ergebnisse zu erwarten sind, hätte vollkommen genügt. Die Teilnehmermeldung zur Studie war bis zum August 2012 begrenzt. Das Jahr für die Studie ist jedenfalls um.

    Das die Initiative von Josef Dietz die PROKO-Studie erst ermöglicht hat, ist hinlänglich bekannt. Ich wusste allerdings nicht, dass er nun auch noch die Moderation losgelöst vom BPS übernehmen muss! Oder habe ich Dich jetzt vollkommen falsch verstanden?

    Gruß Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
    myProstate.eu
    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  7. #7
    Reinardo Gast
    Hallo Heribert:-

    Ich hatte heute anlässlich eines SHG-Treffs Gelegenheit, Herrn Fiebrandt über die Studie zu befragen. Er hat mir gesagt, dass die Auswertung von etwa 300 Fällen in Arbeit sei, sodass das Projekt noch nicht abgeschlossen ist. Federführend sei Herr Josef Dietz, dessen Kontaktadressen Silver Dollar Dir bereits oben mitgeteilt hat. Wie Du Dich erinnern wirst, hatte Herr Dietz das Projekt auch vorfinanziert, sodass verständlich ist, dass er auch federführend wirkt. Ich hatte mich übrigens auch mit einer moderaten Spende beteiligt, weil ich in der DNA-Zytometrie einen Quantensprung nach vorn in der Malignitätskontrolle und Prognostik von uns Patienten sehe.

    Wie ich bei dieser Gelegenheit leider erfahren habe, wird die Aufnahme der DNA-Zytometrie in die Behandlungsrichtlinien von Seiten eines massgeblichen Pathologen blockiert, der weitere Studien fordert. Nach dem Verlauf des Bremer Symposiums und Kenntnis der Szene kann ich mir denken, dass nur Professor Bonckhoff diesen Part in den Beratungen übernommen haben kann. Lies Dir mal durch, mit welcher Sachkenntnis und Engagement die Verfasser der Informationsbroschüre http://www.prostata-shg-bretten.de/DNA-Zytometrie/ die Übernahme der Zytometrie in die klinische Praxis vorbereitet haben. Es ist wirklich zum Resignieren.

    Gruß, Reinardo

  8. #8
    Harald_1933 Gast
    Zitat Zitat von Reinardo
    Es ist wirklich zum Resignieren.
    Lieber Reinhard,

    diese eher flüchtige Bemerkung könnte beim flotten Lesen durchaus zu Mißverständnissen führen, wobei Insider natürlich wissen, wie Du das gemeint hast. Du hast die oben verlinkte Broschüre schon an anderer Stelle lobend erwähnt. Es ist wirklich zum aus der Haut fahren, dass die bei anderen Krebsvarianten erprobte Plodiebefundung durch die DNA-Zytometrie von Urologen ignoriert wird, obwohl sie gerade bei niedrigmalignen Tumoren zusätzliche Diagnose ermöglicht. Obwohl auch die GKV das bezahlen, wird das leider meist nur von mündigen, soll heißen informierten Patienten angefordert.

    Alles Gute für Dich bei dem D3-Auftanken in Spanien.

    "Um beliebt zu sein, darf man weder seine Klugheit noch seine Dummheit all zu sehr zeigen"
    (Willy Reichert)

    Gruß Harald

  9. #9
    Harald_1933 Gast
    Ergänzung:

    Zitat Zitat von nicht anerkannt, weil auf ignorieren gesetzt
    Ergo, es muß erst ein Arbeitskreis ( typ." deutscher Michel" ) gegründet werden, damit auch AS seine berechtigte Akzeptanz erhält.
    Welche Überheblichkeit in der Wortwahl. Ein verkappter Michel im Heiligenschein.

    "Manchmal schlägt der Lorbeer im Kopf Wurzeln"
    (Stanislaw Jerzy Lec)

    Gruß Harald

  10. #10
    Reinardo Gast
    Harald, ich glaube, Du nimmst die Bemerkung von Helmut zu schwergewichtig. Natürlich musste nicht erst ein Arbeitskreis für AS gebildet werde. Man sagt so etwas manchmal dahin.
    Interessant ist aber die Website von Josef Dietz www.prostata-shg-bretten.de wo er unter Aktuelles breit gefächert neueste Informationen über die DNA-Thematik gibt und auch die von uns erlebte Feinnadel-Aspirationsbiopsie behandelt. Einzelheiten seiner SHG und des eingetragenen Vereins kenne ich nicht (ist mir regional auch zu weit erntfernt), aber was ich lese, deutet darauf hin, dass Josef Dietz verstanden hat, was Sache ist und wie Diagnostik und Therapien bei Prostatakrebs mit dem DNA-Instrumentarium auf ein höheres Niveau gebracht werden können.
    Leider wird das nur parallel zu den etablierten medizinischen Fachgesellschaften gehen können, da diese viel zu sehr in Dogmatismus und Kommerz verhangen sind und Neuerungen blockieren. Die niedergelassenen Urologen hingegen sind für neue an sie herangetragene Ideen eher zugänglich, weil sie sich im jetzigen System wie die Patienten auf der Verliererseite sehen und gemeinsam mit den Patienten auch ein Revirement ihrer Leistungsvergütungen durchsetzen könnten.


    Ansonsten Danke für Deine Wünsche.

    Gruß, Reinardo

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •