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Thema: BPS-Magazin 2/2012

  1. #11
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    Lieber Harald,
    da muss ich leicht widersprechen:
    Zitat Zitat von Harald_1933
    Die Vorteile einer DNA-Zytometrie konnten aber mit dieser beschriebenen Aktion in Richtung Lütjensee schon aufgezeigt werden.
    Nach wie vor, die Vorteile der DNA-Zytometrie konnen bestenfalls vermutet werden. Wenn sie bewiesen wären, könnte man sich die DNA-ProKo-Studie sparen.
    Wartet doch einfach mal ab, bis die Ergebnisse der Studie vorliegen.
    Was Du Rudolf, mit dem Schwenk zum Hochrisikotumor in dieser Sache bezwecken willst, erschließt sich mir nicht.

    Herzliche Grüße
    Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
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    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  2. #12
    Harald_1933 Gast
    Zitat Zitat von Heribert
    Wartet doch einfach mal ab, bis die Ergebnisse der Studie vorliegen.
    Lieber Heribert,

    es tut gut, wenn auch mal jemand auf die Bremse tritt. Als ehemaliges Mitglied im Arbeitskreises DNA-Zytometrie - hier nachzulesen - wirst Du sicher für meine Betrachtungsweise durch die rosarote Brille Verständnis haben. Die gewählte Formulierung über die Vorteile einer DNA-Zytometrie lediglich in Anbetracht der Aktion Lütjensee mag in der Tat von mir etwas zu optimistisch ausgefallen sein. Es ist auch jetzt müßig, weitere Spekulationen über die Richtigkeit meiner etwas vorlaut fixierten Meinung über die Vorteile der DNA-Zytometrie anzustellen. Das Prostatakarzinom ist nun, aus welchen Gründen auch immer, leider etwas stiefmütterlich, was die DNA-Zytometrie anbelangt, behandelt worden. Für andere Krebsarten sollen relevante Studien vorliegen. Nicht zuletzt diese Tatsache und mein eigener unerschütterlicher Glaube an die doch recht zuverlässige Aussagefähigkeit der Ploidie-Befunde bestärken mich in der Zuversicht, dass die in Rede stehende Studie die von uns erhoffte Bestätigung herbeizaubert.

    Das Chaos in den Chromosomen ist das Primäre bei der Entstehung des PCa. Das Sekundäre ist der sich dadurch erklärende, ansteigende Gleason-Score. Die Bestimmung hunderter Tumorzellen durch eine objektive Computeranalyse erscheint mir schlicht überzeugender, als die subjektive Gradierung durch einen Pathologen. Die ebenfalls erkennbare Proliferationsrate spricht für sich selbst.

    "Um sein Ziel zu erreichen, zitiert selbst der Teufel aus der Bibel"
    (William Shakespeare)

  3. #13
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    Hallo nochmal,

    wie aus dieser Diskussion wieder einmal zu erkennen ist, betrachtet man im Zusammenhang mit der DNA-Zytometrie nur die Ploidieverteilung. Dabei sagt die Ploidie für sich alleine nichts über das Ausbreitungstempo des Tumors aus. Das erfahren wir nur wenn der prozentuale Anteil der entarteten Zellen zu den normalen Zellen bekannt ist, - die Proliferationsrate.
    Die kann zwar auch am Mikroskop ausgezählt werden, ist aber mit der DNA-Zytometrie aufgrund ihrer Zellvereinzelung und den ausgezählten Zellmengen (300 - 400) nicht vergleichbar, weil erheblich genauer, als dies bei einer subjektiven Betrachtung am Mikroskop überhaupt möglich ist. Zudem wäre eine so umfangreiche Auswertung am Mikroskop als Routineuntersuchung nicht bezahlbar.

    "Wenn weniger als 5% der Zellen tumorös sind und nur ein diploides Verteilungsmuster aufweisen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Betroffene zwar weiterhin überwacht werden muss aber zeitlebens keine Therapie braucht. Bei mehr als 5% bis 10% muss weiter sehr eng überwacht werden, um rechtzeitig therapeutisch eingreifen zu können - Soweit die Theorie."

    Um diese Theorie ohne große Risiken auch praktisch verfolgen zu können, ist die Studie ins Leben gerufen worden.

    Beste Grüße
    Heribert

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  4. #14
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    Zitat Zitat von Heribert Beitrag anzeigen
    Um diese Theorie ohne große Risiken auch praktisch verfolgen zu können, ist die Studie ins Leben gerufen worden.
    In dieser hier kürzlich geposteten Literaturzusammenfassung
    http://www.lymenet.de/literatur/prostata/indexd.htm
    finden sich einige Hinweise zur Diagnostik mittels Ploidie, vor allem aus den 90ern:

    Zitat Zitat von Lymenet
    [Fine needle aspiration biopsy DNA ploidy status predicts grade shifting in prostate cancer (Ross et al. 1999).
    • Die Sensitivität der Kern-Nadel-Biopsie (Stanzbiopsie) beim Auffinden von hochgradigem Tumor war 30% und die Spezifität war 86% (Referenzstandard ist die entfernte histologisch total vermessene Prostata)
    • Die Sensitivität der DNA-Zytometrie an Feinnadel-Aspirationsbiopsieproben beim Auffinden von hochgradigem Tumor war 78% und die Spezifität war 96% (Referenzstandard ist wieder die entfernte histologisch total vermessene Prostata).
    • JR Oppenheimer, 1996 "DNA Ploidy Analysis (in chache): DNA-Zytometrie ("DNA-Ploidie")-Analyse war wichtiger als Gleason-Note (Gleason grade) (Ross 1994). Diese letzte Studie zeigte
      • ein 10-fach erhöhtes Risiko für Metastasierung und
      • ein 3-fach erhöhtes Risiko für Ausbreitung aus der Prostata-Kapsel hinaus,

      wenn die Feinnadel-Aspirationsbiopsieprobe nicht-diploide Chromosomenverteilung aufwies. Diese Resultate sind noch nicht in einer unabhängigen Studie bestätigt worden.



    Vergleich der Auffindung von hochgradigem Tumor
    mit
    Stanzbiopsie-basierter histopathologischer (Gleason)-Benotung und
    Feinnadel-Aspirations-Biopsie-basierter DNA-Ploidie Analyse



    Mehr zur Krebsdiagnostik mit DNA-Ploidie (DNA-Cytologie)



    Harald sei Dank, dass er die Berichte zum Lütjensee-Zytometrie-Experiment
    von sechs gestandenen Forenmitgliedern wieder hochgeholt hat.
    Anders als in wissenschaftlichen Abhandlungen wird die Leistungsfähigkeit dieser Diagnostik erlebbar.

    Schon erstaunlich, dass diese Sache in den 90ern anscheinend ganz heiss war,
    und nun erst wieder aufgenommen wird.
    Den Fachleuten hier im Forum ist das alles längst bekannt, Anfänger wie ich
    staunen fasziniert und fragen sich, ob mit der Überwachung des PSA genug
    getan sei - oder gar das falsche.

    Hvielemi
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  5. #15
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    Lieber Hvielemi,

    dazu muss noch gesagt werden, dass für die Erstdiagnostik auf jeden Fall eine Stanzbiopsie zur Befundung der Standartwerte erforderlich ist. Wesentlich ist auch, dass es zur DNA-Zytometrie keiner weitern Biopsie bedarf, sondern die Zellen aus dem Stanzbiopsat extrahiert werden und maschinell, computerassistiert, reproduzierbar beurteilt werden.

    Gruß Heribert

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  6. #16
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    Zytometrie bei fortgeschrittenem PCa?

    Zitat Zitat von Heribert Beitrag anzeigen
    Lieber Hvielemi,

    dazu muss noch gesagt werden, dass für die Erstdiagnostik auf jeden Fall eine Stanzbiopsie zur Befundung der Standartwerte erforderlich ist. Wesentlich ist auch, dass es zur DNA-Zytometrie keiner weitern Biopsie bedarf, sondern die Zellen aus dem Stanzbiopsat extrahiert werden und maschinell, computerassistiert, reproduzierbar beurteilt werden.

    Gruß Heribert
    Ich nehme an, dass die Zytometrie nach RPE deutliche Unterschiede ergeben würde
    zwischen Zellen des soliden Prostatatumors und Zellen der Lymph-Metastasen.
    Auch innerhalb des Tumors müssten klare Unterschiede zwischen den einzelnen
    Gleason-Fraktionen sichtbar werden, da diese ja verschiedenen Populationen
    entstammen sollten.

    Der über-exponentielle Anstieg des PSA kurz vor der RPE in dieser Grafik ...

    ... ist wohl auf eine jüngere, aggressivere Zellpopulation zurückzuführen, die
    die Fähigkeit zur Metastasierung gewonnen hatte, also vor allem in den positiven
    Lymphknoten angesiedelt sein müsste.
    Diese, so vermute ich, ist wohl identisch oder ähnlich mit jener der weiteren
    Lymph-Metastasen, die nach Abbruch der ersten HB rasch wuchs.

    Das Problem nun: Von diesen Knoten wird eine Gewebeprobe nicht erhältlich
    sein, und das Vorhandensein weiterer - noch aggressiverer? - Populationen in
    allfällig schon vorhandenen Micrometastasen ist ohnehin nicht nachweisbar.

    Bleiben also der PSA-Verlauf und bildgebende Verfahren doch die einzige Weise
    der Verlaufskontrolle des fortgeschrittenen PCa?

    Hvielemi


    PS: Man verzeihe mir bitte diesen Einschub persönlicher Betroffenheit in ein
    Thema allgemeinen Interesses. Es brennt eben nicht nur unter den Nägeln,
    sondern auch in diversen Lymphbahnen ...
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    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  7. #17
    Reinardo Gast
    Hallo:-

    Harald sei Dank, dass er dieses Thread hier gestartet hat.

    Wie wenig die DNA-Zytometrie bisher in das urologische Denken eingegangen ist, kann man dem von Winfried gebrachten Link zur Aerztezeitung entnehmen und zwar dem Aufsatz von Roland Fath "Glaubenskrieg um Prostatakrebs". Ich kann mangels technischer Moeglichkeiten nur ein paar Gedanken beisteuern.

    Das Verhaeltnis, wie der Gleason mit dem DNA-Befund korreliert, ist in einem Beitrag hier von Knut optimal graphisch dargestellt worden. Es gibt da tatsaechlich Faelle von diploid und hohem Gleason. Die Regel ist das aber nicht. In meinem Fall korrelierte der Gleason 2+3 mit einem diploiden Befund. Auch die Fortentwicklung des Krebses zu Gleason 4+5 wurde durch aneuploidem Befund bestaetigt.

    Einer der Gruende, weshalb die DNA-Analyse die fuer die Therapieplanung ueberlegene Diagnose liefert, ist auch darin zu sehen, dass der Gleason nur das haeufigste und das zweithaeufigste Malignitaetssegment angibt, die DNA-Analyse jedoch ALLE Malignitaetsstufen. Bestimmt man auch deren jeweilige Proliferationsrate, kann man sich eine Berechnung von dem zu erwartenden Krebswachstum machen, es zumindest annaehernd versuchen.
    Ein weiterer Grund ist das vereinfachte Monitoring bei Betroffenen, die sich fuer aktives Ueberwachen entscheiden, denn eine FNAB ist risikoarm und nicht belastend.

    Gruss, Reinardo

  8. #18
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    Lieber Hvielemi,

    Deine Biopsate aus der Sicht des Zytopatologen zu beurteilen, hätte für mich nur einen akademischen Wert, da Dich allem Anschein nach eine besonders aggressive Form eines Adenokarzinoms heimgesucht hat. Obwohl Du sowohl die Biopsate als auch die Resektionspräparate auch Heute noch zur DNA-Zytometrie versenden könntest.

    Gruß Heribert

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    (Luciano de Crescenzo)

  9. #19
    Harald_1933 Gast
    ProKo-Studie

    Obwohl die Ergebnisse der Studie noch nicht vorliegen, hat mich Josef Dietz gebeten, die nachfolgenden Hinweise ergänzend in diesen Thread einzufügen:
    http://prostata-shg-bretten.de/Liter...inom%202.1.pdf

    und hier die Seite 8:

    http://prostata-shg-bretten.de/Email...prostata-1.pdf

    Diese ist aktueller Bestandteil der S3-LL.

    Die DNA-ProKo-Studie soll eigentlich nur noch einmal die vorliegenden Ergebnisse aktuell bestätigen, damit die DNA-Zytometrie auch in die Routinediagnostik in der S3-LL Eingang findet. Dazu ist jede weitere Unterstützung willkommen.

    Hier noch ein Hinweis zur Seite 26 und 27 der neuen Patientenbroschüre BARMER-GEK : "Beobachten, überwachen, operieren, bestrahlen Behandlungsstrategien bei Prostatakrebs"

    http://www.prostata-shg.de/Aktuelles...statakrebs.pdf

    und siehe auch Link in dieser Broschüre auf Seite 27 zur Bestimmung der Aggressivität mit weiteren Hintergrundinformationen zur DNA-Zytometrie: http://www.prostata-shg.de/DNA-Zytometrie/ oder direkt zur neuen Broschüre: "Prostatakrebs Aktive Überwachung mit DNA-Zytometrie" zur Bestimmung der Bösartigkeit von Prostatakarzinomen durch DNA-Zytometrie mit den Autoren:
    Prof. Dr. Alfred Böcking, FIAC, em. Direktor des Instituts für Cytopathologie, Universitätsklinikum Düsseldorf,Institut für Pathologie, Krankenhaus Düren
    Priv. Doz. Dr. med. Christof Börgermann,Chefarzt der Abteilung für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie Krankenhaus Düren
    Josef Dietz, Landesverband Baden-Württemberg im Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe

    Übrigens, Herr PD Dr. Börgermann ist Mitglied der Leilinienkommission.

    @Reinardo: Lieber Reinhard, vielen Dank für Deine wichtigen Hinweise.

    "Wer das Ziel kennt, kann entscheiden; wer entscheidet, findet Ruhe; wer Ruhe findet, ist sicher; wer sicher ist, kann überlegen; wer überlegt, kann verbessern"
    (Konfuzius)

  10. #20
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    Hallo Rudolf,
    so wie Du bei Josef Dietz eine starke Überzeugung für die DNA Zytometrie spürst, so spürt man entsprechend Deine Abneigung zumindest sehr große Skepsis gegen dies Diagnoseverfahren.
    Ich bin nun 6 Jahre aktiv im Forum, und in dieser Zeit hast Du Dich noch nie an einer Diskussion zur DNA-Ploidie beteiligt. Nun bist Du gleich mit mehreren Beiträgen zu dieser Thematik im Forum vertreten, für mich ein Zeichen, dass Du das goldene Kalb DHB wohl endgültig hinter Dir gelassen hast. Für mich war es immer die Tragik des Forums, dass ein Großteil der qualifizierten Forumsleute in der Weltanschauung DHB gefangen war und vehement die DNA-Ploidie wegen des Satzes von Tribukait/Böcking „Die Guten machen Platz für die Bösen“ ablehnte, da dieser mit Recht, wie wir heute wissen, die DHB als kurative Ersttherapie infrage stellte. Der andere große Block der Ektomierten hatte an der DNA-Ploidie überhaupt kein Interesse und empfand diese Zusatzinformationen nur als verwirrend und belastend. Die Prostatektomie war der Goldstandard, der einem von der Geißel PCa nachhaltig befreite, und ein eventuelles Rezidiv war dann Gottes Fügung. Es gehörte zum guten Ton nach der Ektomie den PSA-Wert mit der Auflösung > 0,1zu bestimmen, um sich nicht unnütz zu belasten. Das war Überzeugung (Hörigkeit?) und lief unter Lebensqualität.
    Es war die Zeit der Diaspora der DNA-Ploidie im Forum, und nur eine kleine Gruppe von Ploidie Enthusiasten versuchte das Fähnlein hoch zu halten. Dies änderte sich als Günter Feick BPS Vorsitzender wurde. Er initiierte den Arbeitskreis DNA Ploidie, und Harald hat weiter oben noch einmal auf den Abschlussbericht des AK hingewiesen. Die Resonanz im Forum hielt sich in Grenzen. Die Zeit war noch nicht reif. Es war Konrads† Verdienst, den SHG-Leiter Josef Dietz für die DNA-Ploidie zu begeistern, der nun seit Jahren unermüdlich innerhalb des BPS die Vorteile der DNA-Ploidie als Diagnoseverfahren publik macht.
    Und die Renaissance kommt zur jetzigen Zeit nicht von ungefähr, denn

    • es ist nun klar, dass es keinen Goldstandard gibt.
    • es ist nun klar, dass es Übertherapie gibt.
    • es ist nun klar, dass es eine Zumutung ist, eine AS Verlaufskontrolle mittels Stanzbiopsien zu machen.


    Und es ist Josef Dietz Verdienst, diese Studie mit Billigung des BPS Vorstandes auf den Weg gebracht zu haben, und er ist immer noch unermüdlich im Einsatz, die Finanzierung endgültig sicher zu stellen.
    Und vielleicht bist Du, Rudolf, am Ende meiner Ausführungen auch bereit, ein Scherflein zur Studie beizutragen.
    Dieser komprimierte Rückblick ist gedacht für die Neuen im Forum, um die Argumentationen in diesem Thread besser zu verstehen.

    Bevor ich nun auf Deine Ausführungen eingehe, möchte ich noch den Leserbrief von Frau Schäfer ansprechen, der, so meine ich, Rudolf, heraus zu hören, Deine Billigung gefunden hat. Es sieht so aus, dass die Damenwelt weiß, was unserer Prostata gut tut, denn auch in USA hat eine Dame, nämlich Frau Dr. Virginia Moyer, eine Kinderärztin, als Leiterin der USPSTF entschieden, das PSA Screening einzustellen. Der Kommentar von Dr. „Snuffy Myers“ dazu „Jerks!“, was in diesem Fall so viel bedeutet wie Trottel, Narren. Wer dies gerne im Originalton hören mochte, kann dies in dem kleinen Video

    http://askdrmyers.wordpress.com/2012...-advanced-pca/

    Nun möchte ich zu Deinen Ausführungen kommen, wobei- entschuldige bitte- mir die Qualität zeigt, dass Du in der Vergangenheit bei den DNA Diskussionen immer die Scheuklappen unten hattest.
    Indem bei den für das Active Surveillance nur indizierten Gleason 3+3-Tumoren gezeigt wird, dass sie dipoloid sind? Das sind sie fast alle!
    38 % der GS 3 + 3 Tumore sind nicht diploid.

    Das Thema Ploidie eignet sich bei der Debatte um die Ausweitung der Active Surveillance Strategie so gut wie gar nicht.
    Tribukait hat in seinen Arbeiten/Studien gezeigt, dass ein diploider Tumor mit einer Teilungsrate < 5 % geeignet ist, abzuwarten und keine Therapie zu machen. Prof. Böcking hat in seinen Kommentaren zu der Proko-Studie die einschlägigen, früheren Studien aufgeführt und darauf hingewiesen, dass das Designe dieser älteren Studien nicht so ausgelegt war, dass sie gemäß den heutigen Anforderungen den höchsten Level bekommen. Das Designe der neuen Studie ist gemäß dem neuen Anforderungsprofil ausgeführt, so dass mit der erwarteten Bestätigung der alten Ergebnisse die höchste Evidenzklasse I a erreicht werden soll, um die Akzeptanz des Diagnoseverfahrens für AS sicher zu stellen.

    Aber daraus lässt sich nicht ableiten, dass alle diploiden PCa nicht aggressiv sind. Es gibt auch diploide Gleason 8 bis 10 Tumore.
    Grundsätzlich ist ein peridiploider Tumor eine gute Diagnose. Für AS ist aber eine Teilungsrate < 5 % erforderlich. Diploide Tumore mit höherer Teilungsrate entwickeln sich weiter und nach Prof. Tribukait sind dies 32 % der diploiden Karzinome innerhalb von zwei Jahren.

    Das ganze Problem der Behauptung der Objektivität durch die DNA-Zytometrie liegt darin, dass deren Protagonisten mitnichten die Theorie-Debatte führen:
    Obwohl Peter Duesberg 2005 in Bremen war, ist seitdem NULL Diskussion darüber entbrannt, ob seine Krebstheorie denn nun stimmt. Und wenn ja, warum. Und wenn nein, warum nicht und welche andere dann eher zutrifft.
    Wir Protagonisten der DNA-Zytometrie sind ganz bescheiden und beschränken uns nur auf die Diagnose. Ich möchte nicht ausschließen, dass Duesberg mit seinem theoretischen Ansatz zur Krebsentstehung Recht hat, aber dies ist für unser Anliegen, dass die DNA-Ploidie die bessere Diagnose als der GS liefert, nicht relevant. Was für einen Nutzen haben wir Betroffene von den Grundsatzdiskussionen im Forum? Keinen!
    Die Pharmakonzerne, die auf die von der Mehrheit der Wissenschaftler präferierten Theorien setzten, haben nur riesige Wert/Geldvernichtungen eingefahren. Ich bin Pragmatiker und kann den Theoriediskussionen im Forum nichts abgewinnen.

    Wenn das so ist, passt die Referenz aber nicht zum Thema, denn dort hat sind 186 Operierte bzw. deren entnommene Prostata untersucht worden.
    Die Arbeit von Frau Dr. Pretorius zeigt die diagnostische Überlegenheit der DNA-Ploidie zum GS. Bei allen 186 Operierten war der Tumor in der Kapsel. Das Rezidivrisiko war eindeutig der Ploidieverteilung diploid, tetraploid und aneuploid zuordnungsbar während beim GS diese eindeutige Zuordnung nicht gegeben war. Die Ergebnisse wurden bereits vor vier Jahren im Forum diskutiert und sind auch im Abschlussbericht des DNA-AK aufgeführt.

    1. Um mit dem statement von Josef Dietz anzufangen:
      Er treibt die Gegenüberstellung Gleason/DNA-Zytometrie auf eine absolut unhaltbare Spitze, indem er subjektiv/unwissenschaftlich gegen objektiv/wissenschaftlich stellt. Das ist absurd.
    Josej Dietz:"Verlassen sich Männer allein auf den Gleason-Score, um die Aggressivität des Prostatakrebses einzuschätzen, müssen sie berücksichtigen, dass er nicht immer verlässlich ist."
    "Die DNA-Zytometrie kann beitragen, die Entscheidung eines Patienten ... auf eine sichere, wissenschaftliche Grundlage zu stellen."
    Unverständlicherweise unterstützt Prof. Weißbach mit seinem statement den Eindruck, dass die DNA-Zytometrie das objektivere Verfahren bei der prätherapeutischen Risikoabschätzung ist:
    Frage BPS-Magazin:
    "Kann die Entscheidung für eine Aktive Überwachung durch eine DNA-zytometrische Untersuchung abgesichert werden?"
    Prof. Weißbach:
    "Ja, weil damit die Zell- und Gewebedifferenzierung nach Gleason verlässlicher bestätigt bzw. korrigiert werden kann."
    Hier haben wir es mit einem Grundsatzproblem zu tun, und zwar erteilst Du dem GS die wissenschaftliche Absolution ohne dass es dafür eine Evidenz gibt, die es meiner Überzeugung nach auch nicht geben kann. Warum sollen Gewebeveränderungen in der Prostata die korrekte Tumoraggressivität wiedergeben?
    Der Gleason Score hat seine Existenz dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass er mit der DNA-Ploidie korreliert.
    Dies hat sicherlich Prof. Weißbach bei seinen Diskussionen mit Prof. Böcking erkannt, und ich sehe darin auch nichts Ungewöhnliches, denn bei meinen/unseren Recherchen im Rahmen des DNA-AK wurde auch diese Auffassung vertreten. Nur bei den Kliniken sah es anders aus. Diese waren nicht an der DNA-Ploidie interessiert sondern sahen diese nur als Störfaktor ihres eingefahrenen Operationswirtschaftsbetriebes. Dies kannst Du auch im Abschlussbericht des DNA-AK nachlesen.

    Es ist natürlich schwer, sich von eingefahrenen, liebgewonnenen Vorstellungen zu lösen. Ich möchte dies mit einem Beispiel, einen ganz unkonventionellen Vergleich, nämlich der Weinverkostung, versuchen.
    Die Weinverkostung hat eine lange Tradition, und die Verkoster bestimmen über Farbe, Geruch und Geschmack die Qualität des Weines, und ob dieser besser bald getrunken werden sollte oder ob er für längere Zeit lagerfähig ist. Dies ist eine rein subjektive Beurteilung wie die GS Bestimmung der Pathologen aus den Gewebeschnitten und so wie die Verkoster oft richtig liegen aber eben nicht immer, ist es auch bei den Pathologen.
    Der Wein lässt sich aber auch objektiv analysieren mit dem Infrarot-Analysegerät und die Parameter

    • Zuckergehalt
    • Alkoholgehalt
    • Gesamtsäure
    • ph-Wert
    • Flüchtige Säure
    • Apfel- und Milchsäure
    • Weinsäure
    • Gluconsäure
    • Verwertbarer Stickstoff

    lassen eine korrekte Qualitätsklassifizierung zu, so wie die Zytometrie beim PCa über die direkte Auswertung der Chromosomenverwerfung der Krebszellen die korrekte Aggressivität des Karzinoms liefert. Und es gibt weitere Analogien wie Weinlagerfähigkeit = AS oder besser den Wein in absehbarer Zeit trinken = besser in absehbarer Zeit eine kurative Therapie einleiten.
    So einfach ist die DNA Ploidie zu verstehen, und ein guter Wein hilft dabei.
    Gruß Knut.

    P.S. Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, an unsere Studie zu erinnern:

    Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. bittet um Unterstützung der Studie
    Vorhersage eines klinisch gutartigen Verlaufes durch die
    DNA-Bildzytometrie
    bei Niedrigrisikopatienten mit Mikrokarzinomen der Prostata

    mit einer Spende auf das Spendenkonto
    Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V.
    Konto-Nr. 70 20 621 Sparkasse Hannover (BLZ 250 501 80)
    Für eine Überweisung aus dem Ausland verwenden Sie bitte
    die IBAN DE62250501800007020621 und die BIC SPKHDE2H
    Bitte geben Sie als Verwendungszweck "DNA-Zytometrie" an.

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