Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 40

Thema: Prostata, Krebs und die Psyche

  1. #11
    Registriert seit
    30.04.2009
    Ort
    berlin
    Beiträge
    469
    Zitat Zitat von willho Beitrag anzeigen
    Hallo,
    gehören diese Beiträge nicht in die Plauderecke? Ich finde das Thema viel zu ernst, als dass man den Vorschlag von "Krebs" 69 nicht aufnehmen sollte. Anscheinend wird doch der Thread in diesem Forum für "Seelengeschichten" ob mit oder ohne Erektion gar nicht aufgenommen?

    Gruss Rolf
    (auch Krebs)

    Hallo,
    wir hätten dann zwei Foren, zum gleichen Thema.
    Ich bin der Überzeugung, das einige Ihre Schwierigkeiten hätten, denn sie schaffen es noch nicht mal in diesem Forum Ihr Profil zu erstellen.
    Nebenbei, wer länger in diesem Forum schreibt, gerät schon mal ins Plaudern.
    Gruß
    Reinhard

  2. #12
    Registriert seit
    19.06.2011
    Ort
    Ostfildern
    Beiträge
    110
    Oh! Oh! Leute,

    Wieder dasselbe. Nichts ernst nehmen.
    Meine Idee ist/war, dass die Prostatakranke Männer über eigene psychischen Probleme schreiben.
    Das kann hilfreich sein für viele Anderen. Ich habe solche Sammlung von Äußerungen noch nirgendwo im Internet gefunden.

    Und was ist passiert in diesem Forum? Es wird geschrieben über alles Mögliche, nur nicht über Hauptthema. Überlegungen, warum ich für mein Avatar „Krebs" 69“ gewählt habe, hat nichts mit der Sache zu tun.

    Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, Euch Allen und anderen Kranken zu ermöglichen, auf meiner Seite unerkannt zu schreiben. Alle nicht zur Thema passenden Kommentare werden nicht publiziert.
    Vielleicht einer von Euch hat Mut über eigene psychische Probleme zu schreiben? Bis jetzt scheint nicht so.

    prostatakrebs-tipps.de/prostata-krebs-psyche

    P.S. Seit 2 Wochen bin ich in einer Reha, wo ich noch weiter 2 Wochen bleibe. Erst danach werde ich wieder fleißig im Forum schreiben. Ich habe hier kein Internetzugang.

  3. #13
    Emil43 Gast
    Hallo und guten Tag,Ihr Alle hier.

    @Jacekw = ich bin ganz Neu hier im Forum. Habe mich mal so durchgeklickt,durch einige Beiträge und natürlich auch durchgelesen.
    Verstehe nicht warum manchem Mann der"Mut" fehlt,sich hier im Forum zu äußern?. Denn es ist ein ,meiner Meinung nach, sehr großes ,psychisches Problem,mit der Situation "kein richtiger Mann mehr zu sein ",um gehen zu können.
    Zugegeben, es ist ein Intimes ,ganz privates Problem.Aber es ist auch ein ganz normales, meschliches Problem!
    Darf ich schon mal ein paar Worte zu meiner Situation schreiben? - Danke -

    2011 habe ich eine Maituor gemacht.Und zwar in eine Wiesb. Klinik zur Prostata OP. - Krebs - PSA Wert 20,30!
    Ich fiel da schon aus allen Wolken. Hab ja n i e Probleme mit diesem Organ gehabt.Und was jetzt?
    Lebe seit 2004/05 von der Frau getrennt.Habe 3 Kinder. So und der Krebs muss weg! Also am 02.05. 11 die Total OP.
    Vorgespräch ok,Urologe am Wohnort lies sich erst mal noch Zeit mit einer Einweisung. Nur i c h bin bald "verrückt" geworden.
    Alleine in meiner Wohnung,keinen Partner zum reden,keine seelische Hilfe vom Facharzt.Nee - mein Hausarzt riet mir von einer OP sogar noch ab.Er hatte die Inkontinenz im Hinterkopf.Sie wollen doch auch noch mal in die Stadt gehen,ins Kino,ein Eis essen,tanzen oder mehr. Und dann geht es nicht ,weil sie den Urin nicht halten können u. ständig die Vorlagen brauchen.
    So stand ich vor meiner Entscheidung : OP -Bestrahlung - Seeds einpflanzen - Medikamente - oder was überhaupt????
    Für mich stand von Anfang an fest: es kommt nur eine OP in Frage.
    Hätte ich nicht meine jüngste Tochter an meiner Seite gehabt(24,Krankenschwester)ich weiß nicht wie ich all die Termine geschafft hätte.
    Es ist -im Nachhinein - alles gut gegangen. Bin schon "trocken" in die Reha gefahren! Noch mit Katheter konnte ich den Rest Schließmuskel spüren und benutzen. Kann nur ein großes Danke an meinen Schöpfer aussprechen.
    Der Kommentar meines Hausarztes war :"Da haben sie aber Glück gehabt". Mehr nicht.

    Auch mein Urologe wusste,das ich alleine lebe.Also- niemanden habe zum reden(jammern). Noch heute habe ich Probleme mit der Gewissheit : es geht sexuell nichts mehr. Klar bin ich heilfroh den Krebs weg zu haben,aber von keiner fachlichen Seite mal ein Gespräch hierrüber! Die Zeit danach bewältigen - mit wem denn? Mit meinen Kindern wollte und konnte ich nicht darüber reden. "Alte brauchen keinenSex mehr" ,ist doch die weit verbreitete junge Meinung.
    Hinzu kamen Sorgen mit den Finanzen (privat) ,Arbeiten, renovieren ,organisieren für der "kl." Tochter ihren Umzug.Sie wurde schwanger. Ärger und Zoff mit deren Kindvater u v m .
    Wollte dies auch nur mal so angeben um ein Bild von mir zu anzuzeigen.
    Was ich schon bald nach der OP über meine Möglichkeiten in Bezug auf sexuelle Befriedigung, gelernt habe,habe ich mir selbst aus dem Net und von verschiedenen Links angeeignet.
    Habe meinen Körper nochmal, wieder ganz anders ,kennen gelernt.Und hätte ich ihn vorher nicht so genau gekannt,dann wäre ich sicher auch inkontinent gewesen.
    Deshalb möchte auch ich hier an die "schinanten " Männer appelieren : reden (schreiben) hilft über vieles hinweg. Traut Euch bitte ,fragt an wie es anderen geht oder ging oder wie sie es heute machen mit dieser Situation.
    Für mich gilt ja auch noch : ich weiß nicht alles ,will von anderen Patienten, deren Erfahrung lesen um für mich zu lernen.
    Denn auch mit 69 Jahren will Man(n) noch nicht auf alles verzichten müssen.
    Mir reicht es gerade wenn ich (seufz) mich abgefunden habe ohne Partner/in zu leben.Mir hat Keiner geholfen diese Erkenntnis für mich zu verarbeiten.
    So,erstmal genug "gejammert". Mein Wunsch wäre ,das ,egal welche Fragen, hier demnächst zu lesen sind. Und man kann sich gegenseitig helfen. Denn ich glaube einfach nicht,dass alle Betroffenen Männer, ihre Situation so ohne was wegstecken können!! Nur Mut sage auch ich. In der Reha habe ich erwachsene Männer weinen sehen.Weil sie inkontinent waren,weil sie nicht mit der Neuen Lage fertig wurden. Das Angebot von der Rehaklinik :eine psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen,fand ich schon sehr erniedrigend!
    Ganz einfach deshalb,weil es eine Frau war bei der man(n) sich in Behandlung geben sollte. So kurz nach einer Prostata OP - undenkbar! Es ist auch keiner der Mitpatienten dort gewesen.!!!!
    Herzlich grüßt Emil43

  4. #14
    Registriert seit
    04.05.2006
    Ort
    Mannheim
    Beiträge
    1.209
    Zitat Zitat von Emil43 Beitrag anzeigen
    Das Angebot von der Rehaklinik :eine psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen,fand ich schon sehr erniedrigend!
    Ganz einfach deshalb,weil es eine Frau war bei der man(n) sich in Behandlung geben sollte. So kurz nach einer Prostata OP - undenkbar! Es ist auch keiner der Mitpatienten dort gewesen.!!!!
    Herzlich grüßt Emil43
    Hallo Emil,

    ich glaube, dass Du mit dieser Einstellung nicht alleine bist. Es dürfte generell ein Problem von Männern sein, wenn sie seelische Probleme haben, sich anderen gegenüber zu öffnen und vor allen Dingen nicht gegen über Frauen.

    Mein Freund Gerd Unterstenhöfer ist der Ansicht, dass es einer der Gründe ist, warum Männer kürzer leben als Frauen, weil sie sich über ihre seelischen Probleme im Gegensatz zu den Frauen schwer tun, sich austauschen zu können.

    Die Standardantwort eines Betroffenen, bei dem ich glaube, dass seelische Probleme vorliegen und ich ihm zum Gang zum Psychologen oder Psycholonkologen rate: "Ich bin doch nicht verrückt!"

    Ich kann Dir nur sagen, es gibt wunderbare Psychologinnen, die auch Männern, gerade bei intimen Problemen helfen können.

    Hansjörg Burger

  5. #15
    Registriert seit
    19.03.2009
    Ort
    Köln
    Beiträge
    41
    Hallo Burger (und Emil),

    natürlich können weibliche Therapeuten sehr hilfreich sein. Sie können natürlich nicht (wie auch kein männlicher Therapeut) unsere Probleme lösen. Das können wir nur selbst versuchen. Dazu gehört, dass wir erst einmal aussprechen, was uns bedrückt. Therapeutinnen machen ihre Arbeit berufsmäßig. Denkst Du, Emil, die sitzen da als Frauen, die Du sexuell nicht mehr für Dich einnehmen kannst? Oder ist das igitt, wenn Du vor einer hauptberuflichen Psychologin, noch dazu in einer Reha-Klinik, Worte wie Impotent, inkontinent oder Selbstbefriedigung in den Mund nimmst. Diese Einstellung sollten wir Männer doch schon im vorigen Jahrtausend hinter uns gelassen haben.
    Wenn Du eine Autopanne hast und der gelbe Engel vom ADAC ist zufällig eine KFZ-Meisterin, stammelst Du dann auch "äh nee, lassen sie mal. Ich mach das doch lieber selber". ?

    Also: mehr Mut, sich da Hilfe zu holen, wo man sie kriegen kann.

    Viele Grüße, Giorgios

  6. #16
    Emil43 Gast
    @Giorgios = Na ich habe wenigstens erreicht,dass man einen Beitrag auf meinen sendet!

    Zu der Reha u. Psychologin u. Patienten : ich meinte damit nicht,daß i c h so eine Fachfrau ablehne,sondern,daß in Gesprächen mit anderen Rehamännern, diese Meinung über die Psychologin,so zu Tage kamen,daß es allgemein abgelehnt wurde sich dort hin zu begeben.
    Ein Patient konnte es auch nicht lassen ,bei jeder kleinsten Gelegenheit (vor allem in Anwesenheit v.Frauen) sofort zu betonen : " Naja,vor mir braucht Ihr Frauen keine Angst mehr zu haben"!
    Wir konnten ihm das auch nicht abgewöhnen.Obwohl seine Frau in einer Diskusion mal sagte: "Gell mein Schatz,wir Beide zu sammen ,wir schaffen das schon!"
    Und die meisten der anderen Männer waren der Meinung sie gehen mit dem Problem nicht zu einer weiblichen Psychokraft.

    Jeder wie er mag.Und ich habe mich in meinen Zeilen wohl etwas umständlich ausgedrückt. Wobei ich persöhnlich k e i n e
    Vorurteile dazu habe.
    Hoffe es wird jetzt besser verstanden,was ich sagen wollte.
    L G v Emil43

    PS. Hab gerade nochmal nachgesehen :" find ich unmöglich sich dahin zu begeben." Damit wollte ich eigentlich die Aussagen der Mitpatienten bekannt geben. Entschuldigung! Habe mich wirklich ganz falsch ausgedrückt.

  7. #17
    Registriert seit
    19.06.2011
    Ort
    Ostfildern
    Beiträge
    110
    Hallo,

    ich bin weiterhin überzeugt, dass die Männer selten Mut haben, sich über eigene Krankheitsprobleme zu äußern. Besonders wenn es über die Psyche geht.
    In unserer Selbsthilfegruppe wird über Alles gesprochen, nie über Probleme, die Prostatakrebs zuhause, im Privatleben verursacht hat. Keiner äußert sich über psychische Probleme. Ich habe vor kurzem als Gast zu unserem Treff eine Psychoonkologin eingeladen. Einige Fragen wurden gestellt, aber keiner hat über sich selbe gesprochen, wenn schon, dann nur konkret über die Krankheit.

    Es gibt wirklich wenig mutige Männer, die über sich sprechen.

    Gruß,
    Jacek

    PS. Ich habe mein Avatar verändert, um einige Forum Mitglieder zufrieden zu stellen.

  8. #18
    Harald_1933 Gast
    Zitat Zitat von Jacekw
    Es gibt wirklich wenig mutige Männer, die über sich sprechen.
    Für mich ist nicht nachvollziebar, warum nur mutige Männer über sich selbst zu sprechen bereit sein sollen. Wenn einer wirklich was auf dem Herzen hat, so wird er sich auch dazu äußern. Wenn doch die Psyche intakt ist, gibt es doch wahrlich keinen Grund, darüber etwas auszuplaudern. Es kommt sowieso so und selten anders. Das habe zumindest ich mir auf die innere Fahne geschrieben. Manchmal hilft sogar Selbstmitleid, über mögliche Probleme hinwegzukommen. Als im Tierkreis Krebs geborener ist es ohnehin unser Schicksal, sich immer wieder selbst berappeln zu müssen.

    Gruß Harald.


    "Einer der weiß, dass er nichts weiß, weiß mehr, als einer der nicht weiß, dass er nichts weiß"
    (Höhner)

  9. #19
    Registriert seit
    07.06.2011
    Ort
    CH 90... Appenzellerland
    Beiträge
    4.401

    Kommentar über meine eigenen Gefühle

    Zitat Zitat von Jacekw Beitrag anzeigen
    ich bin weiterhin überzeugt, dass die Männer selten Mut haben, sich über eigene Krankheitsprobleme zu äußern.
    Besonders wenn es über die Psyche geht.
    In unserer Selbsthilfegruppe wird über Alles gesprochen, nie über Probleme, die Prostatakrebs zuhause,
    im Privatleben verursacht hat. Keiner äußert sich über psychische Probleme.
    Es gibt wirklich wenig mutige Männer, die über sich sprechen.
    Lieber Jacek

    Es tut mir leid, das hier schreiben zu müssen:

    In Deiner Anwesenheit bzw. unter Deiner Beobachtung fiele es auch mir
    äusserst schwer, über meine "psychischen Probleme" zu sprechen.
    Dein wiederholtes Drängen, dies zu tun, sei es in Deiner Selbsthilfegruppe,
    sei das auf Deiner Homepage oder hier im Forum, hielten mich davon ab.

    Dieser offensichtliche Psycho-Voyeurismus stört mich:

    Zitat Zitat von Jaceks Homepage

    Ein Appel an mutige Männer !!!!!!!!

    Ich würde mich freuen, wenn Sie zu diesem Thema auch ein “Kommentar” abgeben (am Seitenende),
    über Ihre eigenen Gefühle, Probleme und andere psychischen Veränderungen.
    Das einzige, was man von Dir selbst zum Thema lesen kann, ist ein Allgemeinplatz:

    Zitat Zitat von Jaceks homepage
    Ich habe auch manchmal solche Gefühle, wie Angst, Depression, Hoffnungslosigkeit,
    fühle mich überfordert und traurig.
    Wo bleibt Dein "Mut"?

    So, nun hat endlich mal einer einen "Kommentar abgegeben über seine eigenen Gefühle".
    Hvielemi




    PS:
    Prima, Dein neues "Krebs"-Avatar ist auch für jene,
    die nicht von 69unterscheiden
    können, nicht mehr missverständlich.
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  10. #20
    Registriert seit
    27.09.2012
    Beiträge
    65
    Hallo,
    ich finde nicht, dass dies etwas mit Beobachtung zu tun hat. Das ist wieder einmal von sich wegentfernen und auf andere schliessen. Wenn Du das Gefühl der Beobachtung hast, dann denke ich hängt es and einem selbst, also an Dir. Auch denke ich ist jeder Mann selbst Mann genug um sich entscheiden zu können, sage ich etwas oder sage ich nichts. Aber das Gespräch der anderen über Gefühle, innere Unruhe, Belastungen hilft vielleiht auch dem Zuhörer oder Leser sich selbst etwas besser verstehen zu können. Wir können viel über die Diagnose, Krankheit und deren Symtome äussern, aber hilfte s denn unbedingt damit selbst besser umgehen zu können? Im Freundeskreis kann man selten über Gefühle und die Sorgen sprechen, denn die Freunde können da teilweise nicht mithalten, es langweilt sie sogar oder bringt Unsicherheiten im Umgang mit sich. Somit können Freunde auch langsam sich verabschieden. Aber irgendwo muss man sich mitteilen können, der Weg zur Psychoonkologin, oder - Onkologen ist meist auch nicht ergiebig. Die Ehefrau ist sowieso schon belastet, alsowarum nicht in einem Forum mit regen Austausch. Ich finde es sehr bedauerich, dass dieser Punkt seltens angesprochen wird. Und als Voyeurismus würde ich das nicht bezeichnen. Welchen Vorteil hätte Jake denn damit?
    Guten Morgen
    Rolf

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •