Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 425

Thema: fortgeschrittener Prostatakrebs

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Registriert seit
    25.11.2012
    Ort
    Ibbenbüren, Nähe Osnabrück
    Beiträge
    614

    fortgeschrittener Prostatakrebs

    Hallo,

    ich bin neu in diesem Forum. Das ist mein erster Beitrag:

    Ich bin 56 Jahre alt. Anfang April habe ich mich nach der Da Vinci-Methode in Gronau einer radikalen Prostatektomie unterzogen. Bis dahin habe ich zugegebener Maßen geschludert und meinen PSA-Wert auf 9,6 anwachsen lassen. Ich dachte, dass homöopathische Behandlung auch wirksam sein könnte.

    Die OP habe ich bestens überstanden. Allerdings stellte sich mein Tumor schon als kapselübergreifend heraus. Die Samenblasen waren befallen. In den Lymphen ist nichts festgestellt worden. Also ein T3b-Tumor, Gleasonscore 4 + 3. Im Anschluss an die Heilbehandlung in Bad Oexen wurde ein PSA co 0,47 gemessen. Mein Urologe riet mir zu einer Strahlentherapie, die ich auch über mich ergehen ließ. PSA-Werte: 0,34 - 0,32 - 0,30 - 0,33. Bei der letzten Messung teilte er mir mit, dass in 4 Wochen (nun noch 2,5 Wochen) noch einmal gemessen würde und er dann, wenn die letzte Messung keine Fehlmessung war, eine Hormonbehandlung einleiten würde.

    Darüber habe ich so einiges gelesen und mächtig Angst bekommen. Ich habe mir eine Zweit-Meinung bei einem weiteren Urologen eingeholt. Der riet zu einer Antiandrogen-Therapie, die weit weniger Nebenwirkungen mit sich bringen würde. Darüber hinaus riet er zu einem PET/CT, um kleinste Tumorzellenansiedlungen sichtbar zu machen, um sie dann ggf. operativ zu bekämpfen. Dazu muss ich noch sagen, dass das letzte Bauchraum-MRT und das Knochenzyntigram keine Metastasen nachgewiesen haben.

    Bitte entschuldigt, wenn ich mich bei Fachausdrücken möglicher Weise nicht korrekt ausgedrückt habe. Was könnt Ihr mir raten?

  2. #2
    Registriert seit
    04.05.2006
    Ort
    Mannheim
    Beiträge
    1.209
    Zitat Zitat von WernerE Beitrag anzeigen
    Darüber habe ich so einiges gelesen und mächtig Angst bekommen. Ich habe mir eine Zweit-Meinung bei einem weiteren Urologen eingeholt. Der riet zu einer Antiandrogen-Therapie, die weit weniger Nebenwirkungen mit sich bringen würde. Darüber hinaus riet er zu einem PET/CT, um kleinste Tumorzellenansiedlungen sichtbar zu machen, um sie dann ggf. operativ zu bekämpfen. Dazu muss ich noch sagen, dass das letzte Bauchraum-MRT und das Knochenzyntigram keine Metastasen nachgewiesen haben.

    Bitte entschuldigt, wenn ich mich bei Fachausdrücken möglicher Weise nicht korrekt ausgedrückt habe. Was könnt Ihr mir raten?
    Hallo,

    mit der Antiandrogen-Behandlung (Bicalutamid 150 mg täglich) hat Dein Urologe Recht. Sie hat bedeutende weniger Nebenwirkungen als die Behandlung mit der Spritze, die zu einer medikamentösen Kastration führt, mit all den Nebenwirkungen einer Kastration.

    Die S3-Leitlinien halten die Antiandrogen-Behandlung für gleichwertig. Erst beim fortschrittenen PK, gemessen an einem PSA-Wert von 500 soll die Spritze gegenüber den Tabletten Vorteile haben.

    Ein PET/CT bringt frühestens ab einem PSA-Wert größer 1,0 etwas; besser ab 2,0.

    Gruß

    Hansjörg Burger

    PS: Ich hatte vor 13 Jahren fast denselben Befund. Bei mir waren noch die Lymphknoten befallen. Mit einer Bestrahlung und einer 11 monatigen Hormontherapie, allerdings mit Spritze und Tabletten, einer sogenannten maximalen HT habe ich den Prostatakrebs in den Griff bekommen.

  3. #3
    Registriert seit
    25.11.2012
    Ort
    Ibbenbüren, Nähe Osnabrück
    Beiträge
    614
    Hallo Hansjörg,

    vielen Dank für Deine Antwort. Die hat mich schon etwas beruhigt.
    Machst Du gegenwärtig noch eine Therapie?
    Warum ist man bei Die damals mit einer maximalen HT angefangen? Weil man die Antiandrogen-Behandlung noch nicht kannte?

    Danke schon mal für Deine Mühe.

  4. #4
    Registriert seit
    19.04.2006
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    653
    Hallo Werner,

    wie Hansjörg habe auch ich mit einer Maximalen Hormontherapie (Cosadex 50 und Zoladex) angefangen, und zwar auf Rat meines Urologen bei PSA > 200 und Fernmetastasen. Ich weiss, dass diese Therapie starke unerwünschte Nebenwirkugen mit sich bringen kann, doch gehöre ich zu jener Gruppe, die dabei gut wegkommt. Mit verschiedenen Hormontherapien, Chemotherapie (Taxotere) und gezielten Bestrahlungen von vereinzelten Knochenmetastasen bin nun seit mehr als 12 Jahren unterwegs, und zwar mit einer durchaus akzeptablen bis guten Lebensqualität. Schau Dir mal meine Einträge bei myprostate (Link siehe unten) an.

    Ohne Dir etwas vorschlagen zu wollen meine ich, an Deiner Stelle würde ich vorerst einmal testen, ob eine Hormontherapie Deine Angst wirklich rechtfertrige. Bei Versagen der Behandlung oder schweren Nebenwirkungen kann sie ja jederzeit abgebrochen werden. Was allerdings nicht augenblicklich wirkt, weil die vorhandenen Medikamente vom Körper zuerst abgebaut werden müssen.

    Mit besten Wünschen

    Jürg
    Meine vollständige PK-Geschichte findet sich hier:
    http://www.myprostate.eu/?req=user&id=37

  5. #5
    Registriert seit
    04.05.2006
    Ort
    Mannheim
    Beiträge
    1.209
    Zitat Zitat von WernerE Beitrag anzeigen
    Hallo Hansjörg,

    vielen Dank für Deine Antwort. Die hat mich schon etwas beruhigt.
    Machst Du gegenwärtig noch eine Therapie?
    Warum ist man bei Die damals mit einer maximalen HT angefangen? Weil man die Antiandrogen-Behandlung noch nicht kannte?

    Danke schon mal für Deine Mühe.
    Hallo,

    keine Ahnung, aber auch in der Medizin soll es Fortschritte geben.

    Casodex war damals recht teuer und zeitweilig war die Monotherapie mit 150 mg am Tag in Deutschland auch nicht zugelassen.

    Gruß

    Hansjörg Burger

  6. #6
    Registriert seit
    07.06.2006
    Ort
    Am Hochgericht 3, 78333 Stockach
    Beiträge
    615
    Hallo Werner,
    so ganz kann ich den Optimismus von Jürg und Hansjörg nicht teilen.
    1.) Es hat Dich leider in einem frühen Alter erwischt (bei mir war es auch schon mit 55), da sind die PCA's i.a. deutlich agressiver als in höherem Alter.
    2.) Da bei Dir die Bestrahlung der Prostataloge nicht die gewünschte Wirkung hatte, bedeutet das eine systemische Erkrankung, die in Deinem Fall sehr tückisch werden kann.
    Zur genaueren Abklärung solltest Du eine umfassende pathologische Zweitbefundung des entfernten Prostatagewebes machen lassen und darauf die weitere Therapie aufbauen (lassen).
    Ich will keinen Teufel an die Wand malen, doch sollte man die verfügbaren diagnostischen Möglichkeiten für die Therapieentscheidung nutzen. Wenn sich dann ein "harmloser" Untermieter zeigt, ist es ja gut und Du kannst beruhigt die jetzige Therapie weiterführen.
    Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen.
    Grüße,
    Peter

  7. #7
    Registriert seit
    17.11.2011
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    273
    Zitat Zitat von PeterP Beitrag anzeigen
    Es hat Dich leider in einem frühen Alter erwischt (bei mir war es auch schon mit 55), da sind die PCA's i.a. deutlich aggressiver als in höherem Alter.
    Interessante Spekulation - leider falsch. Gleason 9 bleibt Gleason 9.
    Richtig ist, dass Jüngere eine längere Lebenserwartung haben. Deshalb ist das Risiko höher, an einem langsam wachsenden Krebs wie dem Pca zu sterben.

    Herzliche Grüße

    M. Schostak

  8. #8
    Registriert seit
    23.12.2011
    Ort
    Thailand
    Beiträge
    12
    Hallo Hansjörg
    Im Forum habe ich heute folgendes gelesen: Jedoch vertrete ich seit langem die Meinung, dass jeder Monat, an dem ein Patient die Hormonblockade anwendet, seine Lebensdauer verkürzt, da dies ihn um einen Monat näher an den CRPC (kastrationsresistenten Prostatakrebs) heranführt, während jeder Monat, in dem ein Mann einen normalen (oder gar viel besseren) pharmakologischen Testosteronlevel hält, bedeutet, dass er einen extra Monat zu seiner Überlebenszeit hinzufügt. Wie Sie wissen, ist es mein angestrebtes Ziel, einen Testosteronlevel von 1800 bis 3000 ng/dl einzuhalten. ???
    Ich habe am 15. Januar 2014 nach 3maliger Erhöhung des PSA der 3Monatsspritze zugestimmt (Zoladex 10.8). Was ist nun richtig, was ist falsch. Von dem Bicalutamid 150 mg täglich habe ich noch nie etwas gehört.
    Gruss Heinz

  9. #9
    Registriert seit
    25.11.2012
    Ort
    Ibbenbüren, Nähe Osnabrück
    Beiträge
    614
    Hallo,

    ich komme noch einmal auf meine Geschichte zurück. Ich habe nach wie vor die geschwollenen inguinalen Lymphknoten in der linken Leiste. Ich habe nochmals ein Ultraschall machen lassen und musste feststellen, dass sie noch größer geworden sind. In der Reha in Bad Nauheim (,die ich nun doch endlich in Anspruch genommen habe,) hat mir die leitende Ärztin dringend angeraten, die Sache weiter abklären zu lassen. Ich habe mir nun zu kommenden Montag einen Termin in der Urologie/Onkologie der Uni Münster geholt.

    Was wird dort geschehen? Wird man eine Biopsie vornehmen, oder wird man den größten Lymphknoten ganz entfernen und untersuchen? Oder sollte ich dort vorschlagen, eine PET-CT vornehmen zu lassen, die dann ebenfalls Aufschluss über den Inhalt der Lymphknoten geben würde und darüber hinaus ggf. auch noch Hinweise auf weitere Krebsherde.

    Ich weiß gar nicht, ob ich hoffen soll, ob Krebs in den Lymphknoten gefunden wird, oder besser nicht.

    Die Aussage der Experten ist, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich in den inguinalen Lymphknoten Prostatakrebs bildet, sondern nur in den pelvinen. Aber was soll ich machen? Der größte Lymphknoten misst mittlerweile 27 x 10 mm.

    Viele Grüße

    WernerE

  10. #10
    Registriert seit
    25.11.2012
    Ort
    Ibbenbüren, Nähe Osnabrück
    Beiträge
    614
    Hallo,

    heute stand wieder mein Gang zum Urologen zwecks Einholung der Blutwerte an. Ein schwieriger Gang, wie immer. Er hatte aber eine meines Erachtens positive Nachricht für mich. Der PSA-Wert war von 0,91 auf 0,89 gesunken. Ich hatte mir alles schon viel schlimmer ausgemalt. Das relativiert Gott sei Dank meine Verdopplungszeit gewaltig. Mir ist aber klar, dass das nur eine kleine Entwarnung auf Zeit ist.

    Nachdem, was ich in letzter Zeit alles gelesen habe, insbesondere den Beitrag unseres Urologen, werde ich mich wohl um eine PSMA-PET-CT-Untersuchung bemühen. Was meint Ihr: Ist das der richtige Zeitpunkt, oder sollte ich noch warten?

    Viele Grüße

    WernerE

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •