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Thema: Therapieempfehlung

  1. #11
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    Zitat Zitat von Daniel Schmidt Beitrag anzeigen
    Eine alleinige OP (radikale Prostatovesikulektomie) wird mit fast 100% Sicherheit alleine nicht ausreichen. Das heisst, es ist davon auszugehen, dass eine postoperative Behandlung notwendig sein wird.
    Je mehr Therapie, desto mehr Heilungschancen vielleicht, aber auch desto mehr Nebenwirkungen sicherlich.
    Das ist Spekulation.
    Selbst wenn positive Absetzungsränder bestehen, muss man, sofern der PSA-Nullbereich postoperativ erreicht wird, noch lange nicht gleich bestrahlen.
    Das haben Briganti und Wiegel gerade sehr schön in einer Matched-Pair-Analyse bei 900 Pat. gezeigt.
    Im frühen Rezidiv bestrahlen war genau so gut wie gleich nachbestrahlen. (Briganti, Wiegel et al, Eur Urol 62, 472-487, 2012).
    In der Zwischenzeit (oder für immer) kann sich die Lebensqualität (Kontinenz und Potenz) besser erholen.

    Grüße

    Martin Schostak

  2. #12
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    Hallo,
    bezüglich der Hormontherapie würde ich noch mal intensiv weiter in diesem Forum und Internet nachforschen. Ich habe erst kürzlich irgendwo gelesen das es neuere Forschungsergebnisse gibt die diese Behandlung in Zweifel ziehen. Aus der Erinnerung aus folgendem Grund: Beim prostatakrebs gibt es einen gewissen Anteil hormonresistenter Krebsstammzellen. Diese überleben die Prozedur und sind dann nach Beendigung der Therapie wieder aktiv. Dann sind sie aber wesentlich aggressiver und bösartiger als vorher. Die bisherige Erkenntnis läuft darauf hinaus das sie im Zellverbund mit hormonabhängigen Krebszellen weit weniger bösartig sind.

    Zu tom aus Lu: Sei doch nicht gleich eingeschnappt wenn jemand was sagt. Die dient ja dem Meinungsaustausch und da sagen einem schon mal andere die Meinung. Das ist aber o.k. Man darf es aber nicht gleich persönlich nehmen. Vielleicht stellt sich das von mir gesagte als falsch heraus weil es schon wiederlegt ist. Dann ist es aber gut wenn ich es auch erfahre oder es führt zu neuen Recherchen von Forumsmitgliedern. Leider schreibt man sich zu selten die Quellen auf wenn man etwas liest.

    Gruß an alle

  3. #13
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    Uwe,
    ich hatte vor einem Jahr mal ein bisschen bezüglich adjuvanter und/oder salvage RT recherchiert [1], vielleicht schaust Du Dir das auch mal an.

    tom aus lu
    calm down! Ich hoffe wir können auch weiter auf Deine Beträge zählen - würde mich freuen!!!

    ----------------------------------------------------------------------------
    [1]: LR, Adjuvant therapy if seminal vesicles are invaded

  4. #14
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    Hallo Uwe ,
    schau dich mal auf der Homepage der Martiniklinik um (falls nicht schon geschehen ) und hier insbesondere bei Literatur des Monats , die oft die Zusammenfassung vieler aktueller Studien umfasst, so z.Bsp hier: http://www.martini-klinik.de/aktuell...november-2011/ -der vorletzte Satz unterstreicht die Aussage des Strahlentherapeuten.
    Auch empfehle ich dir das Buch von Dr.Stephen B.Strum(Onkologe mit Schwerpunkt PC): Ein Ratgeber zum Protatakrebs

    zu Tom aus Lu:
    ein Pfälzer kann einiges vertragen - von vielfältiger Meinung profitiert das Forum , also "calm down" , wie LowRoad so schön neudeutsch formuliert.
    Viele Grüße
    Skipper

  5. #15
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    Zitat Zitat von M Schostak Beitrag anzeigen
    Das ist Spekulation.
    Selbst wenn positive Absetzungsränder bestehen, muss man, sofern der PSA-Nullbereich postoperativ erreicht wird, noch lange nicht gleich bestrahlen.
    Das haben Briganti und Wiegel gerade sehr schön in einer Matched-Pair-Analyse bei 900 Pat. gezeigt.
    Im frühen Rezidiv bestrahlen war genau so gut wie gleich nachbestrahlen. (Briganti, Wiegel et al, Eur Urol 62, 472-487, 2012).
    In der Zwischenzeit (oder für immer) kann sich die Lebensqualität (Kontinenz und Potenz) besser erholen.

    Grüße

    Martin Schostak
    Lieber Herr Schostak

    Ich glaube Sie verstehen, was ich meine...
    Ein Gleason Score 9 mit einem PSA von 52 ng/ml und 10/12 Stanzen betroffen ist sicherlich kein "harmloses" pT3a.
    Briganti und Wigel sind zwar ganz nett mit Ihren matched-pair-Analysen, wir haben allerdings auch randomisierte Studien mit einem Gesamtüberlebensvorteil durch eine postoperative Bestrahlung, anstatt abwarten und erst beim Rezidiv behandeln.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1...?dopt=Abstract
    Ich weiss auch, dass die Thompson-Studie auch ihre Schwächen hat, sie ist allerdings die einzige Studie mit einem langen Follow-Up, die uns zur Verfügung steht. Da helfen mir die 5-Jahres-Daten der anderen Studien wenig weiter.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  6. #16
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    Zitat Zitat von werner m Beitrag anzeigen
    Hallo,
    bezüglich der Hormontherapie würde ich noch mal intensiv weiter in diesem Forum und Internet nachforschen. Ich habe erst kürzlich irgendwo gelesen das es neuere Forschungsergebnisse gibt die diese Behandlung in Zweifel ziehen. Aus der Erinnerung aus folgendem Grund: Beim prostatakrebs gibt es einen gewissen Anteil hormonresistenter Krebsstammzellen. Diese überleben die Prozedur und sind dann nach Beendigung der Therapie wieder aktiv. Dann sind sie aber wesentlich aggressiver und bösartiger als vorher. Die bisherige Erkenntnis läuft darauf hinaus das sie im Zellverbund mit hormonabhängigen Krebszellen weit weniger bösartig sind.
    Dieses "Evolutionsmodell" von Prostatakarzinomzellen ist bekannt und stimmt auch in der Theorie. Allerdings haben wir ein Dutzend randomisierter Studien zur Bestrahlung +/- Hormontherapie, die alle das Gleiche zeigen: Bestrahlung + Hormontherapie sind besser als Bestrahlung alleine. Und wir haben zwei randomisierte Studien mit einem Überlebensvorteil bei Hochrisikopatienten mit 3 Jahren anstatt 6 Monaten Hormontherapie.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  7. #17
    Stempel Gast
    Hallo Uwe, kurz vor Feierabend dazu:
    Zitat Zitat von uwes2403 Beitrag anzeigen
    Auch der vermutlich lange Zeitraum einer Strahlentherapie ist mit der Arbeitswelt schwer vereinbar (auch wenn das vielleicht im Moment nicht so wichtig ist)
    Wenn Du bei Deiner Arbeitswelt "nur" die gesetzliche Lohnfortzahlung hast (d.i. der Mindeststandard, Tarifverträge regeln manchmal Besseres), wirst Du auch bei OP einschl. Wundheilungszeit ziemlich sicher die Lohnfortzahlung verlieren und Krankengeld beziehen. Du wirst dann auch ein Fall für das "betriebliche Eingliederungsmanagement", kurz BEM nach §84 SGB IX. Das sollst Du in jedem Fall wahrnehmen. Schon während meines Krankenhausaufenthaltes zur OP kam die dortige Sozialarbeiterin mit einem unterschriftsreifen Antrag auf Schwerbehinderung zu mir. Nun hab ich Grad 80 nach SGB IX.

    Mir ist durch Öffnen der Karten gelungen, während der Bestrahlung diese jeden Tag als ambulanten Arztbesuch abrechnen zu können. Ein Erfolg in dieser Richtung hängt von Deiner Arbeitswelt, dem Betriebsklima und Deinem Verhandlungsgeschick ab. Vorgespräche kannst Du in jedem Fall beim Betriebsrat führen. BEM und Schwerbehinderung kannst Du bei den Gesprächen nutzen.

    Es ist sinnvoll, während der Strahlentherapie möglichst viel Alltag zu erhalten. Bei mir war die psychische Belastung enorm. Das lag vielleicht auch daran, dass meine fachliches Vorwissen als Physiker in krassem Gegensatz stand zu den ewig säuselnden Worten des dortigen Strahlenarztes. Viel Alltag hilft viel gegen die psychische Belastung. Geht das nicht, lass Dich krank schreiben. Das macht jeder beteiligte Arzt.

    Gruß, "auch wenn das im Moment nicht so wichtig ist"
    Wolfgang

  8. #18
    Harald_1933 Gast
    Zusammenfassender Rückblick auf 2 Threads:

    Zitat Zitat von tom aus lu
    Ziemlich realitätsfremde Horror-Stories
    Entschieden NEIN!

    Die Biopsie wird eben ganz subjektiv empfunden. Auch das individuelle Schmerzempfinden spielt hierbei eine große Rolle. Hinzu kommt noch die psychische Anspannung. Dies nicht nur bei Biopsien sondern bei allen invasiven Eingriffen.

    Nicht umsonst gilt im klinischen wie auch im ambulanten Bereich der Grundsatz der individuellen Schmerzausschaltung. Meistens in Form einer Analogsedierung.
    Hallo Tom,

    Das "NEIN" war an dieser Stelle berechtigt.

    Zitat Zitat von tom aus lu
    Wenn du 3 Biopsien hinter dir hast ohne Komplikationen und Schmerzen solltest du dankbar dafür sein!
    Alles andere erinnert mich an die Biopsie bei meinem Vater, damals noch in Steinschnittlage durchgeführt und mit schlampig durchgeführter Lokalanästhesie. Was passiert wenn das Stanzgerät versagt (natürlich ein Einzelfall) und nur eindringt aber nicht mehr von alleine zurückschnellt, diese Ausführungen möchte ich hier nicht weiterschreiben..... an anderer Stelle habe ich von ärztlich durchgeführter Folter mal geschrieben.

    Männer ihr seit doch keine Waschlappen! Schwäche zeigen geht gar nicht! Oder?
    Tom,

    da ich von Dir über die Details der bei Deinem Vater vorgenommenen Biopsie informiert wurde, bewundere ich Deine zurückhaltende Schilderung in Anbetracht der Fakten.

    Zitat Zitat von tom aus lu
    Wer den Weg einer Biopsie geht und dieser unumgänglich ist sollte wissen, dass es eben kein Spaziergang ist und auch Komplikationen auftreten können. Alles andere darzustellen ist m.E. Verharmlosung, Beschönigung und hat nichts mit seriöser Aufklärung zu tun.

    Sicherlich helfen auch keine Geschichten weiter die evtl. im Einzelfallbereich liegen. Aber sind es tatsächlich Einzelfälle? Wer kann schon zu Zwischenfällen während der Biopsie Zahlen liefern. Ich denke, diese bleiben hinter den verschlossenen Arzttüren.

    Egal, bei den heutigen Bedingungen kann nur der Rat gegeben werden die Biopsie ausreichend mit seinem Arzt die Ausführung und Maßnahmen zu besprechen und auf eine vorherigen Antibiose, möglichst einem vorherigen Abstrich zur Erkennung resistenter E.coli Stämme, einer Braunoltamponate zur Desinfektion und einer ausreichenden Lokalanästhesie zu bestehen.
    Knut Krüger war sich nicht zu schade, über die bei ihm dilettantisch vorgenommenen Stanz-Biopsien zu berichten. Auch die bei mir heute fast auf den Tag genau vor 11 Jahren erfolgte Biopsie gehört neben dem Trauma der tagelangen pausenlosen Bombardierungen meiner Heimatstadt zu den schlimmsten und ekelhaftesten Erlebnissen eines nur kurzzeitigen Krankenhausaufenthaltes.

    Nun mischt ein weiterer Forumsbenutzer (Uwe) in diesen Thread mit seiner eigenen eher noch wenig aussagefähigen Geschichte ein. Tom reagiert sehr sachlich darauf:

    Zitat Zitat von tom aus lu
    Hallo Uwe,

    deine Informationen reichen nicht aus um wirklich einen Rat zu geben.

    Wurdest du auf eine Prostatitis (Entzündung) schon untersucht? Liegen da aussagefähige Parameter vor? Wie war der PSA Verlauf vorher? Im "Normbereich"? Wie stellte sich der Tastbefund (Verhärtung?)dar?

    Auf die schnelle meine Antwort:
    Eine Biopsie auf Grundlage zweier PSA Werte, ohne mögliche Entzündungen in Betracht zu ziehen, halte ich persönlich als Überreaktion. Zu einer seriösen Diagnostik hätte vorher noch die Abklärung einer Prostatitis gehört und der PSA Verlauf über eine längeren Zeitpunkt beobachtet werden müssen.

    Das Knochenszintigramm zum jetzigen Zeitpunkt, ohne weitere Ergebnisse abzuwarten, halte ich m.E. als "mit Kanonen auf Spatzen geschossen". Du musst Privatversichert sein, dass würde die massive Diagnostik erklären.

    Alles Gute!

    Tom
    Zitat Zitat von Schorschel
    Beschwerden über Biopsien sind hier Forum, wo wahrscheinlich Tausende von Biopsierten verkehren, doch sehr selten. Also lass' uns doch die Kirche im Dorf lassen, Bangemacherei vermeiden und keine Vollnarkoseorgien lostreten - vom Narkoserisiko mal ganz abgesehen, ebenso von Kosten und Aufwand für den Anästhesisten, die stationäre Aufnahme etc.etc.. Unser Gesundheitssystem hat sicher andere Sorgen als die Vollnarkose für Stanzbiospien zum Standard zu erheben, oder?
    Zitat Zitat von tom aus lu
    Hallo Schorschel,

    außer Vollnarkosen gibt es heute ja auch noch andere Möglichkeiten, wie gesagt, die der Sedierung.

    Mein Anliegen ist einfach die Biopsie nicht klein zu reden. Sie ist ein invasiver Eingriff und birgt massive Risiken. Dies sollte jeder, der eine Biopsie machen muss, oder machen will, wissen.
    Zu den Horrorvorstellungen nur noch eine Ergänzung. Diese so plastisch darzustellen ist auch Verarbeitungsprozess. Ich selbst bin Klinik und Rettungsdienst gewöhnt und habe sicherlich schon schlimme Dinge erlebt. Persönlich habe ich aber panische Angst vor einer simplen Blutabnahme und kollabiere dabei regelmäßig. Eine Blutabnahme ist für mich daher eine "Horrorvorstellung" die ich genau so auch schildere. Warum sollte also in einem Laienforum wie diesem davor Abstand genommen werden?

    Und noch etwas, ich selbst bin kein Betroffener, ich schreibe hier aus meinem medizinischem Verständnis heraus und auch stellvertretend für meinen Vater der in seinem Alter das Internet nicht mehr entdeckt hat. Mein Vater hatte halt dieses Horrorerlebnis Biopsie, RPE und die Folgen, der Anfang seiner psychischen Entgleisung. Mein Vater würde seine Erlebnisse genauso schreiben, da ihm damals zu wenig erzählt wurde über seine Krankheit, seine Folgen und den Umgang damit. Zur Biopsie habe ich ihn damals begleitet und ich bin Zeuge des Ablaufs. Das im medizinischen Alltag alles glatt läuft und jeder für sich etwaige Risiken ausschließen kann darf mir keiner erzählen, dafür war ich zulange im Geschäft und weiß was hinter den verschlossenen Türen alles schief geht.

    Tom
    Zitat Zitat von uwe2403
    Hallo Tom,

    wir hatten über die möglichkeit einer Prostatitis gesprochen, ich konnte aber keinerlei der Symptome erinnern. Es gab vorher keinen PSA Verlauf, da mein Hausarzt (meine Frau) den PSA Wert erstmals hat bestimmen lassen. Ich lasse auf Grund eines zu hohen Cholesterins ohnehin regelmäßig Blut kontrollieren und hatte - zeitweise - auch etwas Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Dies wird allerdings auch als Nebenwirkung des Fettsenkers (pravastatin) aufgeführt. Tastbefund zeigte Verhärtungen links...

    Mir war bewusst, dass eigentlich Szinti erst folgen sollte, wenn die Biopsieergebnisse vorliegen - habe das aber in Kauf genommen (unnötig, wenn die Biopsie negativ ist, wenn sie positiv ist, wäre sie aber gemäß der einschlägigen Richlinien bei dem PSA Wert angezeigt)

    Ja, ich bin privatversichert - daher habe ich die "privatfalle" was Diagnostik und ggf. Behandlung anbelangt schon im Hinterkopf...

    Aber jetzt warte ich erst einmal die Ergebnisse der Biopsie ab, dann wird man weiter sehen.

    Viele Grüße

    Uwe
    Zitat Zitat von tom aus lu
    Hallo Uwe,

    tut mir Leid wenn ich Dein verhalten nicht verstehen kann. Gerade weil Deine Frau dich als Ärztin betreut hätte man ein anderes Handeln vermuten können.

    Ich würde das jetzt als absolute Überdiagnostik bezeichnen.

    Ich hoffe jedenfalls für Dich, dass die Proben negativ ausfallen und diese dann ein wenig zu Deiner Beruhigung beitragen. Über die absolute Aussagefähigkeit der Biopsie brauche ich Dir hier ja nichts mehr zu schreiben. Das wurde schon ausführlich in diesem Forum beschrieben, bzw. Dein Urologe bzw. Deine Frau können dich dann weiter beraten.

    Eine ruhige, besinnliche Adventszeit wünscht aus dem bitter kalten Ludwigshafen

    Tom

    Zitat Zitat von Wassermann
    Welche Überdiagnostik?

    Zitat von tom aus lu
    Ich würde das jetzt als absolute Überdiagnostik bezeichnen.
    Hallo,
    hier schreibt jemand, der mit 50 Jahren einen durch Zweitmessung bestätigten PSA von 52 mit positivem Tastbefund hat! Da keine Symptome einer Prostatitis vorliegen, ist eine Biopsie ohne vorherige Antibiotikagabe als potentielle Prostatitis-Therapie vielleicht ein etwas schnelles Vorgehen, aber von Überdiagnostik würde ich da nicht sprechen. Gerade auch, weil ärztliche Beratung ohne die oft so geschmähten kommerziellen Interessen stattgefunden hat.
    Die Wünsche für eine "ruhige, besinnliche Adventszeit" lassen sich mit den hoffentlich negativen Ergebnissen einer Biopsie sicher besser realisieren. Oder, im anderen Fall, mit wohlüberlegten Therapieentscheidungen.
    Ich kann Uwes Vorgehen sehr gut verstehen. Und da es ja ohnehin schon so gelaufen ist, sollte man nicht nachtreten, sondern nach vorne schauen und die weiteren Schritte planen und zügig angehen, wenn es denn nötig werden sollte.
    Alles Gute dafür!
    Wassermann
    Nach vorne schauen und die weiteren Schritte planen und zügig angehen, wenn es denn nötig werden sollte. Das sind die passenden Worte, denen man zustimmen kann.



    Zitat Zitat von Norbert52
    Tom

    "Und noch etwas, ich selbst bin kein Betroffener, ich schreibe hier aus meinem medizinischem Verständnis heraus ..."

    Aber Betroffenen Ratschlaege geben, die man so bestimmt nicht stehen lassen sollte. Ich stimme Wassermann zu.
    Dieses Forum hat sich zu einem Tummelplatz fuer Hobbymediziner und jene, die sich so lange mit dem (sicherlich traurigen) Thema befassen, bis sie dann als weit ueber 80 jaehrige dahinscheiden (aber wahrscheinlich nicht an PK).
    Gewohnter Kommentar eines Hobby-Kritikers ohne eigene Substanz!

    Zitat Zitat von tom aus lu
    Aber Betroffenen Ratschläge geben, die man so bestimmt nicht stehen lassen sollte. Ich stimme Wassermann zu
    Es war kein Ratschlag, es war meine Meinung! Wenn Knochenszintigraphien jetzt schon vor einer Diagnose empfehlenswert sind dann liege ich mit meiner Meinung falsch. Darauf hat sich meine Überdiagnostik bezogen.
    Wenn ich es auch richtig in Erinnerung habe sind Angehörige aus diesem Forum nicht ausgeschlossen. Auch sind deren Äußerungen nur den allgemeinen Regel dieses Forums unterstellt. Dieses Forum verfügt auch nicht über einen Fake Check. Wer garantiert also, dass Postings von Betroffenen auch von solchen geschrieben werden.? Ich habe aus meinem Status noch nie einen Hehl gemacht!

    Und da es ja ohnehin schon so gelaufen ist, sollte man nicht nachtreten Dann macht das ganze Posting keinen Sinn. Was erwartet jemand, der sich hier schon umgesehen hat, bereits Diagnostik betreibt und auf eine Antwort wartet von diesem Forum? Mitleid oder eine ehrliche Meinung?

    Dieses Forum hat sich zu einem Tummelplatz fuer Hobbymediziner.... Richtig erkannt, dies ist auch der Sinn dieses Forum. Nahezu 95% derer die sich hier an diesem Forum mit Meinungen und Empfehlungen beteiligen sind keine Mediziner, also Hobbymediziner wie du sie bezeichnest. Es wäre ein Schlag vor den Kopf wenn du all diese "Informationsgeber" verdammen würdest. Ein Forum das in Selbstmitleid zerfließt und zum gegenseitigen bejammern mutiert kann nicht gewünscht sein. Es lebt also von den Beiträgen dieser Hobbymediziner und diese sind eben manchmal weniger feinfühlig oder taktvoll. Zu mir persönlich, wenn es also Hobbymedizin ist die ich in Vergangenheit betrieben habe, dann haben jede Menge Menschen meinem "Hobby" ihr leben zu verdanken!

    @ Uwe, falls ich mit meiner Meinung deine Gefühle verletzt habe möchte ich mich in aller Form dafür entschuldigen. Du darfst sicher sein, dass ich persönlich weis wie es sich anfühlt in einer scheinbar dramatischen evtl. ausweglosen Lage zu sein. Vielleicht liegt es an meiner Pfälzer Natur und daran einen Steinwurf von unserem Altbundeskanzler entfernt zu wohnen. Dessen direkte Art kam ja auch nicht überall gut an. Eines kannst du aber sicher sein. Prügeln werde ich mich in diesem Forum nicht, vorher höre ich auf zu schreiben.

    Abschließend noch zwischenmenschlich: Was wünscht man sich in diesem Forum in der Adventszeit? Besinnliche Stunden wohl eher nicht, habe ich heute gelernt.
    Also einfach

    Gruß

    Tom
    Lieber Tom,

    so schnell ändern sich hier die Abläufe, und man kann meist das Rad hier nicht zurückdrehen. Es zeugt von Charakterstärke, dass Du dennoch an Uwe gerichtet Worte der eigentlich nicht unbedingt notwendigen Versöhnung anbietest.

    Zitat Zitat von tom aus lu
    Hallo Uwe,

    leider ist jetzt doch wahr geworden was du wahrscheinlich schon vermutet hast. Hinter deiner diagnostischen Vorgehensweise stand also doch mehr.
    Egal wie du jetzt den weiteren Weg planst, tue die Schritte mit bedacht und suche die für dich beste Lösung.

    Eines liegt mir auf jedem Fall am Herzen, trage die kommenden Belastungen nicht alleine. Spreche viel mit deiner Familie oder guten Freunden, aber tabuisiere Deine Krankheit nie. Die Kraft die du benötigst wirst du zeitweise nicht mehr alleine Aufbringen können. Scheue dich nicht auch professionelle psychische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

    Da ich mich mit dem Thema Prostatakrebs schon viel auseinander gesetzt habe, habe ich mir auch schon die was wäre wenn Frage gestellt. Persönlich habe ich für mich beschlossen, wir sind ja fast im gleichen Alter, in diesem Fall auch den Weg einer OP zu gehen. In einem Zentrum mit den besten Referenzen und der größten Erfahrung.
    Bezogen auf Inkontinez und Impotenz hast du, so dumm es jetzt klingt, in deinen jungen Jahren eine noch recht gute Ausgangslage. Noch arbeiten die Zellerneuerungen recht gut und die Erholung ohne große Vorbelastung geht auch rasch. Aber entscheidet ist, im Fall einer OP, immer noch die Erfahrung des Operateurs und die Ausdehnung des Karzinoms.

    Alles Gute!
    Zitat Zitat von skipper
    (Tom aus Lu , der noch nie selbst eine Biopsie am eigenen Körper erlebte und auch nicht an PC erkrankt ist, sollte das eine Lehre sein- hier war die Biopsie keineswegs verfrüht!!!! )
    Was für eine Lehre? Ein Forumsbenutzer, der miterlebt hat, wie sein an PCa erkrankter Vater wegen einer folgenschweren Biopsie fast frühzeitig hätte Abschied nehmen müssen, benötigt keine Lehren mehr!

    Zitat Zitat von tom aus lu
    (Tom aus Lu , der noch nie selbst eine Biopsie am eigenen Körper erlebte und auch nicht an PC erkrankt ist, sollte das eine Lehre sein- hier war die Biopsie keineswegs verfrüht!!!! )
    Aufgrund meiner Fehleinschätzung, für die ich mich nochmals in aller Form entschuldigen möchte, und der Erkenntnis, dass Angehörige, die eine klaren Standpunkt vertreten, in diesem Forum nicht erwünscht sind, beuge ich mich dem Druck und werde diesem Forum fern bleiben.

    Ich wünsche euch, auf eurem weiteren Lebensweg, alles erdenklich Gute!
    Insbesondere dir Uwe, wünsche ich Kraft das Ganze jetzt durchzustehen!

    Tom
    Zitat Zitat von skipper
    zu Tom aus Lu:
    ein Pfälzer kann einiges vertragen - von vielfältiger Meinung profitiert das Forum , also "calm down" , wie LowRoad so schön neudeutsch formuliert.
    Viele Grüße
    Skipper
    Ist Dir aber reichlich spät in den Sinn gekommen, denn das Porzellan hast Du schon fast zerschlagen.

    Lieber Tom,

    was bin ich erfreut, dass Du Deine Entscheidung, Dein Forumskonto vom Webmaster löschen zu lassen nun zunächst einmal darauf beschränkt hast, dem Forum zukünftig fern zu bleiben. Die Zeit heilt Wunden. Ich weiß davon zu berichten. Etliche Ehefrauen oder Lebensgefährtinnen, Töchter und Söhne von an PCa Betroffenen haben sich hier zu Wort gemeldet. Dir, dem Sohn eines Betroffenen wird hier vorgeworfen, Stellungnahmen oder auch nur Meinungen abzugeben, weil Du selbst noch kein Prostatakrebs hast aber regelmäßig zur Vorsorge gehst. Alles in Deinem Profil nachzulesen. Ich würde mich freuen, wenn einige vorlaute Aktivisten diesen Thread zum Anlaß nehmen, um zukünftig vorher auszuloten, wen sie hier unberechtigt kritisieren.

    Dir lieber Tom, wünsche ich ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten leicht feuchten Rutsch ins Neue Jahr.

    "Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu gebrauchen, sind zwei verschiedene Gaben"

    (Franz Grillparzer)

  9. #19
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    Zitat Zitat von Stempel Beitrag anzeigen
    Hallo Uwe, kurz vor Feierabend dazu: Wenn Du bei Deiner Arbeitswelt "nur" die gesetzliche Lohnfortzahlung hast (d.i. der Mindeststandard, Tarifverträge regeln manchmal Besseres), wirst Du auch bei OP einschl. Wundheilungszeit ziemlich sicher die Lohnfortzahlung verlieren und Krankengeld beziehen. Du wirst dann auch ein Fall für das "betriebliche Eingliederungsmanagement", kurz BEM nach §84 SGB IX. Das sollst Du in jedem Fall wahrnehmen. Schon während meines Krankenhausaufenthaltes zur OP kam die dortige Sozialarbeiterin mit einem unterschriftsreifen Antrag auf Schwerbehinderung zu mir. Nun hab ich Grad 80 nach SGB IX.

    Wolfgang
    Moin Wolfgang,

    ich arbeite im Vertrieb, meist im Innendienst, aber mit regelmäßigen Kundenbesuchen. Großer Vorteil dürfte sein, dass ich mein Büro zu Hause habe, insofern lässt sich da vieles einfacher organisieren, als wenn man körperlich arbeiten oder jeden Tag ins Büro fahren müsste.

    Man wird sehen....

    Grüße

    Uwe

  10. #20
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    Zitat Zitat von Daniel Schmidt Beitrag anzeigen
    Lieber Herr Schostak
    Ein Gleason Score 9 mit einem PSA von 52 ng/ml und 10/12 Stanzen betroffen ist sicherlich kein "harmloses" pT3a.
    Lieber Herr Schmidt
    "Sicherlich" klingt aber schon weniger überzeugt als die "fast 100%" von vorher.

    Ich erinnere mich an viele Histologien von radikalen Prostatektomien mit ungünstigsten Vorzeichen, die nachher dann doch R0 und pN0 waren. Sicher sind dann nicht alle, aber erkläglich viele auch in den Nullbereich gegangen.
    In unserer posttherapeutischen Konferenz würde dann eine Bestrahlung im frühen Progress (und nicht adjuvant) empfohlen werden.
    Ich würde übrigens durchaus auch in solchen Fällen eine (schnellschnittkontrollierte) nerverhaltende OP anstreben und gerade das ist natürlich postoperativ ein Argument, zunächst nicht zu bestrahlen, denn dann findet sicher keine Erholung der Erektion statt.

    Ich habe mich v.a. an der Formulierung und nicht an der Sache gestört. Ich hätte locker mit "mehr als die Hälfte" oder so leben können, aber "fast 100%" ist definitiv übertrieben.
    Wir wissen beide, dass dieses Argument zu Ungunsten der OP v.a. den Lebensqualitätsnachteil der 2-3-jährigen Androgendeprivation bei der Bestrahlung ausgleichen soll.

    Herzliche Grüße

    M. Schostak

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