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Thema: Größtes Prostatakrebssymposium Mitteldeutschlands, 25.-26.1.2013

  1. #11
    Reinardo Gast
    Harald, schlimm, schlimm, wie Du reagierst. Von einem Bericht über ein so "hochkarätiges" und hochgelobtes Symposium erwarte ich einfach mehr inhaltliche Substanz, auch mehr Distanziertheit. Das ist alles.
    Reinardo

  2. #12
    tom aus lu Gast
    Hallo Reinardo,

    ich will ja nicht mehr Öl ins Feuer gießen, aber, das nächste mal hilft halt nur selbst hinfahren und anschließend hier berichten, das würde der Ausgewogenheit doch sehr gut tun.

    Sorry....

    Tom

  3. #13
    Harald_1933 Gast
    Gehörtes und Gesehenes beim Magdeburger Symposium Prostatakarzinom

    Beim Thema PCA und Ernährung stand der Begriff Metabolisches Syndrom (MS) siehe hier mit im Vordergrund. Prof. Schmitz-Dräger erwähnte auch Störgrößen bei der PSA-Bestimmung, nämlich ASS, Statine und H2-Blocker. Das war mir bislang so nicht geläufig.

    Prof. Weißbach blendete bei seinem Vortrag zu "Für wen ist ist eine Krebs(früh)erkennung sinnvoll?" unter der Flagge "Im Nutzen belegt?" ein, dass von den von der GKV akzeptierten Leistungen für PAP-Test, Koloskopie, Hautkrebsscreening und DRU lediglich die Mammographie per RCT validiert sei.

    Hier kann man erschöpfend alles nachlesen, was im Zusammenhang mit Screening überhaupt steht.

    Auszugsweise dies: Für die zurzeit zugelassenen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist die Nutzen-Schaden-Bilanz entweder nicht durch große randomisierte kontrollierte Studien (RCT) belegt oder die Aussagen der vorhandenen RCT sind heterogen. Die derzeit verfügbaren Daten über Nutzen und Risiken bei Mammakarzinom-, Prostatakarzinom- und Kolonkarzinomscreening zeigen außerdem, dass Überdiagnosen sehr viel häufiger sind als verhinderte Krebstodesfälle.

    Unschwer zu erraten, dass Prof. Weißbach auch hier seine Handschrift hinterlassen hat.

    Für wen also? Individuelle Entscheidung!

    Bei Pro heißt es: "Früherkennung kann die Sterblichkeit bei Prostatakrebs möglicherweise senken 1 von 1055 Prostatakrebs geringen Risikos muß nicht behandelt werden"

    Bei Contra heißt es: "Früherkennung kann die Sterblichkeit bei Prostatakrebs nicht verhindern: 4 von 1055 sterben trotzdem. Früherkennung bringt Überdiagnosen hervor: 37 von 1055 - davon impotent/inkontinent in Folge Überbehandlung 12/4

    Fazit: Unsicherheit! Lebensverlängerung oder Verbesserung der Lebensqualität durch PSA-Screening können nicht nachgewiesen werden.

    Prof. Christian Schwentner widmete sich ausführlich dem Biomarker-Spektrum, nämlich:

    PSA: fPSA/PSA, PSAV, PSAD, PSA-Isoformen (phi)

    Urin: PCA 3, Proteine, DNA, Methylierung

    Blut: CTC, Kallikreine, IL-6, uPA, TG-beta 1

    Zelle: AMACR, p 63, PSMA, Ki-67

    Genetik: Nukleotid, polymorphismen (SNPs), Genfusion (TMPRSS)

    Zu "phi" = Prostate Health Index: Der Prostate Health Index (phi) resultiert aus der Kombination von drei automatischen Bluttests, nämlich 1. PSA, 2. fPSA + 3. [-2] pro-PSA=Vorstufe von PSA im Blut. Patienten mit PSA 2-10 ng/ml. Es ist ein vollautomatisiertes System. Eine ausführliche Beschreibung dazu hier.

    Zum TMPRSS2 noch dies und das und hier.

    Zu den zertifizierten Prostatakrebszentren und deren Kosten brachte Prof. Steffen Weikert es sehr schnell auf den Punkt, dass nämlich doch nicht nur sehr viel Zeit zu investieren ist, sondern auch eine erhebliche Kostenzunahme in Kauf genommen werden muß. Stichworte mit Fragezeichen: Höhere Versorgung? - Standortvorteil? - Zentralisierung medizinischer Versorgung? - Existenzsicherung? - Renommee?

    Auch das steht außer Frage: Ressourcenverbrauch, Mengenausweitung, Zertifizierungsindustrie, Bürokratie ....

    Für die Vorbereitungsphase wurden 2950 Aktivstunden Facharzt und für die Überwachungphase 2720 Aktivstunden Facharzt ermittelt. Das setzt sich zusammen aus prätherapeutischer Konferenz, posttherapeutischer Konferenz, Vorbereitung Fortbildung, Qualitätsmanagement, Administration, Tumordokumentation, Zweitmeinungsprechstunde und Audits. Den Löwenanteil an dieser Aufstellung nehmen naturgemäß die aufgeführten Konferenzen für sich in Anspruch.

    Die letztlich ermittelten Mehrkosten pro Inanspruchnahme durch Patienten von 300 € scheinen mir gerechtfertigt. Hierfür wird letztlich aus meiner Sicht dem Patienten eine gewisse Sicherheit hinsichtlich der zu treffenden Therapieentscheidung vermittelt.

    Gruß Harald.

    Fortsetzung folgt!

  4. #14
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    13.11.2010
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    1.852
    Harald,vielen Dank für Deinen Bericht und den Engagement, diese Veranstaltung für uns zu besuchen!
    Ich habe da noch mal ein paar Anmerkungen und Nachfragen, kennst mich ja:

    1. Wo ist denn beschrieben/untersucht worden, wie ASS, Statine und H2-Blocker den PSA Wert beeinflussen?

    2. Die PSA gestützte Früherkennung in Frage zu stellen, nur weil man mit den Ergebnissen nicht umgehen kann, ist nicht akzeptabel, finde ich!

    3. Biomarker werden sicher zukünftig weitreichenden Einfluss auf die Diagnostik haben. Leider fehlen hierfür aber auch die prospektiven Studien, die einen Überlebensvorteil gezeigt haben. Somit wird es wohl nie leitlinienkonform sein! Hast Du Prof. Schwentner in diesem Zusammenhang zum Wert der DNA-Zytometrie gefragt? Das sollte doch ein Thema sein, was Dich ganz besonders interessiert.

    4. Prostatakrebszentren - da fehlt natürlich auch wieder die Evidenz, dass es irgendeinen Vorteil hat. Manchmal kommt mir das mehr wie eine "Beruhigungspille" vor, was z.B. durch Blaney so kommentiert wurde: "...the current use of tumor boards at most VA medical centers appears to make little to no difference to the way in which patients get treated at these centers, and therefore has no effect on the quality of care provided to patients or to their long-term survival..."

  5. #15
    Harald_1933 Gast
    Hallo Andi,

    mal schnell locker vom Hocker:

    1. Habe gestern und heute versucht, Prof. Schmitz-Dräger per E-Mail und über seine Sekretärin Frau Behl telefonisch zu erreichen, weil ich diese Aussage noch einmal bestätigt haben wollte. Bei meinen nachträglichen Recherchen hierzu bin ich aber auch nicht fündig geworden, wo das dokumentiert ist und in welche Richtung ein PSA-Wert verfälscht werden könnte.

    2. So sollte man das nicht sehen, wobei das PSA ohnehin in diesem Zusammenhang keine entscheidende Rolle spielen dürfte.

    3. Diese Frage stellte ich PD. Jens Köllerman bei seinem Vortrag "Uropathologie - was ist neu und wichtig für die Therapieplanung". Es hieß nämlich dort, dass gelegentlich verläßliche Diagnosen fehlen würden, weil die Pathologen besonders für Niedrigrisikotumore mit dem Gleason mit ihrer Weisheit gewissermaßen sinngemäß am Ende wären. Ich hoffe, das mir diese Formulierung nicht irgendwo angekreidet wird. Auf meinen Hinweis zur Einschaltung von einem Zytopathologen hieß es lapidar, es wäre ja schön, wenn Sie uns dabei behilflich wären.

    4. Ich habe ja mehr oder weniger hierzu auch nur meine eigene Bewertung zum Ausdruck gebracht.

    Gruß Harald.

    P.S.: An diesem Symposium, lieber Andi, habe ich aus eigenem Interesse privat teilgenommen, und es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen, die dort gewonnenen Erkennisse den BPS-Mitgliedern, so gut es mir möglich ist, zur Kenntnis zu bringen.

    "Wer immer die Wahrheit sagt, kann sich ein schlechtes Gedächtnis leisten"
    (T. Heuss)
    Geändert von Harald_1933 (30.01.2013 um 16:39 Uhr) Grund: Ergänzung

  6. #16
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    756
    Hallo Harald,
    auch von mir vielen Dank für Deinen Bericht.
    Ich nehme täglich ASS (100) und Statine (Simvastatin 20 mg).
    Ich habe 10 Monate nach der Prostataentf.-OP einen zuletzt ansteigenden PSA-Wert von 0,05.
    Ich bin deshalb sehr daran interessiert, in welche Richtung der PSA-Wert verfälscht wird und in welchem Umfang.
    Ich hoffe, Du erfährst Näheres über Prof. Schmitz-Dräger.

    Herzlichen Gruß

    Lothar

  7. #17
    Registriert seit
    19.06.2011
    Beiträge
    266

    PSA-Veränderungen durch NSAR und Statinen

    Zitat Zitat von Lothar M Beitrag anzeigen

    ...
    Ich nehme täglich ASS (100) und Statine (Simvastatin 20 mg).
    Ich habe 10 Monate nach der Prostataentf.-OP einen zuletzt ansteigenden PSA-Wert von 0,05.
    Ich bin deshalb sehr daran interessiert, in welche Richtung der PSA-Wert verfälscht wird und in welchem Umfang.
    ...

    Herzlichen Gruß

    Lothar

    Hallo Lothar M,

    schau mal auf diesen Artikel:

    http://www.epochtimes.de/aspirin-sen...rt-373059.html

    Daneben gibt es noch etliche Literaturstellen.


    Gruß
    hans.z

  8. #18
    Registriert seit
    30.09.2006
    Ort
    Düsseldorf der Bergische Löwe
    Beiträge
    2.557
    Lieber Harald und Interessierte
    Zitat Zitat von Harald_1933 Beitrag anzeigen
    1. Habe gestern und heute versucht, Prof. Schmitz-Dräger per E-Mail und über seine Sekretärin Frau Behl telefonisch zu erreichen, weil ich diese Aussage noch einmal bestätigt haben wollte. Bei meinen nachträglichen Recherchen hierzu bin ich aber auch nicht fündig geworden, wo das dokumentiert ist und in welche Richtung ein PSA-Wert verfälscht werden könnte.
    Statine senken erwiesener Maßen den PSA-Wert wie bereits 2008 eine amerik. Studie aussagt... hier nachzulesen Das Thema wurde auch im Forum schon wiederholt diskutiert.

    Ob diese Absenkungen des PSA einen Einfluss (Vorteile) auf das Tumorwachstum haben könnte, wurde nicht abschließend bewertet.

    Auch bei ASS, wie bei fast allen nichtsteroiden Analgetika konnte aufgrund ihrer antiinflammatorischen Wirkungen diese Beobachtungen gemacht werden.

    Herzliche Grüße
    Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
    myProstate.eu
    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  9. #19
    Registriert seit
    18.01.2009
    Beiträge
    163
    Absenkung des PSA-Wertes durch die Einnahme von Statinen und Aspirin

    Manchmal ist es auch hilfreich, wenn man sich noch an Forumsbeiträge von vorgestern erinnert:
    http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...9815#post49815
    http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...9284#post39284

  10. #20
    Harald_1933 Gast
    Hallo, hallo,

    Hans, Heribert und Günter,

    so sollte es in einem Forum funktionieren, nämlich gemeinsam herausfinden, was Sache ist. Ich hatte wirklich mitstenografiert "Störgrößen bei der PSA-Bestimmung ASS, Statine und H2Blocker. Nun ist einigen Forumsbenutzern bekannt, dass ich trotz Hörgerat auf dem rechten Ohr - das linke Ohr ist schon als Baby nach einer Entzündung als nicht mehr brauchbar eingestuft worden - hin und wieder nicht alles verstehen kann. Das gilt besonders dann, wenn der Redner zu leise spricht oder aber die Lautsprecher ungünstig eingestellt wurden. Nun denn, jetzt wäre nur noch der H2Blocker zu klären, der wohl die Magensäure in ein günstiges Verhältnis bringen soll. Vielen Dank für Eure Recherchen, wobei ich tatsächlich versäumt hatte, auch KISP oder die Suchmaske oben rechts in Anspruch zu nehmen.

    Gruß Harald.


    "Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene den Menschen alles, wie es ist: unendlich"
    (William Blake)

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