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Thema: Ich nenn es Körperverletzung!!

  1. #1
    Andrea Gast

    Ich nenn es Körperverletzung!!

    Hallo,

    mein Vater leidet an einem fortgeschrittenen ossären lymphogenen metastisierenden Adenokarzinom (Gleason 9).
    Dies wissen wir erst seit Freitag. Die letzten drei Jahre wurde ein Karzinom festgestellt, aber nie von seinem Urologen als bedenklich bezeichnet.

    Seit acht Wochen hat sich sein Allgemeinzustand sehr verschlechert,
    voher ging es ihm immer sehr gut. In diesen Wochen wurde er von seinem Urologen von einem Arzt zum nächsten geschickt (Hausarzt über Othopäden und zum Arzt im Notdienst im Krankenhaus)! Selbst der
    Hinweis, vom Arzt im Krankenhaus für seinen Urologen, doch mal
    etwas genauer zu untersuchen, wurde von ihm nicht beachtet!!
    Die Knochenszintigraphie hat keine rechten Ergebnisse geliefert,
    das CT Abdomen, dass nicht vom Urologen, sondern von seinem Orthopäden veranlasst wurde, jetzt leider Lymphome und evtl. Cysten oder Metastasen
    in der Leber und in der Wirbelsäule (die wollen sich da nicht so genau
    festlegen)!!!! Mein Vater hat dann eine Überweisung zur stationären
    Behandlung erhalten. Daraufhin waren wir in der
    Uniklinik Düsseldorf, aber eine stationäre Behandlung sei nicht nötig,
    so der Oberarzt. Leider musste er uns mitteilen, dass die Behandlung
    seines Urologen mehr als nur unzureichend verlief, da er immer nur
    Casodex verschrieb ohne der Therapie mit Spritzen und auch keine
    Bestrahlung bekam. Jetzt ist er bei einem anderen Urologen und
    bekam heute seine erste Spritze. Mit der Bestrahlung will er noch warten,
    bis er alle Blutwerte hat. Ich finde es unverschämt, dass ein Arzt, der
    sich Urologe schimpft, so unzuverlässig seine Patienten behandelt.


    Jetzt will ich nur hoffen, dass es noch nicht ganz so spät ist, und
    es meinem Vater mit der neuen Therapie besser gehen wird, und
    sich der Krebs zurückbilden wird.

    Danke fürs Zuhören...Andrea
    Geändert von Andrea (14.10.2006 um 15:35 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Andrea,

    Dein Zorn über diesen Arzt mag berechtigt sein. Trotzdem habe ich eben als Mit-Forumsbetreiber aus Deinem Beitrag eine juristische bedenkliche Formulierung entfernt. Forumsbetreiber haben eine gewisse Verantwortung für die Inhalte in ihren Foren, und es gibt auf dem Gebiet bereits einige sehr verwunderliche Gerichtsentscheidungen. An einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit diesem Arzt, deren Ausgang niemand voraussagen kann, sind wir nicht interessiert, und wir bitten dafür allseits um Verständnis.

    Ralf

    Ralf

  3. #3
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    Andersherum!

    Zitat Zitat von herbertina
    hallo ralf,
    eure reaktion kommt etwas spät.ihr hättet den namen des arztes entfernen müssen.
    wenn er es erfährt,wird andrea probleme bekommen.
    gruss herbertina
    Nun mal langsam:
    Dies ist ein Forum für die Leiden von Prostatakrebs-Betroffenen und ihrer Angehörigen und eine virtuelle Koordination der Vertretung der Interessen von PK-Patienten. Wenn Fälle krasser Falsch-Diagnostik oder -Behandlung offenbar werden, wäre es die Aufgabe einer Selbstorganisation von Krebspatienten, dafür zu sorgen, dass der entsprechende Arzt "Probleme bekommt", damit sich solches möglichst nicht wiederholt. Von ärztlichem Standesdenken oder der entsprechenden Standesorganisation ist nicht zu erwarten, dass sie Fehlverhalten aus ihren eigenen Reihen eigeninitiativ verfolgen und abstellen, das müssten wir schon selber tun. In der Tat kann es ein Schritt zur richtigen Therapie sein, als erstes mal den Arzt zu wechseln. Aber wir sind -alles in allem- viel zu unpolitisch. Deshalb bleibt nur, in vorauseilender Erörtung eventueller juristischer "Probleme" uns abzusichern. Das muss ja auch sein, und ich danke Ralf und anderen, dass darauf geachtet wird. Wir brauchen wirklich nicht auch noch irgendwelche juristischen Verfahren gegen dieses Forum. Doch unter einer offensiven, unterstützenden Aktion für die Situation von Andreas Vater und Andrea selbst stelle ich mir mehr vor.


    grüsse, Rudolf

  4. #4
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    Hallo Herbertina,

    man könnte auch mit gutem Grund der Meinung sein, dass Andreas Äußerung unter den Schutz der freien Meinungsäußerung fällt, aber wir wollen es nicht darauf ankommen lassen. Auf hoher See und vor Gericht ist man bekanntlich in Gottes Hand.
    Grundsätzlich ist zunächst jeder selbst dafür verantwortlich, was er oder sie in einem öffentlichen Forum schreibt. Im übrigen gebe ich Rudolf Recht.

    Ralf

  5. #5
    Reinardo Gast
    Ein paar deftige Sammelklagen gegen Urologen, wie Herbertina sie erlebte, würden der Sache sehr dienlich sein, Abschreckung für alle andern, die ähnlich nachlässig praktizieren. Tut man nichts, bewegt sich nichts.
    Aufsehen erregende Gerichtsverfahren, von den Medien begleitet, sind gute Foren, um Missstände und alternative Ideen publik zu machen und könnte, mit Spendenaufrufen gekoppelt, viel Geld in die BPS-Kasse schwemmen. Gelder, die kein Wohlverhalten gegenüber Sponsoren voraussetzen würden.
    Einzelne können sich kaum durchsetzen. Da fehlen Sachverstand und die Gelder für Gutachten und der lange Atem über den Instanzenweg. Das müsste im Kollektiv angegangen werden.
    Gruss, Reinardo

  6. #6
    Andrea Gast
    Hallo Leute,

    hab den Namen des schändlichen Artes schon gestrichen.
    Ich hab jetzt andere Probleme! Wirklich!!!

  7. #7
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    Genaue Daten

    Liebe Andrea

    Wir warten darauf, dass es Dir möglich sein würde, ganz genau über den gegenwärtigen Gesundheitszustend Deines Vaters informiert zu werden, wie Du das ja auch beabsichtigst. Sobald alles bekannt ist, was Du herausbekommen kannst, darfst Du auch damit rechnen, Vorschläge zu erhalten, die dann zusammen mit dem neuen Arzt (wahrscheinlich sollte auch ein Onkologe beigezogen werden) geprüft und gegebenenfalls umgesetzt werden können.

    So wie es heute aussieht, sollte Dein Vater neben Casodex unbedingt Zoladex oder Eligard, sowie Zometa-Infusionen bekommen. Ist, wie zu hoffen ist, der PK noch nicht hormonrefraktär, dann kann das etwas bringen. Schliesslich sollte auch eine Chemotherapie nicht einfach ausgeschlossen werden; ich weiss, dass mancher Forum-Teilnehmer in dieser Hinsicht sehr skeptisch ist, kann aber aus eigener Erfahrung beifügen, dass die gefürchteten Nebenwirkungen heutzutage mit geeigneten Zusatzmedikamenten oft recht gut in Schach gehalten werden können.

    Deinem Vater wünscht alles Gute

    Jürg

  8. #8
    Andrea Gast

    Nichts genaues

    Hallo Jürg,

    gestern habe ich noch einmal mit seinem neuen Urologen telefoniert. Der meinte nur zu mir, dass mein Vater einen PSA von 59 hätte, und der Krebs schon ziemlich fortgeschritten sei. Er würde schon die best möglichste Therapie bekommen, nämlich Casodex zusammen mit Spritzen, die er ja vorher nie bekommen hat. Von einer Bestrahlung will er erst einmal absehen, da sich dadurch der AZ noch zusätzlich verschlechtern würde.
    Aber ich finde es seltsam, dass der Arzt in der Uni-Klinik meinte, Betrahlung würde helfen, und nicht schaden. Ich verstehe das alles nicht mehr. Der eine sagt Hü und der andere sagt Hott! Vielleicht liegt es auch daran, dass mein Vater schon 81 Jahre alt ist, und die Ärtze deswegen nicht mehr so viel machen wollen. Dann habe ich dem Urologen noch gesagt, was man denn gegen seine Schwäche und Appetitlosigkeit machen könnte, denn daran leidet er mehr als unter die wenigen Schmerzen. Heute soll sich mein Vater dann irgendwas aus der Praxis holen. Ich weiß nicht was. Irgendwie muss es doch auch eine Krebstherapie in einem Zentrum geben, wo man palliativ behandelt wird. Ich weiß, dass er nicht mehr geheilt werden kann, aber ich möchte einfach, dass er nicht so leiden muss.

    LG Andrea

  9. #9
    WinfriedW Gast
    Hallo Andrea,

    wir Männer sind nicht für die Ewigkeit konstruiert. Mit 81 Jahren ist das Frischhaltedatum eindeutig abgelaufen. Isoliert betrachtet halte ich bei einem 81-jährigen Mann einen PSA-Wert von 59ng/ml noch nicht für sehr dramatisch. Hier im Forum bewegen sich Männer mit teilweise sehr viel höheren Werten. Interessant wäre die Anstiegsgeschwindigkeit.

    Ich halte es durchaus für wahrscheinlich, dass der schlechte Allgemeinzustand deines Vaters ganz andere Ursachen hat. Auch die wenigen Schmerzen müssen nicht zwingend vom Krebs herrühren. Vielleicht ist es einfach altersbedingter Abbau.

    Hormontherapie (LHRH-Analogon) hält vielleicht den Krebs auf, es verbessert aber den Allgemeinzustand nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Mit Bestrahlung trifft man nicht nur den Krebs, sondern auch das Knochenmark und damit das Blut bildende System.

    Es ist in dieser Situation tatsächlich sehr genau abzuwägen, welche Therapie man ihm antun will. 40 Termine in der Strahlenklinik kann für einen 81-jährigen schon ohne Bestrahlung eine hohe Belastung werden.

    WW

  10. #10
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    Liebe Andrea

    Medizin ist keine exakte Wissenschaft, und erst recht gilt dies für die Behandlung von Prostatakrebs. Ich möchte nicht sagen, dass es dazu etwa so viele Behandlungsmethoden wie Ärzte gebe, aber es ist begreiflich, dass Dir das Hü und Hott seltsam vorkommt. Zum Teil ist es erklärlich von der Ausbildung und Spezialisierung eines Arztes her: Wer in Strahlentherapie absolut zu Hause ist, der wird eine solche eher als zweckmässig ansehen, als eine Therapie, mit der er weniger vertraut ist. Dann: Es gibt, wie bei anderen Berufen, gute und weniger gute Ärzte, es gibt erfahrene und weniger erfahrene Ärzte, es gibt solche mit viel Talent, sich in das Problem seines Patienten hineinzudenken und solche, denen diese Fähigkeit mehr oder weniger abgeht.

    Nun, solche Aufzählungen helfen Dir nicht weiter. Richtig liegst Du aber sicher mit der Überlegung, dass das Alter Deines Vaters bei der Therapie berücksichtigt werden muss. Allerdings nicht etwa in dem Sinne, dass man sagen würde, im Alter von 81 Jahren „komme es nicht mehr so sehr darauf an“, sondern vielmehr so, dass bedacht wird, was man einem Patienten in diesem Alter zumuten könne, ohne ihm mehr zu schaden als zu nützen. Und da glaube ich, dass der Urologe, der nun Deinen Vater behandelt, richtig liegt, wenn er von einer Bestrahlung vorerst einmal absehen will. Eine Bestrahlung ist dann sinnvoll, wenn ein Ziel gegeben ist; bei Metastasen kann es ein Ziel sein, eine einzelne Metastase anzugreifen, die besondere Schmerzen verursacht oder eine wichtige Körperfunktion abzuwürgen droht. Beides scheint bei Deinem Dad nicht der Fall zu sein.

    Zum Ernährungsproblem habe ich Dir zwei Links herausgeschrieben:

    http://www.swisscancer.ch/index.php?id=1223

    Dort ist zu lesen:

    „Viele Krebspatienten leiden unter ungewolltem Gewichtsverlust. Einerseits können Tumore Stoffe freisetzen, die zu Appetitverlust und beschleunigtem Stoffwechsel führen, andrerseits beobachtet man veränderte Ernährungsgewohnheiten während der Krebstherapien. Wird der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, ist das Risiko, an einer Infektion zu erkranken erhöht. Darum lohnt sich der Versuch mit einer Zusatznahrung.

    Diese Zusatznahrung ist speziell auf die Stoffwechselprobleme bei krebsbedingtem Gewichtsverlust abgestimmt und in jeder Apotheke erhältlich. Sie ist hochkalorisch, eiweissreich und enthält spezifische Nährstoffe wie zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren, Aminosäuren usw. Sie kann den Stoffwechsel positiv beeinflussen und so den Gewichts- und Muskelaufbau unterstützen.

    Von unseren Anrufenden hören wir oft, dass ihnen diese Produkte nicht munden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Drinks zuzubereiten. Einige Vorschläge für die Zubereitung finden Sie unter Tipps und Rezepte.“

    Weitere nützliche Hinweise findest Du bei

    http://www.krebshilfe.de/neu/infoang...g/seite10.html

    Ich nehme an, Dein Vater bekomme ein Rezept für eine besondere Nahrungsergänzung, vielleicht aber auch ein den Appetit förderndes Medikament (auf diesem Gebiet bin ich aber leider gar nicht zu Hause; sicher weiss ein anderer Mitstreiter aus dem Forum besser darüber Bescheid).

    Liebe Grüsse

    Jürg

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