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Thema: Primary ADT outcomes USA vs. JAPAN

  1. #1
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    Primary ADT outcomes USA vs. JAPAN

    AUA Meeting 2013 Abstract 724:
    Trans-Pacific variation in outcomes for men treated with primary androgen deprivation therapy for localized prostate cancer

    Einführung und Ziele
    Primäre Androgendeprivationstherapie (PADT) wird als Option für die alleinige Therapie bei lokalisiertem Prostatakrebs durch Leitlinien in Asien, aber nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) oder Europa gebilligt. Ein Primary-ADT Einsatz ist jedoch weit verbreitet, sowohl in den USA als auch in Japan. Frühere Studien auf beiden Seiten des Pazifiks haben von unterschiedlichen Ergebnissen für die Primary-ADT berichtet; es ist unser Ziel, diese Unterschiede in einer direkten Vergleichsstudie zu aufzuklären.

    Methoden
    Die Daten wurden der US-Einwohner basierten CaPSURE und der Japanischen J-CaP Datenbank entnommen, welche Männer in Japan enthält, die mit Primary-ADT behandelt wurden. In der CaPSURE Datenbank konnten 1934 Männer identifiziert werden, die mit Primary-ADT behandelt wurden, entsprechend 16.300 Männern aus der J-CaP Datenbank. Eine Risiko Anpassung wurde entsprechend der validierten Japan Prostatakrebs Risikobewertung (J-CAPRA) durchgeführt. Eine Cox Proportional-Hazards-Regression wurde verwendet, um die Prostatakrebs-spezifischen Mortalität (CSM), bei Anpassung des Alters, des J-CAPRA (Japan Prostatakrebs Risikobewertung), dem Jahr der Diagnose und der Art der Behandlung (kombiniert Androgenblockade [CAB] vs. Kastration (medizinische oder chirurgische) Monotherapie) zu beurteilen.

    Ergebnisse
    Männer, die in Japan mit PADT behandelt wurden, waren älter als die in CaPSURE (mittleres Alter 75,0 vs 72,7) und hatten ein höheres Krankheits Risiko (Mittelwert J-CAPRA Punktzahl 3,0 vs 2,1. Sie wurden eher mit CAB (ADT2) behandelt (67,1% vs 44,5%). Im Cox-Modell, war der Hazard Ratio (HR) des PCSM (Prostate Cancer Specific Mortality) 0.31 für J-Cap im Vergleich zu CaPSURE. Kombinierte ADT (ADT2) verbesserte die Überlebensrate In Japan im Vergleich zur alleinigen Kastration (ADT1) (HR 0,81), aber dieser Effekt wurde nicht in den USA (CaPSURE) beobachtet (HR 0,96). Für das Gesamtüberleben war der HR für Japen (J-CaP) 0,27.

    Schlussfolgerungen
    Bereinigt um mehrere Faktoren, darunter Krankheitsrisiko und Art der Androgen-Ablation, hatten Männer mit Primary-ADT, die in Japan behandelt wurden, im Vergleich zu den Patienten in den USA ein mehr als 3-fach niedrigeres CSM (Cancer Specify Mortality) und ein 4-fach besseres Gesamtüberleben. Kombinirte-ADT (ADT2) verbesserte das Ergebniss gegenüber der alleinigen Kastration (ADT1) in Japan (J-CaP) aber nicht in den USA (CaPSURE). Diese Ergebnisse unterstützt bestehende Leitlinien, sowohl was die Ermutigung einer Primary-ADT in Asien anbelangt, als auch die Zurückhaltende Verwendung im Westen. Die Gründe für diese erheblichen Unterschiede sind wahrscheinlich sowohl genetische als auch ernährungsspezifisch bzw. auf Umweltfaktoren basierend, aber auch potenzielle Störvariablen wie Komorbiditäten können nicht ausgeschlossen werden. Solche Faktoren könnten die unterschiedliche Biologie von Prostatakrebs auf beiden Seiten des Pazifiks erklären.


    Eigene Anmerkung:
    Eine offene Frage wäre, ob Übernahme Japanischer Lebens- und Ernährungsgewohnheiten auch bei uns das Ergebnis der ADT entsprechend verbessern könnte, oder ob es dann dafür "zu spät" wäre? Ich denke, ein Versuch wär's wert.

  2. #2
    Reinardo Gast
    Hallo LowRoad:-

    Du erwartest sicherlich nicht, dass Dein Beitrag kritisiert oder ergänzt werden könnte. Die Frage stellt sich aber, in welchem Stadium der Erkrankung die Vergleiche vorgenommen wurden. Die Schlussfolgerungen des Vergleichs sind allerdings erstaunlich, fast möchte man sagen, unglaublich aus welchen Gründen auch immer.
    In einem Deiner Beiträge, welchen ich nicht vergessen kann http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...-was-tun/page3 schilderst Du das Kamingespräch von Dr. Meyers am Independence Day. Bei Knochenmetastasen versucht er als erstes eine ADT3 und kommt dann nach nicht mehr wirken der Taxotere Chemortherapie aif eine mittleree Überlebenszeit von 12 Monaten, letztlich wohl etwas verlängert durch neue Medikamente wie Abiraterone. Würde Dein Vergleich USA : Japan nun bedeuten, dass unter japanischen Lebensgewohnheiten und Genetik die Überlebenszeit sich verdreifacht? Eigentlich schwer zu glauben.

    Gruß, Reinardo

  3. #3
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Eigene Anmerkung:
    Eine offene Frage wäre, ob Übernahme Japanischer Lebens- und Ernährungsgewohnheiten auch bei uns das Ergebnis der ADT entsprechend verbessern könnte, oder ob es dann dafür "zu spät" wäre? Ich denke, ein Versuch wär's wert.
    Eine Untersuchung hat gezeigt, dass Japaner, die nach Europa ziehen in der nächsten Generation die gleichen Karzinome haben wie wir - die Quelle finde ich im Moment leider nicht.
    Im Umkehrschluss müsste dann "japanische" Ernährung in der nächsten Generation zu einer Verminderung von Prostatakarzinomen führen (dafür haben aber Japaner SEHR viel mehr Magenkarzinome)
    ----------------------------------------------------------
    Meine Kommentare stellen keine verbindliche Auskunft dar,
    sondern spiegeln meine PERSÖNLICHE Meinung und Erfahrung
    wider und können keine direkte Beratung und Behandlung
    vor Ort ersetzen

    Gruss
    fs
    ----------------------------------------------------------

  4. #4
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    Eine Untersuchung hat gezeigt, dass Japaner, die nach Europa ziehen in der nächsten Generation die gleichen Karzinome haben wie wir...
    Lieber Dr. S.,
    das ist allgemein bekannt, braucht, denke ich, nicht belegt zu werden. Als Schlussfolgerung muss man dann allerdings auch anerkennen, dass es wohl eher nicht an genetischen Besonderheiten liegt. Mein Vorschlag, diese Lebens und Ernährungsweise als für PCA (!) günstig anzuerkennen wird damit bestätigt - oder?

  5. #5
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    ...dass unter japanischen Lebensgewohnheiten und Genetik die Überlebenszeit sich verdreifacht? Eigentlich schwer zu glauben.
    Lieber Reinardo,
    ja, sehe ich auch so. Leider kenne ich die Details der Auswertung nicht, sonst könnte ich das vielleicht kommentieren. Festzuhalten bleibt aber, dass die "Japanischen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten", wie oben beschrieben, für PCA günstig sein dürften. Entspricht unserer Befürwortung der mediterranen Ernährung mit viel Fisch und Gemüse, Olivenöl und wenig rotem Fleisch. Leider hören die Patienten von Ihren Ärzten noch viel zu oft "...ach, essen Sie was Ihnen schmeckt, da wird viel zu viel TamTam drum gemacht...". Genau das Gegenteil ist der Fall, Sport und Ernährung sind enge Verbündete und sollten in jedem palliativem Konzept ihre Bedeutung erlangen. Reinardo, Du spricht hier mal wieder Dr.Myers an. Er fordert von seinen Patienten eine sehr strikte Einhalten dieser Verhaltensweisen, und er kann ziemlich unwirsch werden, wenn das nicht nachvollzogen wird.

    Seine Anmerkung, dass die statistische Lebenserwartung nach Versagen von Taxotere® (Docetaxel) 12 Monate beträgt, deckt sich in etwa mit den gängigen Studien. Moderne Medikamente wie Abiraterone, Enzalutamide, Alpharadin, Cabazitaxel usw. können das etwas verbessern. Trotzdem muss man festhalten, dass Versagen von Chemotherapie eine kritische Zeitmarke darstellt, genauso wie die Ausbildung von Kastrationsresistenz.

    Reinardo, kennst Du mein ADT-Referat aus Neukirchen? Schicke ich Dir gerne per mail...

  6. #6
    Reinardo Gast
    Lieber LowRoad. Habe ich leider nicht. An welchen Weg hast Du gedacht? Ich schreibe Dir separat meine Email- und Postanschrift.
    Danke!
    Gruß, Reinardo

  7. #7
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    Hallo zusammen,

    über die in der von Andi vorgestellten Vergleichsstudie gezeigten Auffälligkeiten berichten japanische Onkologen und Urologen schon seit Jahren. Ich hatte 2009 hier im Forum auf die fappierenden PADT-Ergebnisse in Japan hingewiesen. Es hat dies damals wenig beeindruckt, da noch immer alte Schlachten gegen Leibowitz geschlagen wurden. Es lohnt jedoch allemal, einen Blick auf die japanischen Statistiken zu werfen. Die PADT hat dort was von einem Goldstandard, denn bei low-risk-Erkrankungen sind die Überlebensraten nicht schlechter wie die der gesunden Bevölkerung.

    Hideyuki Akaza u.a. haben im Prostate Cancer Working group Report von 2010 ausführlich über die Unterschiede bei der PCA-Inzidenz, die unterschiedliche Wirkung einer PADT wie auch der Nebenwirkungen bei asiatischen und westlichen Bevölkerungen diskutiert. Sie meinen die Soja-Konsumption in asiatischen Ländern könnte dabei eine wesentliche Rolle spielen und führen auch eindrucksvolle Statistiken an. Isoflavone sind tatsächlich bekannt für ihre antikanzeröse Wirkung. Die Verbreitung des westlichen Lifestyles in Asien führte in den letzten Jahren auch dort zu einem Anstieg der Inzidenz und Mortalität durch PCA. Die Autoren führen auch hier die interessante Beobachtung an, dass japanische Immigranten auf Hawaii häufiger an PCA erkranken als in Japan, was die Bedeutung des kulturellen Faktors untermauert. Es ist töricht und überheblich anzunehmen, die Ernährungsweise spielt beim Krebsgeschehen keine Rolle.
    Grüße
    Hartmut

    Meine PK-Geschichte im Überblick: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=74

  8. #8
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    Guten Abend zusammen,

    gibt es belastbare Daten für das bisherige Ernährungsverhalten frisch diagnostizierter PCA-Erkrankter in Deutschland?

    Gruß
    Knut
    Alles bleibt anders

  9. #9
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    Bleibt nur noch festzustellen, wie viel anders sich TIBETER ernähren, lol

  10. #10
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    Zitat Zitat von hartmuth Beitrag anzeigen
    Hideyuki Akaza u.a. haben im Prostate Cancer Working group Report von 2010 ausführlich über die Unterschiede bei der PCA-Inzidenz, die unterschiedliche Wirkung einer PADT wie auch der Nebenwirkungen bei asiatischen und westlichen Bevölkerungen diskutiert. Sie meinen die Soja-Konsumption in asiatischen Ländern könnte dabei eine wesentliche Rolle spielen und führen auch eindrucksvolle Statistiken an.
    Andere haben die regionären, unterschiedlichen Immunisierungen, verursacht durch die erheblichen Unterschiede in den Darmbesiedelungen, ins Feld geführt, was eine Erklärung für die Unterschiede zwischen Europäern und Japanern sein könnte. Entscheidend für diese These, wird der Fakt, das europäisierte Japaner(Asiaten) keinen Unterschied zu den ursprünglichen Europäern mehr darstellen, wie von Urologe fs bestätigt. Es ist also bei Weitem nicht nur die Ernährungsweise, die Aufschlüsse zu diesen Phänomenen gibt, auch wie die Verstoffwechelung der Nahrung stattfindet, kann den Zellzyklus beeinflussen, wie hier wissenschaftlich untermauert, nachzuempfinden ist.

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