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Thema: PSA Anstieg mit geringer Verdopplungszeit 3 Jahre nach RPE

  1. #11
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    Hallo Kari,

    der Nerverhalt hat mit der Perineuralscheideninvasion nichts zu tun. Ersteres betrifft die für die Erektion wichtigen Nerven, die dummerweise in einigen (ca. vier) Millimetern Abstand hinter der Prostata verlaufen. Die Nerven, deren Hüllen ("perineural" = um die Nerven herum) vom Pathologen als krebsbefallen erkannt wurden, sind dagegen solche, die durch die Prostata verlaufen. Laut Prof. Bonkhoff, einem bekannten Prostata-Pathologen, sind diese Nervenumhüllungen ("Nervenscheiden") die bevorzugten Ausfallwege des Krebses aus der Prostata; über sie kommt er am leichtesten heraus. Ob das bei Deinem Vater tatsächlich passiert ist, kann niemand so genau sagen, denn der Pathologe hat in seinem Befund nicht spezifiziert, wo genau er diesen Nervenscheidenbefall gefunden hat – ob innerhalb oder außerhalb der Prostata, also z. B. am Austritt des Nerven aus dem Präparat.

    Wenn der PSA-Trend sich fortsetzt, dann sollte eine Bestrahlung erfolgen, bevor ein PSA-Wert von 0,5 ng/ml erreicht ist, besser schon früher, siehe hier. Mit einem modernen Bestrahlungsgerät (IMRT oder IGRT) muss kein Patient Furcht vor einer Salvage-Bestrahlung (= "Rettungs-"Bestrahlung) haben. Solche Geräte bestrahlen die Prostataloge aus bis zu sieben Richtungen, und dies mit einer Präzision von 0,5 mm (was natürlich voraussetzt, dass der Patient sich während der Bestrahlung absolut still verhält, sonst ist diese Präzision für die Katz). Ihr solltet Euch vorsorglich schon einmal eine Strahlenklinik in Eurer Nähe suchen und dort vorstellig werden. "In Eurer Nähe" deswegen, weil die Gesamtstrahlendosis von z. B. 66,6 Gy auf ca. 37 Bestrahlungssitzungen ("Fraktionen") aufgeteilt wird; der Patient muss also ca. 7½ Wochen lang werktäglich zur Klinik fahren. Bei einem modernen Gerät, wie beschrieben, sind die von vielen Patienten befürchteten Nebenwirkungen sehr gering. Hier findest Du eine (sicher nicht vollständige) Liste von IMRT-/IGRT-Kliniken, die allerdings keine detaillierten Angaben über die verwendeten Geräte enthält (auch bei IMRT-/IGRT-Geräten gibt es Unterschiede). Trotzdem solltet Ihr Euch erkundigen, aus wievielen Richtungen ggf. bestrahlt werden würde – je mehr, desto geringer die NW auf gesundes Gewebe.

    Ralf

  2. #12
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    Guten Abend, gerade die neueste Entwicklung.. Meine Mutter wollte nun einen Besprechungstermin für November nachdem die nächsten Werte da sind, vereinbaren. Der nächste mögliche Sprechstundentermin ist im Februar! Sie wurde damit beruhigt, dass der PSA Wert ja gar nichts sei, es doch nicht eilt, etc.
    Ich denke zumindest eine Orientierung über die Entwicklung sollte trotz Kassenpatient noch 2013 drin sein. Besonders da seit März kein Bericht mehr erstellt wurde.. aber gut..
    Wir werden jetzt den November abwarten, dann den Bericht über die letzten Werte an den Hausarzt anfordern und gegebenenfalls vor Februar auf einem Gesprächstermin insistieren.

    Danke Ralf für die genaue Erklärung und der Verweis zur Studie und den Zentren.
    Es scheint bei uns im Umkreis auf jeden Fall neue Technik vorhanden zu sein.

    Weiss jemand ob es irgendwo eine Sammlung von Erfahrungen zu den Zentren gibt? Denn die Technik macht's ja nicht alleine.

    Schöne Grüsse.
    Kari

  3. #13
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    Hallo Kari,
    ihr solltet Euch nicht so ohne Weiteres, mehr als ein Vierteljahr wegen eines Termines für eine weitere PSA-MESSUNG vertrösten lassen. Vielleicht hat hier ja einfach nur eine schlecht gelaunte Sprechstundenhilfe so entschieden und Euch allen eine lange Wartezeit mit der damit verbundenen Unruhe verpasst. Lasst Euch das nicht bieten und ich rate dazu, die nötigen Dinge selbst zu entscheiden.
    Wie heisst es so schön : Werde der Manager deiner Krankheit ! Ich selbst habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Herzl. Grüße und alles Gute für Deinen Vater, Carlos

  4. #14
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    Hallo Carlos, herzlichen Dank für die lieben Worte. Ich sehe das auch so. Daher auch der Weg hier ins Forum. Es war wahrscheinlich nur ein schlechter Moment und diese Wartezeit lassen wir uns (gleichwohl auch mit Verstehen des Praxisalltags) nicht bieten, denn für den Urologen bzw. sein Team ist es "nur" die Arbeit.
    Danke allen für die guten Wünsche an meinen Vater! Schönen Abend

  5. #15
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    Zitat Zitat von Kari84 Beitrag anzeigen
    Weiss jemand ob es irgendwo eine Sammlung von Erfahrungen zu den Zentren gibt? Denn die Technik macht's ja nicht alleine.
    Die Entfernung zur Klinik spielt neben der Technik auch eine Rolle, weil man über 6 Wochen werktäglich zur Klinik fahren muss. Die gesetztlichen Krankenkassen beteiligen sich an den Taxikosten nur zu den beiden nächstgelegenen Kliniken.

    Gruß

    Hansjörg Burger

    PS: Unbedingt den Rat von Ralf befolgen und die Bestrahlung, wenn sich das Rezidiv in einer zweiten Messung bestätigt, sofort angehen und nicht lange herumtändeln, da je niedriger der PSA-Wert, um so kleiner die Tumormasse, um so erfolgreicher die Bestrahlung!

  6. #16
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    Hallo zusammen, ich hoffe allen geht es gut und das trübe Novemberwetter hat zwischendurch mal einen Sonnenstrahl. Nun sind die Ergebnisse der Messung vom 20.11 da. Der PSA liegt bei 0,25. ein leichter Abfall gegenüber 18.10.13-> 0,3 (hier muss ich korrigieren, falscher Alarm, die Zehnerpotenzen..).
    Der nächste Termin beim Urologen ist im Februar. Mein Vater möchte nun wegen des Rückgangs und Weihnachten nichts überstürzen. Was meint ihr? Ist dieses Abwarten im Verhältnis zu Langzeit Nachwirkungen einer möglichen Bestrahlung sinnvoll/vertretbar oder "verspielte Zeit"? Einen schönen Abend und viele Grüsse.

  7. #17
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    Guten Abend Kari

    Der Rueckgang ist natuerlich positv zu bewerten, aber es ist aus meiner Sicht keine Entwarnung ! Vor Weihnachten duerfte mit grosser Wahrscheinlichkeit nichts mehr anbrennen (ausser vielleicht die Weihnachtsgans), der næchste Termin zur Messung im Februar 2014 waere mir persoenlich aber zu spæt. Ihr solltet die Chance auf eine Heilung nicht leichtfertig verspielen; Ralf und BurgerH haben hierzu schon ausgiebig Stellung bezogen.

    Meine persoenliche Vorgehensweise wære Anfang Januar erneut im gleichen Labor messen zu lassen und bei einem Wert, der sich Richtung 0,4 ng/ml bewegt, die Strahlentherapie unverzueglich einzuleiten. Die Zeit bis dahin wuerde ich damit nutzen, mir eine geeignete Klinik zu suchen und ggf. die Wartezeit bis zum 1. Bestrahlungstermin erfragen.

    LG

    Spertel

  8. #18
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    Hallo Spertel, danke für deine Antwort und deine persönliche Einschätzung. Vor Weihnachten sollte wirklich nichts anbrennen. Mal sehen was bei meinem Vater reift. Mir wäre es auch spät..
    Liebe Grüsse und schon ein schönes Wochenende!

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