Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Inkontinenz / Äußerer Schließmuskel / Blasenhals

  1. #1
    Registriert seit
    08.12.2010
    Ort
    Berlin Köpenick
    Beiträge
    46

    Inkontinenz / Äußerer Schließmuskel / Blasenhals

    Hallo Leute,

    nach dem heutigen Vortrag der Urologen hier in der AHB habe ich eine recht neue Erkenntnis. Bisher war ich immer der Meinung, das nach einer RPE ausschließlich der willkürlich gesteuerte äußere Schließmuskel für die entsprechende Kontinenz verantwortlich ist. Dem widersprachen heute die Aussagen der anwesenden Urologen. Dort meinte man, das der äußere Schließmuskel nicht alleine die Arbeit des Dichtwerdens/seins verrichten kann. Vielmehr ist der Blasenhals die entscheidende Region. Alle dort verbleibenden Muskelfaser müssten verheilen und sich umorganisieren. Dort findet dann der unwillkürliche Harnstau in der Blase statt. Je nachdem, wie gross die Wunde im Blasenhals/unterer Blasenboden ist, dauert die Verheilung und dadurch auch die Inkontinenz. Mit dem Training des äußere Schließmuskel unterstützt man lediglich die Möglichkeit des längeren Harnhaltens. Die Grundkontinenz findet nach wie vor in der Blasenmuskulatur und im Blasenboden statt. Je nach dem wie verletzt der Blasenboden ist, wie umfangreich der Blasenhals beschädig oder entfernt wurde, desto länger dauert die "Umbauzeit" der Blasenmuskulatur und damit die Inkontinenz.
    Man sagte, das dieser Vorgang mindestens 3 Monate in Anspruch nimmt und durch zu viel Stress in der Wunde ( Fahrrad fahren usw ) erheblich verlängert wird.
    Soweit die Zusammenfassung des Vortrages.

    Viele Grüße
    Andreas

  2. #2
    Registriert seit
    07.02.2010
    Ort
    02957
    Beiträge
    224
    Hallo Andreas,

    wie es aussieht, schreibst Du gern hier im Forum. Vielleicht findest Du in der AHB noch die Zeit, einmal über praktische Übungen zum Inkontinenztraining für Männer in der Reha-Klinik in Plau am See zu berichten. Ich war ca. 5 Monate nach der RPE trocken. Dann begann eine Bestrahlung und jetzt gehe ich innerhalb eines Jahres zum 2. Mal zur Reha nach Kreischa bei Dresden. Es tröpfelt wieder ganz schön und ich hoffe, dass die Behandlungen auch diesmal wieder anschlagen. Auch in dieser Klinik werden Fachvorträge gehalten und ich werde einmal die hier angesprochene Problematik zur Beteiligung des Blasenhalses bzw. -bodens hinterfragen.
    Übrigens wäre es schön, wenn Du Dein Profil ergänzen und die Möglichkeiten bei "myprostate.eu" nutzen könntest und damit schnell zugängliche Informationen für die Nutzer des Forums bereitstellst. Ich musste ganz schön lange suchen, um z.B. die AHB-Klinik (wenn es Dir dort gefallen hat, dann vermerke diese Klinik doch hier) oder Deine histologischen Befunde zu finden.

    Viel Erfolg beim "Trockenlegen" und "Wiederaufrichten"

    wünscht

    "wanderfreund" Roland

  3. #3
    Registriert seit
    30.09.2006
    Ort
    Düsseldorf der Bergische Löwe
    Beiträge
    2.624
    Hallo Andreas,

    zur RPE-Technik gibt es wohl inzwischen verschiedene Lehrmeinungen darüber ob der Blasenhals mit dem Blasenschließmuskel erhalten oder besser vollständig entfernt werden sollte. Bei meiner Operation wurde der Blasenhals mitsamt dem Schließmuskel großzügig entfernt. Dieses große Loch wurde dann mit dem Harnröhrenstumpf vernäht, was ähnlich aussieht, als habe man einen Sack verschnürt.
    Deshalb halte ich die aufgezeigten Gründe für eine länger anhaltende Inkontinenz für sehr fragwürdig um nicht zu sagen abenteuerlich. Ich war nach der Op praktisch trocken und es gibt einige, die beim gleichen Operateur waren und gleich gute Ergebnisse vorweisen konnten.
    Wenn Du dir den OP-Aufklärungsbogen mal genauer ansiehst, erkennst Du diese Technik, die übrigens immer noch sehr verbreitet Anwendung findet. Die Gründe dafür sind, das Risiko eines Lokalrezidivs möglichst gering zu halten. Das wurde uns in der AHB-Klinik Quellental ebenso erklärt.

    Gruß Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
    myProstate.eu
    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  4. #4
    Registriert seit
    20.01.2011
    Ort
    Bremen
    Beiträge
    26
    Hallo python,
    wenn der Blasenhals, damit der innere Schließmuskel entscheidend wäre, dann müssten doch alle Leute nach TURP erstmal inkontinent sein, weil dabei ja der innere Schließmuskel mit weggenommen wird. Also vertraue ich weiter auf den äußeren, auch wenn der dann etwas mehr leisten muss und man ihn dann wohl auch durch Training unterstützen sollte.

    gruß

    gotzohb

  5. #5
    Registriert seit
    08.12.2010
    Ort
    Berlin Köpenick
    Beiträge
    46
    Zitat Zitat von gotzohb Beitrag anzeigen
    Hallo python,
    wenn der Blasenhals, damit der innere Schließmuskel entscheidend wäre, dann müssten doch alle Leute nach TURP erstmal inkontinent sein, weil dabei ja der innere Schließmuskel mit weggenommen wird. Also vertraue ich weiter auf den äußeren, auch wenn der dann etwas mehr leisten muss und man ihn dann wohl auch durch Training unterstützen sollte.

    gruß

    gotzohb
    Hi ho, nun ja, ich bin ja kein Urologe. Die Skizzen des Vortrages kann ich leider nicht wiedergeben.
    Ich hörte, dass am Blasenboden und im Blasenhals nicht ein einzelner Muskel die Funktion übernimmt, sondern eher ein ganzes Muskelgeflecht. Selbst direkt in der Prostata sollen noch muskuläre Formen zu finden sein. Es ist scheinbar eher ein ganzes Muskelsystem, welches den Urinfluss steuert. Die Aussage der Urologen war aber recht eindeutig ( und die überraschte mich ): Der äußere Schließmuskel wird niemals alleine eine 100%ige Kontinenz erzeugen können. Gerade durch die vielen OPs in der letzten Zeit soll man gelernt haben, speziell den Blasenboden und Blasenhals zu schonen. Leider ist das auf Grund der Turmorlage nicht immer möglich. Auch die Anatomie der Prostata soll eine grosse Rolle spielen. Es gibt stellenweise Organwachtum stärker in Richtung Blasenboden. Das macht eine OP an diesen Stellen dann auch schwieriger.
    Das bei einer TURP der Blasenhals und Boden mit beeinflusst wird, wusste ich bisher noch nicht. Aber wie gesagt, ich bin kein Arzt.

    Viele Grüße
    Andreas

  6. #6
    nordymann Gast
    Der äußere Schließmuskel wird niemals alleine eine 100%ige Kontinenz erzeugen können

    sonst wäre man nachts, wenn sich der äussere muskel der kontrolle entzieht, ständig undicht

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •