Seite 1 von 10 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 99

Thema: TRT -Testosteron-Ersatz-Therapie

  1. #1
    Registriert seit
    01.05.2006
    Ort
    - Schulweg 14, 82256 Fürstenfeldbruck, Tel:08141 2284892/0160 97392719, ligensa@t-online.de
    Beiträge
    263

    TRT -Testosteron-Ersatz-Therapie

    Liebe Mitkämpfer,
    jetzt geht es zur Sache.


    Vorgeschichte: Seit knapp 15 Jahren stehe ich mit Dr. Leibowitz in ständiger Verbindung. Meine Ausgangslage: Am 28. Oktober 1998 wurde ich erstmalig mit einem schwerwiegenden Prostatakrebs diagnostiziert: aPSA 32 ng/ml, Gleason 7, 4 von 8 Stanzen waren zu 100% befallen. Seitens der Urologen erhielt ich damals nur zwei dringende Empfehlungen: Operation oder Bestrahlung. Da ich aber persönlich von einer systemischen Erkrankung innerlich überzeugt war, hielt ich eine lokale Therapie nicht für zielführend. An Heilung habe ich bei der schwierigen Ausgangslage damals sowieso nicht geglaubt, nur an eine sehr lange Zeit einer Krankheit, die bei guter Lebensqualität in Schach gehalten werden kann. Nach intensiver wissenschaftlicher Suche nach anderen Lösungen, für die ich mich auch an Dr. Leibowitz gewandt hatte, entschied ich mich auf sein Anraten hin nacheinander bzw. parallel für die Dreifache Hormonblockade, für den antiangiogenen Cocktail, für eine gering dosierte Chemotherapie und dann für einen zweiten Zyklus der Hormonblockade. Al dies hat mich insgesamt mehr als 14 Jahre "über die Runden" gebracht haben. Alle Empfehlungen kamen von Dr. Bob. AbMitte März 2013 stieg der PSA-Wert weiter. Zur Zeit wende ich die Testosteron-Ersatztherapie an und habe alle zwei Monate mit Dr. Bob oder seinen Mitarbeitern, die mich seit 1999 betreuen, per Telefon eine Besprechung bzw. fahre einmal pro Jahr nach Los Angeles in die Praxis. Fragen und Zweifel versuche ich jeweils per E-Mail aufzuklären bzw. auszuräumen.

    Ich habe es mir nicht leicht gemacht, diese Testosteron-Ersatz-Therapie (Replacement Therapy) anzuwenden. Ein Prinzip für alle meine Therapien brauchte ich dabei nicht umzuwerfen: nämlich nur solche Therapien an mich heranzulassen, die bei weit über 100 Patienten bereits zum Erfolg geführt hatten und die meinem Verständnis einer Therapie für eine systemische Erkrankung (ganz sicher nicht mehr lokal) widersprochen hätten. Dazu gehörten bei meiner risikobehafteten Ausgangslage und nach fast 15 Jhren weiterer Krankheitsentwicklung weder die Operation noch die Bestrahlung.
    Die Testosteron-Replacement Therapy erschien mir als der beste Ratschlag von Dr. Bob. Seit Mitte März diesen Jahres, also bereits mehr als 7 Monate, wende ich diese Therapie an
    Zu mehr Informationen zur TRT bitte ich gegebenenfalls die Website von Dr. Leibowitz: www.compassionateoncology.com einzusehen.

    Vor einigen Tagen erhielt ich einen Brief von Dr. Bob, den ich hier anhänge:


    21. Oktober 2013

    Lieber Christian,
    Ich war sehr erfreut zu hören, dass Ihr PSA-Wert bis auf 7 ng/ml abgefallen ist. Gratulation!

    Ihre positive Reaktion auf Etinil Estradiol (EE) war jedoch überhaupt nicht überraschend, unerwartet oder ungewöhnlich. Mehr als 90% unserer Patienten mit hoch dosiertem TRT, die auch begonnen haben, 1 mg/Tag EE einzunehmen, erfuhren einen sehr signifikanten PSA-Abfall und zwar in den meisten Fällen innerhalb der ersten 1 bis 2 Wochen; deren Testosteronwerte fielen jedoch niemals ab während dieser Zeit.

    Ich erinnere mich , dass ich Sie in der Vergangenheit zu überzeugen versuchte, die hoch dosierte Testosteron-Ersatz-Therapie anzuwenden. Jedoch fast jeder schrie auf, dass das kontroindiziert sei und sich so auswirken würde, als wenn man Öl in ein Feuer gießen würde. Ich konnte daher niemals eine zu starke Empfehlung aussprechen. Jedoch vertrete ich seit langem die Meinung, dass jeder Monat, an dem ein Patient die Hormonblockade anwendet, seine Lebensdauer verkürzt, da dies ihn um einen Monat näher an den CRPC (kastrationsresistenten Prostatakrebs) heranführt, während jeder Monat, in dem ein Mann einen normalen (oder gar viel besseren) pharmakologischen Testosteronlevel hält, bedeutet, dass er einen extra Monat zu seiner Überlebenszeit hinzufügt. Wie Sie wissen, ist es mein angestrebtes Ziel, einen Testosteronlevel von 1800 bis 3000 ng/dl einzuhalten.

    Darüber hinaus extrapolierte ich unabhängig davon aus Studien von Nick Bruchowsky, dass Testosteronersatz vorzugsweise hormonsensible Zellen wieder zum Wachsen bringt und zwar auf Kosten von hormonresistenten Zellen (meine persönliche, jedoch sehr starke Überzeugung).

    Und ich glaube, dass Männer die so auf unsere Therapie reagiert haben, wie Sie dies zur Zeit tun, fast immer einen dramatischen und schnellen PSA-Abfall erfahren, falls die Testosteronersatztherapie in der Zukunft gestoppt werden muß, weil die Erkrankung stärker wird.

    Schlußendlich, in der Folge von 9 Monaten Hormonblockade, antiangiogenem Cocktail und abhängig von einer Anzahl von Variablen +- 15 Dosisgaben einer Chemotherapie können Patienten einen weiteren Zyklus TRT beginnen. Und anders als bei einer intermittierende Hormonblockade, bei der jeder darauf folgende intermittierende Zyklus der HB eine längere “an”-Zeit und eine immer kürzere “aus”-Zeit erfordert, wobbei jeweils höhere “PSA-Nadirwerte” gemessen werden, die wiederum einen wachsenden CRPC bestätigen, ist es nicht ungewöhnlich bei unseren TRT Patieten, dass aufeinander folgende ”TRT-Zyklen” länger andauern als die vorher gegebenen.

    Natürlich können wir nichts garantieren, aber wir haben dies lange genug beobachtet, so dass ein solches Verhalten als weit entfernt von “selten” einzuordnen ist.

    So, Christian, erfreuen Sie sich an dem kontinuierlichen Erfolg, wir freuen uns mit Ihnen.

    Auch sei es Ihnen freigestellt, Ihre kontinuierlich positive Reaktion auf unsere Therapiebehandlungen, insbesondere die TRT und Estrogen, in deutsch oder englisch im Internet zu veröffentlichen. Ich bin überzeugt, die meisten Ärzte und auch Patienten werden schockiert sein, wenn sie feststellen, dass eine solche Option bereits jetzt zur Verfügung steht. Patienten in Deutschland und überall auf der Welt haben die Gelegenheit, Qualität und Quantität ihrer Lebenszeit dramatisch zu verbessern, während sie sich einer Remission des Prostatakrebses erfreuen.

    Wir akzeptieren zur Zeit alle Prostatakrebspatienten in unserer Praxis; oder auch PC-Patienten, die sich wegen einer Behandlung an uns wenden.

    Christian, es sei Ihnen freigestellt, alle Informationen in diesem Brief zur Veröffentlichung zu nutzen einschließlich Ihrer eigenen Ergebnisse.

    Be happy,
    Be well,
    Live long and prosper

    “Dr. Bob”









    2080 Century Park East, Suite 1005 Los Angeles, California 90067 310.229.3555 Fax 310.229.3554
    http://www.compassionateoncology.org
    Christian (L)

  2. #2
    Harald_1933 Gast
    Lieber Christian,

    sicher hast Du nicht mitbekommen, dass ich den letzten Rundbrief von Dr. Eichhorn vor einigen Tagen mit Zustimmung von Dr. Eichhorn im Forum publiziert habe. Hier noch einmal zum Nachlesen.

    Weiterhin alles Gute für Dich.

    "Die Weisheit eines Menschen misst man nicht nach seinen Erfahrungen, sondern nach seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu machen"
    (George Bernard Shaw)

    Gruß Harald

  3. #3
    Registriert seit
    01.05.2006
    Ort
    - Schulweg 14, 82256 Fürstenfeldbruck, Tel:08141 2284892/0160 97392719, ligensa@t-online.de
    Beiträge
    263
    Liebe Harald,
    sicher hatte ich das schon mitbekommen. Aber ich glaube, Du hast nicht ganz mitbekommen, dass zwar meine einleitenden Worte etwa das Gleiche beinhalten, was ich damals auch schon für Dr. Eichhorn geschrieben hatte, nicht aber der originale Brief von Dr. Leibowitz.
    Der zeigt doch sehr viel mehr auf. Nämlich die Möglichkeiten eine außergewöhnliche Therapieoption mit großen Erfolgsaussichten für eine langfristig andauernde therapeutische Maßnahme für den CRPC. Das hat es bisher noch nicht gegeben.
    Liebe Grüße
    Christian
    Christian (L)

  4. #4
    Registriert seit
    24.08.2013
    Beiträge
    47
    Es ist für dich sehr schön wenn du die Möglichkeit hast nach den USA zu fliegen und dich dort behandeln zu lassen. Ist aber für den 'einfachen Normalkranken' kaum möglich.
    Um so mehr sollten wir dir danken, dass du uns an deinen Erkenntnissen teilhaben lässt!
    Zur Sache:

    Nachdem ich schon Anfang 2002-2003 bei Dr. Dowes in Bad Aibling war (nicht wegen PCa sondern BHP) und ich mit ihm ausführlich sprechen konnte, war mir klar, dass das was Testosteron anbelangt nicht ganz so stimmen kann wie von den 'Fachleuten' ausgeführt.

    Vielleicht stimmt ein massiver Testoentzug bei sehr weit fortgeschrittenem PCa um Knochenschmerzen usw. zu mildern. Aber bei nicht so riskantem PCa?
    Ich bin seit langem der Meinung, dass das Testo seinen Sinn hat und PCa fast immer auftritt wenn der Testospiegel in den Keller geht!

    Warum entzieht man dann noch den Rest? Wäre es nicht sinnvoller, den Mann zu powern mit hohen Testowerten?
    Dr. Dowes ist auch der Meinung, dass das PSA ebenfalls einen Sinn hat, nämlich ein Schutzmechanismus für die Prostata! Wenn eben Krebszellen da sind fährt das PSA hoch um eine Apoptose einzuleiten.
    Natürlich ist dann die Frage:
    Ist das PSA nur ein Zeiger, wie z.B. ein Thermometer (es ist ja nicht warm im Raum weil das Thermometer das macht, sondern es zeigt nur an, dass irgendwo eine Heizung ist) oder hat das PSA auch eine Funktion, z.B. zu schützen? Dr. Dowes hat diese Meinung.

    Wäre es also nicht besser, das PSA zu ignorieren und eine anderweitige Therapie zu beginnen?
    Unsere Medizin schaut auf das Organ, leider zu wenig auf den ganzen Menschen.

    Für mich ist jeder Krebserkrankung systemisch! Krebs würde nicht ausbrechen, wenn nicht irgendwas im Körper stören würde. Oder ein Mangel herrscht, an was auch immer!
    Ich denke hier müsste angesetzt werden!
    Da ist der Ansatz von DR. Bob ja auf dem richtigen Weg!
    Leider gibt es 'Fachgesellschaften' die misstrauisch jeden anderen Ansatz beäugen! Mir ist klar, dass sich so mancher Arzt da vor ebentuellen Regressforderungen schützt und ebn das macht was schon immer gemacht wurde.
    Erst wen die massgebenden Professoren wegsterben, wird vielleicht ein Wandel kommen!

    So, nun zu deiner Behandlung:
    Ich denke da bist du auf dem richtigen Weg! Auch mit dem Östrogen, nur ist eben Etinylöstrogen künstlich und verursacht oft tödliche Zwischenfälle! Warum also nicht natürliches Östrogen? Wie von hier:

    www.receptura.de

    Zu Progesteron (nach Dr.Lee) sagt Dr. Bob gar nichts, warum? Sollte für die gesunde Prostata unverzichtbar sein!

    Also, lass uns weiter an deinen Erkenntnissen teilhaben!
    Otto

  5. #5
    Registriert seit
    01.05.2006
    Ort
    - Schulweg 14, 82256 Fürstenfeldbruck, Tel:08141 2284892/0160 97392719, ligensa@t-online.de
    Beiträge
    263
    Lieber Otto,
    Deinen Vorschlägen kann ich leider nicht folgen, Deine Fragen kann ich auch nicht beantworten. Ich werde den Fortgang meiner Krebstherapie auch weiter ins Netz stellen.
    Das schließt ein Aufarbeiten bei "myprostate" ein. Das sollte schon längst gemacht sein.
    Dir alles Gute und viel Erfolg. Liebe Grüße
    Christian
    Christian (L)

  6. #6
    Registriert seit
    24.08.2013
    Beiträge
    47
    **Deinen Vorschlägen kann ich leider nicht folgen**
    hallo,
    ich habe nichts vorgeschlagen sondern nur gefragt! Warum nicht natürliches Estradiol, E2?
    Z.B. weiss ich durch eine Bekannte, welche sich hat umoperieren lassen von Mann zu Frau, dass in diesem Bereich, trotz vieler Vorteile, nach Möglichkeit das Ethinylestradiol vermieden wird. Weil es viele Zwischenfälle kardiovaskulärer Art damit gegeben hat.
    Die sind von der Pille 'Diane' (die enthält Et.E.) vollkommen weggekommen! Da wird jetz fast immer das topische Estradiol verwendet, als Crem oder Gel.
    Das war lediglich ein Hinweis!
    Und Et.Estr. kann auch nicht einfach im Serum gemessen werden!

    Also, nichts für Ungut! Ich freue mich schon auf deinen nächsten Bericht, ich hoffe auch für mich daraus zu lernen.
    Otto

  7. #7
    Registriert seit
    12.03.2008
    Ort
    bei Köln/Bonn und rund ums Mittelmeer
    Beiträge
    1.386

    Testosteron und Progesteron. Konträr oder in Balance? Oder eine sinnvolle Ergänzung?

    Lieber Christian,

    zuerst auch noch einmal hier meinen Dank für Dein mutiges Engagement. Ich werde Deinen Werdegang weiter sehr interessiert verfolgen.

    Danke auch an @Ralf dass er die Übersetzung von Dr. BOB noch einmal eingestellt hat. Zweifellos für den aufmerksamen Leser eine wichtige Grundlage, auch für mich.

    Otto's Ausführungen sind bemerkenswert und stehen aus meiner Sicht überhaupt nicht im Gegensatz zu Christians Darlegungen.
    Sie ergänzen und erlauben auch einen Blickwinkel zu einem Hormon, welches offenbar stiefmütterlich vernachlässigt wird in der Tumortherapie.
    Die Wissenschaft zeigt schon seit geraumer Zeit die Möglichkeiten auf, welche jedoch keine Resonanz durch die Pharma erfährt.
    Wozu auch, denn Progesteron ist ein natürliches Hormon und wird von der Wirkung von den 5 Ari's chemisch abgedeckt.

    Ist das wirklich so, oder hat natürliches Progesteron nicht viel, viel mehr in der Regulation, im Knochenstoffwechsel, im Anstoßen der natürlichen Apoptose und, und, und seine Daseinsberechtigung.

    Lest weiter, ich bin sicher, dass es manchen nicht nur überrascht, sondern auch sehr nachdenklich stimmen wird.

    Einleitung

    Es ist wichtig zu verstehen, dass Progesteron nicht nur ein weibliches Hormon ist. Obwohl es bei Frauen die einzigartige Funktion besitzt, das ungeborene Kind in der Schwangerschaft zu schützen, hat Progesteron bei Männern und Frauen noch viele weitere Funktionen. Männer produzieren dieses Hormon in den Nebennieren und in den Hoden.
    Weiterhin ist es für Männer wichtig zu wissen, dass Progesteron sich nicht feminisierend auf den männlichen Körper auswirkt. Es ist sogar so, dass Progesteron normalerweise den Geschlechtstrieb bei Männern (und bei Frauen) erhöht. Allerdings können hohe Dosen Progesteron die Spermaproduktion verringern. Daher kann Progesteron auch bedingt kontrazeptive Eigenschaften aufweisen.

    Prostata-Probleme
    Gutartige Hypertrophie der Prostata (benign prostatic hypertrophy, bzw. BPH) ist ein weitverbreitetes Problem bei Männern um die 50. Grund dafür scheint ein fehlendes Absterben der nicht mehr benötigten Zellen zu sein. Obwohl gutartig, ist es erstens nicht angenehm und kann zweitens die Grundlage für sich später entwickelnden Prostatakrebs sein.
    Das männliche Hormon Testosteron ist an sich nicht besonders aktiv. Um 100%aktiv sein zu können, muss es in die hunderte Male aktivere Form Di-Hydrotestosteron (DHT) umgewandelt werden.

    Jedes überschüssige DHT muss neutralisiert werden, sonst kann es zu Zellschädigung, inklusive der Entstehung von Krebszellen, kommen.
    Progesteron scheint zwei ausgesprochen positive Rollen bei der Verhinderung von Prostata-Erkrankungen zu spielen. Zum einen hemmt Progesteron ein Enzymnamens 5-Alpha-Reductase, welches für die Umwandlung von Testosteron in DHTverantwortlich ist – und schützt so vor der Produktion von überschüssigem DHT. Zum anderen spielt Progesteron sowohl bei Männern wie bei Frauen ein wichtige Rolle im Schutz vor Krebs.

    Alle Zellen besitzen eine bestimmte Lebensdauer und wenn diese vorbei ist begehen sie ’Selbstmord’. Dieser Vorgang wird Apoptose genannt. Wenn Zellen über ihre vorgesehene Lebensspanne hinaus bestehen werden sie anfälliger für kanzerogene Veränderungen und wenn sie sich teilen, haben die entstehenden Zellen ein größeres Risiko abnormal oder potenziell kanzerogen zu sein. Sowohl Östrogen wie Testosteron unterstützen das Zellwachstum. Das ist ihre Rolle. Wir wissen nun, dass Östrogen (wenn es nicht von Progesteron ausbalanciert wird) die genetische Kodierung der östrogen-empfindlichen Zellen beeinflusst und die Apoptose verhindert. Dies führt dazu, dass die Zellen zu lange leben, zu viele ’Tochterzellen’ und potenziell zu viele mutante Zellen produzieren.

    Es ist wahrscheinlich, dassTestosteron denselben Effekt auf die Zellen besitzt.

    Gleichzeitig hat es sich gezeigt, dass die Progesteronrezeptoren die genetische Kodierung in den Zellen in die andere Richtung beeinflussen, so dass die Apoptose wieder anspringt. Sind Östrogen und Progesteron (sowie wahrscheinlich Testosteron und Progesteron) im Gleichgewicht, dann sollten die Zellen rechtzeitig sterben, bevor sie abnormale Nachkommen entwickeln.

    Progesteron schützt Männer nicht nur vor exzessivem aktiven Testosteron (d.h. DHT), sondern auch vor toxischen Xeno-Östrogen, welche inzwischen in immer größeren Mengen in der Umwelt und in vielen Haushaltschemikalien zu finden sind. Es ist sogar so, dass Dr. John Lee davon ausgeht, dass die heutzutage fast epidemisch hohe Anzahl von BPH und Prostatakrebs darauf zurückzuführen ist, dass wir Menschen diesen Östrogenen inzwischen exzessiv ausgesetzt sind. Quellen für Xeno-Östrogene sind u. a. kommerziell herangezogenes Rind-,Schweine- und Hühnerfleisch, Spermizide, Reinigungsmittel, Weichplastik, Pestizide, Unkrautvernichtungsmittel, Intimhygieneprodukte und sogar Leitungswasser.

    Osteoporose bei Männern

    Osteoporose betrifft sowohl Männer wie Frauen. Die Krankheit beginnt schleichend und zeigt in den ersten Jahren nur sehr wenige Symptome. Kleiner werden ist oft ein erstes Zeichen – oft recht signifikant bis zu 10cm. Am besten versucht man schon im Vorhinein der Osteoporose vorzubeugen.

    Bei Frauen unterdrückt Östrogen bestimmte Knochenzellen, die Osteoklasten, was zur Folge hat, dass die Reabsorption des Knochens verhindert wird. Ein bestimmter Grad an Reabsorption ist aber auch notwendig, da ’alte’ Knochenporös werden und ersetzt werden müssen. Ansonsten kann der Knochen schon bei kleinen Belastungen brechen. Da wo der Knochen reabsorbiert wurde, beginnt eine andere Knochenzellgruppe, die Osteoblasten, neuen Knochen aufzubauen. Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass die Osteoblasten Progesteronrezeptoren in ihren Zellwänden haben, und dass diese knochenaufbauenden Zellen durch Progesteron stimuliert werden. Das ist der Grund für die Annahme, dass Progesteron hilfreich zur Vorbeugung vor Osteoporose ist.

    Bei Männern – wie bei Frauen – unterdrückt Östrogen (welches auch vom männlichen Körper produziert wird) die Osteoklasten und daher letztendlich auch die knochenbildenden Osteoblasten. Allerdings spielt Testosteron ebenfalls eine Rolle beim Knochenaufbau und damit einer guten Knochenqualität. Es zeichnet sich ab, dass auch die männlichen Osteoblasten Progesteronrezeptoren besitzen. Daher scheint es möglich zu sein, dass, wenn der Testosteronspiegel im Alter abfällt, die Knochendichte durch die Verwendung von Progesteron erhalten werden kann. Ebenso wie bei Frauen sollte die Anwendung von natürlichem Progesteron lange vor dem potenziellen Ausbruch der Osteoporose beginnen – z. B. Ende 50 oder früher, um dem Ausbruch der Krankheit in den 60ern und 70ern vorzubeugen.

    Wie viel Progesteron für Männer?
    Männer produzieren weniger Progesteron als Frauen vor der Menopause. Daher sollte die Dosis für Männer niedriger als die für Frauen sein. Dr. John Lee verschrieb unter BPH und Prostatakrebs leidenden Männern Progesteron und konnte Erfolge erzielen. Er empfiehlt eine Dosis von 8-12mg natürlichem Progesteron täglich.

    Herzliche Grüsse
    Hans-J.

  8. #8
    Registriert seit
    30.09.2006
    Ort
    Düsseldorf der Bergische Löwe
    Beiträge
    2.611
    Hallo Hans-J. und Interessierte,

    die sexualhormonellen Verbindungen sind in Praxis vom SHBG abhängig und müssen deshalb noch viel umfassender betrachtet werden, bevor man sich auf irgend eine Substitution einlässt.

    Gruß Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
    myProstate.eu
    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  9. #9
    Reinardo Gast
    Lieber Christian:-

    Manchen Ausfuehrungen von Otto und Hans kann ich zwar mangels gruendlicherer Kenntnis nicht folgen, aber ich erinnere mich, auf Bobs Website oder in einem Brief von Dr. Frank Eichhorn gelesen zu haben, dass die Testerone Ersatztherapie nur unter sorgfaeltiger aerztlicher Kontrolle angewendet werden darf, weil sie sonst schnell toedlich enden koenne. Dass Du ueber die Moeglichkeiten hierfuer verfuegst, freut mich, jedoch als gesetzlich Versicherter habe ich auch bei weiterem Fortschreiten der Krankheit nicht die Moeglichkeit, das zu machen, abgesehen auch von der von Otto richtig erkannten Aversion unserer Medizinischen Elite, sich auf etwas Neues einzulassen. So wird die TRT wohl auch un 10 Jahren noch (wahrscheinlich laenger) beliebter Gegenstand akademischer Diskussionen sein, aber davon etwas in die fuer Normalpatienten erreichbare Praxis umzusetzen, fehlt der politische Wille.
    Mit der Therapie des kastrationsresistenten Prostatakrebses beschaeftigen sich mittlerweile alle Experten in Deutschland, die Rang und Namen haben. Aber heraus kommt nur viel Wind, nichts was ich an Behandlungsoptionen meinem Urologen vorschlagen koennte. Als ich die TRT hier einmal zur Sprache brachte, bekam ich zur Antwort: "Sie glauben doch nicht etwa, dass ich . . .". Das ist der Sachstand.
    Der DHB von Bob Leibowitz verdanke ich viele Jahre noch guter Lebensqualitaet nach der Erstdiagnose im Jahre 2001, als man mir die Prostatektomie aufdraengen wollte. Dann hat die DNA-Zytometrie von Tribukait und Boecking mich davor bewahrt, dass man mich mit exzessiver, zur Resistenz fuehrender Hormointherapie kaputt macht, wie die nun auch in Selbsthilfe-Kreisen als sakrosankt geltenden Behandlungsrichtlinien dies vorsehen.
    Das Bemuehen um bessere Diagnostik, die Abwehr schlechter Therapien, die Erarbeitung besserer Behandlungsstrategien, die bessere internistische Schulung der Urologen, insbes. aber auch angemessene Rahmenbedingungen fuer die ambulante Behandlung gesetzlich Versicherter vor Ort erscheinen mir derzeit wichtiger als die Suche nach immer neuen Medikamenten.
    Gruss, Reinardo

  10. #10
    Registriert seit
    08.06.2006
    Beiträge
    742
    Hm, Reinardo......?

    Als Fan Deiner stets unangepassten Bemerkungen hier habe ich da mal ´ne kurze Nachfrage !

    Mich irritiert Deine Aussage, Du hättest nach den Therapievorschlägen eines Bob Leibowitz über viele Jahre eine gute Lebensqualität gehabt.
    Irgendwie habe ich da Deine urologischen Problemschilderungen der letzten Jahre aber ganz anders in Erinnerung, oder irre ich da ?

    Ich meine mich an sehr viele Probleme erinnern zu können, die Du hier in der Vergangenheit geschildert hast; nun bezeichnest Du dies als "gute Lebensqualität" ?

    Möglicherweise wären Dir diese Probleme bei rechtzeitigen Einsatz einer potentiell kurativen Therapie (es musste ja nicht die von Dir gehasste Op sein) erspart geblieben. Wer weiss ?

    Zweitens bist Du, wenn ich mich recht entsinne, Jahrgang 1933; das heisst, Du bist oder wirst dieses Jahr 80 Jahre alt. Mein Respekt; ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du die Sache noch über viele Jahre im Griff behalten und Du locker die 90 erreichen wirst. Das garantiert noch viele "giftige " Beiträge, über die sich manch einer ärgern mag.

    Der Leitspruch "Viel Feind, viel Ehr´" ist auch mir nicht ganz fremd.

    Zum Zeitpunkt Deiner Erstdiagnose warst Du also schon fast siebzig. Wärst Du zum Zeitpunkt dieses Ereignis der besonderen Art 20 Jahre jünger (..oder wie ich bzw. andere auch) deutlich unter 50 Jahre alt, dann hättest Du mit Deinem zögerlichen Vorgehen sicherlich ein echtes Problem gehabt, spätestens ab Mitte 60.

    Ob Du dann Dein jetztiges Alter erreicht hättest ist da mehr als fraglich.

    Kurzum, Deine Beiträge wären noch konstruktiver, wenn auch Du von Zeit zu Zeit differenzieren würdest; Dein Vorgehen auf sehr junge Betroffene zu übertragen und ihnen entsprechende Vorschläge zu unterbreiten ist und bleibt absurd.

    Das hast Du leider in der Vergangenheit sehr oft getan........

    Mit den besten Wünschen

    Reinhard

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •