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Thema: TRT -Testosteron-Ersatz-Therapie

  1. #81
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    Zitat Zitat von ottoasta Beitrag anzeigen
    ...ich wundere mich, dass hier bzw. jemand von den Urologen hier noch nie etwas über natürliches Progesteron geschrieben hat...
    Otto,
    wenn da nicht viel drüber gesprochen bzw. geschrieben wird, dann heißt das wahrscheinlich, dass es nicht viel darüber gibt. In der Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) ist dies gleichbedeutend mit bewiesener Wirksamkeit , aber ist das wirklich so? Führt man dem Köper irgendein Hormon zu, dann wird das nicht so bleiben, sondern es setzt umgehend ein Umwandlungs- und Abbauprozess ein:



    Progesterone wird letztendlich doch wieder zu Androgenen und Östrogenen umgewandelt und dann weiter abgebaut und ausgeleitet. In welchem Gewebe sich wie viel Progesterone sammelt ist weitgehend unklar. Frauen haben in der Schwangerschaft einen erhöhten Progesterone Wert. Es wird vermutet, dass dies Immunsystemmodulatorische Wirkung hat. Dix, Wilson & Check kommen in [1] zu dem Forschungsergebnis:

    These data support the hypothesis that various cancers may utilize a mechanism that is present in normal pregnancy that involves secretion of a progesterone-induced protein that blocks natural killer cell activity. The hypothesis that the cancer cells have the capacity to direct local progesterone production is supported by demonstrating the benefit of a progesterone receptor antagonist in tumors restricted to males.
    Progesterone wäre demnach eher schädlich für uns!?

    Umfangreiche Biomarker Analysen von PCa Gewebe konnten zeigen, dass der Progesterone Rezeptor selten außerhalb der Normwerte lag. Man darf deshalb wohl vermuten, dass Progesterone bei PCa doch nicht die überragende Bedeutung hat, wie sie z.B. Lee postuliert hat - oder?

    ------------------------
    [1]: Dix, Wilson & Check, Progesterone receptor antagonist therapy has therapeutic potential even in cancer restricted to males as evidenced from murine testicular and prostate cancer studies.

  2. #82
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    Liebe Mitdenker und Mitpatienten,
    ich gestehe, noch nicht so viel gelesen oder gelernt zu haben, dass ich die recht komplizierten Wirkzusammenhänge und Veränderungen der Hormone im Körper in meine therapeutische Linie einbringen kann.
    Ich werde mich auch sehr hüten, Meinungen aus diesem Forum aufzugreifen und als Therapie anwenden zu wollen. Deswegen finde ich es rührend, wenn einige von Euch sich Gedanken machen, um mich nicht in meiner TRT-Therapie zu verunsichern. Das ist sehr lieb, aber diese Gefahr besteht nicht, da ich zwei in Hormonangelegenheiten sehr erfahrene Ärzte zur Beratung an meiner Seite habe. Mehr als 15 Jahre lang meinen aggressiven, inzwischen metastatischen nach konventionellen Kriterien auch hormonresistenten PPCa in Schach zu halten läßt mich keine Sekunde daran zweifeln, dass hier sicher kluge Patientenvorschläge dieses Ergebnis noch verbessern könnten. Ich bin auch meinen internistischen Onkologen/Hämatologen kritisch nur in dem Maße gegenüber, wie ich für mich überzeugenden Grund dazu habe. "Gute Ratschläge" oder auch angelesenes Wissen anderer Patienten oder auch von Ärzten können nach meiner Erfahrung nicht viel durch noch mehr und besseres Wissen dazu beitragen. ich selbst halte mich gern zurück, gebe gern Informationen dem, der sie möchte. In 2 Wochen habe ich wieder eine Telefonkonsultation mit Drs. Leibowitz/Eshaghian.
    Viele Grüße
    Christian (L)

  3. #83
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    Zitat Zitat von cligensa Beitrag anzeigen
    ...in Schach zu halten läßt mich keine Sekunde daran zweifeln, dass hier sicher kluge Patientenvorschläge dieses Ergebnis noch verbessern könnten...
    Lieber Christian, ja, auch ich hätte nicht den geringesten Zweifel, dass kluge (Patienten)Ratschläge deine Situation noch hätten verbessern können

  4. #84
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    hast Recht, LowRoad, es sollte heißen: ".....große Zweifel....."
    aber rechne es bitte meiner eingeschränkten Wachheit an: das habe ich um 5.33 am Morgen geschrieben, als es mir gerade in den Sinn kam. Danach habe ich noch herrlich weitergeratzt.
    Christian (L)

  5. #85
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    Schon klar Christian, konnte mir diesen kleinen Ulk aber nicht verkneifen - about that!

  6. #86
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    ist schon gefrühstückt, don`t worry
    Christian (L)

  7. #87
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    hallo Christian,
    weiterhin meine Gratulation zu deinem Weg; der erfordert Respekt, denn 15 Jahre mit dieser Krankheit zu leben und wie ich hoffe gut zu leben, hat schon was! Was wäre gewesen, wenn du dich auf den üblichen Weg gemacht hättest? Ich denke, dass deine Lebensqualität erheblich gestört wäre oder du schon nicht mehr unter den Lebendigen wärst!

    Dies sollte doch allen hier zu denken geben! Vor allem den Ärzten, die sicher hier mitlesen!

    Denn merke: Auch ein Nobelpreis schützt nicht vor einem Irrtum!

    Du schreibst:
    **
    In 2 Wochen habe ich wieder eine Telefonkonsultation mit Drs. Leibowitz/Eshaghian.
    **

    Wäre es zu viel verlangt, wenn du mal nachfragen würdest was die vom natürlichen Estradiol und Progesteron (nicht Gestagen!!) halten? Also anstatt Ethinylestradiol das E 2? Denn es ist doch bekannt, dass EtiE leicht Thrombosen verursachen kann! Ist bekannt von Frauen die die 'Pille' nehmen, welche das EtiE enthält.

    Daher mein Interesse an dieser Frage, denn deine Ärzte müssen sich ja was gedacht haben bei der Verordnung!
    Wäre interessant zu erfahren.

    Ich will dich natürlich nicht mit Fragen löchern, doch hier wäre was Grundsätzliches zu klären!
    Ich hoffe deine Zeit reicht dafür aus.

    Gruss
    Otto

  8. #88
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    Zitat Zitat von ottoasta Beitrag anzeigen
    ... Also anstatt Ethinylestradiol das E 2?
    Daher mein Interesse an dieser Frage, denn deine Ärzte müssen sich ja was gedacht haben bei der Verordnung! ...
    Gruss
    Otto
    Hallo Otto,

    ich möchte der Antwort der Ärzte nicht vorgreifen, aber gerne kurz aus dem Gedächtnis mein bescheidenes Wissen zu Deiner Frage äußern.

    Wie Du selbst schon geschrieben hast, unterscheiden sich körperidentische Hormone von künstlichen hormonähnlichen Stoffen, von der Pharmaindustrie und (somit) Ärzten auch Hormone genannt.

    Letztere sind im Allgemeinen nicht im Blut als Hormone nachweisbar. Deshalb schreibt Rimkus auf die Frage, wie lange vor einer Hormonsubstitution mit natürlichen Hormonen und einer dafür empfehlenswerten vorherigen, ersten Hormonbestimmung die Pille abgesetzt werden muss, sinngemäß, dass dies nicht weiter zu beachten sei, weil die Pille im Sinne einer natürlichen Hormonsubstitution keine Hormone enthält und diese die Erstmessung nicht beeinflussen würden.

    Hormone im Körper docken je nach Bedarf innerhalb kurzer Zeitwechsel an Rezeptoren an und ab. Ethinyl-Estradiol besetzt jedoch (wie auch pflanzliche hormonähnliche Stoffe) Rezeptoren sehr fest und dauerhaft. Diese stehen somit für "echtes" Estradiol nicht mehr zur Verfügung. Dies entspricht somit einer Verringerung der Verfügbarkeit von Estradiol.

    Gruß
    Wolfgang

  9. #89
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Edward Friedman , ... , hier eine Zusammenfassung der Aussagen die Prostatakrebsbehandlung betreffend (ich hoffe ich habe es richtig verstanden) :
    Prostatakrebszellen verlieren in späten Stadien den nuklearen Adrogenrezeptor (Kastrationsresistenz), aber bilden Membranproteine, die ein Bindungsmotiv für Androgene exprimieren. Durch Aktivierung dieser Membran-Rezeptoren soll eine Apoptosereaktion initiiert werden, weshalb hohe Testosteronwerte in diesem Setting vorteilhaft sein könnten. Die exzessive Umwandlung von Testosteron in Estradiol und deren Downstream Liganden soll durch Aromataseblocker (Anastrozole) verhindert werden. Um speziell den ER-beta Rezeptor zu stimulieren setzt Friedman Estriol ein, welches im Vergleich zu Estradiol 35% Bindungsaffinität an den ER-beta, aber nur 10% Bindungsaffinität an den ER-alpha besitzt. Weiterhin weist Friedman noch auf die Bedeutung eines hohen Vitamin-D Wertes hin.
    Nach Lektüre des Buches von Edward Friedman habe ich mich gefragt, warum ich täglich Duasterid aber keinen Aromataseblocker einnehme.

    Für Friedman ist ein niedriger Estradiolspiegel - außer in den ersten drei Monaten der Behandlung - von entscheidender Bedeutung. Beim Einsatz von Finasterid/Duasterid reduziert sich die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron-Wert (DHT), dadurch steigt neben dem Testosteronwert auch der Estradiolspiegel. Wird zusätzlich Testosteron zugeführt, steigt der Estradiolspiegel weiter.
    Nur ein Aromataseblocker gewährleistet einen niedrigen Estradiolspiegel, der nach Friedman eine Voraussetzung dafür ist, die ER-alpha Aktivität und damit die Vermehrung der Krebszellen niedrig zu halten. Bei Frauen werden Aromataseblocker häufig eingesetzt.

    - Wer von meinen Leidensgenossen hat schon Erfahrungen mit der Einnahme eines Aromataseblockers gesammelt?
    - Wer denkt daran, die von Friedman vorgeschlagene Zyklustherapie (3 Monate hohes Testosteron, niedriges DHT, niedriges Estradiol; 3 Monate hohes Testosteron, hohes DHT, niedriges Estradiol) auszutesten?

    Gruß
    Benton

  10. #90
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    Zitat Zitat von Benton Beitrag anzeigen

    - Wer denkt daran, die von Friedman vorgeschlagene Zyklustherapie (3 Monate hohes Testosteron, niedriges DHT, niedriges Estradiol; 3 Monate hohes Testosteron, hohes DHT, niedriges Estradiol) auszutesten?

    Gruß
    Benton
    genau, so oder ähnlich habe ich das ab dem Frühjahr vor,
    grüsse aus hh
    & guten Rutsch!
    Rudolf

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