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Thema: Dendritische Zelltherapie - BGH Prozeß gewonnen

  1. #11
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    Hallo Malte!

    Dein Freund ist ja nicht der erste, der höchtsrichterlich bescheinigt bekommt, dass die Kassen alternative Methoden bezahlen müssen. Das hat der BGH (oder das BVG?) vor ca. 5 - 6 Jahren bereits entschieden. Allerdings gab es die Einschränkung, dass das nur gilt, wenn der Patient alle schuldmedizinischen Therapien erfolglos hinter sich gebracht hatte.

    Als ich damals auf Basis dieses Urteils die Erstattung für die AHIT-Therapie vor Gericht erstreiten wollte, habe ich zwar mit meiner Kasse einen Kompromiss erzielt, hätte den Prozess aber nie gewonnen, weil ich weder OP noch RT als leitlinienkonforme Therapien mit kurativer Intention gemacht hatte.

    Ich denke, auch bei dem neuen Urteil wird es den einen oder anderen "Pferdefuß" geben.

    Schorschel

  2. #12
    MalteR Gast
    Hallo Schorschel,

    Du sprichst m.E. das "Nikolausurteil" an. Ich denke, dass jeder weitere gewonnene Prozeß weitere Schlupflöcher der Krankenkassen verstopft. Also warten wir doch mal ab, was dem Prozeß herauskommt. Wir sehen ja, dass das Nikolausurteil nicht durchgängig zieht und der Einzelfall durchgeklagt werden muss.

    Deinen Hinweis auf auf nicht gemachte OP kann ich nur bedingt nachvoll ziehen. Es kommt auf die Schwere der Erkrankung an. Bei den "Fortgeschrittenen" weigern sich ja die Ärzte (leitliniengerecht) noch eine OP zu machen, weil metastasiert, also systemische Behandlung angesagt wäre. Da noch einen Operateur zu finden ist schon schwierig, obwohl sich das mittlerweile auch gebessert hat und Salvage-OP's durchgeführt werden.

    MalteR

  3. #13
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    Hallo Malte,

    auf RPE und RT hatte ich hingewiesen, weil das bei meinem Fall ausschlaggebend für die Nichtanwendbarkeit des Urteils war. Bei fortgeschrittenem metastasierten PCa ist das natürlich völlig anders mit dem "schulmedizinischen Austherapiertsein", das von dem Urteil nach meiner Erinnerung gefordert wird, bevor die Kassen erfolgversprechende alternative Behandlungen übernehmen müssen. Insofern hast Du völlig Recht.

    Schorschel

  4. #14
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    Zitat Zitat von MalteR Beitrag anzeigen
    Bei den "Fortgeschrittenen" weigern sich ja die Ärzte (leitliniengerecht) noch eine OP zu machen, weil metastasiert, also systemische Behandlung angesagt wäre.
    Hallo Malte,

    wo ist diese Weigerung in der Leitlinie formuliert und begründet?

    Ralf

  5. #15
    MalteR Gast
    Lieber Ralf,

    es ist der Umkehrschluß und die praktische Erfahrung die mich zu meiner Aussage veranlaßt hat. Natürlich findet sich explizit keine Ziffer in der S3 die meine Feststellung zum Inhalt hat.

    Die Leitlinie unterscheidet die Behandlung in Ziffer 5. Therapie des nicht metastasierten Prostatakarzinoms und Ziffer 6. Diagnostik und Therapie des rezidivierten oder metastasierten Prostatakarzinoms.
    Zeige mir bitte in der Leitlinie die Ziffer, die bei Patienten, die von Anfang an metastasiert sind (nicht erst durch Rezidiv) eine Prostatektomie vorschlägt. So wie ich das lese, werden die "Fortgeschrittenen" in einen Topf mit den Rezidivierten geworfen und auch da (z.B. Ziffer 6.12) wird Wert darauf gelegt, dass eine OP nur dann durchgeführt wird, wenn "...die PSA-Progression mit hoher Wahrscheinlich nicht durch Metastasierung hervorgerufen wurde".

    M.E. wird eine OP hier auch nur den Rezidivierten vorgeschlagen.

    Das Mittel der Wahl ist die Hormontherapie. Mir selber wurde die OP abgelehnt und eine Hormonblockade verordnet. Aber vielleicht bin ich ein Einzelfall

    MalteR

  6. #16
    MalteR Gast
    Dendritische Zelltherapie durch Herrn Dr. Nesselhut, Duderstadt.

    Das Oberlandesgericht Bremen hat eine Krankenkasse dazu verurteilt, die Kosten sowohl für die Behandlung mittels einer Immuntherapie durch
    Herrn Dr. Nesselhut als auch die rechtsanwaltlichen Kosten zu bezahlen.

    siehe https://openjur.de/u/870185.html

    In Google gibt es mehrere Links zu dem Urteil. Der Prozeß wurde im Jahr 2011 begonnen und ist im September 2015 beendet worden.

    Die Krankenkasse hat das Geld an die Klägerin (Erbin) überwiesen und die Krankenkasse hat sich gescheut, in die Revision vor dem BGH zu gehen, somit ist das Urteil mit Ende des Jahres 2015 rechtskräftig geworden.

    Ich hoffe sehr, dass dieses Urteil dazu führen wird, dass die Betroffenen nicht mehr jeden Einzelfall durchklagen müssen, denn die Begründungen durch die beiden Gutachter waren sehr überzeugend.

    Ich werde mich umgehend mit meiner Krankenkasse in Verbindung setzen und die Kostenübernahme für die Immuntherapie durch Herrn Dr. Nesselhut beantragen.


    MalteR

  7. #17
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    Vielen Dank Malte,

    das lege ich mir gut weg.

    Viele Grüße

    WernerE

  8. #18
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    Hallo an @

    ich habe mich letzte Woche einer Zelltherapie bei Dr. Neßelhut unterzogen.

    Auf die Frage nach Kostenübernahme wurde mir gesagt, dass für die Leukapherese und nachfolgender Elutriation es eine Abrechnungsziffer gibt. Diese stand
    auch auf der Rechnung von insges. ca. 3.600,--€ und somit habe ich diese meiner PKV eingereicht und bin gespannt, ob sie die Rechnung übernehmen.

    Für die weitere Behandlung mit Hyperthermie und Verabreichung des monoklonaren Antikörpers NIVOLUMAB wurde mir eine Rechnung über rd. 6.600,- € ausge-
    stellt. Auch diese werde ich weiterreichen und für den Fall einer Ablehnung auf die einschlägigen Gerichtsurteile hinweisen. Ich habe aber die Hoffnung, dass
    das nicht erfolgen wird, denn bisher hat meine PKV selbst die Kosten der Radio-Liganden-Therapie mit LU177 ohne zu meckern übernommen.

    Ich hatte das Glück, dass meine Werte für die dendristische Zelltherapie so optimal waren, dass man mich motiviert hat, diese Therapie anzunehmen und mir
    eine gute Erfolgsaussicht gegeben hat.

    Schaun wir mal, wie es weiter geht. Ende April sind die nächsten Termine.

    Viele Grüße
    Wolfgang

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