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Thema: Neues aus DNA, Genom und Forschungspools beim Prostatakarzinom

  1. #171
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    Lieber Hans-Jürgen,

    nach aufmerksamen Lesens und Betrachtung der Bilddateien bleibt einem nur ehrfürchtiges Staunen ob der dargestellten Fakten über die Gene und ihre Anzahl im Körper des Menschen. Vielen Dank!

    Herzliche Grüße

    Harald
    nicht nachlassen

  2. #172
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    High-Quality Fibroblast Activation Protein, alpha Protein – Custom-made in Germany auch abgekürzt FAP Protein.

    Hallo Interessierte,

    diese Fettschrift habe ich bewußt gewählt.

    Bekanntlich ist ja Professor Haberkorn maßgeblich an der Entwicklung von PSMA 11 - 617 zur Detektion von PCa Tumorzellen/Gewebe beteiligt.
    Mittlerweile ist auch eine gewisse Ernüchterung eingetreten, denn bekanntlich sprachen nur ca. 30% an, bei weiteren 30% keine Wirkung und leider führte es auch bei einem großen Teil zu einem weiteren Progress.

    Leider werden jedoch nur die ersten 30% gerne in der CT Bilder gezeigt.

    Dieses neue FAP Protein soll alle Tumorzellen detektieren, PSMA negative TZ/Gewebe auch zeigen.
    Bleibt zu hoffen, dass Heidelberg, Helmholtz, Dresden diesen Weg und den Motor mit höchster Drehzahl laufen läßt um diesen Forschungsansatz zur Reife zu führen.

    Hans-J.

  3. #173
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    Zitat Zitat von Hans-J.
    Dieses neue FAP Protein soll alle Tumorzellen detektieren, PSMA negative TZ/Gewebe auch zeigen.
    Bleibt zu hoffen, dass Heidelberg, Helmholtz, Dresden diesen Weg und den Motor mit höchster Drehzahl laufen läßt um diesen Forschungsansatz zur Reife zu führen.
    Guten Tag Hans-Jürgen,

    das wäre in der Tat großartig, wenn durch dieses neue Protein noch mehr erkannt werden könnte.

    Herzliche Grüße

    Harald
    nicht nachlassen

  4. #174
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    Im Beitrag #5 in diesem Thread hatte ich den FAPI Tracer auch erwähnt:
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...d-PSMA-PET-MRT

    Es dauert eine Weile bis die Bilder aufgebaut sind. In der Abbildung kann man dann sehen, wie gut die Tracer Aufnahme bei den verschiedenen Krebsarten ist. Man sieht dort, dass auch neuroendokrine Tumoren erkannt werden können.

    Hier noch ein aktuelleres Bild mit Aufnahmen bei verschiedenen Tumoren:


    Dies erwähnt Dr. Maurer am Ende seines Vortrages auf der EMUC:
    https://eau-bb-01.s3.amazonaws.com/w...104/index.html

  5. #175
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    Lieber Harald,

    danke für das Feedback. Offenbar scheint FAP in der Diagnostik UND in der Theranostik schon weiter entwickelt wie angenommen.

    @Georg,
    ja, danke dass du dieses Thema schon mit eingebunden hast. Es dürfte sich lohnen, hier weiter am Ball zu bleiben.

    Hier noch etwas zum Hintergrund und Verständnis:

    EANM-PRESSEMITTEILUNG Nuklearmedizin:

    Neues Verfahren verbessert Bekämpfung häufiger Krebsarten (Wien, 19. März 2019) Beim Kampf gegen Krebs ist eine frühzeitige und genaue Diagnose entscheidend. Eine neue Methode der nuklearmedizinischen Bildgebung im Bereich der Positronen-Emissionstomographie (PET) ermöglicht eine exaktere Diagnose verbreiteter Karzinome wie Brust-, Darm-, Lungen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.

    Zudem erlaubt das neue Bildgebungsverfahren, die Behandlung des Tumors entsprechend den individuellen Bedürfnissen des Patienten anzupassen. “Wir zielen auf ein bestimmtes Enzym, das sich auf der Membran von Zellen befindet, die sehr häufig bei weitverbreiteten Krebsarten auftreten. Dadurch haben wir die Chance, bessere Ergebnisse als mit den bisherigen Methoden zu erzielen”, sagt Professor Uwe Haberkorn, Experte der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin / European Association of Nuclear Medicine (EANM). Die wichtigste Rolle im neu entwickelten PET-Bildgebungskonzept spielt das sogenannte Fibroblasten-Aktivierungsprotein (FAP).

    Dieses Enzym ist reichlich vorhanden auf der Membran von Krebs-assoziierten Fibroblasten (CAFs / Cancer-associated fibroblasts). Diese Zellen kommen in mehr als 90 Prozent aller Epithelkarzinome vor, zu denen beispielsweise Bauchspeicheldrüsen-, Darm- und Brustkrebs gehören. Ein hohes Aufkommen von FAP deutet auf eine schlechte Prognose. Doch obwohl CAFs mit dem Wachstum und der Ausbreitung des Tumors einhergehen, handelt es sich bei ihnen nicht um Krebszellen.

    Sie sind genetisch stabiler als Krebszellen, deshalb ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie eine Therapieresistenz entwickeln. “All diese Merkmale machen das FAP zu einem vielversprechenden Ziel für nuklearmedizinische Diagnose- wie auch Therapieansätze”, so EANM-Experte Prof. Uwe Haberkorn, der das neue bildgebende Verfahren gemeinsam mit seinem Team in Heidelberg entwickelte. Besser als die herkömmlichen Methoden Jede PET-Untersuchung erfordert, dass dem Patienten eine kleine Menge einer radioaktiv markierten Substanz, eines sogenannten Tracers, injiziert wird. Dadurch lassen sich biologische Prozesse wie der Stoffwechsel von Tumorzellen identifizieren und mit Hilfe des bildgebenden Systems sichtbar machen. Der bislang hauptsächlich eingesetzte Tracer ist 18F-fluorodeoxyglucose (FDG), ein radioaktiv markierter Zucker, der von Zellen mit hohem Energieverbrauch, wie Krebs- oder Hirnzellen, aufgenommen wird. Allerdings, so Prof. Haberkorn, sind die Ergebnisse, die mit FDG hinsichtlich der Tumor-Aufnahme und des Bildkontrasts erzielt werden, nicht immer zufriedenstellend. Vor diesem Hintergrund hat sein Team einen neuartigen Tracer entwickelt, der auf einem FAP-spezifischen Enzym-Inhibitor (FAPI) basiert, einem kleinen Molekül, das an FAP bindet, indem es seine chemische Reaktion blockiert.

    Den FAPI-Tracer, der mit dem Radionuklid Gallium-68 markiert wird, nehmen Tumoren in hohem Maß auf, während er zugleich in den gesunden Regionen des Körpers schnell abgebaut wird. Das führt zu kontraststarken Bildern, da seine Bindung an das umgebende gesunde Gewebe bei Tumorpatienten nur sehr schwach ist. Damit übertreffen FAPIs in wichtigen Regionen metastatischer Erkrankungen wie der Leber oder dem Gehirn die Leistung von FDG eindeutig. In einer Reihe von vorklinischen und klinischen Studien wurden die guten Resultate wiederholt nachgewiesen. Verknüpfung von Diagnose und Therapie “Radioaktiv markierte FAPIs ermöglichen eine schnelle und sehr kontraststarke Bildgebung bei allen Tumoren mit einem hohen Anteil an Bindegewebszellen“, erklärt Prof. Haberkorn.

    Aber sie können noch mehr: “Im Gegensatz zu FDG eignen sich FAPIs auch für die Behandlung. Das liegt an chemischen Eigenschaften, die nicht nur eine Markierung mit Gallium-68 erlauben, sondern auch mit Rhenium-188 (188Re), Blei-212 (212Pb) oder Yttrium90 (90Y), die sich zur Zerstörung des Tumors einsetzen lassen. Das heißt, ein theranostischer Ansatz – eine enge, auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnittene Verknüpfung von Diagnose und Therapie – scheint machbar. ”

    Zudem ist die FAPI-Bildgebung nicht auf Krebs beschränkt, denn sie lässt sich auf alle Prozesse anwenden, bei denen es zu einem Umbau von Gewebe kommt. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Technik bald auch für die Untersuchung und Behandlung von nicht-onkologischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf- und rheumatischen Erkrankungen oder Lungen-, Leber- und Nierenfibrosen zum Einsatz kommt. Bislang wurde der neue Tracer bei mehreren hundert Patienten in verschiedenen deutschen Krankenhäusern erfolgreich angewandt. In den USA und Japan wird er zur Zeit im Rahmen von vorklinischen Studien eingesetzt.

    “Die FAPI-Bildgebung hat einen erfolgversprechenden Weg zur Entdeckung und Behandlung vieler bösartiger Tumoren eröffnet, und sie bietet zusätzliche Möglichkeiten mit Blick auf verschiedene andere Krankheiten“, sagt Prof. Haberkorn.

    www.whatisnuclearmedicine.com

    Ein weiterer Forschungsansatz ist die Kombi mit PSMA Gen Antikörper zu koppeln: ( Tübingen )

    https://www.mdr.de/wissen/prostata-k...erper-100.html

    Und wieder aus Dresden kommt eine neue zugelassene Therapieform für Leber/Organe

    https://idw-online.de/de/news710301


    Danke Rudi.

    Gruss
    Hans-J.

  6. #176
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    In Ergänzung zu der neuen Theranostik FAPI-02 noch ein Link zum Querlesen. Unter English ist auch deutsche Sprache zu finden

    https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/...tserver/25155/

    Hans-J.

  7. #177
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    Heute in der Deutschen Ärzteblatt:

    Olaparib zeigt Wirkung beim kastrations*resistenten Prostatakarzinom
    https://www.aerzteblatt.de/nachricht...c9f3f890fd78c9

    Winfried

  8. #178
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    Zu Fapi 01/TTF1 sind weitere Forschungsansätze zur Verbesserung der Theranostik Lu 177 festzustellen die offenbar das Stadium der Studien Phase 1/2 erreicht haben.

    Forschung


    Wir sehen das Zukunftspotential der Nuklearmedizin in der starken Ausrichtung des Fachs an Biochemie und Molekularbiologie und der damit verbundenen Vielfalt möglicher neuer radioaktiv markierter Moleküle, die eine spezifische Anreicherung in den Zielregionen aufweisen.
    Die Struktur der Abteilung für Nuklearmedizin mit Lokalisation an der Universität und der damit verbundenen Verfügbarkeit von Therapiebetten und eine enge Kooperation mit der am DKFZ bzw. dem Comprehensive Cancer Center angesiedelten Klinischen Kooperationseinheit Nuklearmedizin (beide Abteilungen werden von Prof. Haberkorn geleitet) und der Abteilung Radiochemie und Radiopharmakologie (Prof. Eisenhut, DKFZ) bieten optimale Bedingungen für eine Kombination von Methoden und Erkenntnissen der Grundlagenforschung mit nuklearmedizinischen Methoden. Weiterhin ermöglicht diese Struktur einen schnellen Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung.

    I. Onkologische Fragestellungen



    In der Onkologie liegen die Ziele in der Entwicklung und Anwendung nuklearmedizinischer Verfahren zur Diagnostik und Therapie maligner Tumoren. Angestrebt werden Tracer, die sowohl zur Diagnostik als auch zur Therapie eingesetzt werden können. Dabei bestimmt das zur Markierung verwendete Isotop den Einsatz des Tracers entweder für die Diagnostik oder für die Therapie. Durch die Verwendung verschiedener Isotope kann somit ein Molekül zunächst zur Therapieplanung bzw. zur Beurteilung, ob eine Behandlung mit dem therapeutischen Gegenstück sinnvoll ist oder nicht, und dann zur Therapie selbst eingesetzt werden.

    Die derzeitigen Schwerpunkte der Abteilung Nuklearmedizin liegen bei:



    • klinischen Studien zum Nachweis von Rezidiven und Metastasen bei Patienten mit malignen Tumoren mithilfe von Fluordeoxyglukose (FDG) und Fluorthymidin (FLT). Hier sollen Änderungen des Glukosestoffwechsels bzw. die gesteigerte Proliferation erfasst werden. FDG wird dabei über eine in fast allen Tumoren erhöhte Transport und Phosphorylierungsaktivität im Tumorgewebe angereichert. Das Prinzip der Tumordarstellung mit FLT beruht auf einer während der S-Phase gesteigerten Aktivität der Thymidin Kinase I, die FLT phosphoryliert und damit zur Anreicherung des Tracers führt.Mehr dazu
    • der Markierung von tumorspezifischen Antikörpern zur Diagnostik und Therapie. Die Evaluation der neuen Tracer erfolgt in tierexperimentellen und in klinischen Studien. Als Zieltumoren sind derzeit Pankreaskarzinome und Lymphome vorgesehen.
    • der Synthese und Untersuchung von Peptid-Oligonucleotid-Konjugaten, d.h. der Entwicklung von Peptid-Oligonucleotid-Konjugaten, die durch rezeptorvermittelte Aufnahme in Somatostatin-Rezeptor-positive Tumorzellen aufgenommen werden können. Das Potential, das Oligonucleotide für die Therapie und Diagnostik bieten, kann aufgrund ihrer geringen zellulären Aufnahme bislang noch nicht ausreichend genutzt werden. In Organverteilungsstudien wurde die Aufnahme von synthetischen Peptid-Oligonucleotidkonjugaten in Somatostatin-Rezeptor-positive Tumoren im Tiermodell untersucht. Hierbei wurde eine selektive Aufnahme in das Tumorgewebe gefunden.
    • der Untersuchung von Konjugaten aus Interkalatoren und Somatostatinrezeptor-affinen Peptiden: Radionuklide, die Auger-Elektronen emittieren, bewirken in unmittelbarer Nähe des Genoms große Schäden. Dieser Effekt kann für therapeutische Anwendungen insbesondere dann genutzt werden, wenn das Radionuklid durch einen Interkalator in der Nähe der DNA lokalisiert wird. Zu diesem Zweck werden Konjugate aus Interkalatoren, die mit dem Auger-Emitter 125I beladen werden können und aus Peptiden hergestellt, die Affinität zu Somatostatin-Rezeptoren aufweisen. In Organverteilungsstudien konnte im Tiermodell die selektive Aufnahme der radioaktiv markierten Konjugate in rezeptorexprimierenden Tumoren nachgewiesen werden.
    • Optimierung der Einsatzmöglichkeiten Bifunktionell Chelatisierender Agenzien: Bifunktionelle Chelatisierende Agenzien sind potente Liganden für das Labeling Radiometallen. DOTA (1,4,7,10-tetraazacyclododecane-1,4,7,10-tetraacetic acid) bindet eine Vielzahl von Metallionen mit extrem hohen Bindungskonstanten. Aus diesem Grund ist DOTA einer der bedeutendsten Chelatoren für biologische Anwendungen. Bislang konnten jedoch noch keine effizienten Protokolle, die die Konjugation von DOTA mit hohen Ausbeuten – unter Erhalt der biologischen Aktivität – ermöglichen, entwickelt werden. Folglich wurde eine Synthese von Aktivestern von DOTA ausgearbeitet. Mit diesen gelingt es, Antikörper und weitere, beliebige Proteine unter milden Bedingungen für die nichtinvasive Bildgebung zu markieren.
    • Entwicklung neuer Somatostatinrezeptor-affine Peptide und Peptidkonjugate: Aus der Klasse tumorspezifisch bindender Peptide konnten bis heute im klinischen Einsatz mit Peptiden mit Affinität zu den Somatostatinrezeptoren (SSTR) die besten Erfolge erzielt werden. Um das Potential des gezielten Transports mit SSTR-affinen Peptiden zu vergrößern, werden Octreotidderivate mit verbesserten pharmakokinetischen Eigenschaften entwickelt. Hierbei wird insbesondere eine Verringerung der Anreicherung in Niere und Leber angestrebt. Es wird der Einfluß hydrophiler und lipophiler Substituenten am N-Terminus auf die pharmakokinetischen Eigenschaften, sowie das Potential von Modifikationen am C-Terminus untersucht. Dabei gelingt es, mit den neuen Transportpeptiden bei hohen Anreicherungsraten im Tumorgewebe für unterschiedliche Anforderungen bezüglich der Organspezifität eine Anpassung der gewünschten pharmakokinetischen Eigenschaften zu erzielen.
    • der Entwicklung neuer Therapien bei nicht-jodspeichernden Schilddrüsenkarzinomen. Hier werden derzeit Redifferenzierungstherapien mit Retinolsäure und mit Liganden für den ‚peroxisome proliferator-activated receptor g’ (PPARg) eingesetzt.
    • klinische Studien zur nicht-invasiven Darstellung von Apoptose. Mittels 99mTc-markiertem Annexin V soll therapie-induzierte Apoptose in Tumoren nach Strahlen- bzw. Chemotherapie nachgewiesen werden. Tracer zur Darstellung der Caspase-Aktivierung werden derzeit im Rahmen eines vom Tumorzentrum geförderten Projekts entwickelt und evaluiert.


    Dieklinische Kooperationseinheit Nuklearmedizin (KKE Nuklearmedizin) beschäftigt sich mit:

    • der Identifizierung tumoraffiner Moleküle. Hier werden vor allem Phage Display Techniken eingesetzt, um ein Targeting von Peptiden gegen Prostata- und Schilddrüsenkarzinome zu erreichen. Die in diesen Studien erhaltenen Informationen werden für die Optimierung der Peptide für die Diagnostik der Tumoren sowie für therapeutische Zwecke durch Kopplung der Peptide an potentielle Therapeutika eingesetzt. Als Kopplungspartner kommen sowohl Chemotherapeutika als auch radioaktive Isotope in Frage. Ferner werden in präklinischen und klinischen Studien radioaktiv-markierte Antikörper zur Therapie von Lymphomen aber auch von soliden Tumoren evaluiert.
    • dem Erfassen von Gentransfer bzw. dessen Effekte auf den Tumor. Hier werden Suizidgene wie die HSV Thymidin Kinase oder die Cytosin Deaminase verwendet. Ferner kommen Gene zum Einsatz, die zur Anreicherung radioaktiver Isotope führen sollen. Diese Strategie orientiert sich zum einen am Konzept der Radiojodtherapie und versucht durch den Transfer der Gene für den Natrium-Iodidsymporter oder von Peroxidasen eine Speicherung von 131I in den Tumoren zu erreichen. Zum andern wird versucht durch den Transfer des Norepinephrintransportergens eine Anreicherung von 131I-MIBG zu erzielen. Erste Ergebnisse zeigen, dass der Transfer dieser Gene per se nicht zu therapeutisch nutzbaren Dosen führt, der Natrium-Iodidsymporter aber als in vivo Reportergen zur nicht-invasiven Darstellung von Gentransfer oder der Promoteraktivierung eingesetzt werden kann. Der Transfer von Genen für Schilddrüsen-Transkriptionsfaktoren wie TTF1 und pax-8 oder des Gens für PPARg kann zur Darstellung von funktionellen Protein-Protein-Interaktionen genutzt werden. Ferner werden die Effekte dieser Faktoren auf die Redifferenzierung von Tumoren untersucht. Parallel findet in Kooperation mit der Abteilung Endokrinologie der Universität eine klinische Studie zur Redifferenzierung nicht-iodspeichernder Schilddrüsenkarzinome statt. Ferner können durch die Generierung von Tumorlinien mit Expression von Caspasen oder Rezeptoren neue Tracer zur Darstellung von Apoptose bzw. der Rezeptorexpression von Tumoren evaluiert werden.
    • der Entwicklung von Tumormodellen mit Expression von Genen zur Antiangiogenese. Dies erlaubt die Messung der funktionellen Konsequenzen von Antiangiogenesestrategien mittels Positronenemissionstomographie (PET) sowie den Vergleich dieser nuklearmedizinischen Daten mit histologischen (Immunhistologie) und molekularbiologischen (Expressionsmuster) Daten. Das Projekt wird in enger Kooperation mit PD Dr. Ralf Kinscherf (Abt. für Anatomie und Zellbiologie III, Universität Heidelberg) durchgeführt. An diesen Modellen können die funktionellen Konsequenzen wie die Wirkung auf Perfusion, Proliferation oder Apoptose aber auch Abwehrmechanismen des Tumors näher charakterisiert werden. Mehr dazu
    • der Konstruktion von gewebe- bzw. tumorspezifischen viralen Vektoren. Hier kommen Promotoren und Enhancer schilddrüsenspezifischer Gene wie Natrium-Iodid-Symporter, Peroxidase und Thyreoglobulin, sowie der Promotor/Enhancer für den Glukosetransporter Typ 1 (GLUT1) als tumorspezifisches System zum Einsatz. GLUT1 wird in den meisten Tumoren und auch sehr frühzeitig nach maligner Transformation von benignen Zellen überexprimiert.
    • der Entwicklung neuer nuklearmedizinischer Methoden zur Tumorcharakterisierung und zum Therapiemonitoring. Neben Stoffwechselmarkern kommen auch Tracer zur Darstellung von Proliferation (3'-[18F]Fluor-3'-deoxythymidin), Apoptose (Annexin V, Caspaseinhibitoren, Caspasesubstrate), Rezeptorexpression (Somatostatin, Bombesin, Melanocortin) und Angiogenese zur Anwendung. In diesen Schwerpunkt fallen auch korrelative Untersuchungen von Tracerkinetik und molekularbiologischen Parametern und die Entwicklung von Quantifizierungsverfahren (Kompartment- versus Non-Kompartmentanalysen, parametrisches Imaging, Bildrekonstruktionsverfahren).
    • Der präklinische Studie der Pharmakokinetik hochmolekularer Wirkstoffe. Mit den modernen Methoden der Wirkstoffentwicklung, insbesondere High-Throughput-Screening-Verfahren, können neue Wirkstoffe sehr effizient auf Ihre Bindung an spezifische Targets identifizert werden. Im Anschlus an die Identifikation der großen Anzahl, von ausschließlich in vitro charakterisierten, Leitstrukturen besteht seitens industrieller Partner Bedarf, die anschließenden Untersuchung in vivo ebenfalls mit effizienten Methoden durchzuführen. Mit nuklearmedizinischen Verfahren gelingt es, rasch pharmakokinetische Parameter zu erlangen. Insbesondere hochmolekulare Substanzen wie virale Proteine oder Antikörper lassen sich effizient und bei minimaler Beeinflussung der biologischen Aktivität radiomarkieren und im Tiermodell untersuchen.


    Überblick über derzeit laufende klinische Studien und daran Beteiligte


    • Quantitative Bestimmung der Somatostatinrezeptorendichte mit Hilfe der 68Gallium-DOTATOC Positronenemissionstomographie (Endokrinologie, Strahlentherapie, Thoraxklinik Rohrbach, Nuklearmedizin, KKE Nuklearmedizin)
    • Strahlentherapieplanung und Verlaufsbeobachtung von Hirntumoren mithilfe von 3'-[18F]Fluor-3'-deoxythymidin und der Positronenemissions-tomographie (PET): Vergleich mit FDG-PET (Strahlentherapie, Neurologie, Nuklearmedizin)
    • Quantitative Bestimmung der Anreicherung von 3'-[18F]Fluor-3'-deoxythymidin in malignen Tumoren mit Hilfe der Positronenemissions-tomographie (Frauenklinik, Hautklinik, Mund-Zahn-Kiefer-Klinik, Nuklearmedizin)
    • - Funktionelle Diagnostik und chirurgische Therapie residualer Lymphome nach Chemo- oder Radiotherapie mithilfe von 3'-[18F]Fluor-3'-deoxythymidin und der Positronenemissionstomographie (PET): Vergleich mit FDG-PET (Chirurgie, Poliklinik, Thorax-Klinik Rohrbach, Nuklearmedizin)
    • Expression des Natrium-Iodid-Symporters in Mammakarzinomen - Einfluß auf Diagnose und Therapie (Frauenklinik, Nuklearmedizin)
    • Behandlung von Schilddrüsenkarzinomen mit Rosiglitazon (Avandia®) (Endokrinologie, Nuklearmedizin)
    • Neoadjuvante Strahlentherapie (10 ´ 2.5Gy) bei Patienten mit Pankreaskarzinom zur Verminderung des Lokalrezidivs nach kurativer Resektion (Chirurgie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin)
    • PET zum Therapiemonitoring und Restaging bei Bronchialkarzinomen (Med Klinik A Klinikum Ludwigshafen, KKE Nuklearmedizin)
    • PET zum Therapiemonitoring und Restaging beim multiplen Myelom (Med Klinik A Klinikum Ludwigshafen, KKE Nuklearmedizin)
    • PET zum initialen Staging und vergleich mit Genexpression beim kolorektalen Karzinom (Chirurgie Klinikum Ludwigshafen, KKE Nuklearmedizin)
    • Pharmakologische Studien im Rahmen der präklinischen Entwicklung neuer Wirkstoffe (Axaron Bioscience AG, Heidelberg, november AG, Erlangen)

    Geplante Studien

    • Phase II/III-Studie mit Technetium 99mTc-Hynic-rh-Annexin V zur Apoptose-Szintigraphie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem (Stadium IIIB) oder metastasiertem (Stadium IV) Nicht-Kleinzelligem - Lungenkarzinom (NSCLC): Multicenterstudie mit insgesamt 120 Patienten, wird in diesem Jahr voraussichtlich noch anlaufen.
    • Offene, randomisierte Phase I / II Studie, zum Vergleich der Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Wirksamkeit von intraarteriell oder intravenös verabreichtem 131I l-Kab201 bei Patienten mit inoperablem Pankreas Adenokarzinom: 24 Patienten, wird in diesem Jahr voraussichtlich noch anlaufen.
    • Dosiseskalationsstudie mit einem 177Lutetium markierten anti-CD19 Antikörper (BCE19) bei Patienten mit Non-Hodgkin Lymphom: maximal 30 Patienten, wird Ende 2003/Anfang 2004 anlaufen
    • Sequentielle Therapie mit Zevalin, BEAM und autologer Stammzelltransplantation bei patienten mit rezidiviertem oder therapierefraktärem CD20-positivem follikulärem Lymphom: zusammen mit Poliklinik, ca. 10 Patienten für Pilotphase, anschließend multizentrische Studie. Geplant für 2004.
    • Klinische Phase II Studie bei Patienten mit metastasierenden Schilddrüsenkarzinom (MTC): Verlaufsbeobachtung mit PET unter Glivec-Therapie: Ca. 20 Patienten, wird Ende 2003/Anfang 2004 anlaufen.
    • Einsatz rekombinanter Antikörper gegen Cytokeratine zur Diagnostik und Therapie von Adenokarzinomen des Kolon und Pankreas. zusammen mit Affitech, präklinische und klinische Studien
    • Engineering and Radiolabeling Peptides and Single Domain Antibodies for Cancer Diagnosis and Treatment zusammen mit: THE NATIONAL RESEARCH COUNCIL OF CANADA (NRC), zunächst präklinische Studie, läuft zur Zeit an.


    Hier der Link für das Ganze:
    https://www.klinikum.uni-heidelberg....zin/forschung/

    Gruss Hans-J. und ein weiter so im Neuen Jahr

  9. #179
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    Die zitierte Web-Seite ist wohl etwas veraltet? Unter "Geplante Studien" sind Studien genannt, die 2003/2004 anlaufen sollen. Zudem scheint das Prostatakarzinom außer in allgemeinen Tumorproblemen keine Rolle zu spielen, es wird nur einmal nebenbei erwähnt.

    Gruß

    Benton

  10. #180
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    Zwei Pauckenschläge zum Jahresbeginn:

    1. Zum PSA

    https://biermann-medizin.de/iqwig-nu...9.+Januar+2020

    2. Zur Verbesserung von Lu 177

    https://biermann-medizin.de/pilotstu...9.+Januar+2020

    Dann nichts wie ran in die Studien.

    Gruss
    Hans-J.

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