Hypoxie in Tumoren als Achillesverse für die Diagnostik

In Vorjahren haben wir im Forum intensiv über den Warburg Effekt diskutiert. Reoxygenierung als Waffe gegen die Hypoxie.
Nun gekommen in der Diagnostik.

Das Potential liegt auf der Hand.

vergangene Woche fand in Berlin der 34. Deutsche Krebskongress statt. Wie schon auf der DGHO-Jahrestagung zählte der Wissenstransfer zu den wichtigen Themen: Das Wissen in der Onkologie explodiert, doch wie findet es schnell den Weg in die Kliniken und Praxen? Gerade bei neuen Therapien ist es wichtig, Wissen aus der Anwendung zu sammeln, um Evidenzlücken zu schließen und Nebenwirkungen zu reduzieren. Das gelte besonders für innovative komplexe medizinische Verfahren, erklärte Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft:

„Viele Fachleute setzen sich deshalb mittlerweile dafür ein, dass neue Therapien zunächst nur von wenigen Innovationszentren mit dem entsprechenden Know-how verantwortet werden; sie sollten sich zur Teilnahme an spezifischen Qualitätssicherungsmaßnahmen und an industrieunabhängigen Registerstudien verpflichten und dabei eng mit den Leistungserbringern zusammenarbeiten, die die Betroffenen am Wohnort betreuen.“

Ferner gab es letzte Woche Neuigkeiten zur Diagnostik von Hirntumoren: Wissenschaftler der Uniklinik Köln haben in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich untersucht, wie man bei Hirntumorpatienten mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit radioaktiv markierten Aminosäuren wie F-18-Fluorethyltyrosin (FET) wertvolle Zusatzinformationen erheben kann. Dabei zeigte sich u.a., dass bestimmte Biomarker eine hohe prognostische Aussagekraft haben. Vor allem traf dies auf Patienten mit neu diagnostizierten niedriggradigen Tumoren zu, die bestimmte bildgebende Zeichen in der FET-PET (sog. „Photopenic Defects“) aufwiesen. diese Patientengruppe scheint unabhängig von der gewählten Therapie eine deutlich ungünstigere Prognose zu haben.

Den Warburg-Effekt machen sich Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum zunutze: Sie haben eine neue Technik entwickelt, um mithilfe von Sauerstoff Gehirntumoren in Magnetresonanztomographie besser erkennen zu können. Dabei wurden zehn Probanden, bei denen ein Gehirntumor diagnostiziert worden war, mit der neuen Sauerstoff-MRT untersucht. „Das Ergebnis war wirklich eindrücklich: Die Tumoren erschienen im Bild als dunkle Flecken, weil hier kein Stoffwechsel mit Sauerstoff stattfand“, schildert der Arzt und Physiker Dr. Daniel Paech. „Uns hat überrascht, dass dies sowohl bei höhergradigen aggressiven Tumoren als auch bei weniger aggressiven niedriggradigen Tumoren der Fall war.“

Hans-J