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Thema: Neues aus DNA, Genom und Forschungspools beim Prostatakarzinom

  1. #51
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    Zitat Zitat von Hans-J
    Mein herumtelefonieren - wo die Studien laufen - war bisher ergebnislos
    Für uns Prostatakrebs-Patienten ist eine solche Therapie bereits routinemässig verfügbar:
    PSMA-RLT mit verschiedenen alpha- und beta-Strahlern.
    Ganz ohne Bayer, Roche und Novartis.
    Eine englische Firma macht sich nun an ordentliche Studien,
    wie sie die Universitäten nicht finanzieren können.
    Ich hab dasvon kompetenter Seite aufgeschnappt. Mehr nicht,
    denn da ist wohl noch das Diskretionsmäntelchen drüber.

  2. #52
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    Neue Ansätze bei der Genschere - aus China -

    Chinesische Forscher setzen „Genschere“ CRISPR–Cas9 erstmals beim Menschen ein



    London – Am 28. Oktober wurde an der Sichuan-Universität in Chengdu erstmals ein Mensch mit Zellen behandelt, deren Gene mit der umstrittenen CRISPR–Cas9-Technologie verändert wurden. Wie Nature berichtet, wurde der Patient, der an einem aggressiven Lungenkrebs erkrankt ist, mit seinen eigenen T-Zellen behandelt, aus deren Genom die Forscher zuvor das Gen für das PD-1-Protein entfernt hatten.


    Das PD-1-Protein ist ein Rezeptor auf der Oberfläche der T-Zellen. Seine Aktivierung führt zu einem programmierten Zelltod (PD). Einige Krebszellen besitzen Liganden, die an PD 1 binden und dadurch den Gegner „aus dem Weg“ räumen können. Die Entfernung des Gens für den PD-1-Rezeptor macht die T-Zellen an dieser Stelle „unverwundbar“, was die Aggressivität der Immunabwehr deutlich stärken kann. Dies zeigen die Erfahrungen mit den beiden Checkpoint-Inhibitoren Nivolumab und Pembrolizumab, die am PD-1-Rezeptor binden und damit eine Aktivierung der Selbstzerstörung verhindern.

    Die Manipulation mit der Genschere erfolgte im Labor nach Entnahme der T-Zellen. CRISPR–Cas9 besteht aus einer Sonde, die bestimmte Regionen des Genoms erkennt, und einem Enzym, das die DNA an dieser Stelle durchtrennt. Dadurch lassen sich gezielt Gene aus dem Erbgut entfernen und durch Zugabe kleiner DNA-Oligonukleotide auch durch andere Gene ersetzen. Die Therapie ist umstritten, da nicht sicher ist, ob sie beim Menschen den gewünschten Effekt erzielt oder die DNA an falschen Stellen durchtrennt. Kontrovers ist vor allem die Idee, gezielt einzelne Gene durch andere zu ersetzen.

    Dies planen die chinesischen Forscher (vorerst) nicht. Das Ziel ihrer Phase 1-Studie ist laut einem Eintrag bei clinicaltrials.gov die Sicherheit der Therapie. Das Team um You Lu will zunächst 15 Patienten behandeln. Sie sollen mehrfach Infusionen mit „PD 1-Knockout“-T-Zellen erhalten. Vor der Behandlung ist eine Konditionierung mit Cyclophosphamid geplant, die andere Abwehrzellen beseitigen soll. Um die Aggressi*vität der „PD 1-Knockout“-T-Zellen zu erhöhen, erhalten die Patienten nach der Infusion der T-Zellen eine Behandlung mit Interleukin 2.

    zum Thema




    Deutsches Ärzteblatt print



    US-Forscher blicken laut Nature neidisch auf ihre chinesischen Kollegen. Das Team um Carl June von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia befürchtet, in einem biomedizinischen Duell („Sputnik 2.0“) ins Hintertreffen zu geraten. June hatte bereits 2014 über eigene Versuche mit einer anderen Genschere berichtet. Mit der Zinkfinger-Nuklease hatte sein Team aus CD4-Zellen das Gen CCR5 entfernt, das HI-Viren zum Eintritt in die Zellen benötigen. Die Patienten konnten daraufhin vorübergehend auf antiretrovirale Medikamente verzichten. Die Effizienz der Zinkfinger-Nuklease als Genschere ist jedoch begrenzt. CRISPR–Cas9 gilt als zuverlässiger und einfacher in der Anwendung.

    In den USA soll Anfang 2017 eine Studie an Krebspatienten beginnen, in der mit CRISPR–Cas9 gleich drei Gene verändert werden sollen. Die Universität Peking plant laut Nature drei Studien zur Behandlung von Krebserkrankungen von Blase, Prostata oder Nieren.

    PS. Bitte die Links beachten

    Gruss
    Hans-J.

  3. #53
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    Aus gegebenem Anlass zum Thema Methadon wissenswertes über die Wirkung.

    Methadon zur Krebsbehandlung: Wirkung und Nebenwirkungen des Opioids

    Methadon ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid und wird seit langem als Schmerzmittel und zur Drogenersatztherapie bei Heroinabhängigkeit eingesetzt. In den vergangenen Jahren ist es zunehmend als mögliches Krebsmedikament in den Fokus der Forschung gerückt. 2008 konnte die Chemikerin Dr. Claudia Friesen vom Universitätsklinikum Ulm zeigen, dass Methadon Leukämiezellen in den Zelltod treibt. 2014 gelang ihr der Nachweis im Laborexperiment, dass Methadon in Kombination mit einer Chemotherapie zu einem Massensterben von Glioblastomzellen, einem aggressiven Hirntumor, führt.
    Ihre Erkenntnisse ließen sich auch auf andere Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs oder bestimmte Formen von Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs übertragen.

    · Was sind die Eigenschaften von Methadon?
    · Wie funktioniert der Wirkmechanismus?
    · Ist Methadon zugelassen?
    · Wie verträglich ist Methadon?
    · Wie reagiert das Medikament im Körper?
    · Zusammenfassung

    Was sind die Eigenschaften von Methadon?

    Das D-L-Methadon besteht aus zwei Substanzen mit unterschiedlichen Wirkungen. Das Levo-Methadon beseitigt z.B. die Schmerzen, die die Eingeweide betreffen, das Dextro-Methadon wirkt auf Nervenschmerzen und ist als stärkstes Hustenmittel bekannt. Die Halbwertszeit schwankt individuell und liegt bei ca. 22 bis 25 Stunden.

    Wie funktioniert der Wirkmechanismus?

    Ein großes Problem in der Onkologie ist die Resistenzbildung. Medikamente, die am Anfang eine gute Wirksamkeit auf das Tumorwachstum hatten, verlieren sie und der Tumor kann sich wieder ausbreiten. Die Resistenzbildung beruht auf verschiedenen Mechanismen. So kann die Tumorzelle u.a. verhindern, dass Zellgifte eindringen oder findet Möglichkeiten, um sie wieder rasch aus der Zelle zu entfernen.

    Die Krebszellen reagieren auf eine Chemotherapie, indem sie Pumpen an der Zelloberfläche ausbreiten, welche die Zytostatika wieder aus der Zelle entfernen. Diesen Mechanismus kann man mit D-L-Methadon blockieren.

    Es besteht aus den beiden Substanzen Dextro- und Levo-Methadon, die sich gegenseitig in ihrer zytotoxischen Wirkung ergänzen. Der Wirkmechanismus wurde von Frau Dr. Friesen, Leiterin des Molekularbiologischen Forschungslabors, Schwerpunkt Onkologie, der Universität Ulm beschrieben:

    Wenn man die Opioidrezeptoren auf der Zelloberfläche mit Levo-Methadon stimuliert, dann blockiert es die umliegenden Pumpen. Die Zelle reagiert damit, diese Opioidrezeptoren stumm zu regeln, so dass diese Pumpen nicht mehr blockiert werden können. Die zweite Substanz, das Dextro-Methadon, bindet sich an der Zelloberfläche an einer anderen Stelle, dem sogenannten NMDA-Rezeptor und verhindert, dass die Opioid-Rezeptoren stummgeschaltet werden.

    Damit hat die Zelle das Problem, dass sie die aufgenommen Medikamente nicht mehr losbekommt. In der Zelle häuft sich das Zytostatikum an und sie kann sich nicht dagegen wehren.
    Dazu kommt, dass das aufgenommene Zytostatikum die Anzahl der Opioid-Rezeptoren auf der Krebszelle vermehrt, die dann noch mehr Pumpen blockieren, so dass sich diese Wirkungen gegenseitig hochschaukeln.

    Ein weiterer Wirkmechanismus ist die Apoptoseinduktion. Tumorzellen sind unsterblich, da sie den Schalter, um einen programmierten Zelltod sterben zu können, nicht mehr aktivieren können. Über die Opiatrezeptor-Aktivierung kann dieser Prozess wieder in Gang kommen.

    Das erklärt, warum Methadon auch ohne zusätzliche Chemotherapie eine Wirkung auf das Tumorwachstum hat.

    In Kombination mit Zytostatika führt Methadon zu einer deutlichen Wirkverstärkung der Chemotherapie. Damit wird der Chemotherapeutikadosis reduziert und die Chemoresistenz durchbrochen. Da Tumorzellen 1.000 bis 10.000 mal mehr Opiat-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche haben als gesunde Zellen, werden gesunde Zellen weitestgehend von diesen Effekten verschont.

    Ist Methadon zugelassen?

    D-L-Methadon kann nach heutigem Stand der Zulassung für Krebspatienten nur als Schmerzmittel verordnet werden. In Deutschland gibt es D-L-Methadon zur Schmerztherapie nicht als Fertigarzneimittel. Es wird als Standardrezeptur in der Apotheke hergestellt. Um als Tumormedikament zugelassen zu werden, bedarf es aussagekräftiger Studienergebnisse. Diese wird man aber voraussichtlich nicht bekommen, da es sehr teuer ist, Studien durchzuführen.

    Demgegenüber ist Methadon nicht mehr patentrechtlich geschützt und die Herstellungskosten sind zu gering. Aus ökonomischer Sicht lohnt sich das für die Pharmaindustrie nicht. Alternativ könnte der Staat die Entwicklung vorantreiben, aber augenscheinlich liegen weder die Mittel noch ein Interesse dafür vor.

    Wie verträglich ist Methadon?

    Die Substanz hat eine sehr hohe therapeutische Breite. Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten. Vor allem in der Einschleichphase können Übelkeit, Verstopfung und Schwindel eine Rolle spielen. Diese Nebenwirkungen kennt man gut von anderen Opiaten. Die Verstopfung kann nach der Eingewöhnungsphase fortbestehen, während die anderen Nebenwirkungen wieder verschwinden. Da Methadon bereits in den Mundschleimhäuten aufgenommen wird und nur in geringeren Mengen in den Darm gelangt, stellt die Verstopfung ein eher geringeres Problem dar.

    Hinsichtlich der Wirkung und unerwünschten Wirkungen wies D-L-Methadon gegenüber den Opiaten Morphin, Fentanl und Buprenorphin das günstigste Profil auf. Im Gegensatz zu anderen Opioiden kann es sogar für Patienten mit Leber- und Niereninsuffizienz genutzt werden. Mit entsprechenden Begleitmedikamenten können die Nebenwirkungen reduziert werden.

    Krebspatienten, die von anderen starken Opioiden auf Methadon umgestellt werden, benötigen danach weniger zusätzliche Schmerzmittel. Zudem scheint Methadon, einer japanischen Studie zufolge, neuropathische Schmerzen besser zu dämpfen, als andere Opioidanalgetika.

    Unter Methadon können Herzrhythmusstörungen auftreten. Diese werden klinisch aber erst in Dosen vom 10 bis 20-fachen der zur Schmerztherapie notwendigen Menge relevant. In den vorliegenden Berichten ist diese Nebenwirkung deshalb gering ausgeprägt.
    Als Zusatzwirkung wird Methadon eine antidepressive Wirkung zugeschrieben. Dieser Effekt erklärt sich durch eine sogenannte serotonerge und noradrenerge Wirksamkeit des Medikaments.
    Methadon kann mit konventionellen Krebstherapien kombiniert werden. In einer rückblickenden Studie zum Einsatz von Methadon in der Glioblastom-Therapie wurde gezeigt, dass die Toxizität nicht wesentlich erhöht wird.

    Wie reagiert das Medikament im Körper?
    Methadon wird über die gleichen Wege in der Leber verstoffwechselt wie viele andere Medikamente. Dadurch kann die Wikung von Methadon z.B. beim Einsatz von Ciprofloxacin, Diazepam, Ethanol und Fluconazol verstärkt werden.

    Zusammenfassung

    Methadon ist ein seit langem bekanntes Medikament, das u.a. in der Schmerztherapie eingesetzt wird. Hier ist die Wirkung unbestritten. Die Wirkung als Mittel gegen Krebs ist nach derzeitiger Studienlage unklar. Laborergebnisse und Fallbeispiele ersetzen nicht die notwendigen Studien, die es aber voraussichtlich aus Kostengründen nicht geben wird.
    Die Verträglichkeit von Methadon ist gut. Wird das Medikament in Dosierungen gegeben, die für die Schmerztherapie ausreichend sind, werden schwerwiegende Nebenwirkungen selten beschrieben. Die auch bei anderen Opiaten bekannten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verstopfung und Schwindel sind häufig gering ausgeprägt, spontan rückläufig und können mit entsprechenden Medikamenten symptomorientiert behandelt werden. Positiv ist die antidepressive Komponente, die gerade bei Krebspatienten erwünscht ist.

    Bei onkologischen Schmerzpatienten bleibt die Wahl des Opiats dem behandelnden Arzt überlassen. In Anbetracht des eventuell bestehenden Zusatznutzens im Sinne eines verbesserten Tumoransprechens stellt Methadon eine interessante Alternative dar.

    Gruss
    Hans-J.

  4. #54
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    Kannste nicht einfach den Link einstellen zu Jameda
    und die Zusammenfassung zitieten?

    https://www.jameda.mobi/gesundheit/k...%20Methadon%3F

    Hvielemi

  5. #55
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    Ein sehr interessanter Artikel!

    Die Wirkung als Mittel gegen Krebs ist nach derzeitiger Studienlage unklar. Laborergebnisse und Fallbeispiele ersetzen nicht die notwendigen Studien, die es aber voraussichtlich aus Kostengründen nicht geben wird.
    Ist verständlich, und doch unverständlich
    Die Pharmaindustrie wird sich an einer Studie nicht beteiligen, solange sie ihre teuren Produkte verkaufen will.
    Methadon kostet nur 12 Euro.
    Daher wohl auch die eher kritischen Berichte.

    Gruss
    hartmut

  6. #56
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    Konrad,
    Dein Link funktioniert bei mir nicht, aber dieser hier.

    BTW:
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    Alle paar Monate gibt es einen neuen Hype zu irgendwelchen natürlichen Substanzen, die gegen praktisch alle Krebszellen wirksam sind. Ich bin darüber müde geworden dem nachzugehen. Früher habe ich so manches ausprobiert, hat aber nix gebracht. Vielleicht bei Anethole, das hat das Potential zum nächsten Hype
    if nothing's fails, it's not real life

  7. #57
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    Lieber Andi, danke für die Korrektur.
    Tut mir leid, dass mein bzw. HansJs Link nicht funzt.
    Ich hatte ihn zwar ausprobiert, aber eben nur auf dem Tablet.

    Hier im Forum wurde die Arbeit von Dr. Friesen schon Jahre vor dieser
    Sendung im ARD besprochen. Aber nun wurde das zum Hype, weil sich
    führende Onkologen genötigt sahen, dem Methadon eine Absage zu
    erteilen oder, wie Verschwörungstheoretiker sagen würden, sich vor den
    Karren von Big Pharma spannen liessen.

    Hier am KSSG-Onko-Ambulatorium liegen mittlerweile Flugblätter auf mit
    Presseartikeln zu Methadon, weil die Onkologen es leid sind, die Hälfte ihrer
    Sprechstunden damit zu verbringen, den Patienten ihre Ablehnung von
    Methadon darzulegen.


    Anethole!?
    Also wenn ich nicht immer wieder frischen Fenchel meiner Picknick-Box
    hätte, wär ich schon längst tot... ;-))



    Lieber Hartmut
    Eine Therapie, die auch ohne Studien offensichtlich funktioniert, setzt
    sich durch. Siehe dazu die "Heilversuche" mit PSMA-Lu177, zu denen
    bisher keine einzige Phase-II oder -III-Studie durchgeführt worden ist.
    So toll scheint Methadon also auch wieder nicht, zumal bei Aussichten
    auf Erfolg die unabhängige universitäre Forschung längst ihr knappes
    Geld in der in solche Studie investiert hätte.

    Kürzlich liefen Studien zu Metformin als Adjuvans zu Enzalutamid und Abiraterone,
    übrigens von der Pharma finanziell unterstützt. Metformin ist auch nicht
    teurer als Methadon, aber die Aussichten auf Erfolg sind wohl besser.
    Daran liegt's wohl, dass das stets knappe Geld nicht zu Methadon fliesst.
    http://sakk.ch/en/sakk-provides/our-...ors/sakk-0814/
    https://research.kssg.ch/Projekte/54723


    Schönen Dienstag wünscht
    Konrad

  8. #58
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    Eine Therapie, die auch ohne Studien offensichtlich funktioniert, setzt
    sich durch. Siehe dazu die "Heilversuche" mit PSMA-Lu177, zu denen
    bisher keine einzige Phase-II oder -III-Studie durchgeführt worden ist.
    So toll scheint Methadon also auch wieder nicht, zumal bei Aussichten
    auf Erfolg die unabhängige universitäre Forschung längst ihr knappes
    Geld in der in solche Studie investiert hätte.
    Lieber Konrad,

    ich merke selbst, dass meine Beiträge in einem "Experten-Thread" nicht immer passen.
    Es ist nur der Versuch von mir, logisch zu denken.

    Wer weiss, wie es mir später einmal geht?
    Ich bin für alles offen, deshalb gefallen mir Andys u. Hans-J Berichte (soweit ich die verstehe) gut.

    Gruss
    hartmut

  9. #59
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    Immuntherapie bei Krebs.

    In die Immunonkologie ist hektische Bewegung angekommen. Neben vielen guten Ansätzen mit wirklich gravierenden OS Zeiten muß leider für die Entität Prostatakarzinom ein starkes hinterherhinken festgestellt werden.

    Nun bleibt abzuwarten, ob die vielversprechenden Ansätze bei anderen Tumorarten auch abgewandelt irgendwann einmal beim PCa ankommen.

    Beigefügter Link und die Einführung geben sowohl über die Schwachpunkte Auskunft als auch über die Wege und Tricks des Tumors - seinen Feind - das Immunsystem lahmzulegen.

    Immuntherapie: Zellbiologischer Hintergrund

    Normalerweise sterben kranke oder überalterte Körperzellen von alleine ab. „Apoptose“ nennen Mediziner diesen programmierten Zelltod. Bei Krebszellen ist das anders. Sie teilen sich immer weiter und verdrängen gesundes Gewebe.
    Im Rahmen einer Immuntherapie werden weiße Blutkörperchen angeregt, die Krebszellen unschädlich zu machen: T-Zellen und natürliche Killerzellen sollen den Krebs auf die gleiche Weise bekämpfen, wie sonst eindringende Krankheitserreger.
    Krebszellen tricksen Immunabwehr aus

    Doch das ist nicht so einfach. Krankheitserreger besitzen auf ihrer Oberfläche Moleküle (Antigene), die sie als fremd kennzeichnen und für das Immunsystem angreifbar machen. Krebszellen sind dagegen aus körpereigenen Zellen hervorgegangen. Ihre Antigene weisen sie als Angehörige des Körpers aus. So bleiben sie vom Immunsystem unentdeckt und vermehren sich – es entsteht ein Tumor.
    Andere Krebszellen werden zwar von den Immunzellen erkannt, sie manipulieren oder schwächen das Immunsystem jedoch. Zum Beispiel, indem sie den T-Zellen hemmende Signalmoleküle auf ihrer Oberfläche präsentieren, sodass diese nicht mehr angreifen.


    Den gesamten Link zum weiterlesen......

    http://www.netdoktor.de/therapien/im...pie-bei-krebs/

    http://news.doccheck.com/de/135452/c...mmte-t-zellen/

    Gruss
    Hans-J.



  10. #60
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    Hans-Jürgen,
    ja, so hören wir es seit 20 Jahren, oder waren es 40? Der Durchbruch ist aber bisher noch nicht erkennbar. Will man metastasierten Krebs "heilen" dann wird man einen multimodalen Ansatz wählen müssen, der auch eine Immuntherapie beinhaltet, da bin ich recht sicher.

    In den Staaten wurde jetzt eine Immuntherapie zugelassen, die bei austherapierten Patienten mit ALL (Akuter Lymphoblastischer Leukämie) zur Anwendung kommen kann. Das Verfahren erinnert etwas an Provenge®. Es werden Blutbestandteile extrahiert, diese manipuliert, vermehrt und zurück infundiert. Anders als bei Provenge® werden die Immunzellen aber genetisch auf die Tumorzellen "abgerichtet", bei Provenge war es eher ein "riech mal dran". Scheint wirksam, und teuer: 475.000$ (im Erfolgsfall).

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