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Thema: Diagnose- und Therapiemöglichkeiten - Die Qual der Wahl

  1. #11
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    (Hinweise, wie man die Kasse zur Kostenübernahme bewegen kann, natürlich willkommen.)

    Falls es Dich noch interessiert:
    Im UK Tübingen wurde bei mir eine C-11-Cholin-PET/CT durchgeführt.
    Übernahme der Kosten durch die AOK, da eine stationäre Tagesaufnahme eingetragen wurde.
    Bei mir war das vor 5 Jahren.
    Aber es wurde jahrelang so gehandhabt.
    Vielleicht auch an einem anderen UK möglich.
    Ich hatte den Tip von einer netten Mitarbeiterin der gesetzlichen Krankenkasse.
    Gruß aus dem mittleren Neckarraum bei Stuttgart

    Frank


    Informationen und Wissen reduzieren
    Glück und Panik
    vor der Therapieentscheidung



  2. #12
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    Zitat Zitat von Urologe Beitrag anzeigen
    Rein aus dem Bauch heraus (der Bauch hat 23 Jahre Prostatakrebs gesehen)
    würde ich auch die offene OP bevorzugen und in der Uni Aachen hat
    man(n) mit Prof. Heidenreich einen kompetenten Kollegen dafür
    "Aus dem Bauch raus" ist ein schönes doppeldeutiges Wortspiel für meine Situation.
    Ich habe mich entschieden, dass eine OP für mich die richtige Behandlung ist.
    Bleiben die Fragen "Wie?" "Wo?" "Wann?"

    Inzwischen habe ich viele Foren-Threads durchgestöbert, in denen die Frage nach dem "Wie?" (offen oder roboterassistiert) diskutiert wurde.
    Rationale Argumente scheint es wenige zu geben. Aber die Befürworter der offenen OP argumentieren stets, dass diese OP besser geeignet sei, wenn - wie bei meiner Ausgangslage denkbar - die Ergebnisse der Untersuchungen während der OP möglicherweise "nach oben" korrigiert werden müssen. (doch Kapseldurchbruch; doch Lymphknotenbefall)

    Seitens des Uniklinikums Aachen wurde mir bisher die DaVinci-OP empfohlen. Auf meine Nachfrage aber auch eine offene OP als möglich genannt.
    Über Vor- und Nachteile wurde bisher nicht informiert. Vielleicht war ich mit meinen Fragen aber zu zurückhaltend.

    Zum "Wo?" neige ich nach wie vor zum Uniklinikum Aachen. Wer also hier Erfahrungen gesammelt hat, soll sich bitte melden.

    Zum "Wann?" ist "Mitte Oktober" ziemlich fest. Bisher hat mich niemand zu noch größerer Eile gedrängt.

    Wahrscheinlich werde ich auch "aus dem Bauch raus" entscheiden müssen. Nur wechselt der Bauch bisher täglich seine Meinung.

  3. #13
    tomblr Gast
    Aber die Befürworter der offenen OP argumentieren stets, dass diese OP besser geeignet sei, wenn - wie bei meiner Ausgangslage denkbar - die Ergebnisse der Untersuchungen während der OP möglicherweise "nach oben" korrigiert werden müssen. (doch Kapseldurchbruch; doch Lymphknotenbefall)
    Die Betonung liegt hier bei "möglicherweise". Wie die Klinik z.B. bei befallen Lymphknoten reagiert könnte durchaus noch einmal ein Gespräch wert sein. Ja nach Ausdehung könnte dies sogar ein Abbruchkriterium der OP darstellen, egal ob offen oder DaVinci.

    Wenn die Klinik feststeht würde ich einfach noch einmal die Beratung dort suchen, mit Fragekatalog und einer vertrauten Person (Frau, Freund o.Ä.) dort noch einmal gezielt die Randbedingungen abklären und dann in Ruhe entscheiden. Unterm Strich sollte das Vertrauen in die gewählte Klinik priorität genießen. Aus dem Bauch heraus zu entscheiden ist eine denkbar schlechte Ausgangslage. Die Entscheidung muss sich manifestieren und in deinem Kopf ankommen.

    Tom

  4. #14
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    Eine wichtige Frage scheint Notwendigkeit und Umfang der Lymphadenektomie zu sein.
    Ist aber wohl auch nicht abschließend beantwortet.
    siehe hier: http://www.kup.at/kup/pdf/4217.pdf
    Möglicherweise interessant für mich ist eine Beteiligung an einer Studie genau zu diesem Thema:
    http://www.ukaachen.de/fileadmin/fil...gie/SEAL_2.pdf

    Weiß jemand was zu dieser Studie?
    Und gerne noch weitere Hinweise.

    Danke. Beste Grüße.

    LJM

  5. #15
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    Was aus meiner Sicht besonders bemerkenswert ist:

    Bei PSA 0-4 wurden bei Standardtechnik (wie meist auch bei der daVinci-OP) nie positive Lymphknoten gefunden, sehr wohl aber zu 10% in der extended Technik.
    D.h. 1 von 10 wird bei Standardlymphadenektomie DESWEGEN nicht geheilt; denn bei bis zu 2 pos. Lymphkonten, wenn entfernt,
    unterscheidet sich die postoperative Lebenserwartung nicht von No

    Und allgemein wird bei laparoskopischer Technik in aller Regel nur die Fossa obturatoria lymphadenektomiert und laut der Arbeit
    von Wawroschek werden dabei nur die Hälfte der positiven LK gefunden
    ----------------------------------------------------------
    Meine Kommentare stellen keine verbindliche Auskunft dar,
    sondern spiegeln meine PERSÖNLICHE Meinung und Erfahrung
    wider und können keine direkte Beratung und Behandlung
    vor Ort ersetzen

    Gruss
    fs
    ----------------------------------------------------------

  6. #16
    tomblr Gast
    Entsprechend gibt es ja auch eine Empfehlung im Umgang mit der erweiterten Lymphadenektomie:

    Hochrisiko-Patienten, die mehr als 3 Biopsien mit einem Einzel Gleasonscore von über 3 aufwei-
    sen, sollten aufjeden Fall erweitert Lymphadenektomiert werden,

    bei Intermediärrisiko-Patienten ist die Entscheidung individuell zu handhaben und

    bei Low-Risiko-Patienten, die lediglich in einer Biopsie einen Einzel-Gleasonscore von über 3 aufweisen, und allen übrigen Patienten kann von einer erweiter-
    ten Lymphadenektomie Abstand genommen werden.
    Quelle: http://www.kup.at/kup/pdf/4217.pdf

    Sollte eine solch erweiterte Lyhmpadenektomie favorisiert werden kommt eine OP mittels DaVinci nicht in betracht. Hierzu ist aber auch eine Klinik erforderlich die in der Lage ist einen solchen Eingriff zu beherrschen. Die Risiken wie Thrombosen, Lymphozelen, Elephantiasis der Extremitäten oder Geschlechtsorgane sind nicht von der Hand zu weisen und erfordern können. Dem erweiterte Eingriff sollte vorab eine sehr gründliche OP-Tauglichkeitsprüfung vorangehen.

    Auch muss man sich bewußt sein, dass eine erweiterte Lymphadenektomie nicht zwangsläufig einen Königsweg darstellt.

    Persönlich würde ich eine Nutzen-Risiko Bewertung mehrfach vornehmen und dabei auch spätere Optionen beurteilen.

    Tom

  7. #17
    tomblr Gast
    Ergänzend:

    Die Empfehlungen zur erweiterten Lymphadenektomie beruhen teilweise auf alten Studien. Kritiker sehen generell bei einem radikalen Vorgehen keinerlei Vorteile. Beim Mamakarzinom ist derzeit ein Umdenken zu verzeichnen. Derzeit sieht man hier eine erweiterte (axilliäre) Lymphknotenentfernung eher kritisch.

    Für kontroverse Diskusionen hatte hierzu 2009 Prof. Hölzel (Tumorregister München) mit einer eigenen Hypothese gesorgt http://www.aerzteblatt.de/archiv/651...hr-zeitgemaess.

    Ich denke eine erweiterte Lymphadenektomie sollte immer mit einer eingehenden Nutzen-Risiken Analyse eingehen und eine Einzelfallentscheidung bleiben.

    Tom

  8. #18
    tomblr Gast
    Noch im Nachtrag zur bereits erwähnten SEAL Studie:

    Diese wird derzeit von ingesamt 5 Kliniken betrieben, u.A. auch in Hamburg. http://dgu.clinicalsite.org/de/cat/386/trial/1458

    Tom

  9. #19
    Registriert seit
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    24
    Nach reiflicher Überlegung habe ich mich für die roboter-assistierte DaVinci-OP entschieden.
    Eventuell werde ich mich bei der SEAL-Studie beteiligen.
    Dadurch würde der Zufall entscheiden, in welchem Umfang eine Lymphadenektomie vorgenommen würde.
    Termin ist Mitte Oktober. Ort ist das Uniklinikum in Aachen.
    Bis dahin mache ich mal Pause mit der intensiven Recherche zum Thema.
    Danke für Eure Hinweise.
    Ich melde mich nach der OP wieder.

    Beste Grüße.

    LJM

  10. #20
    tomblr Gast
    Als Studienteilnehmer werden zukünftig auch von dir Generationen profitieren.

    Danke hierfür und viel Erfolg bei der OP und deiner weiteren Genesung!

    Aus der Pfalz grüßt

    Tom

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