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Thema: Bitte um Rat

  1. #1
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    Bitte um Rat

    hallo zusammen,
    nach dem PSMA-PET/CT habe ich nun den Befund.

    Anamnese und bisherige Diagnose:

    Prostatakarzinom pT2c pNO, Z.n. radikaler retropubischer Prostataektomie (nervenerhaltend beidseits) und pelviner Lymphadenektomie Feb. 2009.
    Histologisch Adenokarzinom in beiden Lappen, Gleason 4+3. PSA postoperativ in 03/2009 0,05 tendenziell langsamer Anstieg mit wechselnden Werten,
    aktuell 2,25 (04.2015)

    Befund:
    Eine malignomtypische fokale Aktivitätsanreicherung in der ehemaligen Prostataloge links paramedian dorsolateral am Blasenhals. Durchmesser ca. 10 mm
    SUV 25,1

    Ergebnis:
    Malignomtypischer PSMA-Besatz in einem Lokalrezidiv in der ehemaligen Prostataloge links paraurethal am Blasenhals. Kein Hinweis auf eine hämatogene oder
    lymphogene Metastasierung.

    Nun bitte ich um Rat,
    mein Urologe rät zur Bestrahlung und hat mit der Charite Berlin gleich einen Termin für mich ausgemacht.
    Ich bekomme aber nun große Zweifel ob ich nach einer Bestrahlung noch dicht sein werde.
    Bestrahlen am Blasenhals, kann das gut gehen?

    Viele Grüße von poliol

  2. #2
    Harald_1933 Gast
    Hallo Poliol,

    bitte, lies mal - hier -

    "Hoffnung ist oft ein Jagdhund ohne Spur"
    (William Shakespeare)

    Gruß Harald

  3. #3
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    Danke für die Antwort Harald,
    ich habe nun noch einige Empfehlungen von Urologen. Bestrahlung, Bicalutamid oder abwarten bis Beschwerden kommen. Nun bin ich nur noch am überlegen und merke ich komme nicht weiter. Kannst du mir einen Rat geben?

    Gruß Poliol

  4. #4
    Harald_1933 Gast
    Hallo Poliol,

    es ist durchaus damit zu rechnen, dass sich da ein Rezidiv entwickelt. Abwarten ist bei Gleason 4 + 3 wohl nicht die erste Wahl. Der PSMA-Befund gibt Hinweise, wo was bestrahlt werden könnte. Ich bin kein Arzt, um beurteilen zu können, ob die Bestrahlung des in Rede stehenden Areals mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist.

    Bitte, lies noch mal in den nachfolgenden Links:

    http://www.med.uni-magdeburg.de/unim...d5d24cb954.pdf

    https://www.krebsinformationsdienst....estrahlung.php

    http://www.prostata.de/b_strahlen_komplikation.html

    Es werden sicher noch Meinungsäußerungen von kompetenten Forumsbenutzern kommen.

    "Zu einem wertvollen Leben gehört die Selbsterforschung"
    (Arthur Schopenhauer)

    Gruß Harald

  5. #5
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    Zitat Zitat von poliol Beitrag anzeigen
    hallo zusammen,
    nach dem PSMA-PET/CT habe ich nun den Befund.
    mein Urologe rät zur Bestrahlung und hat mit der Charite Berlin gleich einen Termin für mich ausgemacht.
    Ich bekomme aber nun große Zweifel ob ich nach einer Bestrahlung noch dicht sein werde.
    Bestrahlen am Blasenhals, kann das gut gehen?
    Viele Grüße von poliol
    Im biochemischen Rzidiv ist eine ungezielte Bestrahlung der Loge Standard und leitliniengerecht. Damit verbessert man die Aussichten, dass sich keine weitere Progression einstellt auf 10 Jahre um ca 25-30%. Wahrscheinlich wären diese Ergebnisse wesentlich besser, wenn nur Patienten bestrahlt würden, bei denen man sicher weiss, dass die Region auch tatsächlich allein betroffen ist und nicht zusätzlich oder statt dessen Lymphknoten- oder Fernmetastasen bestehen.
    Das PSMA-PET ist in dieser Situation Gold wert. Ich schätze die Aussichten, dass die angeratene Bestrahlung was hilft, hier auf mindestens ca. 60% (auf 10 Jahre gesehen). Gemeint ist damit v.a. eine Vermeidung einer weiteren biochemische Progression, d.h. eines PSA-Anstiegs.
    PSA spürt man ja nicht. Bezüglich des tatsächlichen Überlebens sind die Aussichten selbstverständlich dramatisch besser (Laut einer großen Publikation 85% auf 10 Jahre(ohne PSMA-Kenntnis, mit wahrscheinlich noch höher)).
    Wenn man bestrahlt, dann jetzt; der ideale PSA-Bereich für einen Beginn liegt zwischen 0,2 und 0,5 ng/ml.
    Der vermeindliche Nutzen muss in der Tat gegen einen möglichen Schaden abgewogen werden.
    im Allgemeinen wird dir Kontinenz zumindest nicht besser und die (wieder erholte?) Potenz auf jeden Fall schlechter, wenn nachbestrahlt wird.
    herzliche Grüße

    M. Schostak

  6. #6
    Harald_1933 Gast
    Lieber Martin,

    vielen Dank, dass Sie meiner Bitte, Poliol einen Rat zu geben, so rasch entsprochen haben. Ihre klaren Worte werden ihn beflügeln, den Bestrahlungstermin unbedingt einzuhalten.

    "Ein Ziel ist eie Energiequelle"
    (Norbert Stoffel)

    Herzliche Grüße

    Harald

  7. #7
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    Zitat Zitat von poliol Beitrag anzeigen

    Befund:
    Eine malignomtypische fokale Aktivitätsanreicherung in der ehemaligen Prostataloge links paramedian dorsolateral am Blasenhals. Durchmesser ca. 10 mm
    SUV 25,1
    Oha, das klingt nicht gut! Ob da eine standard Salvage-RT (SRT) mit etwa 66Gy dauerhafte Kontrolle rein bringt wage ich zu bezweifeln! Stephenson, Kattan, Zelefsky und Kollegen haben das mal untersucht, d.h. wie hoch ist die Progressionsfreiheit in Abhängigkeit des PSA Wertes vor der Salvage-RT.



    Progression-free probability after salvage radiotherapy stratified by preradiotherapy prostate-specific antigen 0.50 or less (blue), 0.51 to 1.00 (yellow), 1.01 to 1.50 (gray), and more than 1.50ng/mL (red).

    Dauerhafte Kontrolle bei dir erscheint demnach fast aussichtslos. Trotzdem könnte es einen lebenszeitverlängernden Effekt haben, das möchte ich nicht abstreiten! Vielleicht könnte man das Ergebnis verbessern, was, siehe oben, schon sinnvoll erscheinen mag. Ein paar Ideen:

    • ADT zu SRT
    • HDR Brachy +/- ADT
    • Dosisaufsättigung >70Gy im Zielvolumen (-> mehr Nebenwirkungen)
    • Vorgeschaltete operative Entfernung der größten Tumormasse


    Egal was man macht, wenn man etwas unternimmt, die Kontinenz wird leiden.
    Dir alles Gute!
    if nothing's fails, it's not real life

  8. #8
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    Hallo,
    Vielen Dank an alle Ratgeber.
    Gruß Poliol

  9. #9
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    Hallo poliol,

    Als Erfahrungsbericht ist für dich meine ähnliche Situation vielleicht nicht uninteressant. Ich habe auch nach einem fortlaufenden PSA Anstieg in 2014 nach zuvor wechselnden Werten seit der OP 2012 im Januar diesen Jahres ein PSMA PET CT machen lassen (siehe mein Profil).

    Befund:

    V.a. Lokalrezidiv auf Hoehe des Blasenbodens wegen deutlicher PSMA Expression links paramedian,
    kein Hinweis auf eine lymphonodale Metastasierung

    Vom 31.3. Bis 21.5. Habe ich die empfohlene Strahlenbehandlung:

    IMRT der Prostataloge mit Blasenboden mit 15 MV-Photonen Fraktionierung 5 x 2,0 Gy je Woche bis 66 Gy ZVD

    Durchfuehren lassen.

    Es traten keinerlei akute Nebenwirkungen auf. Lediglich der Drang bei leidlich gefüllter Blase (was die Mindestanforderung der MTAs war, sonst wurde man zum trinken wieder vom Gerät weggeschickt) war anfangs mühsam auszuhalten.
    Aber nach Verschreibung eines geeigneten Medikaments war das dann auch kein Problem mehr. Das Medikament habe ich nach der letzten Sitzung nicht mehr genommen und habe im Alltag auch keine Probleme.

    Nach jetzt 2 Wochen nach Bestrahlungsende kann ich wie ein humorvoller Mitstreiter in diesem Forum es ausgedrückt hat sagen, dass sich Kontinenz ( war unmittelbar nach OP gegeben) und Erektionsfaehigkeit ( hat etwas unter der OP gelitten lies sich aber medikamentös kompensieren) weder verbessert noch verschlechtert haben.

    Entscheidend wird natürlich sein, was die Zukunft zeigt. Vor allem der PSA, der in 2 bis 3 Monaten eine Aussage über den hoffentlichen Erfolg der Behandlung treffen wird.

    V.G. Frank



  10. #10
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    Hallo Frank,

    danke, für mich sehr interessant. Ich wünsche dir den erhofften Erfolg!

    (Kontinenz war unmittelbar nach OP gegeben) und Erektionsfaehigkeit hat etwas unter der OP gelitten ,)

    Bei mir genau so. Ich hoffe nach der Bestrahlung bleibt es auch so.

    Gruß Poliol

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