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Thema: Mitten in der Therapie und viele Fragen

  1. #21
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    Guten Morgen verehrte Mitstreiter hier,

    Habe gestern meine ersten Blutwerte nach Abschluss der RT erhalten. Aus vielen Werten werde ich selber schlau. So sind z.B. die Lymphozyten als Folge der RT natürlich völlig im Keller und die Neutrophile zu hoch etc. Sowohl mein Hausarzt und auch mein Urologe waren mir den Werten gut zufrieden.

    Vor allem der Wert der alkalischen Phosphatase ist jetzt im Normbereich, was ja darauf hin deutet, dass die Metastase im Beckenknochen wohl „gut verbrannt ist“
    Auch der Testosteron-Wert ist jetzt mit 0,17 ng/ml ausreichend niedrig, meinte mein Urologe. Der Wert am 18.06, der mir noch zu hoch erschien, war 3,62 nmol/l. (weiß jemand wie man den auf ng/ml umrechnet?) Wo liegt eigentlich der Wert für das chemische Kastrationsniveau? Bald im September steht das neue 3-Monatsdepot an…

    Was mich absolut nachdenklich macht ist der jetzt von 29, 5 auf 33,15 gestiegene PSA-Wert! Nach der HT mit Tretanone seit dem 24.03. der RPE am 24.06 und dann der RT hatte ich natürlich auf einen wesentlich niedrigeren Wert gehofft. Okay, die Messung erfolgte in einem anderen Labor, ich bin morgens um 8 Uhr im Stechschritt die 300 Meter zu Praxis gelaufen, was ob meiner durch die RT gestressten Prostataloge bestimmt nicht gut tat, und zudem der eventuelle Flair Up (ist das Wort richtig?) könnten die Erklärungen dafür sein.
    Meinen Vermutung gehr aber trotz aller optimistischen Denkweise dahin, dass die HT nicht sofort so gegriffen hat wie sie sollte und sich in den letzten Monaten weitere, bisher nicht bekannte Aussiedlungen, gebildet haben.

    Die nächst PSA-Messung ist für den 15.09. geplant, und bei dem Termin sollte mir dann auch mein neues HT-Depot verpasst werden. Macht da ein anderes Präparat wie Tretanone und
    Cyproteron 100 mg nicht vielleicht sinn?


    Danke für eure Meinungen und Ratschläge im Voraus!
    Dieter


  2. #22
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    Moin Dieter,

    zur Umrechnung: http://www.labor-leipzig.de/exportba...hnungstabelle/ oder https://www.nebido.com/tools/index.p...onversion-tool (achtung: bei Eingabe Punkt statt Komma setzen...)

    Demnach wäre der Faktor 0,288 und die3,62 nmol/l entsprächen 1,04 ng/ml

    Spricht dafür, dass die HT nicht wie gewünscht greift - das aber bitte mit den Fachleuten diskutieren.

    Gruß

    Uwe

  3. #23
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    Lieber Dieterkarl

    Im Ergebnis dasselbe sagt dieses Merkblatt:

    http://shg-prostatakrebs.de/wp-conte...-Einheiten.pdf

    Der aktuelle Wert von 0.17 ng/ml liegt klar innerhalb des anzustrebenden "Kastrationsniveau" von <0.2 ng/ml. Tiefer geht meist nicht, weil die Nebennieren ebenfalls Testosteron produzieren, das aber weder von einer Orchiektomie, noch von der ADT erfasst wird. (Abiraterone hingegen kann das!)

    Für die Teilnahme an Studien ist das Kastrationsniveau mit 0.5 ng/ml deutlich höher definiert. Dein aktueller Wert ist also in Ordnung, während der Wert vom 18.06. selbst nach dem Studiengrenzwert noch zu hoch war. Das wäre bei beginnender Therapie normal, aber Du bekamst deine erste Trenantone-Spritze bereits im März?

    Wenn die Therapie ausser den üblichen, kastrationsbedingten Hitzewallungen, Libido- und Erektionsproblemen keine weiteren Nebenwirkungen bereitet, kannst Du nun damit fortfahren. Das Einhalten des Kastrationsniveaus solltest Du allerdings zuvor kontrollieren. Es ist daher nicht sinnvoll, die Blutprobe erst beim Arzttermin zu nehmen, sondern sie sollte so terminiert sein, dass die Werte bei der Besprechung sicher vorliegen. In einem gutorganisierten Spital geht das innerhalb zweier Stunden, beim niedergelassenen Arzt mit Fremdlabor braucht es zwei Arbeitstage Vorlauf.

    Cyproteron ist ein an der Zelle wirkendes Antiandrogen und hat somit keinen Einfluss auf den Testosteronspiegel.


    Nun zu deiner Frage nach Alternativen Präparaten:
    Falls sich dein PSA-Wert trotz erreichtem Kastrationsniveau, Radiatio und Zweifach-Hormontherapie weiterhin im Aufwärtstrend befinden sollte, wäre wohl auch an eine Zweitlinien-Hormontherapie zu denken, also Abirateron oder Enzalutamid. Das Trenantone nimmt man dabei ohnehin weiter.

    Carpe diem!
    konrad
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  4. #24
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    Zitat Zitat von uwes2403 Beitrag anzeigen
    Moin Dieter,
    Spricht dafür, dass die HT nicht wie gewünscht greift - das aber bitte mit den Fachleuten diskutieren.
    Gruß
    Uwe
    Ich bitte um Entschuldigung, ich habe überlesen, dass die 0,17 der aktuelle Wert waren und der höhere aus Juni stammte...gut, dass Konrad aufgepasst hat...

  5. #25
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    Liebe Mitstreiter hier,

    Meine Strahlentherapie ist jetzt seit über drei Wochen abgeschlossen und so langsam erhole ich mich von deren Nebenwirkungen. (heute der 1. Tag ohne Ibuphrofen 800)
    Bin aber jetzt nach dem ersten PSA-Wert von 33ng/ml seit einer Woche wieder echt am Schwimmen. Ein Anstieg von ca, 4 ng/ml!!! Versuche mich zu informieren, eine eigene Meinung an Hand meiner Befunde und des PSA-Verlaufes zu machen und merke, dass, je mehr ich weiß, weiß ich, das ich nichts weiß.
    Eigentlich sieht mein pathologischer Befund auf den ersten Blick ja auch viel besser aus, als der von der Biopsie. Allerdings find ich nirgends einen verbindliche Erklärung für den Wert „ Tertiärgrad 5 (10%)“ hinter dem 3(50%) + 4(40%)= 7. Erklärt dieses Vielleicht die Einstufung nach Helpap IIIb, weil eben diese 10% des Tumorvolumens das hohe Gradient von 5 haben?
    Wie kann das sein nach fast 6 Monaten HDT, RPE und der Rosskur unter dem IMRT???
    Ich vermute, dass vielleicht die HDT bei mir nicht gegriffen hat, und mein PC dagegen gleich resistent war!? Das Sinken des Ersten Wertes, 92,6 auf 85,4 ng/ml nach ca. 3 Wochen kann auch daher rühren, dass die erste bei meinem Urologen und die zweite im UKM gemacht wurde. So weit ich weiß, können die Unterschiede von Labor zu Labor ja um ca. 10% schwanken. Die weitere, deutliche Senkung auf 40,51 ist dann der RPE zuzuschreiben, auch die weitere Absenkung auf 29,5 am 13.07. ???
    Mein Urologe meinte, dass dann der Anstieg auf 33ng/ml durchaus eine vorläufige „falsche Reaktion“ die Strahlentherapie als Ursache haben könnte. Vielleicht auch durch das wiederum andere Labor meines Hausarztes? So oder so, dieser Sch… PSA-Wert bereitet mir mehr wie Kopfzerbrechen.

    Werde gleich meinem Urologen ähnliches in einer Mail schreiben und hoffe, er macht gleich zeitnah einen neuen PSA-Test über sein Labor und veranlasst dann bei einer weiter so negativen Entwicklung ein PSMA-PET, um eine umfassend neue Diagnose zu stellen. Hoffe ich sehe dann nicht das, was ich insgeheim befürchte.

    Nichts desto trotz versuche ich natürlich weiterhin alles mir mögliche zu tun, um meinen Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, inkl. positivem Denken! ;-)

    Viele Grüße! Dieter

    Werde den Inhalt ähnlich auch in meinen Thread Thema: Mitten in der Therapie und viele Fragen veröffentlichen!


  6. #26
    Harald_1933 Gast
    Hallo Dieter,

    zu "Tertiärgrad 5" lies bitte - hier -

    "Talent, das ist der Glaube an sich selbst, an die eigene Kraft"

    (Maxim Gorki)

    Gruß Harald

  7. #27
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    Hallo Harald, Konrad und Uwe!

    vielen Dank für die Infos. Die Artikel ist selbst für einen naturwissenschaftlichen Analphabeten wie mich gut verständlich.
    Hatte gestern endlich mal Gelegenheit, mich da konzentriert mit auseinander zu setzen und heb auch mal meine ganzen Unterlagen zu sortieren und mit etwas kundigeren Wissen zu studieren. Da ist mir noch ein weiterer PSA-Wert untergekommen, der kurz vor meiner RPE erhoben wurde. Da lag mein PSA bei 48ng/ml, also hat die HDT, die am 24.03. gestartet wurde, den Wert von 92,65 ng/ml in knapp einem Monat doch um die Hälfte gesenkt. Das lässt nach meinem Dafürhalten doch vermuten, dass die HDT gut angeschlagen hat.
    Werde morgen auf jeden Fall noch einmal mein PSA bestimmen lassen, auch wenn ich die € 24,30 selbst bezahlen muss.

    Beste Grüße und Danke noch einmal!
    Dieter

  8. #28
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    Hallo Dieter,

    den PSA-Test musst Du als an Prostatakrebs Erkrankter auf keinen Fall selbst zahlen!

    Ich wünsche Dir ein gutes Ergebenis.

    Allerdings ist bei einem PSA-Ausgangswert damit zu rechnen, dass der Krebs bereits metastasiert hat und systemich geworden ist, d.h. sich im Körper ausgebreitet hat, zu mindest mit Mikrometastasen.

    Deshalb konnten OP und Bestrahlung nicht mehr kurativ wirken. Allerdings war die OP nicht umsonst, sie hat die Hauptmasse des Krebses aus dem Körper entfernt, so dass sich das Immunsystem nur noch mit den Metastasen herumzuschlagen hat. Außerdem erspart die Enffernung der Prostata spätere Obstruktionen in den Nachbarorganen, die sehr unangenehm werden können.

    Jetzt musst Du auf die Wirkung der medikamentösen Therapien hoffen, der Hormontherapie, der Chemotherapie und den neuen Medikamenten, teilweise vor und nach der Chemotherpaie eingesetzt werden können. Damit kannst Du den Prostatakrebs Jahre in Schach halten, zu mal die Entfernung der Prostata auch die Überlebenszeit mit diesen Therapien begünstigt.

    Alles Gute!

    Hansjörg Burger

  9. #29
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    Hallo Hansjörg,

    vielen Dank für Deine Antwort. Mein Arzt hat mit Murren einem weiteren Test zugestimmt. Werde den gleich machen lassen. Der sieht meinen PK wohl sehr entspannter, aber als Betroffener will man eben möglichst Klarheit wohin die Reise geht.

    Ja richtig, die große Tumormasse ist jetzt erst mal entfernt, ja, auch wohl die Metastase im Beckenknochen, da die alkalische Phosphatase jetzt wieder in den Normbereich zurück ist.
    So muss es bei meinem PSA-Wert wohl noch wesentlich mehr Aussiedlungen geben, die noch nicht erkannt wurden. Ich befürchte, wenn der Wert sich nicht durch die Irritation der Zellen nach der Bestrahlungstortur mit gesamt ca 120 gy erklären lässt, es nicht nur Mikrometastasen sind, die trotz der seit Monaten laufenden HDT einen PSA von 33,5 ng/ml erzeugen.

    ich denke, dann sollte man so schnell wie möglich wissen, was genau los ist und vielleicht ein PSMA PET machen lassen, um Anzahl und Größe der Metastasen in die weiterführende Therapie einzubeziehen. Nur „die frühe Diagnose fängt den Krebs“ – das weiß ich jetzt auch nur zu gut.

    Als intensiver Leser hier im Forum weiß ich, dass es noch viele weitere Therapien gibt, die uns Betroffenen noch viele Jahre schenken können. Deswegen will ich jetzt eben auch nichts anbrennen lassen.

    Dir Hansjörg wünsche ich auch alles Gute!

    Viele Grüße!

    Dieter

  10. #30
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    Hallo liebe Formmitglieder,

    Habe heute meinen neuen PSA-Wert erhalten. 25,21 ng/ml. So wirklich glücklich macht mich dieser nicht, auch wenn er seit der letzten Messung vor 20 Tagen (33,45 ng/ml) deutlich gesunken ist. Wenn ich die Entwicklungen und Verläufe viele Mitstreiter hier so lese überkommt mich mehr und mehr das Gefühl, dass ich wohl einen recht üblen Tumor unerkannt wahrscheinlich über Jahre dick gefüttert habe. Nach 6 Monaten HT, RPE und RT mit gesamt über 120 g/y zeigt dieser PSA nach meinem nicht gerade fachmännischem Dafürhalten entweder eine wilde Rebellion meines Immunsystem (das immer mehr wie gut funktioniert hatte) oder eben Metastasen, die bisher noch nicht aufgefunden wurden.

    Harald* hatte ja im obigen Post schon angemerkt, dass es bis zu einem Jahr nach einer RT dauern kann, bis die geschädigten Tumorzellen keine PSA mehr abgeben, aber 25, 21 ng/ml knapp 6 Wochen nach Ende der Strahlentherapie? Auch sein Zitat von Honore Balzac passt wohl sehr gut in meinen aktuelle Situation: „Gewissheit ist die Grundlage, nach der menschliche Gefühle verlangen.“ Doch sind es nicht nur meine Gefühle die nach Gewissheit rufen, sondern viel mehr auch mein Alltag. Neben meiner Krankheit arbeite ich noch viel zu viel. Als Freiberufler habe ich mich zu schlecht versichert, erhalte nur wenig Krankentagegeld und muss bei meinen Kunden am Ball bleiben, um meine wirtschaftliche Zukunft zu sichern. Zukunft???? Ein Jahr Xdandi dann Cemo???

    Habe heute Morgen auch den Thread von „kleiner kolibri“ gelesen, der mich zum einen sehr mitgenommen und natürlich auch sehr nachdenklich gemacht hat. Sicherlich hatte ihr lieber Mann wesentlich schlechtere Werte bei seiner Erstdiagnose, aber so ganz weit davon weg liegen meine auch nicht.

    Das Vertrauen zu meinen Urologen habe ich mittlerweile auch nicht mehr wirklich. Den Wert heute (der test wurde überhaupt nur auf meinen nachdrücklichen Wunsch gemacht) musste ich selbst abfragen und wurde mir dann nur von der MTA übermittelt. Nach dem letzten Test (PSA 33,5 ng/ml) war er zufrieden, da ja abfallend und sonst nix! Für meine jetzt 6 Wochen nach der RT wieder beginnende Inkontinenz und den Harnverhalt empfahl er mir Krankengymnastik!? Leider gibt esse hier in unserem beschaulichen Städtchen nur diesen einen Urologen und meine Versuche zu meiner behandelnden Ärztin im Uniklinikum via Mail in Kontakt zu kommen sind auch drei Mal erfolglos geblieben. Werde aber Morgen versuchen, mich dort zu einer ausserordentlichen Sprechstunde anzumelden.Eigentlich war ich da zum 14.10 zur Nachuntersuchung verabredet, das notwendige CT und ein umfangreicher Bluttest wird in der Woche vorher gemacht.

    Nun denn, musste das gerade mal hier los werden. Danke für vielleicht einige Meinungen und Ratschläge für ein weiteres Procedere!

    Liebe Grüße! Dieter

    * Ein herzliches Dankeschön an Harald natürlich!

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