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Thema: Hilfe für einen Mitbetroffenen

  1. #1
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    Hilfe für einen Mitbetroffenen

    Ein Bekannter von mir bat mich, seinen Krankheitsverlauf zur Diskussion zu stellen.Er steht vor der entscheidenden Frage, welcher Behandlungsform er sich in nächster Zeit unterziehen sollte, nachdem er letzte Woche diesen Bericht erhielt.
    Folgende Anamnese: 69 jähriger Patient, guter Gesundheitszustand
    Nach 9 Stanzen folgende Bewertung: Nachweis eines organtypischen azinären Adenokarzinom der Prostata in den rechtsseitigen Biopsiezylinder der Lokalisation Lokalisation III und IV sowie in den linksseitigen Biopsiezylinder der Lokalisation VII und VIII.Histopathologische Graduierung, modigiziert nach Gleason : 3+3= Summen Score 6.
    Tumorlokalisationsschlüssel:ICD-0-C 61.
    Histologischer Tumorklassifikationsschlüssel: ICD-0 M 8140/3
    Quantitative Verteilung der Karzinomstrukturen innerhalb tumotragenden Biopsiezylinder:
    III: 40 % der Biopsiezylinderlänge
    IV: 30 %
    VII: max. 10%
    VIII: ca. 1%
    Das übrige Drüsenparenchym der Prostata zeigt das Muster einer benignen prostatischen Hyperplasie sowie einer geringgradigen,chronisch fortdauernden Prostatitis mit kleinherdiger postentzündlicher Atrophie vorbestehender Drüsendstrukturen.
    Somit kann in beiden Prostataseitenlappen ein organtypisches azinäres Adenokarzinom nachgewiesen werden.(Gemeinschaftspraxis für Pathologie Erfurt)

    Welche nächsten Schritte wären sinnvoll?

    Mfg
    Ottocar
    PK Historie siehe mein Profil "über mich"

  2. #2
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    Hallo Ottocar,

    wäre ich in solcher Situation:
    3+3= Summen Score 6.
    Somit kann in beiden Prostataseitenlappen ein organtypisches azinäres Adenokarzinom nachgewiesen werden.(Gemeinschaftspraxis für Pathologie Erfurt)

    Das übrige Drüsenparenchym der Prostata zeigt das Muster einer benignen prostatischen Hyperplasie sowie einer geringgradigen,chronisch fortdauernden Prostatitis mit kleinherdiger postentzündlicher Atrophie vorbestehender Drüsendstrukturen.

    würde ich AS nicht empfehlen, aber auch keine RPE.
    Jedoch mich langsam darauf einstellen, den Befund im Zeitablauf anzugehen.

    Die Wissenschaft weiß, dass aus BPH und Prostatitis Neoplasien entstehen, das Wasserlassen zur Qual werden lassen können usw.
    Wäre ich 75 hätte keine Beschwerden würde ich das aussitzen wollen und mich mit einer IADT evtl. behelfen.

    Mit 60 Jahren sähe das anders aus.

    Ich würde mich über die Hifu schlau machen aber auch direkt dabei eine TUR-P mit machen lassen, damit BPH und Prostatitis weg sind.
    Ob die TUR-P nach der Hifu oder vorher zur Prostatagrößenverkleinerung dienlich ist, muß eruiert werden.
    Eine nachgelagerte TUR-P hilft die Nekrosenreste besser entfernen.

    In keinem Falle würde ich eine RPE, Bestrahlung oder eine ADT machen, auch nicht mit 60 Jahren. Das wäre eine Übertherapie mit möglichen NW.
    Meine persönliche Meinung soll nur zur Meinungsbildung beitragen, es ersetzt nicht den Arzt.

    Gruss
    Hans-J.

  3. #3
    Harald_1933 Gast
    Hallo Hans-Jürgen,

    wir wähnten Dich schon auf Segeltour, aber Deine ausführlichen Hinweise für Ottocar zeigen, dass Du wohl im Lande weilst.

    Diese Anfrage an Dich: http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...5114#post85114 hast Du wohl übersehen. Dein Rat wäre auch für Helmut wichtig.
    Vielen Dank im voraus.

    "Man findet Vergnügen selten dort, wo man es sucht"
    (David Lloyd George)
    Gruß Harald

  4. #4
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    12.03.2008
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    1.350
    Hallo Harald,

    Diese Anfrage an Dich: http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...5114#post85114 hast Du wohl übersehen. Dein Rat wäre auch für Helmut wichtig.
    Vielen Dank im voraus.
    Diese Nachfrage habe ich wirklich übersehen, geschuldet nur noch meiner seltenen Anwesenheit hier.
    Ich habe deshalb Dronabinol nicht in my prostate eingetragen, weil die Zeitspanne meiner Medikation noch zu gering ist um etwas Auszusagen.
    Auch neige ich nicht mehr dazu, bei Anschlag einer Therapie die Glocken zu läuten, sondern erst einmal abzuwarten und reinzuhorchen, was dem Tumor auf x,y,z Therapie für eine Antwort einfällt.
    Dronabinol ist schon ein natürliches hochwirksames Mittel gegen Schmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit u.a. auch gegen Tumorzellen/Gewebe soll es eine gewisse Wirkung haben. Aber das wird mehr hinter der hohlen Hand ausgetauscht. Auch von Ärzten.

    Zu unserem Segeltörn ist zu sagen, dass wir unser Boot verkauft haben und nur noch chartern, wo und wann wir wollen. Oder mit Segelfreunden zusammen.
    Da meine Frau nach dem Hüftgelenk nie wieder die Beweglichkeit erlangt hat, die eine Co Skipperin aber haben sollte, habe ich den Schritt des Verkaufens nur mit Mühe getan.

    Die derzeitige Situation im griechisch-türkischen Agäisbereich ist derart angespannt, dass es den Bootseigner auf den griechischen Inseln und in den Gewässern keine Freude macht, wegzuschauen wenn die Flüchtenden die Fluchtboote fahruntüchtig machen um abgeschleppt, oder mit PAN oder MAYDAY- Relay Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Diejenigen Privatpersonen welche Hilfe leisten, müssen sich später beim Hafenmeister sehr unbequeme Fragen stellen lassen.
    Harald, der Spaß ist dahin, helfende Hände mit derartigen Restriktionen belegt, dass Sie sich am Besten in ein anderes Land bewegen und sich fern aus diesem Gebiet halten.
    Eigene Boote können an die Kette kommen bis zur Klärung des Sachverhaltes.
    Gechartete Boote in dem jeweiligen Land kommen besser weg.

    Also fahren wir ab 14.09. in die Türkei und halten uns fern der Touristenroute/Städte.

    Nichts für ungut @helmut, wenn Erfahrungen vorhanden, schreibe ich diese auch - realistisch -

    Gruss
    Hans-J.

  5. #5
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    4.401
    Hallo Ottokar,
    lieber Bekannter von O.

    Wir haben keine Mitteilung über den Verlauf der PSA-Werte,
    doch pflegt ein GS-3+3 recht langsam zu wachsen. Deshalb
    wohl wurde der Krebs auch erst in höherem Alter gefunden.

    Nun wurde schon gesagt, dass sich dieser Fall nicht leitlinien-
    gerecht für die Aktive Überwachung eigne, andererseits mag
    Operation (RPE) oder Bestrahlung wie 'mit Kanonen auf
    Spatzen schiessen' wirken.

    Mag sein, dass eine HIFU (Erhitzung nur des Tumors durch
    Hochintensiven fokussierten Ultraschall unter Schonung
    gesunder Teile der Prostata) eine geeignete Therapie sein
    könnte. Das wäre am besten dort abzuklären, wo man nicht
    nur, sondern auch HIFU anbietet neben der gesamten
    Pallette der etablierten Therapien.
    Das gibt es z.B. am USZ, Uni-Spital Zürich, oder sinnigerweise
    nur zwei Autostunden entfernt von Erfurt an der Uniklinik in
    Magdeburg.

    Genügend Zeit zur gründlichen Abklärung sollte bei den
    bekannten Daten gegeben sein.

    Carpe diem!
    Konrad



    PS@Hans-Jürgen
    Das Segeln in Krisengebieten haben wir auch stets vermieden.
    So haben wir 1990 den Plan aufgegeben, die dalmatische Küste
    kennenzulernen (Ein Revier, das ich später lieben lernte) und
    haben das Boot stattdessen in Travemünde gewassert, um die
    uns neu zugänglich gewordenen Küstenstriche bis und mit rund
    Rügen zu entdecken. Auch ein Krisengebiet damals, wie wir
    rasch entdeckten, aber doch gewaltfrei, mit geordneter
    Abwanderung und einem (uns, nicht der Bevölkerung) vertrauten
    Rechtsrahmen (Später dann haben wir unsere Erkundungen
    nach Stettin und weiteren polnischen Häfen an Haff und Küste
    erweitert).
    Und noch was:
    Deinem Bericht zu Dronabinol schaue ich mit Interesse entgegen!
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  6. #6
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    Hallo Hans-J.-
    danke für deine schnelle Antwort.Auch ich bin der Meinung, dass bei den relativ geringen Werten und dem Alter 69 keine radikale RPE diskutabel erscheint.Im Forum las ich den Artikel hinsichtlich Erfolgen von NanOknife bzw. SEEDs habe aber dazu zu wenig weitere Infos.Habe meinem Bekannten geraten. sich im Krebszentrum Heidelberg eine 2. Meinung einzuholen, ich bin damit vor meiner 2. OP ganz gut gefahren.
    Da ja nach der Erstbehandlung in den wenigsten Fällen alles ausgestanden ist, habe ich ihm nahegelegt, sich im Forum einen eigenen Account anzulegen.

    Gruss
    Ottocar
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  7. #7
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    Hallo Hvielemi,
    auch dir herzlichen Dank für deine prompte Reaktion. Ja, von solchen Werten wie vorgegeben, kann man nur träumen.
    Eine PSA Historie scheint es nicht zugeben, die Überwachung bzw. Vorsorge zeigte in den letzten 2 Jahren unbedenkliche Werte an.
    Am 24.08.15 war der PSA-Wert 4,2 ng/ml.
    Der behandelnde Uro riet ihm entweder zur RPE oder zur Bestrahlung.Beides scheint die radikalste und für den Patienten die unangenehmste Variante zu sein.
    Aus meiner Sicht sollte er sich, wie schon gegenüber Hans-J. erwähnt, in Heidelberg vorstellen.

    Gruss
    Ottocar
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  8. #8
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    Zitat Zitat von Harald_1933 Beitrag anzeigen
    Dein Rat wäre auch für Helmut wichtig
    Hallo Harald,

    Hans Jürgen hat mit bereits kürzlich in einem anderen Thread schon geantwortet. In welchem ist mir entfallen.

    Gruß Helmut
    An alle PCa-Erstdiagnostizierten und deren Angehörige, sowie andere Interessenten.
    Bitte die 3 unten angeführen Links zur Kenntnis zu nehmen. Basisinfo zum PCa (Prostatakarzinom) OBERWICHICHTIG !


    http://www.prostatakrebs-bps.de/imag...erdam_2014.pdf
    http://www.prostatakrebs-bps.de/medi...frueherkennung
    http://www.prostatakrebse.de/informa...ster%20Rat.pdf

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