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Thema: Christian Ligensa ist tot

  1. #1
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    Christian Ligensa ist tot

    Wie ich gestern abend erfahren habe, ist Christian Ligensa tot, Donnerstag aufder Palliativstation des Krankenhauses Fürstenfeldbruck verstorben.
    Christians Tod ist ein Einschnitt - mit ihm ist ein weiterer wichtiger Mit-Gründer der organisierten Selbsthilfe-Szene in Deutschland von uns
    gegangen. Ich erinnere noch die Berichte, wie sie damals (wohl im Jahr 2000) Christian, Wolfang Petter und andere an Prof. Weißbach gewandt
    hatten zwecks Unterstüzung einer Gründung. Aus all dem ist der BPS entstanden, deren zweiter Vorsitzender Christian lange war.
    Viele von uns haben diverse Erfahrungen mit Christian selbst machen können, die meisten kannten ihn wohl nur hier aus seinen Forums-Beiträgen.
    Ich selbst habe mich im Herbst 2002 telefonisch an Christian gewandt, er hat mir die berühmte gelbe Mappe (Übersetzungen von Leibowitz usw.) geschickt, damit bin ich zum Onkologen gegangen und war überrascht, dass der diese gelbe Mappe schon kannte!
    Wir werden Christian ein ehrendes Gedenken zu bewahren!
    Traurig,
    Rudolf

  2. #2
    Harald_1933 Gast
    Traurig

    Christian hat mir mehr als einmal wieder auf die Sprünge geholfen, wenn ich ob vermeintlicher nicht erwartungsgemäß verlaufender Therapien in der Anfangsphase meiner PKH verunsichert war. Auch ich werde ihn dankbar in Erinnerung behalten.

    "Das Leben ist ein Geschenk, das wir verdienen, indem wir es hingeben"
    (Rabindranath Tagore)

    Ein letzter Gruß von Harald (Hutschi)

  3. #3
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    Liebe Mitbetroffene,
    den ersten Kontakt mit Christian Ligensa hatte ich telefonisch im November 2000. Bis dahin war


    ich vollkommen orientierungslos und hatte von meinem behandelnden Urologieprofessor das Urteilzu tragen, daß ich in spätestens zwei Jahren eine umfangreiche Metastasierung zu erwarten hätte, würde ich mich nicht wenigsten bestrahlen lassen.

    Christian nahm mir in diesem besagten Telefonat die große Angst vor einem schnellen Ableben und schickte mir die berühmte gelbe Mappe zu. Es ist Christians und Leibowitz's Verdienst, daß es mir immer noch gut geht.

    Die letzten Jahre hat Christian in Fürstenfeldbruck bei München verbracht. Hier lernten wir uns
    auch persönlich besser kennen. Ich wußte schon vorher, wie hilfsbereit Christian die Leibowitz-
    Mappe an Hunderte, wahrscheinlich an Tausende von Mitbetroffene versandt hatte und wie er jeden Mitbetroffenen auch telefonisch und mündlich alle Informationen aus der Praxis Leibowitz

    weitergab. Aus dem intensiveren Kontakt der letzten Jahre weiß ich, daß sich Christians
    außerordentliche Hilfsbereitschaft nicht nur auf die gelbe Mappe bezog. Ich konnte mit allem zu
    ihm gehen und wußte mich aufgehoben in seiner warmen Mitmenschlichkeit.
    Er wird mir sehr fehlen.
    Sepp

  4. #4
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    Danke, Christian!

    Christian Ligensa hat uns in seinem Profil neben vielem dies hinterlassen:

    ... bietet mir drei Optionen an, von denen ich eine aussuchen soll:
    1. ...
    2. ...
    3. ...
    Diese Aufforderung, über eine Auswahl „wie bei einer Speisekarte im Restaurant“ (so der Urologe) entscheiden zu müssen, hat mich als unbedarften und verunsicherten Patienten aufgeschreckt. Ich entschließe mich, ein gut informierter, kompetenter Patient zu werden.
    Mit dieser Vision hat Christian ein neues Patienten-Selbstverständnis
    begründet, das uns und auch unseren Ärzten heute als selbstverständlich
    erscheint. Ohne ihn und andere Pioniere, die die damals neuen
    Möglichkeiten eines Internet-Forums zur Selbsthilfe erschlossen,
    würden wohl heute noch viel mehr Patienten in der oben zitierten
    Situation stecken.
    Danke, Christian!, ohne Dich wäre wohl auch ich so ein "unbedarfter
    und verunsicherter Patient" geblieben (Dies unabhängig von den jeweils
    gewählten Wegen).

    Für Alle (noch) hiergebliebenen:
    Carpe diem!
    Konrad

  5. #5
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    Oh je…

    Auf einem der von Dr. Eichhorn damals organisierten Patiententreffen lernte ich Christian und Maria persönlich kennen. Das war zwar deutlich später als in den Jahren wo das Leibowitz Protokoll seinen Höhepunkt hatte, aber Christian war absolut überzeugt davon. Er war eine Kämpfernatur. So fragte er auf dem Düsseldorfer Symposium in die Runde der internationalen Urologen, was denn mit einer Hochdosis Testosterontherapie wäre? Auf Nachfrage, ob es sich dabei um so eine 'Leibowitz' Idee handelte, wurde ihm etwas hochnäsig beschieden, dass man sowas in Deutschland nicht machen würde. Mario Eisenberger sprang ihm dann etwas zur Seite, indem er erklärte, dass man damit eigentümliche Heilerfolge am Johns Hopkins erreicht hätte, aber weitere Forschung erforderlich sei. Welch ein Unterschied!

    Die Patiententreffen bei Dr. Eichhorn gibt es nicht mehr, er selbst hat sich gen Süden verabschiedet, aber auch die anderen Protagonisten haben sich größtenteils zurückgezogen. Haben wir alle Probleme gelöst? Wohl eher nicht! Der BPS, dessen 2. Vorsitzender Christian einmal war, feiert aktuell sein 15 jähriges Bestehen. Wie es sich für einen Teenager gehört, fühlt man sich schon sehr erwachsen und übt den Konsens in gemütlicher Runde. Ja, die organisierte Selbsthilfe definiert sich heute anders als zu Christians Zeiten – schade eigentlich!

    Christian, mach's gut!
    if nothing's fails, it's not real life

  6. #6
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    Auch ich möchte mich einreihen in der Kreis der Betroffenen, die einen Dank aussprechen möchten für die wertvolle Hilfe durch Christian Ligensa.

    Ich hatte kurz nach meiner Diagnose (Mai 2000) Uwe Peters bei einer Veranstaltung in Heidelberg kennengelernt. Er wies mich auf Ligensa und die DHB hin und so kam der erste Kontakt zustande. Ich hatte damals noch keinen PC, deshalb erfolgte seine hilfreiche Betrauung per Telefon und Briefpost! Christian zeigte mir mit der DHB einen Weg, die wie immer empfohlene OP zu vermeiden, mit der Option, jede konventionelle Therapie später im Bedarfsfall nachzuholen und er verschaffte mir die nötigen Impulse. um mich im Lauf der Zeit zu einem selbstbestimmten Patienten zu entwickeln.

    Persönlich durfte ich ihn bei einer Veranstaltung im München mit Leibowitz kennenlernen, die er organisiert hatte.

    Für sein Engagement und seine selbstlose Hilfe werde ich ihm immer dankbar sein.
    Helmut

  7. #7
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    Der Tod von Christian hat mich doch ziemlich bedrückt, obwohl sein Zustand vor einigen Monaten schon erahnen ließ, dass er eine schwere Zeit vor sich haben würde. Ich schätze Menschen, die auch seitab von Standardlehren und Leitlinien sich therapeutische Wege suchen und auf mögliche alternative Optionen hinweisen. Das muß nicht immer das Gelbe vom Ei sein und man darf sich darüber streiten. Christian war als Mann der ersten Stunde im Aufbau einer Organisation der Selbsthilfearbeit stets einer, der diese Arbeit mit dem Postulat verband, sich nicht nur auf die gängigen Standardtherapien zu stützen. Das tat er kämpferisch und das machte ihn streitbar. Er selbst hat als Hochrisikopatient beachtliche 17 Jahre seinem Krebs getrotzt und war von seinen durchweg nonkonformen therapeutischen Maßnahmen unter der Obhut von Dr. Leibowitz überzeugt - und wie mir scheint, vor allem im Nachhinein, durchaus ein Stück weit gar nicht so zu Unrecht.
    Ja, die kämpferische Arbeit im Verband. Man würde sich wünschen, mehr davon zu sehen. Im BPS waren es damals tatsächlich andere Zeiten und Andi hat es weiter oben sehr schön formuliert:
    Der BPS, dessen 2. Vorsitzender Christian einmal war, feiert aktuell sein 15 jähriges Bestehen. Wie es sich für einen Teenager gehört, fühlt man sich schon sehr erwachsen und übt den Konsens in gemütlicher Runde. Ja, die organisierte Selbsthilfe definiert sich heute anders als zu Christians Zeiten – schade eigentlich!
    Es ist wieder einer von uns gegangen. Mein Mitgefühl gilt vor allem seiner liebenswerten Lebensgefährtin Maria.

    Nach langer Zeit mal wieder
    Grüße
    Hartmut

    Meine PK-Geschichte im Überblick: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=74

  8. #8
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    Seine gelbe Mappe habe ich vor wenigen Tagen erst - nach 15 Jahren - ausgesondert.

    Ohne ihn hätte ich heute vielleicht einen PSA von 0,01 ng/ml, aber ohne Prostata.

    Durch ihn habe ich heute nach 15 Jahren einen PSA von 0,01 ng/ml, jedoch mit Prostata und - was auch einen Wert hat - beide Schließmuskel.

    Danke Christian
    Wer nichts weiß ist gezwungen zu glauben.

    PSA-Verlauf (grafisch)

  9. #9
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    Habe Christian nie kennengelernt, war alles vor meiner Zeit. Euren Worten nach scheint sein Beitrag für das Forum aber mehr als aller Ehren wert. Davor ziehe ich ebenfalls meinen Hut. Im Zusammenhang mit der traurigen Nachricht würde mich allerdings schon interessieren, ist er mit oder an seinem PCA gestorben?

    Gruß
    Thomas

  10. #10
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    Erinnerungen:

    2009 als ich die Thalidomid Therapie begann, mein behandelnder Prof. Urologe gleich in Panik verfiel: " Das kann ich nicht verantworten.. hier trennen sich unsere Wege !"""""

    :::!!!! Du mir soviel Infos zur Therapie mit Thali und vorallem das tolle Gefühl gabst..... Hey Du bist nicht Allein, Wir fangen Dich auf.

    Sätze von Dir die meinen Weg beeinflußten:

    Klausi:
    Manchmal hab ich auch richtig Angst auf den "Neuen Wegen" als Hochrisikopatient mit nur einem kleinen Netz aber das hält.
    Um so mehr freuts mich wenn mir jemand die Daumen drückt, wie Du.

    Christian:
    Lieber KLausi,
    Das ist kein schwaches Netz, eher ein starkes, das sich schon vielfältig bewährt hat. .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. ............
    Die Gruppenarbeit im Arbeitskreis der Fortgeschrittenen Treffen. Ich Dich immer für Deine Beständigkeit und Gelassenheit mit einem Schuß Kampfgeist bewundert habe. Ich hatte mich da nie im Griff........
    .................................................. .................................................. .................................................. .................................In Kempten auf der Almhütte. Da komm ich zu spät und Alle freun sich daß man einfach da ist. Die lockeren Gespräche in der tollen Runde. Die Sonne scheint und es hat schon etwas Familläres. Ich lernte Deine Lebensgefährtin kennen und dachte mir leise :"Die Beiden passen Toll zusammen"! ...............Ein glücklicher Mann...................

    In letzter Zeit gab es leider keine Treffen mehr und von andern hörte ich schon daß es Dir nicht mehr so gut ging. Jetzt wird s nichts mehr mit einem Treffen in dem kleinen Cafe am Marienplatz wo ich mal dabei sein wollte.

    Aber denken werd ich an Dich....................





    klausi



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