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Thema: Oligometastasierung beim Prostatakrebs – Diagnostik und Therapiemöglichkeiten

  1. #11
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    Hallo Werner,

    ja, das Schicksal meint es oft nicht gut mit uns, was aber nicht heißt, dass wir uns de nicht entgegen stellen können. In deinem anderen Post hier habe ich gerade von deinem erneuten PSA-anstieg gelesen. Nicht wirklich schön, aber doch noch lange kein Grund, die Finte in Korn zu werfen. Der „Urologe“ hatte doch einen, so wie ich finde, prima Tipp für dich. Wenn man hier liest, wie erfolgreich ein Kampf gegen unser aller Schicksal hier verlaufen kann, wenn man alle zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten intelligent verknüpft, sollte dich doch motivieren weitere Schritte zu tun – auch, wenn es nur darum geht, die Tumorlast mit lokalen Therapien so weit wie möglich zu senken.

    Ich selber bin froh, losgelöst von den S3-Richtlinien in diesem Jahr neben der HT (die leider erst ziemlich versätet wirklich gegriffen hat) eine RPE und dann im zeitnahen Anschluss gleich eine RT meiner Metatstase im Beckenknochen sowie der Prostataloge gemacht zu haben. Zwar ist der in den Raum gestellte kurative Erfolg (bislang) nicht eingetreten, aber jetzt nach 6 Monaten kennt mein PSA-Wert nur eine Richtung: nach unten. Nach einem einmaligen Anstieg im September von 25 auf 27 ng/ml ist er sich in den letzten 2 Monaten auf 7, gesunken! CT vom Beckenraum ohne Befund und das Szinti hat auch keine neuen Aussiedlungen gezeigt. Einziger Wehmutstropfen ist ein Rest meiner Metatstase im Beckenknochen, die wohl für das den noch hohen PSA verantwortlich ist. Aber auch diese werde ich hoffentlich bald so gut wie möglich behandeln lassen können.

    Dir viel Hoffnung, Mut und alles Gute aus der „Nachbarschaft“

    Dieter

  2. #12
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    Moin Dieter,

    ich bin weit davon entfernt, die Flinte ins Korn zu werfen. Ich habe bislang ohne AHT eine Verdopplungszeit von ca. 1 Jahr. Darüber muss ich im Grunde genommen froh sein. Meine Voraussetzungen waren eher schlecht mit Nadir 0,30 nach RPE. Bevor ich zur AHT greife, werde ich alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen. In Marburg läuft übrigens die "Super-Protonen-Maschine", die ja aus finanziellen Gründen ca. 3 Jahre ihre Arbeit nicht aufnehmen durfte.

    Alles Gute

    WernerE

  3. #13
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    Die Metastasen nicht zu behandeln da man weitere, nicht sichtbare vermutet ist meiner Meinung nach falsch. Die Prostata wurde ja auch entfernt obwohl man zu diesem Zeitpunkt nicht ausschließen konnte, dass nicht sichtbare Metastasen vorhanden sind! Warum dann nicht auch die kleineren Krebsherde beseitigen?

    Vor einigen Jahren konnte man Metastasen nur systemisch behandeln, dies ist aber jetzt durch die fokalen Therapien anders. Herr Dr. Kwon bestrahlt vorhandene Metastasen fokal so lange bis der PSA heruntergegangen ist. Wenn der PSA wieder ansteigt wird erneut intensiv nach neuen Metastasen gesucht und diese wieder entfernt.

    Es ist doch nachvollziehbar, dass es besser ist die Metastasen zu entfernen und den PSA damit herunterzubringen als durch eine Hormontherapie diese resistent werden zu lassen. Ich denke man wird nach der Bestrahlung die Hormontherapie fortsetzen, aber nicht auf Dauer.

    So weit mir bekannt ist die Protonenbestrahlung für Metastasen nicht gut geeignet.

    Georg

  4. #14
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    Lieber Georg, lieber Ralf und andere Interessierte,

    es freut mich, dass einige weiter denkende Betroffene auch erkennen, dass im metastasierten Zustand die Tumorlastsenkung eine ganz wichtige Maßnahme ist, OS zu gewinnen.
    Diese Ansicht vertrete ich als sehr Betroffener seit Jahren.
    Es sind einsame Wege des Betroffenen die wenigen Ärzte auszuloten, welche überhaupt diese überwiegend experimentellen Therapieformen durchführen.

    Dir Ralf ganz großen Dank für die sehr klaren Worte im Eingangsthread, die in dieser Deutlichkeit vielen Betroffenen aus der Seele gesprochen wurden.

    Eingebettet in einem System, wo Leitlinien bei systemisch Erkrankten Tumorlastsenkung verhindern, liegt es am jeweiligen Betroffenen selber sich zu bewegen.
    Das Achselzucken der Ärzte, welcher den Betroffenen über die ADT's in das kastrationsrefraktäre Stadium führen ist dem Umstand geschuldet, kein Plan B zu haben.

    Natürlich liegen die Argumente der Wissenschaft klar auf der Hand, durch Tumorlastsenkung auch Tumorstammzellen auszuschalten, dadurch die Intervalle der IADT's zu verlängern und dem Betroffenen zu helfen OS zu gewinnen.

    Georg Zitat:
    Vor einigen Jahren konnte man Metastasen nur systemisch behandeln, dies ist aber jetzt durch die fokalen Therapien anders. Herr Dr. Kwon bestrahlt vorhandene Metastasen fokal so lange bis der PSA heruntergegangen ist. Wenn der PSA wieder ansteigt wird erneut intensiv nach neuen Metastasen gesucht und diese wieder entfernt.

    Es ist doch nachvollziehbar, dass es besser ist die Metastasen zu entfernen und den PSA damit herunterzubringen als durch eine Hormontherapie diese resistent werden zu lassen. Ich denke man wird nach der Bestrahlung die Hormontherapie fortsetzen, aber nicht auf Dauer.
    Und es ist Zeit, sich auch langsam mit den Metastasenspezies etwas eingehender zu beschäftigen, die Ionisierende Strahlen überleben und sich wieder reparieren.
    Die Hardliner der Schulmedizin werden die Entwicklung der fokalen Metastasentherapien nicht mehr aufhalten können. Auch durch die stringente Verpackung in Leitlinien nicht.

    Sonst laufen Sie Gefahr, dass sich Betroffene außerhalb der Leitlinien besser und länger am Leben erhalten und Therapieformen nachfragen, welche bewusst oder unbewusst nicht die Wichtung und Anerkennung haben, die ihnen gebührt.

    Gruss
    Hans-J.

  5. #15
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    Hallo LowRoad,

    ich bin der Meinung, dass der Fortschritt im Bereich Bestrahlungsgeräte u.a. so schnell vorangeht, dass man mit Statistiken nicht mehr hinterherkommt. Die darin bewerteten Geräte werden z.T. nicht mehr eingesetzt, des gibt inzwischen bessere. Dadurch sind der Ergebnisse dieser Statistiken nicht mehr zugrundezulegen.

    Bei Lymphknotenmetastasen sind die Ergebnisse nicht so eindrucksvoll
    Dies bezieht sich wohl auf Lymphadenektomie bei RPE aber nicht auf fokale Bestrahlung mit Cyberknife. Dass bei einer Operation nicht alle befallenen Lymphknoten "gefunden" werden haben wir ja aus diesem Thread gelernt:

    http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...nden#post85105

    Es verbleiben also noch befallene Lymphknoten im Körper die dann nur systemisch behandelt werden, da man nur den PSA beobachtet aber nicht mit PSMA PET-CT gezielt nach ihnen sucht um sie zu beseitigen. Die Statistik fusst dann auf den nicht behandelten Lymphknoten.

    Georg

  6. #16
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    Neue urologische Ansätze bei Oligometastasierung.

    Die Frage stellt sich natürlich, ob nachfolgende Ansätze mehr Benefit oder dem Betroffenen mehr NW beschweren.
    Das muß dann wohl abgewartet werden.


    Studie kombiniert Bestrahlung und Radionuklidtherapie

    26.11.2015


    In der klinischen Studie "α-RT" werden die Patienten von innen und außen bestrahlt. Grafik: oraziopuccio - Fotolia.com


    Eine neue klinische Studie soll die frühzeitige Kombination aus Bestrahlung und Radionuklidbehandlung mit Radium-223-dichlorid bei fortgeschrittenem Prostatakrebs untersuchen. Es wird ein verstärkender Effekt erwartet.


    Eine Radionuklidbehandlung mit Radium-223-dichlorid ist erst seit gut zwei Jahren für Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs zugelassen, bei denen eine übliche Hormonblockade nicht mehr wirkt. Sie soll ein weiteres Voranschreiten der Metastasierung unterbinden. Die „α-RT“-Studie soll nun die lokale perkutane Strahlentherapie in Kombination der Radionuklidtherapie untersuchen. Hierzu arbeiten Strahlenheilkunde, Nuklearmedizin und Urologie des Universitätsklinikums Freiburg eng zusammen. Nach Einschluss weiterer Universitätskliniken in Deutschland erhält die von Freiburg gestartete Studie nun einen multizentrischen Umfang, weitere Zentren in Europa sollen folgen.

    Strahlentherapie

    Bei Knochenmetastasen ist die perkutane Strahlentherapie seit Jahrzehnten als Behandlungs-Standard etabliert. Sie wirkt durch die Linderung von Schmerzen und die Wiederherstellung der Knochenstabilität. Die aktuelle Entwicklung neuer Präzisions-Technologien in der Strahlenheilkunde, welche bereits in anderen Einsatzbereichen Anwendung finden, ermöglicht heute eine zunehmend präzise und dadurch effektive und schonende Behandlung. Durch die neuen Verfahren kann der lokale Effekt der Strahlentherapie, also die Wirkung am Sitz der Knochenmetastase, verstärkt und möglicherweise ein weiteres Wachstum dauerhaft verhindert werden.

    Radionuklidtherapie

    Radium-223 ist ein effektives Radionuklid und sendet Alphateilchen aus. Diese haben eine kürzere Reichweite als die Strahlung anderer radioaktiver Arzneimittel und sind dadurch für nicht erkranktes Gewebe schonender. Das Radium wird aufgrund seiner zu Kalzium ähnlichen Eigenschaften in die Knochensubstanz eingebaut. Dies erfolgt besonders in Bereichen schnellen Knochenumbaus, wie es bei Knochenmetastasen der Fall ist. Zur Behandlung wird das Medikament in die Vene injiziert, reichert sich dann in den Knochenmetastasen an und führt zu deren Bestrahlung von innen. Es bietet daher eine neue schonende Behandlungsmöglichkeit für den fortgeschrittenen Prostatakrebs.

    Ursprünglich zur palliativen Behandlung entwickelt, hat diese Radionuklidbehandlung in einer großen internationalen Studie überraschenderweise zu einer deutlichen Verlängerung des Überlebens der behandelten Patienten geführt. Aufgrund dessen ist Radium-223-dichlorid seit November 2013 in der EU zur Behandlung von Patienten mit hormonresistentem Prostatakrebs mit Knochenmetastasen zugelassen.

    Kombination wird bei Oligometastasierung getestet

    Sowohl die Bestrahlung der sichtbaren Knochenmetastasen von außen als auch die innerliche Bestrahlung durch das Radium bewirken ein Absterben von Tumorzellen. Durch die Kombination beider Behandlungen könnten also sowohl größere, bildgebend nachweisbare Herde als auch kleine, noch nicht durch Bildgebung sichtbare Metastasen abgetötet werden.

    Durch die zeitnahe Verbindung beider Verfahren erwarten die Freiburger Forscher daher einen sich gegenseitig verstärkenden Effekt auf die Kontrolle des Tumorleidens. Bei Patienten mit sehr wenigen Metastasen (≤5 Herde, Oligometastasierung) erwartet man sogar eine besonders gute Wirkung bis hin zum Stillstand der Erkrankung.

    Bei oligometastatischen Patienten wird im Rahmen der α-RT Studie die reine perkutane Strahlentherapie mit der Kombinationstherapie aus Bestrahlung und Radium-223-dichlorid verglichen. Ziel der Studie ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die zu spürbaren Fortschritten bei der Therapie des Prostatakarzinoms führen und zur besseren individuellen Behandlung beitragen. Durch eine effektive frühe Kontrolle von Knochenmetastasen könnten vielleicht zukünftig weitere Behandlungen wie Chemotherapie, Hormontherapie oder Knochen-Operationen unnötig oder erst später erforderlich werden.

    (Universitätsklinikum Freiburg/ms)

    Weitere Informationen:
    Initiator der Studie: Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Strahlenheilkunde (Ärztliche Direktorin: Prof. Dr. A.-L. Grosu)
    Studienleitung: Prof. Dr. med. U. Nestle
    Kontakt: D. Schnell, U. Wein (Studiensekretariat)
    Tel.: [IMG]resource://skype_ff_extension-at-jetpack/skype_ff_extension/data/call_skype_logo.png[/IMG]0761-270-95370
    Email: alpha-radiotherapy@uniklinik-freiburg.de
    Homepage: www.alpha-radiotherapy.eu

    Klinik für Nuklearmedizin (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Dr. P. Meyer)
    Kontakt: PD Dr. J. Ruf, Dr. C. Stoykow
    Tel.: [IMG]resource://skype_ff_extension-at-jetpack/skype_ff_extension/data/call_skype_logo.png[/IMG]0761-270-39160

    Klinik für Urologie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. U. Wetterauer)
    Kontakt: Prof. Dr. W. Schultze-Seemann, PD Dr. C. Jilg
    Tel.: [IMG]resource://skype_ff_extension-at-jetpack/skype_ff_extension/data/call_skype_logo.png[/IMG]0761-270-28930



    Quellen:

    • Universitätsklinikum Freiburg




    Gruss
    Hans-J.

  7. #17
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    In den 4 Jahren seit dem letzten Beitrag hat sich im Themenbereich „Oligometastasen beim Prostatakrebs“ viel getan. Näheres z. B. in

    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/...002/cncr.31860


    In dieser aktuellen Arbeit von Foster, Weichselbaum und Pitroda wird ein Überblick über den gegenwärtigen Stand der Forschung zum Thema „Oligometastatischer Prostatakrebs“ gegeben. Eine umfangreiche Zusammenstellung in Tabellenform zu den Themen

    - Oligometastatische Prostatakrebs-Ergebnisse
    - Laufende oligometastatische Prostatakrebsstudien

    und ein ausführliches Literaturverzeichnis sind eine Fundgrube für alle die sich mit diesem Thema intensiver beschäftigen !

    Soweit ich bisher sehen konnte Schwerpunkt bei Knochen- und Lymphknotenmetastasen.


    Franz



  8. #18
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    Danke Franz,
    dass Du diesen wichtigen Thread aktualisierst und uns wieder ins Gedächtnis rufst.

    Lothar

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