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Thema: PSA-Anstieg - warten oder Hormontherapie ?

  1. #1
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    PSA-Anstieg - warten oder Hormontherapie ?

    Bei der letzten PSA-Messung am 27.11.1015 ist der PSA innerhalb der letzten 6 Jahren wieder weiter auf 0,42 ng/ml gestiegen. Vor einer Entscheidung zur Hormontherapie überwies mich mein Urologe in das Universitätsklinikum Ulm zur Untersuchung mit PET/CT. Bei dieser
    Untersuchung ergab sich kein eindeutiger Hinweis auf ein Korrelat in der PET und kein Anhalt für ein Lokalrezidiv (siehe 'mein Profil').

    Es wurde der Vorschlag gemacht, abzuwarten und erst bei einem PSA-Wert von ca. 0,8 - 1,0 eine erneute PET/CT zu veranlassen.
    Entsprechend dem Ergebnis wäre dann ev. eine geziehlte Bestrahlung möglich - oder ob dann mit der Hormontherapie begonnen werden muß.

    Gibt es im Forum Erfahrungen/Meinungen hierzu ?

    Herzliche Grüße
    Albert

  2. #2
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    Guten Morgen Albert........

    Du wirst diesen Monat 76 Jahre alt; dies bedeutet aus meiner Sicht, dass Du ganz entspannt Weihnachten feiern kannst.

    Das Vorgehen Deiner behandelnden Ärzte war, nimmt man mal den zu frühen Zeitpunkt des Pet/CT aus, sehr professionell.
    Die Hormontherapie ist recht belastend; unter diesem Aspekt gäbe es zwei Möglichkeiten.

    Entweder gar nichts tun, weiter PSA-Überwachung alle 3-6 Monate, und darauf hoffen, dass ein nächtlicher Herzinfarkt das irdische Dasein beendet, ohne das vorher krebsspezifische Symptome auftauchen. Das kann bei dem bisherigen, sehr moderaten Anstieg noch ein paar Jahre dauern, obwohl dies in dieser Velocity nicht weiter gehen muss oder wird.

    Oder Du startet einen weiteren Versuch, die Ursache zu finden, um ggf. lokal zu therapieren. Es ist durchaus möglich, dass es sich nur um eine singuläre (Lk)- Metastase handelt, der sehr langsame Anstieg lässt dies vermuten, der je nach Lage evtl. lapraskopisch entfernt werden könnte. Alternativ wäre auch Cyberknife eine Option, um die Tumorlast zu reduzieren.

    Dann wäre sicherlich Ruhe und die Sache könnte endgültig erledigt sein, selbst wenn ein erneuter Anstieg erfolgen würde.
    Ich würde allerdings warten, bis der PSA-Wert ca. 1,5 ng/ml erreicht hat, um das Risiko zu minimieren, wieder nichts zu sehen.

    Vieles hängt allerdings von Deinem Allgemeinzustand ab, den ich nicht beurteilen kann.

    Ein entspanntes Weihnachtsfest........

  3. #3
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    hallo spertel,

    vielen Dank für Deine positiven Ausführungen und Ratschläge. Ich werde auf jeden Fall abwarten, bis der PSA im Bereich 1,0 - 1,5 liegt.

    Mein Urologe meint , daß ich die Hormontherapie beim PSA 1,0 beginnen soll. Eine ev. Bestrahlung nach einer erneuten PET/CT würde
    eben dann nicht ausreichen, da immer noch weitere Tumorzellen irgendwo im Körper vorhanden sein können und deshalb nur durch die
    'systemische' Hormontherapie behandelt werden können.

    Jedenfalls kann ich ganz entspannt die nächsten Monate geniesen und ich wünsche Dir ebenfalls ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes
    neues Jahr.

  4. #4
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    Hallo Albert,

    lies Dir noch einmal den Rat von Reinhart Spertel durch: Mit 76 Jahren würde ich mir so ohne Weiteres die Hormontherapie nicht antun. Warte doch erst einmal ab. Anhand der Verdoppelungszeiten wirst Du abschätzen können, wohin die Reise geht. Ohne Dir zu nahe treten zu wollen. Wenn die PSA-Werte nicht verrückt spielen, könntest Du mit mit 76 so ein Problem aussitzen.

    Viele Grüße

    WernerE

  5. #5
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    Hallo Albert,

    mit 76 würde ich schon in Richtung "Watchfull 'Waiting" ("Langfristiges Beobachten") denken, bei dieser Strategie behandelt man nicht mehr den Krebs, sondern nur, wenn er Beschwerden macht, wird die Ursache der Beschwerden gesucht und nach Möglickeit beseitigt.

    Eine Therapie kann unter Umständen mehr Beschwerden verursachen als der Krebs selbst. Sie die Hormontherapie, die die Gefahr von Auswirkungen auf das Herz-Kreis-Laufsystem hat.

    Übrigens gibt es noch keine Gewissheit darüber, ob die HT das Überleben des Patienten verlängert. Sie reduziert den PSA-Anstieg, aber ob damit eine Überlebenszeitverlängerun einhergeht, ist ungewiss.

    Auch wen Du nicht "radikal" auf "WW" umschwenken willst, dann würde ich an Deiner Stelle den PSA-Wert ruhig bis 20 ansteigen lassen.

    Die entscheidende Frage ist, "Hast Du Metastasen mit Symptomen?" Nur in diesem Fall empfiehlt die Leitlinie eine HT. Sie kann gemacht werden bei Metastasen ohne Beschwerden.

    Du siehst ein reiner PSA-Anstieg führt nach Leitlinie nicht automatsich zur Hormontherapie.

    Am Besten Du gehst zu einem Prostata-Karzinomzentrum und läßt Dich beraten. Hier gibt es ein Portal, in dem Du ein Zentrum in Deiner Nähe finden kannst: http://www.oncomap.de/.

    Alles Gute und einen guten therapeutischen Schritt ins neue Jahr!

    Hansjörg Burger

  6. #6
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    Hallo,

    Nach fast 3 Jahren hat sich doch einiges geändert. Nachdem der PSA-Wert im Juli letzten Jahres auf 1.06 gestiegen ist, hat mein
    Urologe mir nahegelegt, daß ich unbedingt mit der Hormontherapie mit der 3-Monatsspritze (Pamorelin) beginnen muß. Im Mai
    dieses Jahres nach der letzten Spritze war der PSA-Wert bei 0,003.

    Bis jetzt habe ich bis auf die sich oft wiederholenden Hitzewallungen keine besonderen Beschwerden.

    Nachdem der PSA-Wert doch weit heruntergegangen ist, wäre es ev. zu überlegen, ob die 3-Monats-S. in einem längeren
    Intervall erfolgen kann?

    Für Eure Infos freue ich mich.

    Grüße
    Albert

  7. #7
    SeppS58 Gast
    Hallo Albert,

    eigentlich bist Du zu beneiden.

    Da hast Du keinen "high risk" Befund, den PSA weit im unteren Bereich und wahrscheinlich wirst Du, ohne was zu tun, bei der langsamen PSA Verdopplungszeit über 100 sein, bis Du davon war merkst.

    Aber Du machst Dir einen Kopf und Dein Urologe macht mit. Jetzt hast Du Angst und die schadet Dir sicher mehr als Dein Prostatakrebs!

    Alle Behandlungen haben Nebenwirkungen, auch wenn Du Medikamente/Spritzen gut verträgst. Die "Hormontherapie" ist in Wahrheit eine chemische Kastration, die tief in den Hormonhaushalt eingreift. Du hast es ja auch schon auspobiert mit der 1. Monatsspritze.

    Mein Rat (als wirklich Betroffener) ist der: mach nichts!! - Vielleicht mal den PSA in einem halben Jahr wieder messen und wenn der dann immer noch unter 1 ist, dann mach gar nichts mehr!

    Angst und Überbehandlung schädigen oft die Lebensqualität mehr, als ein bewußtes Leben mit dem Prostatakrebs - Du Dich sicher nicht töten wird.

  8. #8
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    Hallo Albert,

    Da kann ich Sepp nur beipflichten. Lass die Spritze mal weg, geniesse das Leben und lasse PSA alle 6 Monate messen und denke nicht allzuviel an den Krebs.
    Als Neubetroffener habe ich mich auch intensiv mit unserer Krankheit auseinandergesetzt und nächtelang dieses Forum und das Internet durchstöbert.
    Was Du gedenkst zu machen, ist die sog. intermittierende Hormontherpie. Also auch mal aussetzen und warten bis der PSA Wert wieder ansteigt. Es wird sogar empfohlen zu warten bis 10 ng/mL PSA zu warten bis sie wieder einsteigen mit der Therapie.

    Auch grosse Studien haben bei nicht metastasiertem Krebs keinen Nachteil dieser intermittierende Hormontherpie im Vergleich zur Dauerbehandlung gefunden, aber bei vielen eine bessere Lebensqualität.
    Selbst bei (Fern)-Metastasen ist das Ergebnis nicht viel schlechter, aber der mögliche Unterschied würde sich auch kaum innerhalb der nächsten 10 Jahre bei dir auswirken.

    Deine Geschichte hat auch bei mir Mut gemacht, dass ich mit betroffenen Lymphknoten auch noch eine lange gute Zeit vor mir haben kann.

    Tritus



  9. #9
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    Hallo,

    vielen Dank für Eure positiven Ausführungen. Sie haben mir wieder viel Mut und Zuversicht gegeben.

    Ich werde jetzt auf jeden Fall nur alle 6 Monate den PSA-Wert messen lassen. Vielleicht dann auch
    abwarten, wie der Wert wieder ansteigt.

    Viele Grüße
    Albert

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