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Thema: Mut und Hoffnung

  1. #1
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    Mut und Hoffnung

    Konrad schrieb im Angehörigenforum als Erwiderung an Heribert:

    Ich betrachte es nicht als meine Aufgabe, 'Mut' und 'Hoffnung' zu machen.
    Das ist was für Pfaffen, Demagogen, Fussballtrainer und Lügner.
    Eine steile These, über die ich nachgedacht habe.
    In den 3,5 Jahren seit meiner Krebsdiagnose gab es Zeiten des Mutes wie der Mutlosigkeit, der Hoffnung wie der Verzweiflung.
    Und es gab Menschen, die versuchten, mir Mut und Hoffnung zu machen. Das waren weder Pfaffen noch Fussballtrainer oder gar Lügner.
    Konnten sie mir helfen?
    Im allgemeinen wenig. Der Grund ist, dass sie von der Krankheit meist keine Ahnung hatten, und sich das Mutmachen auf leere Floskeln wie „Du schaffst das schon“, „Du wirst bestimmt 90 Jahre alt, da bin ich sicher“ beschränkte. Ich wusste, sie meinen es gut, aber gleichzeitig fühlte ich mich in meiner Sorge und Angst nicht ernst genommen. Teilweise reagierte ich allergisch auf solche Sprüche und dachte „Muss ich erst dran sterben, damit ihr die Gefahren dieser Krankheit anerkennt?“
    Meine Mutlosigkeit hingegen beruhte auf Fakten oder das, was ich dafür hielt: Statistiken, Erfahrungen anderer, Beipackzettel, Prognosen. Aus der gleichen Ecke kam aber auch das, was mir wieder Mut machte: nämliche günstige Aussagen, gute PSA-Werte, Beispiele guter Krankheitsverläufe.


    Den von Konrad zitierten Rat des Horaz:
    Frage nicht - denn eine Antwort ist unmöglich -, welches Ende die Götter mir, welches sie dir,
    Leukonoe, zugedacht haben, und versuche dich nicht an babylonischen Berechnungen!
    Wie viel besser ist es doch, was immer kommen wird, zu ertragen!
    Ganz gleich, ob Jupiter dir noch weitere Winter zugeteilt hat oder ob dieser jetzt,
    der gerade das Tyrrhenische Meer an widrige Klippen branden lässt, dein letzter ist,
    sei nicht dumm, kläre den Wein und verzichte auf jede weiter reichende Hoffnung!
    Noch während wir hier reden, ist uns bereits die missgünstige Zeit entflohen:
    Nimm den Tag (Carpe diem) und vertraue möglichst wenig auf den folgenden!


    zu befolgen, dürfte den wenigsten gelingen. Wer eine neue Therapie beginnt, hofft, dass sie anschlägt. Wer verschiedene Optionen vergleicht, schaut auf die „babylonischen Berechnungen“ der Überlebenszeit. Und wer Zahnschmerzen hat, der nimmt nicht nur eine Schmerztablette, um für den heutigen Tag Ruhe zu haben, sondern geht zum Zahnarzt im Wissen darum, dass es ein Morgen gibt.

    Und braucht es nicht Mut, um gesund zu werden? Glaube daran, dass man es schaffen kann? Die Hoffnung, dass man zu denen gehört, den es gelingen könnte?

    Wenn man mit stoischer Gelassenheit sein „Schicksal“ erträgt, tut, was zu tun ist, ohne zu verzweifeln, und das Ergebnis akzeptiert, wie immer es ausfällt, dann mag man darauf verzichten können. Dieser Haltung habe ich mich nach den ersten wilden emotionalen Ausschlägen etwas angenähert.
    Aber es gibt auch einen Lebenswillen in mir, dem nicht egal ist, ob mein Stündlein morgen oder in 20 Jahren schlägt. Es gibt tatsächlich so etwas wie „Kampfgeist“, der den Krebs als Herausforderung sieht, die es zu bewältigen gilt. Wenn sich abzeichnet, dass das nicht gelingt, dann kehre ich zu Horaz zurück. Aber bis dahin brauche ich Mut, diesen Kampf zu führen, und Hoffnung, ihn zu gewinnen.

  2. #2
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    lieber detlef,

    nachdem ich dein posting gelesen habe, habe ich mir dein profil angesehen.
    Beruf: frührentner . . .
    kann es sein, dass du früher einmal als geistlicher, oder dergleichen tätig warst?

    gruss
    hartmut

  3. #3
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    Ich kann Muggelino nur unterstützen.

    Der Mann muss Mut beweisen! Einmal im Leben hatte ich Mut und bin nicht davongelaufen. Für dieses neue Leben brauche ich jetzt neue Aufgaben und Ziele. Ich habe eine Mission und ein Ziel: Aufklären und Leben retten. (Ich weiß, das klingt pathetisch.) Männer, seid nicht feige! Eine frühe Diagnose kann das Leben retten. Ich kenne eure Angst vor der Inkontinenz und Impotenz. Diese taugt inzwischen nur noch für schlechte Witze und Comedy. Wenn der aggressive Krebs erkannt ist, kann mit nervenschonender OP-Technik die Potenz erhalten bleiben. Und selbst ohne Prostata – neue Lebenslust macht sinnlich. Nur wer Lebens-Lust verspürt, der sollte diese Behandlung und den langwierigen Heilungsprozess auf sich nehmen. Mut gehört dazu! Und ich will ermutigen!
    Es gibt keine einfache oder schnelle Lösung. Niemand konnte mir sagen, was mich erwartet. Aber hätte ich es gewusst, ich hätte mich trotzdem so entschieden. Heute in der Rückschau habe ich
    keine Zweifel mehr. Von den versprochenen fünf zusätzlichen Jahren habe ich schon neun genossen. Und ich möchte, dass auch andere erfahren, dass es sich lohnt. Wir werden belohnt. Nach dem Verlust der Prostata gibt es eine neue Lebensqualität. Es ist nicht das Ende, sondern ein Neuanfang für eine magische und wundersame Liebesgeschichte.

    Nachsatz für Hartmut S.
    Schau Dir auch mein Profil an ... vielleicht findest Du etwas, was Dich aufregt.

  4. #4
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    Nachsatz für Hartmut S. Schau Dir auch mein Profil an ... vielleicht findest Du etwas, was Dich aufregt.
    nein, da finde ich nichts.
    du bist seit 2016 mitglied, aber ohne profil.
    sprich: lass es . . . .
    Männer, seid nicht feige! Eine frühe Diagnose kann das Leben retten.
    Dieser Satz ist weiterhin umstritten . . .
    manchmal sehr gut, manchmal auch frustrierend, wenn man danach ( nach einer therapie) probleme hat.

    (- - - - inkontinent ist, oder seine liebste nicht mehr befriedigen kann.)
    ich meinte nun nicht die anderen arten, die es noch gibt.
    nicht jede frau steht auf die 2. klasse.

    Gruss
    hartmut

  5. #5
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    Zitat Zitat von Hartmut S Beitrag anzeigen
    lieber detlef,

    nachdem ich dein posting gelesen habe, habe ich mir dein profil angesehen.
    Beruf: frührentner . . .
    kann es sein, dass du früher einmal als geistlicher, oder dergleichen tätig warst?

    gruss
    hartmut

    Nein Hartmut, weder Geistlicher noch dergleichen.
    Und du? Kann es sein, dass du bei deinen Berufen den Pausenclown vergessen hast?
    Wenn du nichts Substantielles beitragen kannst, warum dann nicht einfach mal... (Dieter Nuhr)
    Danke.

  6. #6
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    Hallo,

    wie ich sehe, sind Gedanken, die auf meinen Beitrag im Angehörigen-Forum gefolgt waren, nun hier angekommen...

    Auch ich habe noch lange darüber nachgedacht, welche Rolle die Psyche bei der Krebsbehandlung spielt. Ob man es nun Mut/ Kampfgeist/ seelische Verfassung oder sonst wie nennt, ich halte diese Komponente für sehr wichtig. Leider wird der seelischen/geistigen Verfassung nur wenig Beachtung geschenkt, das halte ich für grundlegend falsch... Ich hatte es schon beschrieben, dass mein Vater nach seiner Diagnose im August in ein tiefes Loch gefallen ist... Es tut weh, das mit anzusehen... Aber nicht wieder falsch verstehen, ich möchte ihn zu keiner Behandlung überreden, die er nicht haben möchte... Ich wünsche ihm nur die Kraft oder den Mut, um Entscheidungen zu treffen. (Und das wünsche ich Ihnen allen im Übrigen auch!)

    Liebe Grüße
    Marlene

  7. #7
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    Wenn du nichts Substantielles beitragen kannst, warum dann nicht einfach mal... (Dieter Nuhr)
    ach ....
    das musst du gerade sagen.
    sabbelst die leute hier mit deinem psychoquatsch voll.

    schreibe du lieber einmal etwas substantielles!

    gruss
    hartmut

  8. #8
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    Zitat Zitat von Hartmut S Beitrag anzeigen
    sabbelst die leute hier mit deinem psychoquatsch voll.


    gruss
    hartmut
    Hallo Hartmut,

    ich schätze deine häufig humorvollen Beiträge,
    hier hast du dich aber etwas vergriffen. Mit dem
    Vorwurf des "Psychoquatsch" liegt du in einem Unterforum,
    dass den Titel "Prostatakrebs und Psyche" trägt
    wohl etwas daneben.

    Gute Nacht
    Roland
    Meine Werte grafisch bei myprostate: hier

  9. #9
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    Guten Morgen Roland,

    du hast natürlich Recht.
    Das Wort "Pausenclown" passt hier aber auch nicht rein.
    Alles gut!
    Marlene erwartet noch eine Antwort.
    Ich steche gleich in See.

    Gruss
    hartmut

  10. #10
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    Ich bin vielleicht ein wenig naiv aber ich überlasse die Entscheidungen meinen Ärzten. Bin bis jetzt immer gut gefahren. Ein Problem habe ich noch und das ist die Inkontinenz. Ich hoffe das die auch noch behandelt wird. Mir wurde gesagt das es ein halbes Jahr nach der Bestrahlung die Möglichkeit einer OP gibt. Somst lebe ich ganz Normal und die Koffer sind schon gepacht um 7.20 fährt mein Bus zum Bahnhof und ich mache ein paar Tage Urlaub.

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