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Thema: Weiterer PSA-Anstieg nach über 10 Jahren

  1. #1
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    Weiterer PSA-Anstieg nach über 10 Jahren

    Hallo zusammen,


    ich bin 59 Jahre alt und 2006 an Prostatkrebs operiert worden (UKE HH).


    THERAPIE: Ausgedehnte Lymphadenektomie und Radikale retropubische Prostatektomie (nerverhalt. rechts)
    (ICPM 5-604.12 ) am 02.06.2006.


    HISTOLOGIE:
    Prostatakarzinom der Transitionalzone beider Seiten, im Bereich der Basis auf der linken Seite
    pariprostatisches Fettgewebe infiltrierend. Tumorfreie Lymphknoten.
    Keine sichere Gefäßinvasion, pT3a pNO
    (0/16) Gleason 4+3, 75% GI 4/5 Anteil Glll, LO, VO, Tumorfreie Präparateränder.


    PSA-Eingangswert: 61ng/ml.


    Die folgenden Jahre waren dann unauffällig.


    In 2011 gab es dann ein Rezidiv und es erfolgte eine Strahlentherapie ohne
    Hormonbehandlung:


    PSA-Verlauf
    0,06 ng/ml (04/2010)
    0,16 ng/ml (01/2011)
    0,21 ngfml (04/2011)
    0,27 ng/ml (07/2011)




    Strahlentherapie:
    kurative Radiatio der Prostataloge und der ehemaligen Samenblasenregion in einer Mehrfeldertechnik
    mit 12 MV Photonen und einer Fraktionierung von 5 x 1,8 Gy je Wo. bis zu einer Dosis von 66,6 Gy,
    unter Rektumschonung ab 59,4 Gy (in der Zeit vom 04.08. bis 23.09.11 ).
    Anamnese und aktueller Befund bei Erstvorstellung:
    postoperative Anastomosenleckage, keine Harninkontinenz, keine Vorlagen notwendig.


    Die folgenden Jahre waren vom PSA her unauffällig;
    allerdings war er aber nie vollkommen 0,00 sondern eher im Bereich 0,02..0,05.


    November 2015: 0,04


    Es erfolgte dann eine längere "Pause" bei der PSA-Messung (Entscheidung des Urologen).


    Jetzt dann im September plötzlich 0,29 !
    Aktuell letzte Woche: 0,60.


    D.h. PSA-verdopplungszeit: ca. 3 Monate.


    Meine Frau und ich sind doch sehr beunruhigt...


    - was kann da los sein ?
    - habe ich eventuell Lymphknotenmetastasen ?
    - ist es wie ein 2. Rezidiv ?
    - wie könnte "meine Zukunft" aussehen ?
    - kann ich schon Fernmetastasen haben ?
    - ist eine PSMA PET/CT sinnvoll ?
    - welche Therapiemaßnahmen gibt es ?
    - muss ich mir grosse Sorgen machen ?




    Leider ist das Gespräch bei meinem Uro erst kurz von Weihnachten...
    und ich bin in dem Thema nicht so gut belesen, das ich mir viele
    Dinge selber beantworten könnte.


    Danke für Eure Antworten


    LG aus Hamburg

  2. #2
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    Hamburg
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    Da die Ursache der PSA vielfältig sein kann, ist eine PSMA-PET vor weiterer Therapieplanung sehr sinnvoll!
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    Meine Kommentare stellen keine verbindliche Auskunft dar,
    sondern spiegeln meine PERSÖNLICHE Meinung und Erfahrung
    wider und können keine direkte Beratung und Behandlung
    vor Ort ersetzen

    Gruss
    fs
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  3. #3
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    Lieber Hel(mut?)

    Erst mal Gratulation zu deinem glasklaren Einstieg ins Forum!
    Du kannst den Beitrag gleich in dein Profil übertragen, dass
    man deine Daten auch später noch rasch findet.

    Du deutest an, zuwenig gelesen zu haben über unsere Krankheit.
    Guck mal in dem gelben Link ganz oben. Da findest Du das
    [Basiswissen], in dem unser Forenleiter Ralf ALLES zusammen-
    getragen hat, was Du zu unserer Krankheit wissen musst.

    Nun zu deinen Fragen:


    - was kann da los sein ?

    Das hast Du schon selbst beantwortet mit den weiteren Fragen:
    Niemand weiss zur Zeit Genaues.


    - habe ich eventuell Lymphknotenmetastasen ?

    Das ist schon möglich, denn aufgrund der kurzen Verdoppelungs-
    Zeit (VZ) ist das eher kein Lokalrezidiv.
    Doch hier gleich eine Einschränkung:
    Eine VZ berechnet aus nur zwei Werten ist eine unsichere Sache.
    Nachmessen etwa nach der halben VZ bringt eine Bestätigung,
    oder eben nicht.


    - ist es wie ein 2. Rezidiv ?

    Ja, so wird das wohl sein.
    Da hat ein Teil des gehabten Rezidivs den Strahlensturm überstanden.


    - wie könnte "meine Zukunft" aussehen ?

    Gründliche Diagnostik und vielleicht ein weiterer (letzter?)
    therapeutischer Angriff in heilender Absicht.
    Falls das nicht gelingt, folgt eine lange Reihe von Therapien,
    die dich jahrelang weitertragen werden. Dabei stellt
    sich durchaus sowas wie Normalität ein und auch Phasen
    ruhigen Zurücklehnens und Entspannens sind drin.


    - kann ich schon Fernmetastasen haben ?

    Das könnte einer der Gründe sein, warum die Bestrahlung
    dieses Rezidiv nicht bodigen konnte. Das Ding könnte
    ausserhalb des bestrahlten Bereiches liegen, muss aber nicht.


    - ist eine PSMA PET/CT sinnvoll ?

    Oh ja! Das ist wohl die Bildgebung der Wahl.
    Sie zeigt den ganzen Körper und hochspezifisch nur PCa.
    Warte damit, bis der nächste PSA-Wert vorliegt,
    denn gegenwärtig ist der Wert noch arg tief, um
    aussagekräftige Bilder zu erreichen.
    Guck dazu meine Bilder in Anhang [4] und [5], aber bitte nicht
    erschrecken: So wild sieht das bei Dir mit Bestimmtheit nicht aus.


    - welche Therapiemaßnahmen gibt es ?

    Naja, das ist ein sehr weites Feld von lokalen
    Massnahmen mit Stahl, Strahl, Hitze, Frost...
    Findet sich kein Ziel für sowas, gibt es systemische
    Therapien, also solche, die den ganzen Körper
    betreffen.
    Zuvorderst steht da die Androgendeprivation ADT.
    Durch Hormonentzug wird dem Krebs während Jahren
    verunmöglicht, weiterzuwachsen.


    - muss ich mir grosse Sorgen machen ?

    Nein.
    Egal, ob Heilung oder palliative, also verzögernde Therapie:
    Dir stehen wohl noch viele Jahre bevor.
    Sorglos sind die aber nicht, das kennst Du ja schon.

    So ein Rezidiv, wo immer es stecke, hat eine sehr
    lange Geschichte hinter sich, bis es aus Der einen
    Zelle, die am Anfang stand, nachweisbar PSA-wirksam
    oder gar im Bild sichtbar wird. Da sind wohl rund 30
    Verdoppelungen nötig, mit der VZ von drei Monaten
    multipliziert, ergibt das schon mal gute 7 Jahre.
    vielleicht war die VZ mal länger, sodass das durchaus
    noch vom Stammtumor stammen könnte.
    Vor diesem zeitlichen Hintergrund spielen einige
    Wochen oder Monate jetzt keine Rolle.

    Alles gute für Dich!

    Carpe diem!
    Konrad
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  4. #4
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    Herzlichen Dank für die ausführlichen Anworten...

    Nächste Woche wird ein MRT Abdomen gemacht.
    Ist dies völlig ohne Befund und ergebnislos wird wohl die PSMA PET/CT hier am UKE in Hamburg erfolgen.
    Da ich nicht privat versichert (sondern bei der TK) bin, kommen da wohl Kosten in Höhe von ca. 1500€ auf uns zu.
    Aber egal,...GESUNDHEIT und LEBEN geht vor allem !
    Man hat mir aber denn Tipp gegeben doch bei der Krankenkasse nachzufragen ob eine Übernahme (oder
    wenigstens anteilig) der Kosten möglich ist. Hat jemand von Euch hier Erfahrung dazu ?

    LG

  5. #5
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    Moin,
    die TKK übernimmt untergewissen Voraussetzungen den größten Teil der PSAM PET, frage nach, biete eine faire Beteiligung an und bestehe nicht unbedingt auf HH, die haben teilweise Verabredungen mit
    anderen Kliniken.
    Gruss aus Tornesch
    Guenther
    SHG Prostatakrebs Pinneberg
    Dies ist die Ansicht eines Betroffenen und keine fachärztliche Auskunft
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  6. #6
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    Moins,

    bin auch bei der TK und die bezahlt das PSMA PET/CT, aber nur in Berlin, damit hat die TK einen Vertrag, so sagte man es mir letzte Woche am Telefon.

    So kann man es auch auf der Seite der TK lesen.

  7. #7
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    Ich hatte mit DTZ,Berlin gesprochen als TK Mitglied.Überweisung, aktuelle TSH,PSA und Kreatinwerte sind erforderlich.
    LG
    Reinhard

  8. #8
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    PET/CT-Zentrum Hamburg

    Mörkenstraße 47
    22767 Hamburg


    hat einen Vertrag mit der TK für PET-Untersuchungen, zwar nicht speziell die Prostata,
    aber bei entsprechender Begründung ...
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    Gruss
    fs
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  9. #9
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    Richtig ist, dass in der Mörkenstrasse auch PSMA PET/CT gemacht werden kann. Aber nicht mittels Integrierter Versorgung ohne Antragsverfahren! (IGV). Das heisst ein Gutachter der TK kann durchaus dieses als nicht sinnvoll erachten und den Antrag ablehnen. Also eine Begründung vom Urologen muss nicht unbedingt zielführend sein.
    LG
    Reinhard

  10. #10
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    Naja, wie zu erwarten war: der MDK HH hat PSMA PEt/CT abgelehnt mit der dämlichen Begründung CT oder MRT könnten das gleiche.Schrifliche Begründung folgt.Also doch den langen Weg nach Berlin auf sich nehmen, da übernimmt die TK die Kosten.
    LG
    Reinhard

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