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Thema: Stress und Krebs

  1. #61
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    Alkohol und Nikotin sind teilweise erfolgreiche Versuche, geringe Stresstoleranz besser zu ertragen. Langjähriges Beibehalten dieser Verhaltensweisen kann zu Schäden an Leber und Lunge, u. U. auch Krebs führen.
    Deshalb erscheint es sinnvoll sich um Heranwachsende mit geringer Stresstoleranz zu kümmern und den Umgang mit Stresssituationen, den sie vielleicht bisher nie gelernt oder gekannt haben zu vermitteln. Das kostet auch Geld, das aber gut angelegt ist, wenn dadurch Jahrzehnte später die Behandlungskosten von Leber- und Lungenerkrankungen entfallen.

    Franz

  2. #62
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    Zum Thema Stress und Prostatakrebs habe ich diese schwedische Studie gefunden.

    The roles of stress and social support in prostate cancer mortality

    http://www.diva-portal.org/smash/rec...358&dswid=9788

    Zitat:
    "Die Studie befragte 4105 schwedische Männer, die gegen klinisch lokalisierten Prostatakrebs behandelt wurden, hinsichtlich Stress, Trauer, Schlafgewohnheiten und sozialer Unterstützung......
    . Männer mit dem höchsten Grad an wahrgenommenem Stress hatten eine statistisch signifikant erhöhte Rate der prostatakrebs-spezifischen Mortalität im Vergleich zu Männern mit niedrigem Stress (Hazard Ratio 1,66, 95% Konfidenzintervall 1,05-2,63). Männer mit hohem Stressniveau hatten auch eine hohe Häufigkeit von Trauer und Schlafverlust. Sie hatten auch weniger Menschen, mit denen sie ihre emotionalen Probleme teilen konnten, und fühlten sich unfähig, die meisten ihrer Probleme mit Partnern, Freunden und Familie zu teilen....
    ....Die Ergebnisse dieser Studie könnten sich als nützlich erweisen, um gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität bei Männern mit Prostatakrebs zu ergreifen."


    Fällt mir spontan der Spruch ein: "Geteiltes Leid ist halbes Leid".
    Allerdings dürfte es für manchen, der seine emotionalen Probleme bisher für sich behalten hat, schwierig sein, jahrzehntelange praktizierte Verhaltensweisen zu ändern, sich anderen zu öffnen und Probleme mit Familie und Freunden zu teilen.

    Und um an die vorhergehende Beiträge anzuschließen: Wer frühzeitig gelernt hat mit Stress umzugehen, könnte länger leben.

    Franz


  3. #63
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    Das Krebsleiden kann man nicht teilen, und selbst wenn, würde der geteilte Krebs sich bei beiden weiter entwickeln, keine gute Idee. Hier geht es doch um völlig verschiedene Dinge. Auch die vegetativen Folgen kann man nicht teilen. Was man teilen kann (und das regelmäßig ohne es zu hinterfragen - "in guten wie in schlechten Zeiten") sind wirtschaftliche Folgen (durch körperliche Einschränkungen im Beruf, frühere Rente, ..., der Partner muss einspringen oder das Niveau sinkt für alle) und speziell bei PCa körperliche Folgen (Impotenz oder ED).

    Was gemessen wurde war der wahrgenommene/eingebildete Stress. Den kann ich meiner Umgebung verbal oder durch Verhalten mitteilen. Das mag dem Kranken Erleichterung bringen; offenbar scheint aber nicht zu interessieren, was der Empfänger dieser Botschaften empfindet. Werden Frauen von PCa-Patienten häufiger krank? Sterben sie früher? Geht es ihnen besser, wenn sie den alten Nörgler und Jammerer verlassen haben? Und man sollte sich selbst fragen: Brauche ich das, im Mittelpunkt zu stehen? Weide ich mich an der Krankheit? Beherrscht sie mich? Habe ich nichts Wichtigeres im Leben (zum Beispiel nett zu anderen zu sein)?

    Die Kommunikation mit Profis oder Mitbetroffenen (Selbsthilfegruppe) wiederum kann sehr produktiv sein. Das bedeutet auch durch die Tipps, die man bekommt, einen optimaleren Therapieverlauf (und geringere Mortalität?).

  4. #64
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Und man sollte sich selbst fragen: Brauche ich das, im Mittelpunkt zu stehen? Weide ich mich an der Krankheit? Beherrscht sie mich?
    Eine Krebsdiagnose trifft in einer Beziehung beide Seiten.
    Warum sollte man die Erkrankung ausblenden und nicht darüber mit der Partnerin sprechen, wenn man sich bisher über alle Probleme ausgetauscht hat. Im Gespräch können sich manche Sorgen und Ängste mit denen man alleine nicht zurechtkommt, verflüchtigen oder es finden sich zusammen leichter Lösungen und der Stress wird kleiner, bei beiden.

    Stressabbauend für beide Seiten ist es z. B. auch darüber zu sprechen, warum man wegen dieser oder jener krebsbedingten Beschwerden im Moment schlecht drauf ist und ein Bedürfnis nach Ruhe und Abstand hat.

    Über die Krankheit reden, heißt doch nicht als Kranker im Mittelpunkt stehen zu wollen oder sich gar an der Krankheit zu weiden. Zwei für mich sehr seltsame, nicht nachvollziehbare Gedanken. Ebenso wie die Beschränkung der Gespräche auf wirtschaftliche Themen. Eine gute Beziehung ist doch keine Firma.

    Austausch in Selbsthilfegruppen zum Krankheitsverlauf oder über die Erfahrungen mit Therapien, das ist wichtig und hilfreich, aber Gespräche über meine psychische Verfassung, die führe ich lieber zuhause.

    Franz

  5. #65
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    Man muss doch nicht im Mittelpunkt stehen wenn das komplette Umfeld zwar von der Krankheit weiß aber das wars dann. Sie bekommen halt noch mit wann wie lange KK aber es werden dann keine weiteren Gespräche mehr geführt ausser mit Betroffenen einen Erfahrungsaustausch. Jetzt 4 Jahre nach OP lebe ich genau so weiter wie vorher. Kann aber nicht sagen das alles vorbei ist.

  6. #66
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    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Eine Krebsdiagnose trifft in einer Beziehung beide Seiten.
    Warum sollte man die Erkrankung ausblenden und nicht darüber mit der Partnerin sprechen, wenn man sich bisher über alle Probleme ausgetauscht hat. Im Gespräch können sich manche Sorgen und Ängste mit denen man alleine nicht zurechtkommt, verflüchtigen oder es finden sich zusammen leichter Lösungen und der Stress wird kleiner, bei beiden.
    Da bin ich einer Meinung.
    Stressabbauend für beide Seiten ist es z. B. auch darüber zu sprechen, warum man wegen dieser oder jener krebsbedingten Beschwerden im Moment schlecht drauf ist und ein Bedürfnis nach Ruhe und Abstand hat.[/QUOTE]
    Das betrifft nur "Beziehungsstreß" abgebaut, Alleinstehende haben das Problem nicht. Insoweit ist mir unklar. wie das für jene eine schlechtere Prognose erzeugen soll.
    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Über die Krankheit reden, heißt doch nicht als Kranker im Mittelpunkt stehen zu wollen oder sich gar an der Krankheit zu weiden. Zwei für mich sehr seltsame, nicht nachvollziehbare Gedanken.
    Von "Wollen" war bei mir keine Rede. Das war vielleicht mißverständlich ausgedrückt. Ich bezog mich auf die objektive Situation. Wenn ich der Einzige in einer Gruppe bin, der als Notarzt täglich schreckliche Verletzungen sieht, kann das für andere (Nichtärzte) ermüdend und stressig sein, nur eine Bemerkung oder Geschichte zu hören. Und selbst wenn der Austausch einigermaßen funktioniert, bin ich immer noch eine "besondere" Person.
    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Ebenso wie die Beschränkung der Gespräche auf wirtschaftliche Themen. Eine gute Beziehung ist doch keine Firma.
    "Beziehung" meint hier wohl LAG (Lebensabschnittsgefährtinnen). Nun ja, wenn das eine Ehe oder eingetragene Partnerschaft ist, muß man für die Folgen der Leiden des Anderen einstehen, unabhängig von der jeweiligen eigenen oder gemeinsamen Empfindung. Unabhängig von der emotionalen Beziehung hat das Folgen für die wirtschaftliche und sexuelle Lage.
    In den anderen Fällen geht vielleicht aus der Sicht einer Seite ein neuer Lebensabschnitt los...
    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    ... aber Gespräche über meine psychische Verfassung, die führe ich lieber zuhause.
    Mitbetroffene helfen doch eher, durch ihr "Vorbild" die psychische Belastung zu verarbeiten. Die Partnerin ist und war in der Regel nicht in einer solchen Situation.

  7. #67
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    - 1 Das betrifft nur "Beziehungsstreß" abgebaut, Alleinstehende haben das Problem nicht. Insoweit ist mir unklar. wie das für jene eine schlechtere Prognose erzeugen soll.
    -2 Von "Wollen" war bei mir keine Rede. Das war vielleicht mißverständlich ausgedrückt. Ich bezog mich auf die objektive Situation. Wenn ich der Einzige in einer Gruppe bin, der als Notarzt täglich schreckliche Verletzungen sieht, kann das für andere (Nichtärzte) ermüdend und stressig sein, nur eine Bemerkung oder Geschichte zu hören. Und selbst wenn der Austausch einigermaßen funktioniert, bin ich immer noch eine "besondere" Person.
    -3 "Beziehung" meint hier wohl LAG (Lebensabschnittsgefährtinnen). Nun ja, wenn das eine Ehe oder eingetragene Partnerschaft ist, muß man für die Folgen der Leiden des Anderen einstehen, unabhängig von der jeweiligen eigenen oder gemeinsamen Empfindung. Unabhängig von der emotionalen Beziehung hat das Folgen für die wirtschaftliche und sexuelle Lage. In den anderen Fällen geht vielleicht aus der Sicht einer Seite ein neuer Lebensabschnitt los...
    Martin,
    ein paar Anmerkungen zu deinen Antworten.

    -1 Möchte hier auf einen älteren Beitrag verweisen, in dem verheiratete Männer bessere Überlebenschancen haben als Alleinstehende.
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...199#post111199

    Zu diesem Thema waren wir damals schon unterschiedlicher Meinung. Aber das soll in einem Forum gelegentlich vorkommen.

    - 2 Ob man eine "besondere Person" ist, hängt vom Betroffenen ab und vom Umfeld. Ich habe einige Zeit nach meiner Erstdiagnose, als ich merkte, das ich krankheitsbedingt einen Sonderstatus (wieviele Monate hast du noch? und ähnliches) erlangt hatte, im Bekanntenkreis immer versucht meine Erkrankung herunterzuspielen (neue Medikamente, gute Prognose usw). Das gelang mir auch und heute ist mein PK dort kein Thema mehr. Meinen wahren Erkrankungszustand, darüber wissen nur meine Familie und der engste Freundeskreis Bescheid.

    - 3 Kommt sicherlich vor, dass sich die Partnerin vom PK-Betroffenen trennt, aber ich sag mal ganz salopp, da waren die ersten Risse in der Beziehung schon vorher da.

    Franz

  8. #68
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    Martin,
    in #63 hast du gefragt:
    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    ...Werden Frauen von PCa-Patienten häufiger krank? Sterben sie früher? Geht es ihnen besser, wenn sie den alten Nörgler und Jammerer verlassen haben?
    Zu der Frage wie es den Frauen von PK-Patienten geht, gibt es kaum Untersuchungen.
    Eine kleine Studie von 2018, eine Befragung von Frauen deren Männer an metastasierenden PK erkrankt waren und eine Hormontherapie erhielten, kommt zu dieser Aussage:

    "Viele der befragten Frauen fühlten sich isoliert, hatten Ängste und machten sich Sorgen über die mit der Erkrankung einhergehenden Veränderungen in ihrem Leben...."

    https://prostata-hilfe-deutschland.d...en-leiden-mit/

    Vielleicht könnten (noch zu gründende) Selbsthilfegruppen "Frauen von PK-Betroffenen" eine Möglichkeit sein, die Isolation zu durchbrechen.

    Franz

  9. #69
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    Danke, Franz, für die Recherche. Da gibt es ja wirklich wenig.
    Ich denke, dass eine isolierte Partnerin besser mit Freundinnen (und/oder Freunden) ausgehen oder diese einladen sollte als den Freundeskreis noch mehr zu vernachlässigen und eine neue Gruppe der "Betroffenen" aufzumachen. Für den Mann macht das doch keinen Unterschied. Die meisten Frauen unserer Generation haben doch ein eigenes Leben, einen Beruf, eben auch ein Leben außerhalb der Partnerschaft.

  10. #70
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    Irgendwie hat diese Einstellung auch was:-) Ich denke alle haben Recht...alle...es geht nicht darum Recht zu behalten. Verschiedenes hilft unterschiedlichen Leuten....mit anderen Worten...Jeder ist en Individuum. Dem einen hilft es sein Lebensstil zu ändern, dem anderne hilft es sich zu entspannen und die Ärzte "machen lassen". Alles ist richtig. Und niemand darf dafür angegriffen werden.
    Zitat Zitat von Michi1 Beitrag anzeigen
    Guten Morgen Briele. Ih werde immer Belächelt, ist auch schon bei der AHB von einem Arzt gewesen, weil ich immer sage das ich mir keine Gedanken mache die Ärzte werden schon wissen was für mich besser ist. Ich lese zwar hier im Forum mit aber es hat mich eigentlich noch keiner Verunsichern können. Meine OP ist jetz 1,5 Jahre her und Bestrahlungen hatte ich auch schon aber sonst fühle ich mich wohl in meiner Haut und mache mir keine großen Gedanken drüber. Nächstes Monat habe ich wieder einen Termin und mir wurde auch gesagt das ich wegen meiner Inkontinenz auch noch was machen kann. Lasse mich Überraschen. Das Leben ist zu schön um es sich zu versauern.

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