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Thema: Potenzprobleme

  1. #1
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    Potenzprobleme

    Hi, liebe Mitleidende.

    Bei mir (58) wurde die Prostata vor vier Monaten komplett entfernt. Nerven konnten geschont werden. Mit Hilfe von Cialis und Viagra habe ich immer mal wieder Sex. Aber die Länge der Standhaftigkeit, das Ausmaß der Steifheit lässt zu wünschen übrig. Ich nehme fleißig jeden Tag eine halbe Viagra ein, eine ganze, wenn Sex ansteht. Aber: Seit Wochen bemerke ich leider keine Verbesserung. Ich übe fleißig, mit Partnerin oder sonst auch allein. Ich weiß aus dem Forum, es dauert bis zu einem Jahr, bis man wieder angeblich fast vollständig zu alten Kräften gekommen ist. Vorneweg: Vakuumpumpe und Injektion möchte ich nicht ausprobieren. Ich habe gleich mehrere Fragen:

    1. Ist es normal, dass seit langer Zeit keine Fortschritte zu erzielen sind? Wie lange hat es bei Euch gedauert, bis ER wieder richtig steif wurde?
    2. Ist es auch normal, dass während des Sex oft Urin ausfließt (obwohl ich kurz zuvor die Blase entleert hatte)?
    3. Sollte man eine höhere Dosis als die ärztlich empfohlenen 20mg Cialis / 50mg Viagra nehmen vor dem Sex? Schadet es, wenn man etwas mehr nimmt?
    4. Habt Ihr sonstige Tipps, wie man wieder besser seinen Mann stehen kann?

    Danke im voraus für Eure hoffentlich hilfreichen Antworten

    Droemmel

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  2. #2
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    Nach allem, was man so liest, kann es sehr lange dauern – die Hoffnung aufgeben darf man erst nach zwei Jahren.

    Ich bin 63, schlank und sportlich und hatte bis dato nie Bedarf für irgendwelche Hilfsmittel. Wir haben kurz vor der OP sogar mal ausprobiert, wie eine halbe Viagra (also 50 mg) wirkt, weil wir ja wussten, was auf uns zu kommt – es gab eine hammerharte Erektion und Sex über zweieinhalb Stunden…

    Bei mir sind es jetzt genau 2 Monate, dass beidseitig nervschonend operiert wurde und es sieht noch sehr mau aus. Mit Dauermedikation Cialis (aber nur 5 mg) und einer ganzen Viagra (eigentlich Generikum Sildenafil, 100mg) on top bekomme ich mit viel Unterstützung und Geduld meiner Frau etwas, was entfernt an eine Erektion erinnert :-((

    Glücklicherweise vertrage ich den Kram ganz gut, Kopfschmerzen gab es nur am Anfang, jetzt nur noch leicht verstopfte Nase und beim Sildenafil blau sehen. Etwas höher dosieren ist möglich, wenn Du es verträgst, aber eher als Mischung, also Cialis als Basis und Sildenafil zusätzlich. Nach den medizinischen Berichten bewirken wesentlich höhere Dosierungen eines PDE-5 Hemmers keine bessere Erektion, sondern nur stärkere Nebenwirkungen.

    Das Problem mit dem Urin habe ich auch, und die Verwendung eines Kondoms ist ja kaum machbar, wenn er eh schon nicht richtig steht. Ich merke aber, dass man lernen muss, im richtigen Moment die Beckenbodenspannung zu erhöhen, statt zu einer Art Pseudo-Ejakulation zu kommen. Das geht ja nun nicht mehr, statt dessen "ejakuliert" man jetzt Urin. Übe das ruhig mal im Alleingang, inzwischen bekomme ich es schon etwas besser hin.

    Die Pumpe oder Injektion kann ich mir auch nicht zum Sex vorstellen, das hat für mich keinerlei Erotik. Aber ich benutze die Pumpe zum "Training", also zur Förderung der Durchblutung, damit die Schwellkörper nicht verkümmern. Ich bin mir nämlich nichts sicher, ob die 5 mg Dauer-Cialis irgendwelche nächtlichen Effekte haben.

    Wie sieht es mit letzteren bei Dir aus?

    Alles Gute!

    Uli

  3. #3
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    Noch ein Tipp zum Punkt "Urin", weil das für viele unter uns Betroffenen, die bisher "normal" funktionieren durften, etwas Exotisches sein könnte. Ein guter Freund (von der Sorte, mit der mann auch über solche Probleme sprechen kann) hat mir ein Buch empfohlen: https://www.amazon.de/Jeder-Mann-kan.../dp/3548356451

    Der Titel lässt erstmal vermuten, es ginge um unser Potenzproblem, aber das ist es nicht. Es geht dort um das Erlernen multipler Orgasmen für Männer. Ich habe mich früher dafür (leider) nicht genügend interessiert und EP hatte ich auch nicht. Aber man kann wohl tatsächlich erlernen, durch Kontrolle des Schließmuskels, den unsereiner nun sowieso kräftigen muss, auch eine Ejakulation zu stoppen und damit viel Spaß zu haben. Hilfreich soll es auch für Männer sein, die zu früh kommen. Wenn man das gut kann, soll für Leute mit intakter Prostata sogar die willentliche "Umlenkung" der Ejakulation in die Blase möglich sein (wie sie die meisten mit TURP unfreiwillig haben).

    Die Methode könnte auch uns helfen.

  4. #4
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    Hallo Droemmel,

    zu Deinen Fragen

    1)...Wie lange hat es bei Euch gedauert, bis ER wieder richtig steif wurde?
    Bei mir hat es fast 3 Jahre gedauert bis sich überhaupt was tat – untypisch, aber möglich. Und richtig steif? Nein (s.u. Pkt.4). Alles, was ich hier lese, läuft darauf hinaus, daß ER eher selten genauso wie vorher stehen wird. Du scheinst nach 4 Monaten vergleichsweise gut vorangekommen zu sein.

    2) Ist es normal, dass während des Sex oft Urin ausfließt...
    Ja, lies mal hier (man muß ja nicht jedes Mal bei Adam und Eva anfangen)
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...7695#post87695
    In dem Thread “mich hat es auch erwischt” von Leo2014 ging es ursprünglich um was anderes, aber ab Beitrag #15 um das Thema Urinverlust beim Orgasmus. Es gibt schlimmeres. Die empfohlenen 2 Stunden nichts trinken vor dem Sex kriege ich nie gebacken. Es hilft, eine verständnisvolle Partnerin vorausgesetzt, wenn man selbst mitten im Liebesspiel noch mal aufs Klo geht...

    3) ...höhere Dosis als die ärztlich empfohlenen 20mg Cialis / 50mg Viagra nehmen vor dem Sex?
    Das scheint mir die “Erhaltungsdosis” für die Schwellmuskeln zu sein, vielleicht hilft es ja. Für längere Zeit würde ich das meinem kardio-vaskulären System nicht zumuten wollen. Vor dem Sex ist die Normaldosis, so weit ich weiß, 100mg Sildenafil (Viagra).

    4) Habt Ihr sonstige Tipps, wie man wieder besser seinen Mann stehen kann?
    Entspann Dich und bleib’ in Übung, das scheint sich bei Dir nicht schlecht zu entwickeln. In der Rückschau würde ich vielleicht die Anwendung der Vakuumpumpe in Erwägung ziehen, nicht vor’m Sex, sondern um damit der Rückbildung der Schwellkörper möglicherweise vorzubeugen. Nach meiner RPE hielt ich das für verzichtbar – hatte nach langjährigem Single-Leben mental mit dem Sex abgeschlossen. So kann man sich täuschen… Obwohl ich die heutigen Erektionen früher maximal als halbe bezeichnet hätte, habe ich heute trotzdem ganz wunderbaren Sex, mal mit, mal ohne Sildenafil/Viagra, und die berühmten harten Erektionen sind für eine Penetration offenbar nicht zwingend vorgeschrieben.

    Alles Gute!

    Gruß, Rastaman

  5. #5
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    Hallo Rastaman,

    vielen herzlichen Dank für Deine Antworten und Deine Bemühungen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

    Tja, mit der "richtigen Erektion" - da bin ich zugegebermaßen ungeduldig. Aber Du hast mir einen wichtigen Tipp gegeben. Ich hatte vor dem Sex immer "nur" 50mg Sildenafil Pfizer genommen. Das wusste ich nicht, dass man vor dem Sex besser 100 mg nehmen sollte. Ich versuche es mal und werde von meinen Erfahrungen berichten. Hoffentlich schießt es mir nicht den Kopf weg, der ja ohnehin schon nach der Einnahme von 50 mg das Gefühl eines Kürbisses hinterlässt.

    Ansonsten versuche ich tatsächlich in Übung zu bleiben. Fast täglich besorge ich mir - so oder so- einen Orgasmus. Leider eben mit einem zu maximal 75 Prozent erigiertem Glied.
    Beim Sex mit meiner Partnerin reicht es eben oft nicht aus, das Ding reinzustecken. Echt nervig.

    Und während des Sex aufzuspringen- ich denke, da erzähle ich dir nichts Neues - ist absolut unsexy und für den Moment ein totaler Abturner.

    Und dass ich - wenn ich erregt bin - und gern vögeln möchte und ich mich dann auf die Schließmuskeln konzentriere - ist auch nicht gerade ein toller Gedanke.

    Nochmals danke für Deine Antwort.

    Liebe Grüße aus München nach Hamburg

    Droemmel

  6. #6
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    Hallo Nomade,
    auch Dir herzlichen Dank für Deine Antworten.
    Droemmel

  7. #7
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    Glückwunsch zu den 75%!

    Meine OP liegt jetzt gut zwei Monate zurück und ich bekomme mit voller Dröhnung Sildenafil gerade mal eine halbe, oder in Schulnoten ausgedrückt: Wenn Erektion nach OP eine "Sechs" war, bin ich jetzt gerade mal bei einer "Fünf". Das ist in Anbetracht der Statistiken mit 2-Jahres-Verläufen gar nicht übel und ich habe eindeutig das Gefühl, dass es aufwärts geht – im Sinne des Wortes ;-) Aber zum Wiederbeginn von Sex im üblichen Sinne würde ich dann schon eine "Vier" vergeben…

    Jetzt heißt es Hoffen und Beten, dass kein biochemisches Rezidiv zu einer kurativen Strahlenbehandlung zwingt und alles bald wieder zusammenfällt, was gerade am Aufleben ist.

    Und noch mal zum Urin: Ich renne auch nicht schnell mal zwischendurch auf's Klo und kriege das mit zwei Stunden gar nichts trinken ebenfalls nicht hin. Außerdem ist da immer ein bisschen was in der Blase. Du sollst aber auch gar nicht ständig an Deine Schließmuskeln denken, sondern sie nur beim Orgasmus anspannen. Das kann man trainieren (am besten erst mal allein), und es wird irgendwann zum automatischen Reflex, wie bei uns allen das Anspannen beim Husten, Niesen oder Aufstehen (Kontinenz habe ich auch schon fast vollständig erreicht). Besorg Dir wirklich mal das Buch, die Übung kann sich sogar sehr lustvoll anfühlen.

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