Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 18 von 18

Thema: Panikattacken und/oder Angststörungen

  1. #11
    Registriert seit
    07.06.2011
    Ort
    CH 90... Appenzellerland
    Beiträge
    4.401
    Zitat Zitat von Haimer Beitrag anzeigen
    - ich sehe da keinen Zusammenhang.
    Schade.
    Ich hab mit meiner Erfahrung mit guter Luft schon Einigen helfen können,
    aber halt nicht Allen.

    Hier ist so viel von Nahrungsumstellung die Rede.
    Warum sollte nicht Einigen in- und ausserhalb des Forums
    eine Atemluftumstellung gut tun, zumal es genügend Evidenz
    gibt, dass belastete Luft schädlich ist.

    Wenn nicht dir, hilft das vielleicht sonst jemandem.


    Aber irgendein Zusammenhang mit den Jahreszeiten scheint es doch zu geben.
    Die Tageslänge? Die Elevation der Mittagssonne? Die Temperatur?
    Dann wäre eine winterliche Reise auf die Südhalbkugel vielleicht hilfreich?

    Ich hab meinen Physiotherapeuten auf La Gomera,
    wieso nicht einen Psychotherapeuten in Windhoek besuchen ;-)


    Let the good times roll!
    Konrad

  2. #12
    Registriert seit
    05.06.2006
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    192
    Hallo Haimer,

    falls Du in erster Linie an Rückmeldungen von an Prostatakrebs erkrankten Männern bist, dann lies nicht weiter: ich bin eine Frau und (zumindest weiß ich bis jetzt nichts davon) nicht an Krebs erkrankt.

    Aber mich begleiten Angst- und Panikattacken seit ca. 45 Jahren; ich habe ein paar Helferleins gefunden, vielleicht ist etwas darunter was auch für Dich passt.
    Trotz der langen Zeit kann ich die Auslöser nicht wirklich festmachen. Es gab unheimlich schwere Zeiten mit viel Kummer und Sorgen, Stress, da hatte ich keine einzige Attacke und dann, eben war noch alles in bester Ordnung gewesen, sprang mich eine ohne Vorwarnung, wie eine bösartige Bestie, von der Seite an.
    Das konnte überall sein, auch in einem Bergdorf in den Alpen, im Sommer, im Winter, eher selten tagsüber.

    Ich bin durch eine Untersuchungsmühle gedreht worden, wie bei Dir, kam nichts heraus. Ich war mehrere Male in Notaufnahmen, habe nachts um Arztbesuche gebeten, war oft überzeugt jetzt gleich sterben zu müssen. Dieses multiple Geschehen von: erhöhtem Puls, Übelkeit, Durchfall, Herzschmerzen, Schwindel, Schweißausbruch zusammen mit dem Gefühl bibbernder Kälte, vernichtender Todesangst, kann einem auch kein anderes Gefühl geben, als daß es jetzt gleich zu Ende gehen wird.
    Im ersten Jahr habe ich täglich eine Beruhigungstablette genommen; damals war ich jung und dumm, habe getan was ein Arzt mir empfohl. Ein Apotheker warnte mich und ich es ist mir gelungen mich langsam aus dieser Geschichte hinaus zu schleichen. Seit Jahrzehnten habe ich immer Lexatonil bei mir, alleine dieses, für mich verlässliche Mittel sofort zur Verfügung zu haben, gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. Ich glaube es ist wichtig, da etwas in der Hand zu haben, von dem man weiß, es wird helfen. Bei milderen Attacken hilft mir das Mittel Avena Sativa 10ml Urtinktur, 5 Tropfen.

    Wenn all die Untersuchungen auch keine Erklärung lieferten, ich selbst auch auf nichts kam, so gibt es doch ein paar Situationen, in denen ich leicht eine Panikattacke bekomme. Bei mir geschieht dies bei Dunkelheit, engen Platzverhältnissen, großer Hitze und bei Lärm. Manchmal kommt alles zusammen, dann krieg ich mit Sicherheit eine. Wenn es möglich ist, versuche ich solche Situationen zu vermeiden, also eine nächtliche Zugfahrt in einem Schlafwagen ist undenkbar.

    Eine kleine Sache finde ich äußerst hilfreich. Bewußt zu atmen, d.h. eine Atemübung, bei der man (nicht gleich von Anfang an) nur 5-6mal in der Minute ein und ausatmet. Ich habe nun einige Zeit im Internet danach gesucht, diese hier ist noch am wenigsten blumig beschrieben:Falls es etwas für Dich ist, lohnte es bestimmt einen kleinen Kurs, ein paar Stunden, bei einem Atemtherapeuten zu nehmen. Ich habe das schon jahrelang vor.

    Wenn man jedoch eine so richtig fette Attacke hat, dann kriegt man das mit der Atemübung vielleicht nicht so hin. Da hilft mir dann oft in eine Papiertüte zu atmen:
    Die dunkle Jahreszeit erhelle ich mit vielen Lampen und Kerzen, das tut mir gut. Kaltes Wasser im Gesicht, den Handgelenken gibt mir manchmal einen Kick hin in die bessere Richtung.

    Bei einer Panikattacke beruhigt mich die Anwesenheit eines Menschen etwas, wirklich helfen tut sie leider nicht. In Lebensphasen, in denen ich alleine lebte, habe ich mir angewöhnt möglichst einen (besser zwei) Menschen zu haben, die für mich erreichbar sind, die ich zu jeder Zeit anrufen könnte. Könnte. Alleine diese Option zu haben, finde ich ungemein beruhigend.

    Im Laufe der Jahre habe ich gelernt damit etwas gelassener umzugehen. Es hilft mir die Tatsache, daß ich so oft meinte jetzt gleich sterben zu müssen und eben nicht gestorben bin.

    Jeder kann so etwas praktisch von einer Stunde auf die andere bekommen. Ich denke aber, daß man bei einer ernsthaften Erkrankung eigentlich Gründe genug hat, Angst und Panik zu haben. Ich schreibe das jetzt, weil ich nicht den Eindruck vermitteln möchte, meine Erfahrungen seien mit Deinen zu vergleichen.
    Vielleicht ist aber etwas dabei was für Dich hilfreich sein kann.

    Liebe Grüße und gute Wünsche
    Briele


  3. #13
    Registriert seit
    10.02.2017
    Ort
    früher München, jetzt Niederrhein
    Beiträge
    21
    Zitat Zitat von Briele
    falls Du in erster Linie an Rückmeldungen von an Prostatakrebs erkrankten Männern bist, dann lies nicht weiter ...
    Nein, mir gehts hier in erster Linie um die Psychosache. Danke für Deine Erfahrungen - kommt mir alles sehr bekannt vor :-(

    Einen Auslösealgorithmus konnte ich bisher auch nicht feststellen. Man meint, eigentlich läufts ganz gut, keine gröberen Probleme, alles im Griff und dann kommt wieder so ein Hammer. Man versucht alles positiv zu sehen aber es nutzt trotzdem nix. Auffällig ist wirklich nur, die deutliche Verschlechterung in den Wintermonaten. Aber jetzt kommt ja der Frühling :-))

    Lexatonil dürfte vergleichbar mit Lorazepam und Tavor sein - ein Benzodiazepin halt. Wirkt sicher, ist aber nix für Langzeitanwendung. Ich hab auch immer ne Tavortablette dabei .. alleine zu wissen das Zeug ist da, hilft schon mal.
    Avena Sativa soll ein homöopathisches Mittel sein und mein Vertrauen in diese Art der Medizin ist nach diversen Erfahrungen schwer erschüttert. Ich will niemanden zu nahe treten aber zumindest in meinem Fall waren das alles Pfuscher mit dem Hang zum Labern und Geldverdienen.

    Wenn all die Untersuchungen auch keine Erklärung lieferten, ich selbst auch auf nichts kam, so gibt es doch ein paar Situationen, in denen ich leicht eine Panikattacke bekomme. Bei mir geschieht dies bei Dunkelheit ....
    Das ist bei mir - von wenigen Ausnahmen abgesehen - auch so. Diese Attacken kommen immer am Abend oder wenn ich schlafen gehe.

    Das werde ich mir anschauen, danke.

    Hyperventilieren und Plastiktüte kenne ich ... hatte zu Beginn der Attacken 2010 manchmal das Gefühl, zu ersticken. Hatte auch immer eine kleine Tüte dabei ...

    Bei einer Panikattacke beruhigt mich die Anwesenheit eines Menschen etwas, wirklich helfen tut sie leider nicht. In Lebensphasen, in denen ich alleine lebte, habe ich mir angewöhnt möglichst einen (besser zwei) Menschen zu haben, die für mich erreichbar sind, die ich zu jeder Zeit anrufen könnte. Könnte. Alleine diese Option zu haben, finde ich ungemein beruhigend.

    Kann ich nachvollziehen. Leider ist meine private Situation in dieser Richtung wenig hilfreich und ich sehe auch keine Veränderung kommen. Mit dieser Krankheit gesegnet zu sein, zieht eben keine Frauen an. Hab ausserdem noch andere Baustellen, die nicht hierher gehören :-( Es gibt Phasen in denen ich froh wäre, alles hinter mir zu haben.

    Danke für Deine Infos!

  4. #14
    Registriert seit
    10.02.2017
    Ort
    früher München, jetzt Niederrhein
    Beiträge
    21
    Danke, werde ich mich mal mit beschäftigen-

  5. #15
    Registriert seit
    10.05.2016
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    619
    Hallo Haimer,

    ich weiss nicht, ob es dir hilft, aber hier sind noch zwei Menschen, die damit Erfahrungen haben.
    Meine Liebste hat seit über 30 Jahren immer wieder mal Panikattacken. Sie sagt, die kämen immer nach großen Belastungen. Gegen die Todesangst hilft ihr die Einstellung "dann sterb ich halt jetzt". Schon wird die Angst weniger. Sie sagt aber, das müsse von innen kommen, nur so dahersagen helfe nicht.
    Anfangs hat ihr schon geholfen, dass es einen Namen für diese Zustände gibt, und dass noch mehr Menschen davon betroffen sind. Jetzt hilft ihr einfach die Erfahrung, dass das immer wieder vorüber geht.
    Ich hatte in einer schwierigen Phase meines Lebens etwa ein halbes Jahr lang immer wieder Panikattacken, verbunden mit Herzrhythmusstörungen und Todesängsten. Dazu schmerzhafter Druck auf der Brust und Atemnot. Das trat zum einen in Menschenmengen auf und in beengten Verhältnissen. Ich hab mehrfach meinen Einkaufswagen im Supermarkt stehen lassen und bin raus geflohen, an die Luft, tiefes Atmen... Treppenhaus statt Fahrstuhl, Meiden von geschlossenen Räumen. Nicht zuviel essen half auch. Restaurants gingen gar nicht.
    Zum anderen auch oft abends oder nachts, wenn ich zur Ruhe kam oder kommen wollte. Lauschen auf das Stolpern meines Herzens.
    Nach und nach verschwanden die Symptome.
    Gegen den Winterblues helfen mir Tageslichtlampen und Vitamin D3. Und die Aussicht auf den nächsten Urlaub im Süden.
    Mit dieser Krankheit gesegnet zu sein, zieht eben keine Frauen an.
    Erstaunlicherweise lese ich öfter von Männern, dass sie sich frisch verliebt haben, mit dieser Krankheit. Unterschätz die Frauen nicht...

    Alles Gute!
    Detlef

  6. #16
    Registriert seit
    10.05.2016
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    619

  7. #17
    Registriert seit
    10.02.2017
    Ort
    früher München, jetzt Niederrhein
    Beiträge
    21
    Zitat Zitat von Muggelino
    Erstaunlicherweise lese ich öfter von Männern, dass sie sich frisch verliebt haben, mit dieser Krankheit. Unterschätz die Frauen nicht...
    Ich brauch Adressen, Telefonnummern, Bilder ... *lach*

    Die Links kannte ich, danke. Immer wieder interessant, wieviel verschiedene Formen und Ausprägungen solcher Attacken es gibt. Das macht es auch oft schwer, sie überhaupt als solche zu erkennen.

  8. #18
    Registriert seit
    08.03.2017
    Ort
    Land Brandenburg
    Beiträge
    22
    Ich glaube ich gehöre auch zu euch. Seit 2004 schon bin ich immer mal wieder wegen Depris und Ängsten in Behandlung (ambulante Psychotherapie), ich nehme ein niedrig dosiertes Antidepressivum (weil ich mehr nicht vertrage) und wenns ganz dicke kommt, hab ich Tavor in der Tasche. Zu meinem Leidwesen bin ich sehr hypochondrisch veranlagt. Ich sorge mich um schlimme Krankheiten und um die Zukunft. Lebe auch alleine, da meine Frau mich 2009 verließ. Mein Sohn lebt allerdings noch bei mir. Er ist inzwischen Mitte 20, jedoch habe ich das Gefühl, dass er mich noch immer sehr braucht, um mit seinem eigenen Leben klarzukommen.
    Und nun trifft mich aus heiterem Himmel das Risiko, an der Prostata ernsthaft erkrankt zu sein (habe darüber schon im Forum Erste Hilfe gepostet). Eine Diagnose gibt es noch nicht, nur Laborbefunde mit zu niedrigem fPSA und ich soll nun eine MRT Untersuchung machen lassen. Der Termin ist erst am 10.04. und ich habe ernsthafte Probleme meine Psyche über Wasser zu halten. Ich habe den Drang mich in irgendeiner Ecke oder im Bett zu verkriechen und will nichts sehen oder hören. Es trifft mich alles so völlig unvorbereitet. Trotzdem gehe ich jeden Tag brav ins Büro und mache meinen Job, aber die Gedanken kreisen ständig um das Thema...was ist, wenn da doch was gefunden wird.
    Also ich setze mich mal zu euch in die Runde und bin etwas getröstet, weil ich merke, dass ich mit solchem Mist nicht alleine dastehe.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •