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Thema: Gibt es Erfahrungen mit Testosteron Therapie nach radikaler OP?

  1. #1
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    Gibt es Erfahrungen mit Testosteron Therapie nach radikaler OP?

    Hallo,

    Mein Testosteron wert ist ziemlich weit unten und ich bzw. Meine Urologin erwägen eine Testosteron Kur etc. Hat da schon jemand dbzgl. Erfahrungen?

    Ich hatte meine nervenschonende radikaler OP 2010.
    Danke für die kommenden Antworten.
    Gruß

  2. #2
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    Hallo lieber Berliner - aus dem Stadtteil Lichtenberg - nehme ich mal an.

    Dein Profil gibt nichts über dein derzeitiges Befinden her. Ich gehe deshalb einfach von einer Unauffälligkeit der relevanten Laborwerte aus, d.h. nach RPE in 2010 einem PSA-Wert unterhalb der Nachweisgrenze, weiterhin keiner Einnahme von PCa-spezifischen Medikamenten und auch keine weiteren, den zurückliegenden Prostatakrebs betreffenden Behandlungen. Wenn meine Annahmen so stimmen, wärst du, bei einem am Prostatapräparat damals festgestellten Gl 3+3 und der geringen Ausdehnung des Tumors innerhalb der Prostata, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geheilt.
    Ich denke deine Frage zielt auf das mögliche Risiko eines Rezidivs durch eine Testosteronbehandlung. Hierzu ist festzustellen, dass es meines Wissens bis heute keine Zulassung für eine Testosterontherapie nach durchlaufener PCa-Erkrankung gibt, selbst nach vermeintlich kurativem Verlauf. Natürlich ist ein off-label-use möglich und wird auch bei entsprechend eindeutigen und starken Testosteronmangel-Beschwerden durchgeführt. Vielleicht hilft dir folgender Link weiter: http://www.aerztezeitung.de/medizin/...ca-sicher.html
    Es bleibt eben immer eine Abwägung zwischen Nutzen und Risiko, da keine endgültige Klarheit bzgl. dieser Thematik herrscht. Möglicherweise helfen bei leichteren Störungen aber auch alternative Ansätze wie Ernährungsumstellung, gezieltes Bewegungstraining und Änderungen anderer belastender Lebensgewohnheiten.

    Gruß
    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

  3. #3
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    Hallo,
    bei meinem 3. ADT-Zyklus, der Einnahme von Zytiga parallel zu meiner VMAT-Bestrahlung im Sommer 2014 kam mein Testosteronspiegel nach Absetzen aller ADT-Medikamente nicht mehr auf den altersüblichen Schnitt. Seit ca. 10 Monaten supplementiere ich nun transdermal mit 25mg-Testogel alle 1-2 Tage, mal auch weniger häufig, wenn ich’s vergesse. Das tut gut, mental, psychisch und physisch. Dass dies in irgendeiner Weise ein Rezidiv begünstigen könnte, das war nie meine Sorge. Warum auch? Ein Rezidiv würde sich aus anderen Gründen bilden und wachsen, egal ob das Testo bei 1,5 oder 5,0 ng/ml liegt. Prostatakrebszellen genügt auch weitaus weniger zum Wachstum wie man weiss. Sie nehmen sich nicht mehr davon wie sie brauchen.
    Grüße
    Hartmut

    Meine PK-Geschichte im Überblick: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=74

  4. #4
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    Danke für die Antwort. Du hast mich ganz gut analysiert.
    Ich habe da auch noch was interessantes gefunden
    http://www.porst-hamburg.de/speziell...stosteron.html

    Na dann werde ich nochmal mit meiner Urologin sprechen. Aber eigentlich sollte dem nix im Wege stehen. Durch die op wurde doch mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt.
    Gruß

  5. #5
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    Hallo Hartmut, hört sich ja auch nicht so schlecht an.
    Danke für die Info. Macht sich dies auch auf das Liebesleben positiv bemerkbar?
    Gruß

  6. #6
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    Ich habe da auch noch was interessantes gefunden
    http://www.porst-hamburg.de/speziell...stosteron.html
    Diesen link finde ich sehr interessant, insbesondere diesen Abschnitt am Ende des Textes:

    Testosterontherapie bei Männern mit Prostatakarzinom

    Bis vor kurzem galt es als ein absolutes Tabu, dass man Testosteron Männern gibt, welche an einem Prostatakrebs erkrankt waren und deshalb operiert bzw. bestrahlt worden sind .Mittlerweile wurden in einer Vielzahl kleinerer Studien Hunderte von Männern, welche wegen eines Prostatakrebses erfolgreich operiert oder bestrahlt worden waren, wegen eines Testosteronmangels mit Testosteron behandelt, ohne dass es bei nur einem einzigen Mann zu einem PSA-Anstieg und somit zu einem Rückfall des Prostatakrebses gekommen wäre. (Leibowitz, RL et al: Testosterone replacement in prostate cancer survivors with hypogonadal symptoms. BJU International 2010 ; Rhoden, EL et al: Androgen Replacement in Men Undergoing Treatment for Prostate Cancer. J Sexual Medicine 2008,5:2202-2208; Shabsigh R et al: Testosterone therapy in hypogonadal men and potential prostate cancer risk: a systematic review. Int J Impotence Research 2009,21: 9-23) Man kann also zum momentanen Zeitpunkt ohne Einschränkungen sagen, dass bei hypogonadalen Männern, welche erfolgreich wegen eines Prostatakrebses operiert bzw. bestrahlt worden sind und bei welchen der PSA-Wert unauffällig ist, ohne Risiko mit Testosteron behandelt werden können, wenn sie entsprechende Symptome eines Testosteronmangels aufweisen.

    Kann man daraus die Empfehlung ableiten, dass operierte oder bestrahlte PCa-Patienten, die eine anschliessende ADT erhalten, bei anhaltendem PSA unter der Nachweisgrenze (für 2 Jahre?) die ADT möglichst bald unterbrechen können/sollten? Wenn sie dann geheilt wären, würde ein Wiederanstieg des Testos keine Gefahr darstellen und viele Begleiterscheinungen des Hormonentzugs beenden.
    Ich finde immer mal Krankheitsverläufe, in denen die ADT über viele Jahre fortgeführt wird, obwohl der PSA ganz unten ist.
    Und ging bisher selbst davon aus, dass "schlafende" Mikrometastasen durch das Wiederanfluten des Testosterons geweckt werden könnten.

    Detlef

  7. #7
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    Die Normalisierung eine zu niedrigen Testosteronspiegels nach erfolgreicher Prostatakarzinomtherapie ist völlig unproblematisch.

    Ansonsten wäre im Umkehrschluss es ja notwendig ALLEN auf Dauer das Testosteron zu entziehen, denn 80-90% haben ja von
    sich aus normale oder hoch-normale Testosteronspiegel - und die laufen langfristig definitiv NICHT schlechter!

    Die alte Angst vor Testosteronersatz hat keine logische Begründung und wird nun, Gottseidank, langsam verlassen.
    ----------------------------------------------------------
    Meine Kommentare stellen keine verbindliche Auskunft dar,
    sondern spiegeln meine PERSÖNLICHE Meinung und Erfahrung
    wider und können keine direkte Beratung und Behandlung
    vor Ort ersetzen

    Gruss
    fs
    ----------------------------------------------------------

  8. #8
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    Zitat Zitat von Lichtenberger Beitrag anzeigen
    Hallo Hartmut, hört sich ja auch nicht so schlecht an.
    Danke für die Info. Macht sich dies auch auf das Liebesleben positiv bemerkbar?
    Gruß
    Aber ja doch.
    Grüße
    Hartmut

    Meine PK-Geschichte im Überblick: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=74

  9. #9
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    Zitat Zitat von Urologe Beitrag anzeigen
    Die Normalisierung eine zu niedrigen Testosteronspiegels nach erfolgreicher Prostatakarzinomtherapie ist völlig unproblematisch.

    Ansonsten wäre im Umkehrschluss es ja notwendig ALLEN auf Dauer das Testosteron zu entziehen, denn 80-90% haben ja von
    sich aus normale oder hoch-normale Testosteronspiegel - und die laufen langfristig definitiv NICHT schlechter!

    Die alte Angst vor Testosteronersatz hat keine logische Begründung und wird nun, Gottseidank, langsam verlassen.
    Hallo Urologe,

    Heißt das im Umkehrschluß auch daß ich mir wegen meines deutlich erhöhten Testosteronspiegels um die 12,5 ng/ml über mehrere Monate während der Bicalutamid Monotherapie mit sinkenden PSA Werten keine Sorgen machen brauche ?

    LG, Norbert

  10. #10
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    Zitat Zitat von veteran2011 Beitrag anzeigen
    Hallo Urologe,

    Heißt das im Umkehrschluß auch daß ich mir wegen meines deutlich erhöhten Testosteronspiegels um die 12,5 ng/ml über mehrere Monate während der Bicalutamid Monotherapie mit sinkenden PSA Werten keine Sorgen machen brauche ?

    LG, Norbert

    @urologe:

    Frage jetzt nochmals direkt da mich der Testosteronwert noch immer beunruhigt und mein Urologe auch nichts konretes dazu sagen kann.

    Liebe Grüße,
    Norbert

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