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Thema: 2017 ASCO Meeting Abstracts

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  1. #1
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    2017 ASCO Meeting Abstracts

    2017 ASCO Meeting Abstracts – Prostate Cancer

    Wie schon 2016 möchte ich in loser Folge ein paar, meiner Meinung nach, bemerkenswerte Abstracts zum Thema Prostatakrebs präsentieren.



    Abstract No:84


    Screening for aggressive prostate cancer: A single-center experience using the 4Kscore and multiparametric MRI for the detection of Gleason 7 or higher prostate cancer.

    Hier wird versucht herauszufinden, ob die Ergänzung des multiparametrischen MRT Befundes durch einen 4KScore Test die Spezifität, mit Blick auf aggressive, Gleason ≥7 Tumore, erhöhen könnte. Dazu wurden bei 235 Männern mit klassischer Indikation zur Biopsie sowohl ein 4KScore Test, als auch ein mpMRT gemacht. Als Ergebnis mussten nur 52% (112) Männer eine Biopsie durchführen. Dabei zeigte sich, dass man die Spezifität eines mpMRT Scans von 74% durch den 4KScore Test auf 81% erhöhen kann.

    Ein zwar erstmal nicht besonders deutlicher Gewinn an Spezifität, aber wenn man bedenkt, dass der 4KScore Test nur ein einfacher Bluttest ist:


    • Total PSA
    • Free PSA
    • Intact PSA
    • Human Kallikrein 2 (hK2)


    Die Anbieter des Tests (4kscore.com) stellen besonders die Bedeutung auf aggressive metastasierende Tumore in den Vordergrund:



    Ob so ein 4KScore Test wirklich die ideale Ergänzung beim mpMRT ist sollte in einer randomisierten Studie untersucht werden, so die Verfasser des ASCO Abstracts.

    Ich will dies auch nicht als direkte Handlungsanweisung verstanden wissen, sondern nur als Hinweis auf die Entwicklung bei der PCA Diagnose. Hier werden Biomarker in Zukunft eine wesentliche bessere Aussagekraft ermöglichen, als alles was wir bisher kennen, denn jede vermiedene Biopsie ist ein echter Gewinn.
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  2. #2
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    Abstract No:217

    Diagnostic characteristics of men harboring lethal prostate cancer: A population-based analysis.

    Hintergrund:
    Ein Prostataspezifisches Antigen (PSA) basiertes Screening erhöht die Anzahl der Männer, die früh mit lokaler Prostatakrebs Erkrankung (PCa) diagnostiziert werden. Weiterhin wurde in randomisierten Studien nachgewiesen, dass kurativ intendierte Therapien die PCA-Mortalität reduzieren können. Allerdings bestehen weiterhin Kontroversen, und die Gesamtauswirkungen auf die PCa-Mortalität sind weniger klar. Männer, die letztendlich am PCa sterben, könnten auch eine Untergruppe mit entweder nachteiligen histopathologischen Merkmalen und/oder klinisch fortgeschrittenen Krankheiten zum Zeitpunkt der Erstdiagnose sein. Allerdings sind die klinischen Merkmale bei der Diagnose für Männer, die schließlich an PCa sterben, weitgehend unbekannt. Wir haben deshalb die klinischen Merkmale aller Männer aus Dänemark die am PCa verstorben sind in einem 18-jährigen Zeitraum entsprechend neu bewertet.

    Methoden:
    Alle Männer, die zwischen 1995 bis 2013 an PCa starben, wurden in der “ Danish Causes of Death Registry“ ermittelt. In die Studie eingeflossene Daten waren das Alter, der Gleason-Score (GS), die Tumorstadien-Klassifikation und der PSA Wert, aus dem “Danish Prostate Cancer Registry (DaPCaR)“. Zur Validierung wurde eine manuelle Revision von Patientendiagrammen durchgeführt. Die Patienten wurden in drei klinische Phänotypen aufgeteilt:

    1. Patienten mit Fernmetastasen
    2. Patienten mit lokal fortgeschrittenen Erkrankungen einschließlich N+
    3. Patienten mit lokalisierter Erkrankungen, die nach GS und PSA weiter unterteilt wurden


    Ergebnisse:
    Insgesamt starben 19.487 Männer an PCa im Zeitraum zwischen 1995 und 2013.

    • 46,7% davon aus Gruppe 1
    • 16,8% davon aus Gruppe 2
    • 25,1% davon aus Gruppe 3


    Bei Männern mit lokalisierter Erkrankung (Gruppe 3) hatten 85,1% ein Gleason Score (GS)von ≥7 und nur 2,1% (0,5% aller Männer, die an PCa starben) mit geringem Risiko (PSA <20 und GS ≤6) lokalisierte Erkrankung (Gruppe 3) zum Zeitpunkt der Diagnose.

    Schlussfolgerungen:
    Die Mehrheit der Männer (63,5%), die an PCa starben hatte bei der Diagnose entweder eine lokal fortgeschrittene N+ oder M+ Krankheit. Unter den Männern mit lokalisiertem PCa bei der Diagnose hatte die Mehrheit der Männer, die später an PCa starben, entweder ein PSA Wert von >20ng/ml und/oder nachteilige histopathologische Eigenschaften mit Gleason Score ≥7. Insgesamt 94,5% der Patienten, die an PCa starben, hatten entweder eine metastatische oder lokal fortgeschrittene N+ und/oder GS ≥7 Krankheit. Bei Patienten mit lokalisierter Erkrankung und PSA <20ng/ml und GS≤ 6 betrug die PCa Sterblichkeit nur 0,5%.



    Eigene Anmerkungen:
    Auch wird wieder sehr gut ersichtlich, dass das Risiko beim PCa klar verteilt ist. Heute würde man ein Niedrigrisiko sicher nicht bei PSA Werten >10ng/ml sehen, und die Pathologie gewissenhafter durchführen, was nochmals zu einer Reduzierung der Sterblichkeit dieser Gruppe beitragen dürfte. Die Frage die weiter besteht ist, warum noch so vielen Männer aus dieser Niedrigrisiko Gruppe eine aggressive Therapie angeboten wird. Sicher fordern das einige Patienten aus emotionalen Gründen, aber wissenschaftlich und ökonomisch ist das durchaus fragwürdig!
    if nothing's fails, it's not real life

  3. #3
    Harald_1933 Gast
    Moin Andi,

    Deine eigenen Anmerkungen zeugen einmal mehr von einer gewissen sehr persoenlichen Uebersicht, Gelassenheit und auch Toleranz, was den Ablauf des Krebsgeschehens anbelangt. Letztlich sind es wohl doch die so unterschiedlichen Gene der betroffenen Patienten, die auch das vermeintlich Niedrigrisikokarzinom zu einem aggressiven Krebs mutieren lassen koennen. Dir selbst wuensche ich weiterhin Erfolg bei Deinen Therapieentscheidungen.

    Die Tour in die Wueste nahe der algerischen Grenze hinter Tozeur war schon abenteuerlich, wobei ich auf das fuer mich reserviert gewesene Kamel verzichtet habe und lieber die paar Kilometer per Pedes abgelaufen bin.

    Herzliche Gruesse bei heute 21 Grad Celcius von unterwegs.

  4. #4
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    Hallo Harald Du Weltenbummler,
    faszinierend, mit welchem Drang Du Deiner Reiselust nachgehst! Ich schaff das nicht, muss ich mich doch regelmäßig hier im Büro melden.
    Am letzten Wochenende bin ich, auf dem Weg nach Speyer, bei Dir vorbeigekommen – in 2500ft. Ja, so geht's auch!


    Ich bin der Reisende
    Niemand hält zu lange meine Hand
    Ich brauch den Wind auf meinen Wangen
    Sehn mich nach Unbekannt
    Niemals erwartet
    Du hast mich nie zuvor gesehen
    Bevor mich etwas kennen lernt
    Schnür ich so fest ich kann die Stiefel
    Und geh
    if nothing's fails, it's not real life

  5. #5
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    Abstract No:189

    Genomic diversity between primary tumor tissue and tumor circulating cell-free DNA (cfDNA) in patients (pts) with metastatic prostate cancer.

    Hintergrund:
    Tumorgewebe und Tumor cfDNA Next-Generation Sequenzierung (NGS) Tests wurden bei Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs durchgeführt, und haben eine vielfältige Genom-Landschaft gezeigt. Aktuell gibt es keine hochrangige Evidenze für die Verwendung dieser Tests, um die Behandlung entsprechend zu steuern. Gezielte Therapien stehen für metastatische Prostatakrebsbehandlung zur Verfügung und klinische Studien untersuchen neue Medikamente, die auf spezifische molekulare Wege wirken. Ziel dieser Studie war es, Art und Anzahl der genomischen Abweichungen zwischen Tumorgewebe und cfDNA zu beurteilen.

    Methoden:
    Bei Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs, für die sowohl Gewebe- als auch cfDNA-Ergebnisse zur Verfügung standen, wurden die genomische Profile dieser beiden Technologien verglichen. Die mittlere Anzahl der Gewebsmutationen wurde mit der Anzahl der cfDNA-Mutationen für alle Patienten verglichen. Die Mutationen für beide Tests wurden dann in fünf Wege kategorisiert:

    DNA-Reparatur,
    Zellzyklusregulation,
    PI3K,
    Epigenetik
    Androgenrezeptor (AR).

    Für jeden Weg wurde die Gesamtzahl der Patienten mit einer Mutation zwischen Gewebe und cfDNA unter Verwendung des Mann-Whitney-Tests verglichen

    Ergebnisse:
    Neunzehn Patienten wurden mit Gewebe- und cfDNA-Ergebnissen identifiziert. Die mittlere Anzahl der identifizierten Mutationen war mit cfDNA im Vergleich zu Gewebe signifikant geringer. Es gab signifikant mehr Patienten mit PI3K-Pfadmutationen aus Gewebeanalysen im Vergleich zu cfDNA (73,7% vs 21,1%), ebenso wie epigenetische Mutationen (47,4% vs 0,0%). Es gab keinen Unterschied in der Anzahl der identifizierten Mutation im Bereich der DNA-Reparatur, der Zellzyklus Regulierung und des Androgenrezeptors zwischen den beiden Tests.

    Schlussfolgerungen:
    Die niedrigere Anzahl von Mutationen, die durch den cfDNA-Test nachgewiesen wurden, kann aufgrund der geringeren Empfindlichkeit des cfDNA Tests im Vergleich zu gewebebasierten Ansätzen aufgetreten. Die Diskordanz in der Art der genomischen Abweichungen zwischen den beiden Tests deutet auf eine intraindividuelle genetische Vielfalt hin, und diese Ergebnisse können Auswirkungen auf die Behandlung von Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs haben. Daten sind Hypothesenbildung und benötigen weitere Untersuchungen in einer größeren Kohorte.


    Eigene Anmerkungen:
    Liquid-Biopsie – ein heute gerne verwendeter Begriff, wenn es darum geht genetische Eigenschaften von Prostatakrebs Metastasen aufzuklären. Dies bedeutet lediglich eine leicht tolerierbare Blutentnahme, im Gegensatz zu einer sehr aufwändigen Entnahme von Gewebeproben, beispielsweise aus dem Knochen. Sind aber beide Verfahren wirklich gleichwertig? Streuen die Tumore wirklich einen repräsentativen Anteil ihrer Zellen in die Zirkulation, und können die Tumorzellanteile dort sicher extrahiert werden? Diese Frage war Gegenstand der oben aufgeführten Studie und die Antwort ist JEIN. In dem wichtigen Bereich der Zellzyklusregulierung, der DNA Reparatur und des Androgenrezeptors waren beiden Tests vergleichbar. Lediglich die epigenetischen Eigenschaften und der PI3K/mTOR Signalweg konnte nicht vergleichbar dargestellt werden.

    Das ist nicht weiter tragisch, wenn man es weiß, denn dann kann man sich darauf einstellen.


    Zum Thema Metastasen, speziell oligometastatische Situationen beim PCA möchte ich noch kurz von einer anderen Studie berichten (Abstract 263 - Stereotactic body radiotherapy for patients with relapsing prostate cancer with bones or nodes oligometastases). Die Patienten, die zuvor eine lokale Therapie durchliefen, hatten durch ein Cholin-PET diagnostiziert bis zu 3 einzelne Fernmetastasen, ein mittleren PSA Wert von 1ng/ml und wurden ohne ADT Ergänzung bestrahlt. Die lokale Kontrolle der behandelten Metastasen war mit 85% recht gut. War das nun für die Patienten vorteilhaft? Eine Analyse dieser 40 Patienten ergab, dass diejenigen, die nach der Metastasenbestrahlung ein PSA Wert von ≤0.5ng/ml erreichten, von der Therapie profitierten. Die anderen Patienten demnach nicht. Vielleicht ein Stratifizierungshinweis?
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  6. #6
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    Development of a Voided Urine Assay for Detecting Prostate Cancer Noninvasively

    Wissenschaftler am Sidney Kimmel Cancer Center an der Thomas Jefferson University haben eine nichtinvasive Technik entwickelt, um den Nachweis von Prostatakrebszellen im Urin der Patienten zu erkennen. Die Pilotstudie unter der Leitung von Mathew L. Thakur, PhD, Direktor des Laboratoriums für Radiopharmazeutische Forschung und molekulare Bildgebung und Professor für Radiologie und Strahlentherapie an der Thomas Jefferson University am Sidney Kimmel Cancer Center, wurde von Trabulsi et al. In BJU International veröffentlicht.

    Studienergebnisse
    Die Forschung zeigt, dass ein Urin Test VPAC-Rezeptoren, die häufig auf bösartige Prostatakrebszellen exprimiert werden, nachweisen kann. Mit Hilfe der optischen Bildgebungstechnologie zur Erkennung von Prostatakrebszellen im Urin identifizierte das Forscherteam VPAC-positive Zellen bei 98,6% der Patienten mit einer Prostatakrebsdiagnose und keine (0%) bei Patienten mit gutartiger Prostatahyperplasie (BPH).

    "Die beiden wichtigsten Vorteile dieser Technologie sind ihre Genauigkeit und Einfachheit", sagte Dr. Thakur.

    Derzeit sind die einzigen Methoden zur Diagnose von Prostatakrebs eher invasive, teure, aber weniger zuverlässige Verfahren, einschließlich digitaler rektale Untersuchung, Biopsie oder Urin-Analyse, die direkte Prostata-Massage erfordert. "Wir glauben, dass ein diagnostischer Test, der einfach und bequemer für den Patienten ist, wird ein häufigeres Screening fördern und helfen, Prostatakrebs eher in frühen Stadien zu erkennen", fügte Dr. Thakur hinzu.
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  7. #7
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    Hallo! Weiß jemand, wo man den 4k Score Test durchführen lassen kann?
    LG Vega Piet

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