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Thema: OP oder IMRT + ADT bei Hochrisiko PK

  1. #11
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    Hallo Johan... ich sitze gerade in der Klinik bei meinem Mann. Es ist alles gut verlaufen. Dienstag war die OP und morgen wird geprüft, ob die Nähte innen dicht sind. Wenn ja, wird der Katheter gezogen und wir können Dienstag heim. Ich schätze, dass wir in den nächsten 14 Tagen den OP-Bericht bekommen und die Empfehlung der weiteren Vorgehensweise. Der Prof. sprach jedoch schon von Nachbestrahlung. Soweit also alles bestens.

    Lg
    Christine


    Zitat Zitat von ElemanJ Beitrag anzeigen
    Ist die OP gut verlaufen ? Ich wünsche euch alles Gute. LG Johan

  2. #12
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    Hallo Johan,
    ich denke die Entscheidung zur OP ist eine in deiner Situation gute Entscheidung, denn sie verhindert höchstwahrscheinlich lokale Probleme ,
    (z.bsp.bei Urinableitung/Darm ) ermöglicht die Untersuchung der lokalen Lymphknoten und ermöglicht eine feingewerbliche Analyse.
    Wichtig ist das du dir hierfür einen guten Arzt mit viel Erfahrung ( > 200 Prostatektomien ) aussuchst.
    Mit dieser Entscheidung hälst du dir weitere Optionen offen , die du bei Gleason 9 wahrscheinlich ziehen musst.
    Drücke die Daumen,
    Gruß Skipper

  3. #13
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    Ich habe die geplante OP verschoben und bin derzeit in der Prüfung, ob HDR Brachy + äußere Bestrahlung + 2 Jahre ADT eine Option für mich ist, die der OP + äußere Bestrahlung gleich kommt. Wer im Forum kann mir für oder gegen diese Entscheidung Hilfestellung geben. Ich nehme derzeit noch täglich 150 mg Bica und habe vor in 14 Tagen auf Eligard 3 Monatsspritze umzustellen. Mein PSA ging nach den ersten 2,5 Wochen BIca von 12,5 auf 3,4 runter.

  4. #14
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    Lieber Johan

    In Beitrag #3 hatte ich auf die Gleichwertigkeit von Bestrahlung und
    RPE hingewiesen, insbesondere in Bezug auf die Prostata selbst.
    Das gilt wohl auch für die Brachy-Therapie, deren enormer Vorteil
    gegenüber der perkutanen Tele-Therapie ist, dass die Strahlenquelle
    im Tumor sitzt, statt Ausserhalb, von wo sie unter Abschwächung im
    Gesunden in den Tumor dringen muss.

    Damit bist Du recht frei in der Wahl der Primärtherapie.
    Die unbeantwortete Frage ist, ob Du (micro-) Metastasen habest, und ob
    die im Bereich der Lymphadenektomie oder Bestrahlung der Abflusswege
    liege, und ob die gewählte Therapie dort wirklich alles erwische.

    Der angenehmste Weg ist wohl die Brachytherapie mit Beigemüse.
    Angesichts deines GS9 kommt es wohl vor Allem auf das "Beigemüse" an,
    also die ADT und Perkutane Bestrahlung der Lymphabflusswege bzw.
    Lymphadenektomie.

    Jetzt ist eine Entscheidung angesagt, denn es wird nicht mehr besser.
    Konrad

  5. #15
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    Lieber Konrad,

    danke für deine prompte Rückmeldung. Zum besseren Verständnis meinerseits möchte ich den Sachverhalt getrennt nach Wirkungsbereiche wie folgt zusammen fassen:

    Bereich 1 (lokal/regionärer Bereich): Aufgrund der High-Risk-Situation kommen nur Kombi-Therapien für mich in Frage, also RP + IMRT + ADT, IMRT + ADT oder BT + IMRT + ADT. Bei allen 3 Formen wird, was die perkutane Bestrahlung anbetrifft, der Bereich um die Prostata mit 50/55 Gy bestrahlt somit bei allen 3 gleich. Bei RP wird die Prostata total entfernt, bei IMRT zusätzlich mit 25 - 30 Gy bestrahlt und bei BT mit Afterloading bestrahlt. Hierbei hat die Kombi-Variante mit RP als 1. Schritt einen kleinen Vorteil, da von der Prostata her kein Rezidiv mehr kommen kann. Die BT-Variante hat am wenigsten Nebenwirkungen.

    Bereich 2 (Lymphknoten/-ablusswege): Bei allen 3 Kombiverfahren wird mittels IMRT die Lymphabflusswege mit 50 Gy bestrahlt. Bei der RP-Kombivariante gibt es zusätzlich die Lymphadektomie. Auch hier einen kleinen Vorteil für die Kombivariante mit RP als 1. Schritt.

    Sind diese Annahmen nach deiner Meinung und Meinung anderer Forumsteilnehmer richtig?

    Liebe Grüße, Johan

  6. #16
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    Johann,

    Du schreibst mit der Biopsie sei Ta2/Ta3 festgestellt worden. An sich macht man dies in der Regel mit einem MRT nach der Biopsie, mit einer Biopsie kann man das nicht feststellen. Wenn es aber Ta2 ist, so ist der Tumor auf die Prostata begrenzt und es wäre derzeit noch von keiner Bestrahlung nach Operation auszugehen. Bei einer Operation entnimmt man auch einige Lymphknoten und stellt dann fest, ob diese befallen sind oder nicht (N0 oder N1 steht dann im Befund). Solange dies nicht geklärt ist, ist auch eine Bestrahlung der Lymphabflusswege nicht erforderlich.

    Bei Gleason 9 ist eine anschließende Bestrahlung wahrscheinlich, aber entscheiden wird man darüber erst nach der Operation.

    Georg

  7. #17
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    Man muss ganz klar sagen, dass wenn schon jetzt ein T3a im Raum steht und der GS bei 9 ist eine Bestrahlung nach der Operation zu 99% erforderlich sein wird. Praktisch kein Patient ist mit einer OP bei einem solchen Tumorstadium geheilt.

    Meines Erachtens sind alle Wege möglich, die Kombination aus OP + RT ist sicherlich die Behandlung mit den meisten möglichen Nebenwirkungen. Ob man eine Hormontherapie parallel zu einer RT nach einer OP machen muss, ist nicht geklärt. Man würde es bei positiven LK empfehlen, sonst aber nicht generell.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  8. #18
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    Ich bin davon ausgegangen, dass ein T3a eben nicht gesichert im Raum steht, da bei Johann offenbar bisher nur eine Biopsie durchgeführt wurde. Dagegen wird bei einer T3a Situation mit einer Bestrahlung nach Operation zu rechnen sein, das will ich nicht bestreiten.

    Mir ist nicht ganz klar, was eine Bestrahlung der Prostata, wenn man sie statt einer Operation macht, von einer Bestrahlung nach einer Operation unterscheidet. Es sind in beiden Fällen die gleichen Strahlen auf die gleiche Art von Tumorzellen. Bei der ersten Art der Bestrahlung ist die Hormontherapie unstrittig sehr wirksam, bei der anderen ist man sich nicht sicher. Logisch finde ich dies nicht.

    Ich denke die Studie von Carrie reicht hier wohl aus um für eine Hormontherapie zu plädieren: http://www.thelancet.com/journals/la...111-X/abstract

    Georg

  9. #19
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    Hallo Daniel Schmidt,

    folg. für mich wichtige Frage an den Strahlentherapeut.
    Wie ich bereits erwähnt habe, favorisiere ich derzeit die Afterloading+IMRT+ADT Variante aufgrund der (angeblich) geringeren Nebenwirkungen. Anderseits bin ich etwas skeptisch, warum die Technologie bei der Möglichkeit der genaueren Freisetzung höherer Strahlendosis in der Prostata seit 80er Jahre sich nicht durchgesetzt hat, Einsatz eher rückläufig. Gibt es Gründe dafür?

    Georg@: MRT wurde nicht gemacht, aufgrund der Biopsie 12/12 Zylinder, 2 zu 100% wird cT3 angenommen.

    Beste Grüße, Johan

  10. #20
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    Johann,

    bei einem Gleason 9 sollte wirklich vor der Operation ein MRT und mindestens ein Knochenszinti gemacht werden um zu wissen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Ich denke, dass sieht die Leitlinie auch vor. Für einen Privatpatienten empfehle ich ein PSMA PET/CT.

    Manche Ärzte wollen das gar nicht so genau wissen, damit sich der Patient nicht anders als zu einer Operation entscheidet.

    Georg

    Was Brachytherapie angeht: nur wenige Ärzte haben dazu die entsprechende Ausbildung, daher konzentriert sich diese Behandlung auf wenige Zentren. Als ich mich in einer Strahlentherapie beraten ließ sagte man mir, dass der entsprechende Arzt den Arbeitsplatz gewechselt habe und man seitdem keine Brachytherapie mehr anbieten würde.

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