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Thema: neues von der Protonenbestrahlung

  1. #41
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    Wer hat Erfahrungen mit dem WPE (Protonentherapie in Essen)?

  2. #42
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    Mein Bericht geht weiter:

    Insgesamt war ich nun doch 6 Wochen im RTPC, weil das Zyklotron 11 Tage defekt war und man zunächst von Tag zu Tag vertröstet wurde und ich ohnehin zuhause nichts zu tun hatte (ich hatte alles 5 Monate vorher geplant). Es wurde im RPTC überlegt, Patieten nach Essen, Zürich oder Marburg hau überstellen. Ich bin geblieben, da es hieß, dort müsse man 5 Tage bis zum Beginn warten.
    Ich hatte vom ersten Tag an Nebenwirkungen (Brennen beim Wasser lassen, nachts häufig raus und es lief zum Teil sehr langsam). Ich habe dann IBU 600 und Tamsulosin genommen, und es war gut zu ertragen.Freitags war es am schwierigsten nach 5 Bestrahlungen. Da zweifelte man dann ein wenig, aber die Ärzte helfen. Insgesamt nahmen die Beschwerden langsam zu, und insbesondere am Wochenende war ich ein wenig am Zweifeln. Aber es hat dann doch immer alles funktioniert.
    Nach meiner Rückkehr war es dann gleichbleibend: Brennen, Harndrang, langsames Rufen des Urins. Und dann bekam ich noch eine Blasenentzündung, die mit Antibiotika aber schnell im Riff war. Die Blasenentleerung klappte gut und das Prostatatvolumen hat stark abgenommen.
    Jetzt, 3 1/2 Wochen nach Bestrahlungsende, wird es plötzlich merklich besser. Das Wasser lassen läuft gut, wenngleich auch 3-4mal pro Nacht. Ohne Brennen. Ich habe überhaupt keine Darmbeschwerden und auch ansonsten ist alles prima. Allerdings träume ich plötzlich sehr viel...Gut, dass ich auf eine OP verzichtet habe!
    Ich bin ja Privatpatient und habe 2 KVs vom RPTC und Essen, beide ca. 44.000€.
    Mal sehen, was ich an Geld wieder bekomme, 10.000€ Abschlagszahlung gab es schon, nachdem ich der Versicherung vom Behandlungsbeginn eine Bestätigung geschickt habe, ich hoffe auf 25.000€. Ein Leidenskollege, den ich kennen gelernt habe, bekam 25.000€ vorab ausbezahlt auf den KV von Rinecker.
    Danach werde ich den ggf. Klageweg beschreiten.
    Einer meiner Bekannten hat sich in der Martiniklinik in HH mit DaVinci operieren lassen (Gleason 7 und Tumor leicht aus der Prostata ausgetreten), und ist total impotent und hat, aufgrund der LK-Ausräumung Probleme beim Joggen. Armer Kerl. Dagegen sind meine Beschwerden ein Spaziergang!
    Ein Leidenskollege aus dem Forum hier hat mir geschrieben, dass nach einer japanischen Studie die antihormonelle Therapie bei Gleason 9 und 10 nichts bringt. Das mit der Studie ist so eine Sache. Bei as RPTC empfehle mir, noch 2 Zyklen zu machen.
    Ich fühle mich jetzt gut und mein Optimismus sagt mir, dass ich die richtige Wahl der Therapie getroffen habe. Der erste
    PSA im Dezember wird spannend. Ich bleibe am Ball und werde berichten.

  3. #43
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    "dass nach einer japanischen Studie die antihormonelle Therapie bei Gleason 9 und 10 nichts bringt. "

    Welche Studie ist denn das? Ich kenne nur Studien, in denen die Hormontherapie vor allem bei Gleason 9 und 10 wirkt.

  4. #44
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    "dass nach einer japanischen Studie die antihormonelle Therapie bei Gleason 9 und 10 nichts bringt. "

    Welche Studie ist denn das? Ich kenne nur Studien, in denen die Hormontherapie vor allem bei Gleason 9 und 10 wirkt.
    Da liegt bestimmt ein Irrtum vor. Bei mir bringt es jedenfalls schon was.
    Lutz

  5. #45
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    44.000€? Da ist ja Prof. Stehling mit 18.000€ für die irreversible Elektroporation ein Schnäppchen. Abgesehen davon, dass man schon nach einem Tag nach Hause geht und sich 7-14 Tage mit dem Katheter herumschlägt, kontinent ist und keine Spätfolgen zu fürchten hat.

  6. #46
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    Hier bitte: Androgen Deprivation Therapy and Overall Survival for Gleason 8 Versus Gleason 910 Prostate Cancer
    aus:
    EUROPEAN UROLOGY 75 (2019) 35-41

    Es geht in der Studie nicht darum, den PSA kurzfristig zu senken, sondern um Betrachtung von Vor- und Nachteilen nach 10 Jahren.




  7. #47
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    Hallo MartinWK,
    ich hatte mich auch dafür interessiert und einen Beratungstermin in Offenbach gemacht. Nachdem ich das Infomaterial zugesendet bekommen habe, habe ich schnell Abstand davon genommen - zu experimentell und was die da alles an Risiken erzählen. Mein Urologe, der mein Alter und einen großen Erfahrungsschatz hat,
    kannte 2 Fälle von dort - beide mit Rezidiv, und hat mir davon abgeraten.

  8. #48
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    Zitat Zitat von Holger 1957 Beitrag anzeigen
    Ein Leidenskollege aus dem Forum hier hat mir geschrieben, dass nach einer japanischen Studie die antihormonelle Therapie bei Gleason 9 und 10 nichts bringt.
    Das hätte mich auch gewundert, wenn dies eine Studie so rausfinden würde. Hier ist nochmals der Link auf das Abstract dieser Studie:

    In dieser Studie wird die Wirkung einer begleitenden ADT in Kombination einer Bestrahlung untersucht (siehe im "Background" und "Design, Setting and Participants" des Abstracts).
    Dies kann man auch nachvollziehen, da eine begleitende ADT die Wirkung einer Bestrahlung besonders in der bestrahlten Region erhöht. GS 9-10 haben aber auch öfter schon Fernmetastasen, also nicht im Bestrahlungsbereich. Aber so richtig wird man nur aus dem Abstract auch nicht schlau, ob die Primärbehandlung oder eine Salvage EBRT oder beides gemeint ist.

    Also Fehlalarm gewesen: Es gilt nach wie vor, dass eine ADT auch bei Gleason 9-10 wirkt. Vielleicht hast Du auch nur die begleitende ADT zur Bestrahlung gemeint. Aber so ist die Aussage aus dem Zusammenhang gerissen und mehr Infos zu Deiner Geschichte finde ich auch nicht auf einen Blick. Noch kleine Korrektur: Nicht japanisch, sondern in den USA.

    Tritus

  9. #49
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    Dies ist eine retrospektive Studie, die Daten aus der National Cancer Database (USA) im Zeitraum 2004 bis 2011 ausgewertet hat. Man weiß dabei z.B. nicht, warum einzelne Patienten trotz Gleason Score 9-10 keine ADT gemacht hatten. Möglich, dass dies im Datensatz einfach nicht angegeben war oder eine Orchiektomie durchgeführt worden war.
    Dabei wurden die einzelnen Patienten nur über einen Zeitraum von im Mittel vier Jahren ausgewertet und daraus Aussagen über das Gesamtüberleben bis zu neun Jahren errechnet. Die Ergebnisse werden nicht absolut, sondern nur als Verhältniszahlen, Hazard-Ratios, angegeben. Manche Zeitschriften nehmen diese Studien deshalb nicht mehr an sondern verlangen auch die Angabe absoluter Zahlen. Hier fehlt z.B. die Angabe, wie lange jeweils die mittlere Dauer des Gesamtüberlebens bei den untersuchten Gleason-Score Gruppen konkret war. Letztlich eine Studie mit geringer Evidenz.

    Die Aussage der Studie ist, dass man bei Gleason 9-10 Patienten ergänzend zur ADT ein Mittel wie Abirateron oder Enzalutamid einsetzen soll. Für eine alleinige ADT konnte kein Überlebensvorteil gezeigt werden, allerdings wird mit keinem Wort gesagt, dass man darauf verzichten sollte.

  10. #50
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Die Aussage der Studie ist, dass man bei Gleason 9-10 Patienten ergänzend zur ADT ein Mittel wie Abirateron oder Enzalutamid einsetzen soll.
    Georg,

    Ist das die Aussage der Studie oder Deine Interpretation ? Aus dem Abstract geht dies nicht hervor. Hast Du den full-text?
    Meiner Meinung geht es bei dieser Studie wirklich nur um den Benefit einer adjuvanten ADT während der Bestrahlung. Und da würde auch Abi oder Enza keinen Unterschied daraus ergeben, aus den Gründen welche ich oben erwähnt habe.

    Trittus

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