Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 21 bis 26 von 26

Thema: neues von der Protonenbestrahlung

  1. #21
    Registriert seit
    02.05.2019
    Ort
    Rheinland-Pfalz
    Beiträge
    182
    [QUOTE=Daniel Schmidt;116420]
    Zitat Zitat von flüstermann Beitrag anzeigen
    Es behauptet doch keiner, das die Protonen zu 100% alle heilen!
    Aber als Strahlen-Behandlung ist diese die mit Sicherheit die Schonenste und Wirkungsvollste, wer dies bestreitet leugnet die Physik![Q/quote]
    Physik ist irrelevant. Solange Sie keine statistisch signifikante bessere Toxizität zeigen können, d.h. Patienten mit WENIGER Nebenwirkungen durch Protonenstrahlentherapie bei gleichdosierter Photonenstrahlentherapie, ist alles Spekulation.


    [/COLOR]Der Gleason Score hat keinen Einfluss auf die Strahlenproktitis.



    Die 4000 Patienten waren keine Prostatakarzinompatienten.
    Ich würde meinen, lieber Namensvetter Harald - alias flüstermann, wir sollten es nun dabei belassen, dass die Protonen-Radiatio auch nicht der Weisheit letzter Schluß sind. Daniel Schmidt gilt einmal mehr mein Dank für die
    Richtigstellungen der wirklichen Fakten.

    Harald
    nicht nachlassen

  2. #22
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    867
    Zitat Zitat von Daniel Schmidt Beitrag anzeigen
    Physik ist irrelevant. Solange Sie keine statistisch signifikante bessere Toxizität zeigen können, d.h. Patienten mit WENIGER Nebenwirkungen durch Protonenstrahlentherapie bei gleichdosierter Photonenstrahlentherapie, ist alles Spekulation.
    Dass Physik irrelevant sein soll für die Empfehlungen der evidenzbasierten Medizin ist ein Paradox, auf das man unweigerlich kommt, wenn man sie hauptsächlich durch prospektive Studien begründet, die für einen gewissen Prozentsatz der Patienten eine Verbesserung zeigen, unter größten Schwierigkeiten, inhomogene Patientenkollektive zu normalisieren.
    In Wirklichkeit ist die Physik ein Ausgangspunkt der Entwicklung neuer Therapien und die Begründung ihrer möglichen Effektivität. Selbst wenn dann eine größere Studie scheitert ist immer noch einmal zu prüfen, ob diese richtig angelegt war. Die induktive Begründung hat eine eigene Stärke.
    Im Übrigen würde mir als Patient der Beweis für die gleiche Toxizität reichen, wenn das Verfahren eine Chance hat, besser zu sein, aber das noch nicht bewiesen ist. Der Kostenträger wird das eventuell anders sehen, wenn das neue Verfahren teurer ist, und die mangelnde Evidenz vorschieben; aber mit Begeisterung ein neues Verfahren übernehmen, wenn es billiger ist - wofür dann die Evidenz seltsamerweise ausreicht.

  3. #23
    Registriert seit
    24.10.2008
    Beiträge
    2.015
    "Der Kostenträger" sind wir alle zusammen, nicht nur die Krankenkassen. Letztendlich bezahlen wir alle zusammen die Rechnung durch steigende Beiträge.

    Eine Behandlung, die keinen bewiesenen Vorteil bringt aber mehr kostet, ist eine schlechte Behandlung. Jedes Medikament schafft es unter diesen Voraussetzungen nicht zur Zulassung, wieso sollte es bei der Protonentherapie anders sein?
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  4. #24
    Registriert seit
    02.05.2019
    Ort
    Rheinland-Pfalz
    Beiträge
    182
    Zitat Zitat von Daniel Schmidt
    Eine Behandlung, die keinen bewiesenen Vorteil bringt aber mehr kostet, ist eine schlechte Behandlung. Jedes Medikament schafft es unter diesen Voraussetzungen nicht zur Zulassung, wieso sollte es bei der Protonentherapie anders sein?
    Sehr geschätzter Dr. Daniel Schmidt,

    das sind klare und zutreffende Worte.

    Herzliche Grüße

    Harald
    nicht nachlassen

  5. #25
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    867
    Zitat Zitat von Daniel Schmidt Beitrag anzeigen
    Eine Behandlung, die keinen bewiesenen Vorteil bringt aber mehr kostet, ist eine schlechte Behandlung. Jedes Medikament schafft es unter diesen Voraussetzungen nicht zur Zulassung, wieso sollte es bei der Protonentherapie anders sein?
    "Um eine Zulassung für ein Arzneimittel erhalten zu können, müssen von einem pharmazeutischen Unternehmer Unterlagen eingereicht werden, mit denen die Wirksamkeit, die Unbedenklichkeit und die Qualität des Arzneimittels belegt werden." Siehe dazu auch https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel...DE952.1_cid344
    Das Zulassungsverfahren wird hier im Detail erläutert: https://www.deutsche-apotheker-zeitu...ittelzulassung
    Der medizinische Nachweis ist völlig von den Kosten getrennt, die spielen überhaupt keine Rolle. Sie sind in manchen Fällen Gegenstand späterer Vereinbarungen zwischen Kostenträgern und Herstellern oder werden staatlich geregelt. Häufig ist der Arzt in der Verantwortung, ein günstigeres Medikament zu verordnen.
    Zunächst ist also zur Zulassung des 1000. Medikamentes gegen Bluthochdruck eine Studie zu erstellen, die belegt, das für eine bestimmte Patientengruppe der Nutzen die Risiken überwiegt. Wenn man dann die Zulassung hat, beginnt die Vermarktung zum maximal möglichen Preis. Ein wichtiger Schritt zum Markt ist die Anerkennung durch den Gemeinsamen Bundesausschuß, bei dem dann das Kosten/Nutzen-Verhältnis wichtig ist.

    Ich würde ein Medikament oder eine Therapie, die die Hürde "Gemeinsamer Bundesausschuß" (bisher) nicht genommen hat, nicht als "schlecht" bezeichnen. Für mich ist eine schlechte Therapie eine, bei der das Nutzen/Risikoverhältnis nicht stimmt, und die würde erst garnicht beim GBA ankommen. Wobei sowohl Nutzen als auch Risiko aus Patientensicht variieren: der eine empfindet Gleason 3+3 als belastend (auch wenn statistisch die Zahlen und demensprechend die Ärzte ihm zu aktiver Überwachung raten) und sieht einen Nutzen in einer sofortigen Therapie, der andere schätzt seine Potenz und sieht hier ein höheres Risiko.

  6. #26
    Registriert seit
    02.05.2019
    Ort
    Rheinland-Pfalz
    Beiträge
    182
    Zitat Zitat von Daniel Schmidt
    "Der Kostenträger" sind wir alle zusammen, nicht nur die Krankenkassen. Letztendlich bezahlen wir alle zusammen die Rechnung durch steigende Beiträge."
    Lieber Martin,

    Deine Beiträge haben schon mehr als einmal den Beweis erbracht, dass Du bestens über viele Zusammenhänge informiert bist. Aber um auf den Punkt zu kommen, trifft doch Daniels Einlassung den Nagel auf den Kopf.

    Herzliche Grüße

    Harald
    nicht nachlassen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •