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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gleason-Score (5+4)=9 und PSA 56 - Was tun?



München_2007-10
01.11.2007, 16:02
Hallo Forumsmitglieder,

bei meinem Vater wurde in 08/2007 ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom diagnostiziert.

Die Eckdaten:

Vater Jg. 1938
PSA-Wert in 08/2007: 56,21
Biopsie ergab einen Gleason-Score von 5+4=9
Knochenmetastasen vorhanden
Alkalische Phosphatasen entwickelten sich wie folgt: 02/2006: 68 - 06/2006: 66 - 07/2007: 622 - 08/2007: 925 - 10/2007: 2023 !
keine Hyperkalzämie
Beginn der Hormontherapie mit Casodex (50 mg) und LHRH-Analoga-Spritze in 10/2007
Danach: Wasser in den Füßen/Unterschenkeln
Daneben: Diabetes II und seit 2005: Makumar-Einnahme wegen HerzrythmusstörungenMeine Fragen:

Ist die sofortige zusätzliche Behandlung mit Zometa empfehlenswert, obwohl derzeit keine Hyperkalzämie vorliegt und als Nebenwirkung von Zometa Kiefernekrosen drohen?
Welche Lebenserwartung und welche Lebensqualität bei welchem vsl. Krankheitsverlauf darf bei oben skizziertem Krankheitsbild erwartet werden?
Liegen Erfahrungswerte hinsichtlich der Einnahme von Gelbwurz, Schwarzkümmelöl und Tomatenmark vor?
Andere hoffnungsvolle Therapieempfehlungen? z.B. Strahlen gegen Knochenmetastasen?Vielen Dank !

HansiB
01.11.2007, 18:53
Hallo München (ich spreche gerne eine Person mit Vornamen an)

Ist das der einzige PSA Wert vor Biopsie? Wie hat sich unter 2 HB der PSA entwickelt?
Die Frage ist stimmt der GS (5+4)9 Zweitgutachen vom Fachpathologen?
AP von 2023 habe ich noch nie erlebt, evtl. Differenzieren. Mein AP vor bald 3 Jahren war 338 (mein Höchstwert) mit sehr umfangreichen Metastasen, mittlerweile immer ca 60 (unter Zometa).
Ich würde ein Knochen AP machen lassen! Ferner Testosteron, QCT Knochendichte wegen zukünftiger oder vorhandener Osteoporose. Bei mir verschlechert sich die Knochendichte, mein kleines Problem.
Zu erweitern wäre die 2 HB mit einem 5 alpha Red. Hemmer.
Ernährungsumstellung wird wohl schon gemacht?
Unbedingt Zometa, vergiss die Zahnprobleme, erst nach 2 Jahren zu berücksichtigen.
Wie fitt ist der Vater die 2 anderen Krankheiten sind nicht gut. Ich bin jünger, mache es aber schon seit bald 3 Jahren und bin topfitt, mit T 0,02.
Ernähjrung: Curcuma, Omega3 Fischöl (ich esse fast kein Fleisch), Granatapfelelexier, Selen (Wert feststellen) Lycopien (Tomaten) mit gutem Öl (ich nehme gerne Leinsamen)
Strahlen gegen Knochenmetastasen nur wenn dies Schmerzen. Ich hatte sehr starke Schmerzen ohne Schulmedizien verschwanden diese, nicht bestrahlt.
Ich mache viel mit einer Heilpraktikerin, momentan eine Ozon/Sauerstoffth. danach eine Hochdosis Vit. C Infusionen, die Erste mit 30 gr, habe ich als Test hinter mir. Für mich wichtig das Immunsystem und Stimmulierung. Ich lasse das Wichtigste gerade messen. Am Anfang sicher auch sinnvoll. Auch interessiern mich die NK-Zellaktivität, CRP Entzündungsmarker (bei mir 0,6 optimal), die Leberwerte, Cholesterin (Hohe kontraproduktiv), Körpergewicht? Das was mir gerade einfällt, der Kopf leidet unter einer Dauer-HB, wie bei mir. Wasser in den Füßen kenne ich nicht als Nebenwirkung (nur Knochenschmerzen durch PK).
Alles Gute Hans

weinreich
15.04.2008, 15:53
hallo

beim fischöl sollte man den epa-wert pro tag beachten. nach der internationalen literatur , ca 6,o gr pro tag. das vorbringen zu den tomaten ist nicht ausreichend. die tomaten müssen erhitzt werden--ca 10 minuten... und dann mit olivenöl oder rapsöl versetzt werden. erst dann
sind die stoffe bioverfügbar.

zur gelbwurzel fehlt, das es mit einer portion schwarzen pfeffer eingenommen werden muß. die bioverfügbarkeit ist nur ca. 5 prozent....
sonst-- siehe ernährungsseiten .....promann-hamburg.de.
gruss aus hamburg

manni

weinreich
15.04.2008, 16:31
hallo münchen 2007-10

bei den knochenmetastasen fehlt noch die behandlung mit einem bisposphonat--gut ist colodronat... und zusätzlich wird genommen vitamin d drei und 1000mg kalzium pro tag. dies ist wichtig.
die behandlung fehlt. der intervall ist beim bisphosphonat...je monat.

gruss aus hamburg

manni

Helmut.2
15.04.2008, 17:02
bei den knochenmetastasen fehlt noch die behandlung mit einem bisposphonat--gut ist colodronat
Ich meine, daß Die Biphosphonate Clodronat und Pamidronat... (http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/volltexte/2000/798/pdf/KURZZUbb.pdf)längst überhohlt sind und die bessere Medikation ist Zometa (http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=125&Itemid=178) auf jeden Fall!
Gruß, Helmut

shgmeldorf,Werner Roesler
15.04.2008, 17:47
Hallo Forumsmitglieder,

bei meinem Vater wurde in 08/2007 ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom diagnostiziert.

Meine Fragen:
Ist die sofortige zusätzliche Behandlung mit Zometa empfehlenswert, obwohl derzeit keine Hyperkalzämie vorliegt und als Nebenwirkung von Zometa Kiefernekrosen drohen?
Welche Lebenserwartung und welche Lebensqualität bei welchem vsl. Krankheitsverlauf darf bei oben skizziertem Krankheitsbild erwartet werden?
Liegen Erfahrungswerte hinsichtlich der Einnahme von Gelbwurz, Schwarzkümmelöl und Tomatenmark vor?
Andere hoffnungsvolle Therapieempfehlungen? z.B. Strahlen gegen Knochenmetastasen?Vielen Dank !

Hallo München,

in Beantwortung Deiner Fragen ist zu sagen:

° Die sofortige Behandlung mit dem Bisphosphonat "Zometa" ist beim Krankheitsbild Deines Vaters Standard und sollte monatlich durchgeführt werden. Bitte dabei auf eine langsame Infusionsdauer und auf eine Verdünnung von 1000 ml - Lösungsflüssigkeit achten. Die Verträglichkeit wird so signifikant erhöht. Die Frage der möglichen Kiefernekrosen ist statistisch und prozentual sehr gering zu bewerten und sollte hier keine Rolle spielen.

° Die Frage der Lebensqualität hängt auch vom Verlauf der Androgenentzugs-Therapie ab. Sollte Dein Vater gut auf den Androgenentzug ansprechen, dann hätte er sicherlich für die nächsten Monate und Jahre eine ordentliche Lebensqualität. Erst wenn der Tumor androgen- resp. hormonrefraktär wird, beginnen die eigentlichen großen therapeutischen Probleme, die dann oft mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einhergehen.

° Sog. orthomolekulare und phytotherapeutische Substanzen, wie z.B. Selen,Vitamin E, hochwertiges Fischöl und sonst. Nähr- und Vitalstoffe, sollten natürlich ausgewogen die therapeutische Grundlage darstellen. Hier solltet Ihr Euch in die Materie einlesen.

° Was "Strahlen gegen Knochenmetastasen" betrifft, so werden gezielte Bestrahlungen im palliativen Bereich bei evtl. statischen Problembereichen (wie z.B. Wirbelsäuleninstabilität) eingesetzt.

Weiterhin besteht bei späteren fortgeschrittenen Erkrankungsstadien auch die Möglichkeit sog. Radionuklide einzusetzen, z.B. bei einer multiplen Metastasierung.

Fazit: Ihr solltet jetzt zunächst die Wirkung der Androgenentzugs-Therapie abwarten und parallel auf eine gute Lebensqualität achten.

Gruß Werner R.